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Die Bandkeramiker und ihr Untergang

27 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Geschichte, Archäologie, Bandkeramik ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Die Bandkeramiker und ihr Untergang

21.05.2026 um 08:36
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb:Eine vorläufige Antwort kann die KI geben:
Sorry, aber bei speziellen Themen ist eine KI-Antwort reines Raten. Kann stimmen oder auch nicht. Das wird um so schlimmer, je anspruchsvoller das Thema ist. Aber trotzdem danke.


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Die Bandkeramiker und ihr Untergang

21.05.2026 um 08:53
Zitat von azazeelazazeel schrieb:
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb:Eine vorläufige Antwort kann die KI geben:
Sorry, aber bei speziellen Themen ist eine KI-Antwort reines Raten. Kann stimmen oder auch nicht. Das wird um so schlimmer, je anspruchsvoller das Thema ist. Aber trotzdem danke.
Wie groß war die Population der Bandkeramiker?
2 Schritte abgeschlossen
Eine exakte Gesamtzahl ist nicht bekannt; je nach Region und Rekonstruktionsmethode werden für die Bandkeramiker nur grobe Schätzungen genannt. Für die mitteldeutsche Bandkeramik wird in der Literatur etwa eine Größenordnung von 10.000 bis 25.000 Personen genannt, während die Bevölkerung in einer einzelnen rheinischen LBK-Region deutlich kleiner war und dort aus Hausgrundrissen auf mehrere Dutzend bis wenige Hundert Menschen pro Siedlungsphase geschlossen wird.

Einordnung
Die Bandkeramik war keine einheitliche „Gesamtbevölkerung“ im modernen Sinn, sondern eine weit verbreitete Kultur über viele Regionen Mitteleuropas hinweg. Deshalb unterscheiden sich Schätzungen stark, je nachdem, ob man eine einzelne Siedlungslandschaft, ein Teilgebiet oder das gesamte Verbreitungsgebiet meint.

Was man daraus ableiten kann
Für eine ganze Kultur über mehrere Jahrhunderte und ein großes Gebiet ist eine einzige Zahl kaum sinnvoll. Am ehesten kann man von zehntausenden Menschen in einzelnen Teilregionen sprechen, nicht von einer sicher belegbaren Gesamtzahl für alle Bandkeramiker zusammen.

Wenn du möchtest, kann ich dir auch die Schätzungen für Deutschland insgesamt oder für ein bestimmtes Bandkeramik-Gebiet aufschlüsseln.
Quelle: Perplexity Pro :nerd:


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Die Bandkeramiker und ihr Untergang

27.05.2026 um 15:42
Zitat von azazeelazazeel schrieb am 21.05.2026:Sorry, aber bei speziellen Themen ist eine KI-Antwort reines Raten.
Die Google KI Antwort gab bei der Frage "Wie groß ist die Population der Bandkeramiker" eine sehr niedrige Zahl, die ich nicht geglaubt habe: ca. 10000 oder 20000 Menschen. So wenig Menschen vermutete ich bei den Jäger- und Sammlergruppen, zum Beispiel bei den Kammkeramikern und habe deshalb nach einem Vergleich der Kulturen geforscht. Dabei kam von Google KI diese ungenaue Antwort heraus. Sorry!
Zitat von NemonNemon schrieb am 21.05.2026:
Wenn du möchtest, kann ich dir auch die Schätzungen für Deutschland insgesamt oder für ein bestimmtes Bandkeramik-Gebiet aufschlüsseln.
Vielen Dank! Darauf komme ich gerne zurück. Ich wäre Dir sehr dankbar für diese Mühe.

Ich habe noch Folgendes aus dem Jahr 2019 gefunden bezüglich der Bevölkerungsentwicklung über einen sehr großen Zeitraum:
Neue Studie liefert Zahlen für die Bevölkerungsentwicklung in Europa und im Nahen Osten im Zeitraum von 6000 bis 1000 vor Christus.
….
Den Wissenschaftlern Dr. Aleksandr Diachenko vom Archäologischen Institut der Nationalakademie der Wissenschaften, Kiew (Ukraine), und Professor Johannes Müller, Institut für Ur- und Frühgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), ist es gelungen, die Bevölkerungszahlen für weite Teile Europas und Mesopotamiens zu rekonstruieren.
So konnte beispielsweise für Südosteuropa um 6000 vor Christus ein rasanter Bevölkerungsanstieg von weniger als einer Person pro 20 Quadratkilometer auf fast eine Person pro einen Quadratkilometer rekonstruiert werden. Für die gesamte Region bedeutete das einen Anstieg von etwa 50.000 auf fast 1,1 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner.
In Mitteleuropa und Südskandinavien erfolgte im Zeitraum von 6000 bis 4000 vor Christus ein wesentlich langsamerer Bevölkerungsanstieg auf etwa 1,8 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner mit circa 1,1 Personen pro Quadratkilometer
IMG 1400

Quelle: https://www.uni-kiel.de/de/detailansicht/news/002-praehistorische-demographie

Ich bin gespannt, was Du herausbekommst.

Die zentraleuropäischen Menschen, also Jäger und Sammler sowie Linienbandkeramiker, die aber genetisch fast ausstarben bis 5000 v. Chr., hatten also ein wesentlich langsameres Bevölkerungswachstum. Es dauerte 2000 Jahre, um auf den Stand zu kommen, den die Südosteuropäer ab 6000 vor Christus (bis zu einem ungenannten Jahrhundert oder Jahrtausend) mit einem rasanten Bevölkerungswachstum hinlegten. Ob dieses Bevölkerungswachstum ungebrochen blieb, sagt die Studie nicht.
Tatsächlich konnten Müller und Diachenko neben Phasen erheblichen Bevölkerungswachstums auch solche von beachtlichen Bevölkerungsrückgängen beobachten. Ob es sich hierbei um Anpassungsprozesse an einheimische Ressourcen oder aber um andere Vorgänge handelte, bleibe zukünftigen Studien überlassen, so die Wissenschaftler.
Quelle: siehe oben


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Die Bandkeramiker und ihr Untergang

27.05.2026 um 17:41
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb:Ich bin gespannt, was Du herausbekommst.
Dir war doch klar, dass Perplexity das zu mir gesagt hat und nicht ich zu dir?
Ich habe schnell mal nachgehakt, aber da kam nicht viel.

Aber ein paar Literaturhinweise wie diesen:
https://www.academia.edu/9131324/%C3%9Cberlegungen_zur_Bev%C3%B6lkerungsgr%C3%B6%C3%9Fe_in_Siedlungen_der_Bandkeramik

… und etliche Referenzen, die da genannt werden.


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Die Bandkeramiker und ihr Untergang

28.05.2026 um 12:13
Zitat von NemonNemon schrieb:Dir war doch klar, dass Perplexity das zu mir gesagt hat und nicht ich zu dir?
Nein, es war nicht klar, wer spricht; es ist wegen Deiner durchgehend kursiven Schrift, die sowohl meinen als auch Deinen Beitrag samt Zitat umfasst, nicht klar geworden, ob Du da sprichst oder Deine Quelle.

Ich dachte, Du sprichst hier in der Einleitung mit azazeel-Zunge:
Zitat von NemonNemon schrieb am 21.05.2026:
Zitat von azazeelazazeel schrieb am 21.05.2026:Sorry, aber bei speziellen Themen ist eine KI-Antwort reines Raten. Kann stimmen oder auch nicht. Das wird um so schlimmer, je anspruchsvoller das Thema ist. Aber trotzdem danke.
Wie
Und im Abschlussatz dachte ich, Du sprichst mit eigener Zunge
Wenn du möchtest, kann ich dir auch die Schätzungen für Deutschland insgesamt oder für ein bestimmtes Bandkeramik-Gebiet aufschlüsseln.
Zwischen Anfangs- und Abschlussatz steht das Zitat von perplexity. Ja, da habe ich etwas gelernt. Es gibt perplexity als KI. Vielen Dank dafür! Vielen Dank auch für die weiteren Literaturhinweise!


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Die Bandkeramiker und ihr Untergang

07.07.2026 um 18:40
Im folgenden Beitrag werden die Fundstätten der Linienbandkultur Schletz in Österreich und Kilianstädten in Deutschland gezeigt und beleuchtet.

Krass ist die Feststellung, dass es bei Kilianstädten eine andere, 2,5 km entfernte Siedlung gab, aber keinen Austausch mit dieser, bis die eine Siedlung die andere überfiel, die Bewohner tötete und fortan dort selbst wohnte.

Dass aber ein riesiger Kulturraum untergeht mitsamt der DNA seiner Bewohner, wurde nicht erklärt.

Youtube: Das brutale Ende der Linearbandkeramik
Das brutale Ende der Linearbandkeramik
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Die Bandkeramiker und ihr Untergang

05.08.2026 um 12:03
Hallo zusammen,

Generell kommt das Thema Geschichte hier im Forum sehr schlecht weg, dass wollte ich tatsächlich mit den Bandkeramikern etwas ändern, da diese hierzulande gänzlich unbekannt sind, obwohl die einen sehr langen Zeitraum hier ansäßig waren.
Aufgrund meiner letztlich erfolgten Beförderung habe ich auch leider etwas weniger Zeit zu antworten, ihr wisst ja wie das abläuft: Man denkt man bekommt doppelt so viel Gehalt und muss nur noch halb so viel arbeiten, dabei ist es genau umgekehrt: Man verdient nur halb so viel mehr als gedacht und muss dafür doppelt so viel arbeiten....
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb am 27.05.2026:Die zentraleuropäischen Menschen, also Jäger und Sammler sowie Linienbandkeramiker, die aber genetisch fast ausstarben bis 5000 v. Chr., hatten also ein wesentlich langsameres Bevölkerungswachstum.
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb am 27.05.2026:Die zentraleuropäischen Menschen, also Jäger und Sammler sowie Linienbandkeramiker, die aber genetisch fast ausstarben bis 5000 v. Chr., hatten also ein wesentlich langsameres Bevölkerungswachstum.
Erstmal Danke für deine Beiträge, die ich alle sehr aufmerksam gelesen habe.

Was ist Kultur?
Diese Frage ist nur sehr schwer zu beantworten.
Wenn wir beispielsweise (es gibt noch hunderte von anderen Beispielen, aber das ist das geläufigste hier) die Westtürken (Westen Türkei/Anatolien) nehmen, so stellt sich heraus, dass die Türken genetisch gesehen größtenteils Griechen sind. Die Zentralasiatischen Einflüsse sind etwa bei 10 bis 18%.
Die Sprache ist aber eindeutig eine oghusische Untergruppe der Turksprachen. Und die Religion? Süd-Arabisch, oder semitisch.

Das gleiche haben wir auch bei den Hethiter, bei denen beispielsweise von Proto-Hethiter und Hethiter gesprochen wird, wobei letztgenannte doch tatsächlich die Gebete, Rituale und Administrations Formen von den Proto-Hethiter übernommen haben.

Bei den Bandkeramikern kommt halt hinzu, dass es einen radikalen Knick gab: Kein Wachstum mehr der Städte, im Gegenteil: ein Rückgang. Befestigte Anlagen wo vorher "Taubenschlag" war und der weite überregionale Handel brach ein.
Gab es eine Pandemie? Eine Katastrophe?
Im Anbetracht dessen, dass die Nachbarkulturen keinen ähnlichen Verlauf hatten, ist es erstmal legitim anzunehmen, dass es wohl eine religiös bedingte "Selbstzerstörung" war, ähnlich wie bei den Osterinselbewohnern, deren tragische Geschichte auch Parallelen zu den Bandkeramikern aufweist.

Das folgende ist nur eine Vermutung:

Die religiösen Gruppen, vor allem die Priesterkaste, innerhalb der Bandkeramiker haben wohl gegeneinander aufgehetzt, es wurde zu einem Selbstläufer und am Ende haben sich alle im wahrsten Sinne des Wortes gegenseitig aufgefressen. Dass hier und da Randgruppen der Bandkeramiker überlebt haben, kann sehr gut sein, war ja ähnlich bei den Hethiter, die dann auch in der Bibel als lokale "Rand-Reiche" erwähnt wurden. Sogar Ötzi hatte zu 90% Übereinstimmungen zu den anatolischen Früheinwanderern.

Auch glaube ich, dass wenn es so war, den Priestern am Ende die Situation schon bewusst war, bloß konnten die nichts mehr ausrichten, denn wenn die Masse zu einem Selbstläufer wird und man keine disziplinierten Truppen hat, die das unterbinden, so kann man nur noch zuschauen (Wir töten sie und hassen sie weil das schon immer so war!).
Dass dann die Nachbarkulturen die frei werdenden Räume gefüllt haben, ist nur logisch, zumal das Vieh der Bandkeramiker, anders als die Bandkeramiker selbst, bis heute noch da sind. Fast alle Kühe, Schweine, Ziegen usw. sind nach wie vor bandkeramischen Ursprungs.

Man könnte hier schreiben, dass die Geschichte einen seltsamen Hang zur Tragigkomik hat: Das Vieh der Bandkeramiker, gehalten zur Nahrungsaufnahme ist genetisch immernoch relativ stark im Genpool vertreten, während die Bandkeramiker selbst wohl aus Gründen der Nahrungsaufnahme (Herxheim) ausgestorben sind....


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