Alle sprechen jetzt über die Straße von Hormus, nur der Thread hier tat es schon zwei Tage vor Beginn des Irankrieges.
Panaetius schrieb am 25.02.2026:China, Russland, Iran und Nordkorea
Ein wichtiger Partner von China und Russland ist der Iran, der einerseits aufgrund seines Atomwaffenprogramms wie Russland von Handelssanktionen bedroht ist und andererseits die für den Ölhandel neuralgische Straße von Hormus sowie durch die Huthi-Rebellen den Zugang zum Roten Meer und zum Suezkanal kontrolliert.
Für China ist aber die Straße von Malakka wesentlich wichtiger. Wie bereits in der Einleitung erwähnt, fließen 40% des Welthandels darüber. China erhält über die Straße von Malakka Rohstoffe wie Öl und Gas, umgekehrt erhalten der Westen und Europa dringend benötigte Lieferkettenteile.
Laut „19FortyFive“ laufen durch die Straße von Malakka jedes Jahr rund 40 Prozent des weltweiten Seehandels nach Volumen, Güter im Wert von umgerechnet mehr als 3 Billionen Euro. Öl und Flüssiggas strömen nach China, Japan, Südkorea und Indien, gleichzeitig gehen Chips, Komponenten und Fertigwaren aus Ost- und Südostasien in alle Welt.
Quelle:
https://www.focus.de/politik/ausland/alle-reden-ueber-hormus-doch-in-der-strasse-von-malakka-liegt-die-wahre-gefahr-fuer-die-weltwirtschaft_6a76c6c5-7f24-456e-8e6b-ff372e9cdff7.htmlDie USA bemühen sich daher seit dem von Obama eingeleiteten
pivot to Asia um Einfluss bei den Anrainerstaaten der Straße von Malakka. Der wichtigste von ihnen ist Malaysia, während Indonesien den von China aus jenseitigen Küstenteil kontrolliert.
Trump hat zuletzt außenpolitische Erfolge in der Region verzeichnen können, indem im April 2026 ein integrierter Handels- und Militärpakt mit Indonesien gelang. Dieser ist auf den Konflikt mit China hin angelegt, während traditionell die südostasiatischen Ländern sich schwer damit tun, die USA im Konflikt mit China als Partner zu akzeptieren - aufgrund der Folgen, welches dies haben könnte.
So meldet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eigene Informationen, das Außenministerium habe in einem Brief an das Verteidigungsressort betont, sollte Indonesien den USA weitreichende Überflugrechte für Militärflugzeuge einräumen, könne das Land in mögliche Konflikte im Südchinesischen Meer hineingezogen werden.
Quelle:
https://www.dw.com/de/usa-schliessen-enge-militaerpartnerschaft-mit-indonesien/a-76776720Malaysia ist im Vergleich der wichtigere Anrainer der Straße von Malakka. Doch hier war es zuletzt 2014, als dem damaligen Präsidenten Barack Obama - der damit den ''pivot to Asia'' einleitete und zugleich aktiv die Freundschaft zu muslimischen Regierungschefs suchte (Kairo-Rede von 2009) - eine vertiefte Handelspartnerschaft, welche die Durchsetzung der internationalen regelbasierten Ordnung auf malaysischem Hoheitsgebiet mit einschloss, mit dem damaligen malaysischen Premier Najib Razak gelang.
Die wichtigsten Entwicklungen in dieser Partnerschaft von 2014 sowie die persönlichen Treffen von Obama und Najib (Najib ist der Name, Razak im Malaysischen das Patronym - nicht der Nachname) fielen allerdings mit mysteriösen Flugzeugabstürzen von März bis Dezember 2014 zeitlich zusammen. Ab 2015 gab es dann die ersten Leaks über den 1MDB-Skandal, dessen Initiator von China protegiert wurde, an die Zeitungen, so dass Najib international gesucht wurde (der Initiator auch, aber der lebt seitdem ganz gut in China) und schließlich 2018 seine Partei erstmals seit dem Beginn der Wahlen in Malaysia die Mehrheit verlor.
Anwar Ibrahim - am Tag des Verschwindens von MH370 noch gerichtlich wegen vermeintlicher Homosexualität zum Gefängnis verurteilt und politisch kaltgestellt - hat zwar als neuer Premier Trump ein Freudentänzchen bei seinem Besuch in Kuala Lumpur abgelockt, hält aber China die Treue. Malaysia war sogar das erste Land, das es sich leisten konnte, Trump für seine Zollpolitik abzuwatschen (die EU dürfte neidisch werden).
Malaysia Becomes First Country To Declare US Trade Deal 'Null And Void' After Supreme Court Tariff Ruling
Quelle:
https://finance.yahoo.com/news/malaysia-becomes-first-country-declare-134407523.htmlDamit wird es den USA unter Trump nicht gelingen, die Straße von Malakka im Falles eines Verstoßes China gegen die regelbasierte Ordnung - insbesondere durch eine Annexion Taiwans - vollständig zu kontrollieren, auch wenn Trump im Falle von Indonesien ein außenpolitischer Teilerfolg - im Gegenzug zu massiven amerikanischen Investitionen - erstmal geglückt ist:
Im Konfliktfall könnte die Straße von Malakka eine strategische Schwachstelle für China werden, erklärt die Sicherheitsexpertin Darshana Baruah vom Internationalen Institut für Strategische Studien (IISS). "Im Falle eines Konflikts würden die USA versuchen, China den Zugang zu den wichtigen Seeverbindungswegen zu versperren, die das Land mit der übrigen Welt verbinden, sei es mit Afrika, Europa, dem Golf oder Südasien."
Die Rivalität von China und den USA um Einfluss in der Region schwelt seit langem. Es gibt anhaltende Spannungen um Taiwan und konkurrierende Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer. Sollte einer dieser Konflikte mal eskalieren, könnte die Kontrolle über die Meerenge ein entscheidendes Druckmittel werden.
Erst Mitte April haben Indonesien und die USA angekündigt, ihre Verteidigungspartnerschaft auszubauen. Zudem haben sie über die Möglichkeit diskutiert, dass US-Militär indonesischen Luftraum überfliegen darf. Das würde den USA ermöglichen, einen sensiblen Korridor wie die Straße von Malakka im Blick zu behalten.
Quelle:
https://www.tagesschau.de/ausland/asien/strasse-von-malakka-102.htmlNicht nur dadurch würden die USA es schwer haben, Taiwan gegen chinesische Annexionspläne verteidigen zu können, und Xi könnte Trump gar dazu bringen, seinen Schutz Taiwans aufzugeben:
Vor Trump-Xi-Gipfel: Können die USA Taiwan überhaupt noch verteidigen?
Die Fähigkeit der US-Armee zu agieren, hat sich seit diesem Händel im vergangenen Sommer auch ohne weitere chinesische Exportbeschränkungen derart verringert, dass Sicherheitsanalysten in der Volksrepublik kurz vor dem Gipfel der beiden Staatenlenker sagen, dass die USA ihr Waffenarsenal derart ausgeweidet haben, dass sie nicht mehr in der Lage sein würden, dem demokratischen Taiwan im Falle eines Angriffs der Volksrepublik zu Hilfe zu eilen.
Quelle:
https://www.fr.de/politik/usa-taiwan-noch-verteidigen-vor-trump-xi-gipfel-koennen-die-zr-94299588.htmlSteht am Ende der Entwicklung auch hier der Plan einer Einflussnahme Chinas auf die Wahlen in Taiwan durch Methoden der hybriden Kriegsführung?
Xi ist jüngst dazu übergegangen, neben der militärischen Einschüchterung der Insel, ständige Verletzung des Luftraums und Konfrontation zur See, die taiwanesische Opposition zu umgarnen und so einen Zugang zur öffentlichen Meinung in Taiwan zu erlangen, was am Ende zur Wahl einer Peking-freundlichen Regierung der KMT-Partei führen soll. Deren Vorsitzende Cheng Li-wun war im April in Peking und kehrte mit der Botschaft auf die Insel zurück, dass sich unter ihrer Ägide (sie könnte im Jahr 2028 für ihre Partei als Kandidatin für das Präsidentenamt antreten) das Verhältnis zum mächtigen Nachbarn normalisieren könnte. Für die USA hat Cheng nicht viel übrig, ihre bisweilen militant wirkende Rhetorik gegenüber Washington brandmarkt die USA eher als Besatzer, denn als Freund. Das verfängt derzeit noch nicht mit der Mehrheit der Taiwanesen, bis zur Wahl sind es allerdings noch zwei Jahre hin.
Und Peking kann, wie es schon oft bewiesen hat, das “long game” spielen. Unbehindert von Amtszeitbeschränkungen oder gar freien und fairen Wahlen, können Xi Jinping und die KP Chinas in Ruhe Pläne schmieden, aufsetzen und exekutieren. Trump hingegen, dessen Partei unter Umständen im Herbst bei den Midterm-Wahlen beide Kammern des Kongresses verlieren könnte, kann sich diesen Luxus nicht leisten.
Quelle: s.o.
Man weiß es noch nicht.