Hallo zusammen,
Generell kommt das Thema Geschichte hier im Forum sehr schlecht weg, dass wollte ich tatsächlich mit den Bandkeramikern etwas ändern, da diese hierzulande gänzlich unbekannt sind, obwohl die einen sehr langen Zeitraum hier ansäßig waren.
Aufgrund meiner letztlich erfolgten Beförderung habe ich auch leider etwas weniger Zeit zu antworten, ihr wisst ja wie das abläuft: Man denkt man bekommt doppelt so viel Gehalt und muss nur noch halb so viel arbeiten, dabei ist es genau umgekehrt: Man verdient nur halb so viel mehr als gedacht und muss dafür doppelt so viel arbeiten....
Füchschen schrieb am 27.05.2026:Die zentraleuropäischen Menschen, also Jäger und Sammler sowie Linienbandkeramiker, die aber genetisch fast ausstarben bis 5000 v. Chr., hatten also ein wesentlich langsameres Bevölkerungswachstum.
Füchschen schrieb am 27.05.2026:Die zentraleuropäischen Menschen, also Jäger und Sammler sowie Linienbandkeramiker, die aber genetisch fast ausstarben bis 5000 v. Chr., hatten also ein wesentlich langsameres Bevölkerungswachstum.
Erstmal Danke für deine Beiträge, die ich alle sehr aufmerksam gelesen habe.
Was ist Kultur?
Diese Frage ist nur sehr schwer zu beantworten.
Wenn wir beispielsweise (es gibt noch hunderte von anderen Beispielen, aber das ist das geläufigste hier) die Westtürken (Westen Türkei/Anatolien) nehmen, so stellt sich heraus, dass die Türken genetisch
gesehen größtenteils Griechen sind. Die Zentralasiatischen Einflüsse sind etwa bei 10 bis 18%.
Die Sprache ist aber eindeutig eine oghusische Untergruppe der Turksprachen. Und die Religion? Süd-Arabisch, oder semitisch.
Das gleiche haben wir auch bei den Hethiter, bei denen beispielsweise von
Proto-Hethiter und Hethiter gesprochen wird, wobei letztgenannte doch tatsächlich die Gebete, Rituale und Administrations Formen von den Proto-Hethiter übernommen haben.
Bei den Bandkeramikern kommt halt hinzu, dass es einen radikalen Knick gab: Kein Wachstum mehr der Städte, im Gegenteil: ein Rückgang. Befestigte Anlagen wo vorher "Taubenschlag" war und der weite überregionale Handel brach ein.
Gab es eine Pandemie? Eine Katastrophe?
Im Anbetracht dessen, dass die Nachbarkulturen keinen ähnlichen Verlauf hatten, ist es erstmal legitim anzunehmen, dass es wohl eine religiös bedingte "Selbstzerstörung" war, ähnlich wie bei den Osterinselbewohnern, deren tragische Geschichte auch Parallelen zu den Bandkeramikern aufweist.
Das folgende ist nur eine Vermutung:
Die religiösen Gruppen, vor allem die Priesterkaste, innerhalb der Bandkeramiker haben wohl gegeneinander aufgehetzt, es wurde zu einem Selbstläufer und am Ende haben sich alle
im wahrsten Sinne des Wortes gegenseitig aufgefressen. Dass hier und da Randgruppen der Bandkeramiker überlebt haben, kann sehr gut sein, war ja ähnlich bei den Hethiter, die dann auch in der Bibel als lokale "Rand-Reiche" erwähnt wurden. Sogar
Ötzi hatte zu 90% Übereinstimmungen zu den anatolischen Früheinwanderern.Auch glaube ich, dass wenn es so war, den Priestern am Ende die Situation schon bewusst war, bloß konnten die nichts mehr ausrichten, denn wenn die Masse zu einem Selbstläufer wird und man keine disziplinierten Truppen hat, die das unterbinden, so kann man nur noch zuschauen (Wir töten sie und hassen sie weil das schon immer so war!).
Dass dann die Nachbarkulturen die frei werdenden Räume gefüllt haben, ist nur logisch, zumal das Vieh der Bandkeramiker, anders als die Bandkeramiker selbst, bis heute noch da sind. Fast alle Kühe, Schweine, Ziegen usw. sind
nach wie vor bandkeramischen Ursprungs.Man könnte hier schreiben, dass die Geschichte einen seltsamen Hang zur Tragigkomik hat: Das Vieh der Bandkeramiker, gehalten zur Nahrungsaufnahme ist genetisch immernoch relativ stark im Genpool vertreten, während die Bandkeramiker selbst wohl aus Gründen der Nahrungsaufnahme (Herxheim) ausgestorben sind....