ApexOne schrieb:Solidarität bedeutet aber das die Geberseite gibt was sie entbehren kann, ihre Leistung bleibt auch belohnt (sonst macht es keiner mehr)
Ne, im Solidaritätsprinzip ist nirgendswo versteckt das Leistung belohnt wird. Es ist eine gemeinsame Absicherung gegen Risiken (z.B. Krankheit) wo die Kosten für diese Absicherung
solidarisch getragen werden. Also entsprechend den Einkommen, finanziellen Möglichkeiten. Die Absicherung selbst ist für alle gleich.
ApexOne schrieb:ein Vorschlag war einen Arbeitnehmerausweis einzuführen mit dem man priorisiert behandelt wird, zum Beispiel beim Arzt
das ist dann eben zwei Klassenmedizin. Kann man machen und gut finden, hat aber in Deutschland keine Mehrheit. Nicht mal im Ansatz.
ApexOne schrieb:Ich finde es grotesk dass wir den AN immer sagen was sie für eine Last zu tragen haben, sich mehr anstrengen sollen, nicht merzfaul sein aber wenn es um Leistungen empfangen geht sind sie gleich mit den anderen die NULL beitragen.
Es geht bei den Leistungen ja darum für den Fall geschützt zu sein, in dem man nichts mehr beitragen kann.
ApexOne schrieb:Wie idiotisch ist das für die ganze Gesellschaft wenn ein Arbeitnehmer monatelang auf eine Behandlung wartet?
Wird es irgendwie weniger idotisch wenn ein Rentner monatelang warten muss? Ein Arbeitsloser? Das Problem ist doch hier die Überlastung des Gesundheitssystems - komplexes Thema - und weniger das es sich gegen Arbeitnehmer richtet. Den Arbeitnehmern nun "Vorfahrt" zu gewähren, schlicht weil sie AN sind würde für alle anderen die Situation ja noch weiter verschlechtern. Mit entsprechenden Konsequenzen. Bei Rentnern stellt sich die Frage warum die nun schlechter gestellt werden sollen, obwohl sie ja lebenslang eingezahlt haben, bei Arbeitslosen stellt sich die Frage wie die wieder in Arbeit kommen sollen, wenn die Arbeitslosigkeit gesundheitliche Gründe hat, bei Kindern und Jugendlichen erschließt sich mir überhaupt nicht warum ausgerechnet die nun hinter die Arbeitnehmer einsortiert werden sollen. Und das sind die größten Gruppen nach den Arbeitnehmern.
ApexOne schrieb:Ja, will ich so soll es bitte sein!
Jedem seine Meinung, aber die meisten Deutschen finden schon die Geschichte mit der Privatversicherungen blöd (die im Grunde genau das abbildet was du forderst, eben erst ab einem bestimmten Einkommen).
ApexOne schrieb:Vorab: ich bin GKV, aus privaten Gründen werde ich nicht wechseln, hätte schon 1995 machen können.
Ja, ich will dass das System so bleibt -> wieso wird ausgeblendet dass Privatpatienten mindestens das 2,3fache für die gleiche Behandlung zahlen?
Sie beteiligen sich übermäßig an den Kosten des gesamten Systems!
Korrekt, das ist mir auch bekannt. Zeigt für mich aber nicht, dass man nun auch noch in der GKV das Solidaritätsprinzip aufweichen sollte. Sondern das grundsätzlich etwas völlig verkehrt läuft im Bereich Gesundheit.
ApexOne schrieb:Du kannst mir gerne auch sagen warum das gerecht ist:
ApexOne schrieb:obwohl er mehr den Staat unterstützt hat, er die gleichen Leistungen.
Staatliche Leistungen dienen der Grundversorgung. Gesundheit, Bildung, Infrastruktur, Sicherheit Da gibt es keinen Spielraum für Abstriche weil man zu wenig geleistet hat oder Goodies weil man viel geleistet hat. Im Gegenteil den Menschen Gesundheitsleistungen - also Medikamente, Arztkontakte, diagnostische Verfahren - vorzuenthalten weil sie nicht genügend an den Staat gezahlt haben ist zutiefst ungerecht. Es bestraft auch genau jene, die besonders auf Hilfe angewiesen sind.
Genauso absurd wäre ein gestaffelter Brandschutz, die Feuerwehr kommt zuerst zu denen die viele Steuern entrichten. Oder mit besserem Gerät. Oder Bildung: wer viel gezahlt hat, bekommt bessere Bildung? In einem Land in dem der Bildungserfolg jetzt schon so stark abhängig ist vom sozioökonomischen Status wie in kaum einem anderen Industrieland? Polizei besonders dort präsent wo viele Steuern gezahlt werden?
Was du da vorschlägst ist in meinen Augen eine Umverteilung von unten nach oben, je weniger man hat desto weniger darf man vom Staat erwarten, je mehr man hat desto mehr bekommt man. Hier eben in Form von Dienstleistungen. Damit werden ökonomische Zustände und Ungerechtigkeiten zementiert. Was soll daran gerecht sein?