blorgempire schrieb:Bei den Juden sicher mit der Besonderheit, dass sie kein eigenes Staatsgebiet hatten
Was aber nicht ungewöhnlich war oder ist. Das Judentum ist eine Religion, einen eigene Statt zu besitzen würde ich nicht als selbstverständlich sehen.
Erst wenige Jahre vor der Staatsgründung Israels wurde 1929 der Vatikan als Eigener Staat gegründet, zeitlich gesehen auch sehr spät im Vergleich zur Religionsgründung des Christentum.
Und auch hier war ja die britische Deklaration sogar schon zeitlich eher angesetzt.
blorgempire schrieb:aber auch nirgendwo geduldet und überall vertrieben wurden.
Der Staat ist das eine, die Anerkennung und Vertreibung ist was anderes. Es ist irgendwie eine Krux, eine Religion und dessen Anhänger werden aus verschiedenen Gründen, egal ob die Sinn ergeben oder nicht, verfolgt, vertrieben, ausgenutzt usw. daraus entsteht der Ansinn eine Heimat zu finden, Eine Staatsgründung wird forciert und umgesetzt und daraus erfolgt noch mehr Missgunst und Hass. Anstatt mehr Ruhe hat der Staat Israel dies nicht gebracht, wenngleich rechtliche Anerkennung im Staats- und Völkerrecht.
blorgempire schrieb:Und hier ist der Zusammenhang mit dem Grundübel Antisemitismus zu suchen:Den Juden wurde verwehrt, sich zu integrieren, sie erlebten Schmähung und wurden letal bedroht. So lag der Wunsch nahe, einen eigenen Staat zu erringen - und dass der Wunsch nach dem historischen Israel wuchs, ist verständlich.
Ich würde sogar sagen über viele Hunderte Jahren waren die Juden integriert, aber wenn irgendwas gesucht wurde, wurde der Unmut auf dem Judentum und dessen Anhängern abgelassen. Und der Wunsch der Juden ist völlig verständlich, darum geht es ja keinem, die Negierung des Staates Israel findet ja hier gar nicht statt, auch wenn 2 Teilnehmer das behaupten. Weder der damalige Wunsch nach Heimat, noch nach einem anerkannten Ort steht zu Disposition, wir diskutieren ja die Auswirkungen und ggf Lösungsansätze.
blorgempire schrieb:Wäre es nicht aber vielleicht besser gewesen, wenn die Briten "Fakten geschaffen hätten", also den beiden Volksgruppen jeweils ein Gebiet nicht nur auf dem Papier, sondern faktisch zuzuweisen?
Ich glaube es hätte nichts geändert. Schon das sich herausnehmen der Briten in die Region eine neuen Staat zu zeichnen/planen war den dortigen Bewohner zuwider. Ein für mich genauso nachvollziehbarer Unmut wie die Sehnsucht der damaligen Juden nach einer sicheren Heimat.
Man hat also der verfolgten Religion etwas gutes, und nachvollziehbar sinnvolles, tun wollen, aber das über die Köpfe hinweg der ansässigen Bewohner die nicht überwiegend jüdisch waren.
GGF hätte nie die Bezeichnung Israel oder Palästina in jeglicher Planung fallen dürfen, sondern ein gemeinsamer Staat nicht nur für Juden sondern ein neuer Staat, Multireligiös mit neuem Namen. Aber das ist Spekulation was und ob das besser gewesen wäre.
Und das Wegducken passt ja ein Stück weit zum christlichen Westen. Das Christentum ist ja nicht wirklich besser oder moderner als die Anderen, also ist es doch erstmal bequem die Probleme dort hin zu verlagern, wo man selbst wenig zu tun und sagen hat. Zack der Nahe Osten passt doch, da sind die Araber und Juden mal mit sich und gegeneinander beschäftigt.