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Warum geht's immer weiter bergab?

102 Beiträge, Schlüsselwörter: Politik, Arbeit, Kompromisse
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Warum geht's immer weiter bergab?

26.02.2017 um 13:30
Rene1982 schrieb am 30.10.2007:Die einzige Messlatte dafür, ob in einer Parlamentarischen Demokratie (also einer ohnehin stark eingeschränkten Demokratieform) der Begriff Demokratie Legitimität genießen kann, ist die Mehrheitsfähigkeit bei den Bürgern, der großen politischen Entscheidungen
Darum Liebe Bürger der Bundesrepublik Deutschland sollten wir mehr Direkte Demokratie fordern und uns von der Parlamentarischen Demokratie distanzieren.


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Obrien
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Warum geht's immer weiter bergab?

26.02.2017 um 14:38
@Monat

Aber dann bitte nicht rumheulen, wenn das Volk nicht so entscheidet, wie "das Volk" es doch geplant hatte und für Volkes Willle hielt.

Ich sage, wir haben genug Möglichkeiten zur politischen Teilhabe. Wir brauchen nicht mehr direkte Demokratie, nur weil die Alten in Deutschland Angst vor der Welt haben.


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Warum geht's immer weiter bergab?

26.02.2017 um 19:22
gomorrha schrieb am 21.02.2009:Die direkte Demokratie ist noch nirgends richtig umgesetzt. Und die meisten Parteien bei uns meiden die wie die Pest. Am nächsten kommt noch die Schweiz mit ihrem Modell, die das Volk fleissig mit Volksabstimmungen einbindet. Und hierzulande lässt man nichtmal zur EU-Verfassung abstimmen!
Die Direkte Demokratie ist in den Bundesländern umgesetzt und das reicht ... In der Schweiz kann man es anders sehen, aber das ist nur ein kleines Volk ...

Für regionale Entscheidungen ist das o.k., aber ich lasse mir doch nicht etwas von bevölkerungsstärkeren Bundesländern vorschreiben ...

Eine Diktatur einer Mehrheit brauchen wir wirklich nicht ... Dazu sind die regionalen 'Völker' in Deutschland viel zu verschieden ...


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Warum geht's immer weiter bergab?

27.02.2017 um 09:20
Wenn mir etwas nicht gefällt, dann muss ich mich fragen, was es ist und beginnen, es in meinem Sinne zu verändern. Natürlich kann ich das nicht allein: Einen Finger kann man brechen - fünf Finger sind eine Faust!

Aus der Erkenntnis, dass etwas so, wie es ist, nicht bleiben kann, darf und soll, entstanden und entstehen noch immer politische, soziale, kulturelle Bewegungen.

Wären seinerzeit alle Proleten mit einem Sechzehnstunden-Tag zufrieden gewesen, dann hätten wir ihn hier und heute immer noch. Wären alle mit der Leibeigenschaft zufrieden gewesen, mit einer Diktatur, mit dem Ausschluss von Frauen aus dem politischen Leben, mit der Benachteiligung von Minderheiten etc - dann wären diese nie verschwunden.


Grundsätzlich gilt, was ich schon in anderen Threads gepostet habe:

Wer nun allerdings glaubt, "Demokratie" bestünde darin, alle vier Jahre zwei Kreuze zu malen, weil das die individuelle intellektuelle Höchstleistung darstellt, der hat das Wesen der Demokratie nicht mal im Ansatz begriffen.

Demokratie heisst mitmachen, engagieren, das Maul aufreissen, mitarbeiten, mitgestalten, Protest artikulieren, Widerstand leisten...

Das kann nicht alle vier Jahre in der Wahlkabine funktionieren. Wer seine Stimme abgibt, der hat nichts mehr zu sagen!

Es geht nicht ums Delegieren, sondern ums Organisieren. Natürlich ist es bequemer, vom warmen Kneipentisch morgens um vier bei zwölften Bier hektisch und elektrisch zu meckern "Ihr da Ohm macht doch watt ihr Volt!"

Es geht darum, Politik nicht Politikern zu überlassen, sondern selbst Politiker zu sein, in dem man Politik macht. Politik entsteht überall da, wo mehr als ein Mensch zusammen kommt: In der Schule, in der Uni, im Betrieb, im Stadtteil, in der Gemeinde, im Verein, in der Schülervertretung, im Studentenausschuss, im Betriebsrat oder der Jugendvertretung, im Elternbeirat von Kita und Schule, in Bürger- und Stadtteilintiativen, in kulturellen, politischen, sportlichen und religiösen Vereinigungen, im Gemeindeparlament, auf Bezirks-, Kreis-, Landes- und Bundesebene.

Man muss nur anfangen, sich und seine Interessen zu vertreten. Sich nicht (ver)treten lassen, sondern seine Belange selbst in die Hand nehmen - und zwar in den vier Jahren zwischen dem Kreuzchenmalen.

Aber jammern und wehklagen wie die alten Waschweiber ist natürlich einfacher, billiger und weniger zeitaufwendig. Und wenn's mal nicht so klappt, wie man sich die Sache vorstellt, sind natürlich "die da oben" schuld - man selbst niemals, denn wer nichts tut, der macht auch keine Fehler.


@Obrien

Hey, ich bin alt. Aber deswegen habe ich noch lange keine Angst vor der Welt. Nicht mal vor dem gleichnamigen Springer-Blatt.


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27.02.2017 um 12:32
   Doors
   Wer nun allerdings glaubt, "Demokratie" bestünde darin, alle vier Jahre zwei Kreuze zu malen, weil das die individuelle intellektuelle Höchstleistung darstellt, der hat das Wesen der Demokratie nicht mal im Ansatz begriffen.
Ich wollte damals den Wehrdienst verweigern, mit Verweis auf die Gleichberechtigung der Geschlechter.
Wäre auch lieber in den Knast gegangen als der Gesellschaft das zu geben was die will, so hätte ich die wenigstens noch geschädigt gehabt. Leider kam dann aber so ein Brief wo drin stand, dass ich eh nicht hin muss, weil ich der dritte Sohn bin.
Dritte Söhne brauchen nicht in den Krieg, ist halt so. :D

Mit Organisieren hab ichs nicht so.
Hatte auch immer ein Problem mit Autoritäten und Regeln.
Generell erkenne ich eigentlich herzlich wenig an, es sei denn man zwingt mich dazu und mir ist der Preis den ich für den Wiederstand zahlen muss einfach nicht Wert. Ich erkenne nur das an, was ich persönlich als gut befinde. Ich erkenne daher das GG genauso so als Regelwerk an, wie die Bibel. Bin zu sehr anarchistisch veranlagt, obwohl es schon klar ist, warum es welche gibt.
Deshalb muss ich die aber nicht gut finden.
Gerechtigkeit, lässt sich nicht in Regeln pressen.
Regeln sind da, damit die Gesellschaft funktioniert.


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Warhead
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27.02.2017 um 23:16
@Yooo
Seltsame Anarchie die so eine totalitäre,patriarchale Schwarte wie die Bibel anerkennt
Regeln sind da damit die klar abgegrenzten Hirarchien...woanders sind es Kasten...nicht in Frage gestellt werden,ich pflege Autoritäten erstmal in Frage zu stellen bevor ich sie wahlweise verlache oder tatsächlich als solche anerkenne


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28.02.2017 um 17:46
Doors schrieb: Einen Finger kann man brechen - fünf Finger sind eine Faust!
Auch eine Faust kann man brechen!
Doors schrieb:Wer nun allerdings glaubt, "Demokratie" bestünde darin, alle vier Jahre zwei Kreuze zu malen, weil das die individuelle intellektuelle Höchstleistung darstellt, der hat das Wesen der Demokratie nicht mal im Ansatz begriffen.
Nun haben aber viele Menschen keine Zeit und keine Mittel sich politisch zu engagieren. Was wieder heißt, dass je mehr Geld und mehr Zeit man hat politisch stärker wirken kann. Erklärt auch, warum selten Politik für die ärmsten der Gesellschaft gemacht wird.


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01.03.2017 um 11:06
@Foss

Ich habe mich auch politisch engagiert, als ich berufstätig oder von Sozialleistungen abhängig war. gerade dann ist es notwendig.


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01.03.2017 um 12:30
Foss schrieb:Nun haben aber viele Menschen keine Zeit und keine Mittel sich politisch zu engagieren.
Welche "Mittel" braucht man denn, um sich politisch engagieren zu können? Ich könnte ja verstehen, wenn Du von so armen Menschen redest, die ihre gesamte Zeit darauf verwenden müssen, nicht zu verhungern. Aber davon sind wir ja zum Glück weit entfernt.
Foss schrieb:Erklärt auch, warum selten Politik für die ärmsten der Gesellschaft gemacht wird.
Wäre diese Ansicht richtig, würden die Ärmsten wohl wirklich sich darum sorgen müssen, ob sie morgen etwas essen können.
Da ist sicher noch Potential vorhanden, das zu verbessern - aber grundsätzlich kann jeder Hartz-4-Empfänger in den Gemeinderat. Oder eine Partei oder einen politisch engagierten Verein gründen oder einem solchen bei treten und dort seiner Meinungsäußerung Gehör verschaffen.

Was nicht zählt, ist einfach nur zu schimpfen un zu jammern, was "die da oben alles falsch machen", selbst aber nicht mal wählen gehen. Davon, selbst tätig zu werden, ganz zu schweigen.
Demokratie ist auch eine Bringschuld des Bürgers, die sich nicht darin erschöpft, dass er atmet.


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01.03.2017 um 12:38
@kleinundgrün

Für politische Aktivitäten reicht im Regelfalle ein Gehirn zum Denken. Aber das ist leider offenbar nicht jedem gegeben. Also beschränkt man sich auf's Gejammer. Das ändert nichts - und so hat man immer einen Grund zum Jammern.


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01.03.2017 um 12:47
@Doors
Ich vermute, manche verpassen den intellektuellen Absprung vom Elternhaus. Plötzlich ist da keiner mehr, der sich vorrangig um einen kümmert und hilft, auch wenn man die eigenen Füße still hält.

Ich finde, wer nicht wenigstens versucht, sich zu kümmern, hat kein Recht, sich zu beklagen.


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01.03.2017 um 12:52
Ach ja, wer arbeitet, kann sich nicht politisch/gesellschaftlich/sozial/kulturell oder sonstwie engagieren. Erinnert mich an den Spruch aus meiner Jugend "Geh' doch erst mal arbeiten!" - Was lustig war, wenn ich nach einer Doppelschicht im Hafen vor dem Werkstor eines anderen Betriebes noch Flugblätter verteilte.

Ich war Zeit meines Lebens politisch aktiv, eigentlich seit den Schülertagen der späten 1960er, weil ich die Ungerechtigkeiten dieser Welt nicht widerstandslos hinnehmen wollte und will. Das fing mit Schülervertretung und Schülerzeitung an, es folgten Engagements in diversen mehr oder weniger revolutionären Organisationen und Parteien, die Arbeit mit "randständigen Jugendlichen", also Obdachlosen, Suchtkranken, Kriminellen.

Ich habe in meiner Jugend und auch noch später mein Geld und meinen Urlaub gespart, um in Alternativblättchen über die Lebenssituation von Menschen in Kriegsgebieten wie Libanon, Nordirland oder Nicaragua zu berichten. Ich konnte auch nichts richtig praktisches, ausser dem, was man als Hafenarbeiter halt so lernt. Eigentlich darüber hinaus nur schreiben.

Man kann alles, wenn es einem wirklich wichtig ist. Und man kann alles mit Jobs, Familie etc. kombinieren. Es ist nur eine Frage des Wollens und der Organisation. Ich habe Dutzende Jobs gehabt, vom Hafenlöwen bis zum mittleren Management in einem internationalen Medienunternehmen, die entweder körperlich anstrengend waren (Doppelschicht Kaffeesäcke rauskloppen) oder nervlich anstrengend (zähe, aber entscheidende Verkaufsverhandlungen auf Englisch), mitunter auch lebensgefährlich (journalistische Tätigkeit im Libanon, in Nordirland und Nicaragua) - aber ich habe das nie als Argument gebraucht, um mich vor politischer Entscheidung, Aktivität und Verantwortung zu drücken.

Drei Kinder grossziehen, eins davon zeitweilig als Alleinerziehender, eine demenzkranke Mutter bis zum Tode pflegen und sich um Haus und Hof im nordfriesischen Outback kümmern, hat mich eigentlich nie davon abgehalten, politisch mitzumischen, weil mir meine eigenen Interessen und Bedürfnisse immer zu wichtig waren, um sie an irgendwen anders wegzudelegieren. "Ärger" (Knüppel, Knast, Jobverlust) und Arbeit bringt politisches Engagement nun mal so mit sich. Manchmal sogar Lebensgefahr - ob wohl wir hierzulande noch vergleichsweise gut dastehen. Aber sollte man deshalb die Hände in den Schoss legen und die Klappe halten? Nicht mit mir!


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Monat
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08.03.2017 um 17:36
Was haltet ihr eigentlich von direkter Demokratie?


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08.03.2017 um 19:07
Monat schrieb:Was haltet ihr eigentlich von direkter Demokratie?
Ich halte mit Sicherheit mehr von direkter Demokratie,als Diejenigen
die unaufhörlich und lautstark direkte Demokratie (nach Schweizer Vorbild) fordern.
Grund:
Die Lauten haben haben vor lauter Desinteresse noch gar nicht begonnen, sich mit sich mit Wikipedia: Direkte_Demokratie#Schweiz auseinanderzusetzen.

Die Lauten sind auf viel schnellere und einfachere Antworten aus.


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Badbrain
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08.03.2017 um 19:20
@Doors
Ich gebe Dir in allen Punkten recht. Nur stelle ich mir immer öfter die Frage, ob es die vielen Menschen überhaupt "verdient" haben, dass man sich aufreibt und engagiert? Denn das Begreifen von was fällt verdammt vielen schwer und das Denken, dass es einen nicht selbst treffen kann, ist sehr weit verbreitet. Brot und Spiele funktionieren und so lange das so ist, wird sich nichts ändern. Ich ertappe mich dabei, es sinnlos zu finden, andere an seinen Standpunkten teilhaben zu lassen, Denkanstöße zu geben etc.
Lediglich meinen Kindern lebe ich was vor und gebe was weiter. Wenn jeder so für sich anfängt, dann könnte man was verändern und kommenden Generationen was mitgeben.


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08.03.2017 um 20:22
Badbrain schrieb:Ich ertappe mich dabei, es sinnlos zu finden, andere an seinen Standpunkten teilhaben zu lassen, Denkanstöße zu geben etc.
Lediglich meinen Kindern lebe ich was vor und gebe was weiter. Wenn jeder so für sich anfängt, dann könnte man was verändern und kommenden Generationen was mitgeben.
Viele finden es sogar sinnlos, ihre eigenen Kinder an eigenen Standpunkten teilhaben zu lassen.

Das gehört alles nahtlos zusammen.
Wer nichts versucht, hat schon verloren.  :)


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Warhead
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09.03.2017 um 00:12
@Badbrain
Es ist nunmal so das Freiheiten und Rechte nicht erwinselt und erbeten werden sondern erkämpft,und das in langen Prozessen.
Und hat man sie erstmal erkämpft,dann muss man sie verteidigen.
Erfahrungsgemäss profitieren davon auch immer diejenigen die,aus welchen Gründen auch immer,nicht bereit sind auch nur einen Finger zu rühren.

@Monat
Ich sag dir was,niemand der hier bisher von direkter Demokratie schwafelte hat sich bisher in Bürgerinitiativen,Umweltgruppen,Sozialforen oder Nachbarschaftsinis engagiert,geschweige denn selbst als Bezirksverordneter oder ähnliches in einem Parlament gesessen um selbst Strippen zu ziehen...um dann in den Ausschüssen zu erkennen das alles immer neu ausgehandelt wird


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09.03.2017 um 15:23
@Badbrain

Wer bin ich, dass ich selektiere, für wen ich mich engagiere? In erster Linie engagiere ich mich für mich selbst, gegen Missstände, die mir missfallen. Wenn andere auch davon profitieren, quasi als Trittbrettfahrer, dann soll es mir auch recht bzw. total egal sein.


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Monat
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21.03.2017 um 17:00
Warhead schrieb am 09.03.2017:Ich sag dir was,niemand der hier bisher von direkter Demokratie schwafelte hat sich bisher in Bürgerinitiativen,Umweltgruppen,Sozialforen oder Nachbarschaftsinis engagiert,geschweige denn selbst als Bezirksverordneter oder ähnliches in einem Parlament gesessen um selbst Strippen zu ziehen...um dann in den Ausschüssen zu erkennen das alles immer neu   ausgehandelt wird
Wie kommst Du denn darauf?


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Warhead
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21.03.2017 um 17:35
@Monat
Ganz einfach aufgrund der Erfahrungen die man so macht wenn welche auftauchten um irgendwo mitzuarbeiten,die also Totaldemokratie oder direkte Demokratie oder sowas forderten...vom Rätesystem ganz zu schweigen...die zeichneten sich meist aus durch wenig Ahnung,aber dafür viel Mutmassung


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