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Hunger?

90 Beiträge, Schlüsselwörter: Hunger, Welthunger
RotFront
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Hunger?

15.10.2009 um 18:56
"Genug essen für alle = Überbevölkerung des Planeten Erde."

So ein Schwachsinn. Demnach würde die Überbevölkerung doch von Europa und USA ausgehen. Man kann auch eine Scheiße labern, ha?


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eyecatcher
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Hunger?

15.10.2009 um 19:04
@RotFront

Anfangs würde die Bevölkerungszahl des Planeten explodieren, denn man kann die Menschen schneller mit Essen versorgen, als ihnen die Gewohnheit Kinder in die Welt zu setzen abzugewöhnen. Somit ist das ganze weder Schwachsinn noch Scheiße. Aber es kommt vor, dass manch einer im Denken ziemlich eingeschränkt ist, was der Grund dafür ist, dass alles was er auf Anhieb nicht versteht, Scheiße und Schwachsinn ist. Außerdem habe ich eben auch mit Obrien weiter darüber gesprochen, wenn dir das entgangen sein sollte.

Ach ja ich finds sau komisch und amüsant, dass Europa und die USA für dich "alle" sind. In Geographie biste also auch ne Niete ;) arbeite mal an deinem Weltbild.


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Hunger?

15.10.2009 um 19:05
@Gladiator

genau, such dir ein paar negativbeispiele aus, damit kannst deinen hass immer begründen... du solltest dich aber fragen, wer in den krisengebieten meistens das feuer anfacht, wer wen finanziert u welche ziele verfolgt werden...


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goofy
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Hunger?

15.10.2009 um 19:06
@Gladiator

Wikipedia: V%C3%B6lkermord_in_Ruanda
Wikipedia: Robert_Mugabe
Wikipedia: Beschneidung_weiblicher_Genitalien#Afrika
Wikipedia: Somalischer_B%C3%BCrgerkrieg

Ohja.



Duemmster Vergleich den ich je hier in allmystery gelesen habe.
Fuer dich kleiner Rassist sind Afrikaner also primitive Menschen, die weibliche Genitalien zerstuemmeln und sich gegenseitig abschalchten?

Ich bezweifle mal sehr, dass du diese Wikiartikel ueberhaupt gelesen hast.
Ich auch nicht, aber ich hab mich mit einigen dieser Themen, speziell Ruanda. beschaeftigt und wenn du wuesstest, was ich und viele andere wissen, dann wuerdest wissen, dass du ein eigentor geschossen hast.

So schlauberger wie du, kann ich gar nicht leiden. Die schon mit 11 eins auf schlau machen. SOlche wurden bei uns auf der schule damals, gemobbt (hab nicht mitgemacht;) ) :D


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Gladiator
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Hunger?

15.10.2009 um 19:07
Ich weiß, dass es im Kolonialzeitalter nicht SO schrecklich dort aussah. ;)


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Gladiator
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Hunger?

15.10.2009 um 19:07
@goofy

Blablabla. Zusammenhangloser Nonsens, keinerlei Argumentation.


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goofy
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Hunger?

15.10.2009 um 19:08
Die primitiven Menschen sitzen ganz wo anders und zwar in Europa. Denn die sind irgendwie die einzigen, die die Menschheit in primitiv und zivilisiert unterteilt.


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Hunger?

15.10.2009 um 19:10
klar europa ist der einzige kontinent der andere staaten und kontinente primitiv nennt


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goofy
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Hunger?

15.10.2009 um 19:10
@Gladiator
Ja, du kannst ja schnell Kommentare lesen. Ich weiss was du fuer ein Problem hast. Du kannst keine Kritik vertragen und schlisst deshalb deine Augen...
Ich kenne Typen wie dich. Davon gibt es haufenweise.

Wenn dir klar ist, warum es zu diesem Buergerkrieg in Ruanda wirklich gekommen ist, dann wuerdest du etwas bedachter tippen.


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eyecatcher
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Hunger?

15.10.2009 um 19:12
@goofy

Mich interessieren die Gründe für den Bürgerkrieg in Ruanda. Erzähl mal bitte davon.


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Gladiator
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Hunger?

15.10.2009 um 19:13

Die primitiven Menschen sitzen ganz wo anders und zwar in Europa. Denn die sind irgendwie die einzigen, die die Menschheit in primitiv und zivilisiert unterteilt.


Oh, hab ganz vergessen, dass Aristoteles, Plato und Sokrates aus der Subsahararegion waren, dass der Code Civil aus Somalia kam, dass es "Nairobi-Konvention" heißt... Natürlich.
:|


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Nichtmensch
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Hunger?

15.10.2009 um 19:13
goofy schrieb:Duemmster Vergleich den ich je hier in allmystery gelesen habe.
Fuer dich kleiner Rassist sind Afrikaner also primitive Menschen, die weibliche Genitalien zerstuemmeln und sich gegenseitig abschalchten?
Sorry, aber das habe ich aus seinem Beitrag garnicht rausgelesen.

Er hat doch lediglich auf den Beitrag geantwortet:

"wenn wir nur halb so viel herzenswärme und respekt untereinander hätten, wie die meisten afrikaner, wäre die gesellschaft nicht an diesem punkt! und wenn du dir afrika genau anschaust, hat es die form eines herzens ..."

Desweiteren war es doch garkein Vergleich, es waren Beispiele, um zu zeigen, dass man einen Kontintent einfach NICHT verallgemeinern kann, auch in Afrika gibt es Hass, auch in Afrika gibt es Krieg, und daran ist nicht Europa schuld, ob du es wahrhaben willst, oder nicht.


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goofy
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Hunger?

15.10.2009 um 19:14
@fregman

Europa nennt niemanden primitiv oder zivilisiert. Es sind einige Menschen die in Europa leben. Dafuer kann die eurasische platte nichts.


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Hunger?

15.10.2009 um 19:15
@goofy

diese menschen sitzen auf jedem kontinent selbst auf dem afrikanischen...


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goofy
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Hunger?

15.10.2009 um 19:15
@eyecatcher

Als ob du dich wirklich interessierst^^

Oeffne einen passenden Thread, dann kann ich dir einen Link geben, wo alles gut erklaert wird.


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goofy
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Hunger?

15.10.2009 um 19:17
@fregman

Ich hab jetzt einfach mal uebertieben. Als ob alle Menschen gleich werden.

Ich hab mich nur wegen Gladiator aufgeregt. SOlche Menschen gibt es ueberall. Hab es ja live mit erlebt.


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goofy
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Hunger?

15.10.2009 um 19:18
edit

Als ob alle Menschen gleich werden.

Natuerlich sind nicht alle Europaer gleich. Hab bewusst stark uebertrieben...

du hast da natuerlich recht


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goofy
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Hunger?

15.10.2009 um 19:22
@Nichtmensch

Ach was. Ihm ging es definitv nicht darum, aufzuzeigen, dass es boese und gute Menschen ueberall gibt.

Ich denke er kann es nur nicht ertragen, dass die AFrikaner (auch wenn sie untereinander Konflikte haben) liebesvolle und tolerante Menschen sind.

Ich kenne selber Afrikaner und die sind nunmal sehr nett. Nicht alle (hab auch negative Erfahrungen gesammelt), aber die meisten. MIt Afrikaner meine ich auch die, die die afrikaischen Mentalitaet besitzen...
Es gibt ja genuegend "ghetto"kids auf den Strassen. Die meine ich nicht.


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Warhead
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Hunger?

15.10.2009 um 19:31
Ei was haben wir denn da,frisch aus der Taz

GERECHTIGKEIT Die Banker an der Wall Street verdienen 2009 erstmals 140 Milliarden Dollar. Die Zahl der Hungernden in der Welt übersteigt 2009 infolge der Krise erstmals 1 Milliarde. Was Hunger in Äthiopien und Boni in New York miteinander zu tun haben SEITE 2, 3, 12

750 Mrd. Dollar: Rückgang der Einnahmen aller Entwicklungsländer seit 2007 aufgrund der Krise

340 Mrd. Dollar: prognostizierter Rückgang aller privaten und öffentlichen Kapitalflüsse in Entwicklungsländer 2009 gegenüber 2008

268 Mrd. Dollar: von der Weltbank prognostizierte Finanzierungslücke aller Entwicklungsländer 2009

230 Mrd. Dollar: prognostizierter Rückgang aller Bankkredite an Entwicklungsländer 2009

140 Mrd. Dollar: voraussichtliche Vergütungen der 23 größten Bankhäuser an der Wall Street 2009

143.400 Dollar: durchschnittliche Pro-Kopf-Vergütung laut diesen Angaben

4 Mrd. Dollar: Lücke zwischen Entwicklungshilfe der reichsten Länder und den G-8-Zusagen bis 2010

1,4 Mrd. Dollar: laufendes EU-Hilfsprogramm zur Agrarförderung in den ärmsten Ländern

220 Dollar: durchschnittliches jährliches Pro-Kopf-Einkommen in Äthiopien (80 Millionen Einwohner)

110 Dollar: durchschnittliches jährliches Pro-Kopf-Einkommen in Kongo und Burundi, den Ländern mit den meisten Hungernden


268 Mrd. Dollar: von der Weltbank prognostizierte Finanzierungslücke aller Entwicklungsländer 2009

230 Mrd. Dollar: prognostizierter Rückgang aller Bankkredite an Entwicklungsländer 2009

140 Mrd. Dollar: voraussichtliche Vergütungen der 23 größten Bankhäuser an der Wall Street 2009

143.400 Dollar: durchschnittliche Pro-Kopf-Vergütung laut diesen Angaben

4 Mrd. Dollar: Lücke zwischen Entwicklungshilfe der reichsten Länder und den G-8-Zusagen bis 2010

1,4 Mrd. Dollar: laufendes EU-Hilfsprogramm zur Agrarförderung in den ärmsten Ländern

220 Dollar: durchschnittliches jährliches Pro-Kopf-Einkommen in Äthiopien (80 Millionen Einwohner)

110 Dollar: durchschnittliches jährliches Pro-Kopf-Einkommen in Kongo und Burundi, den Ländern mit den meisten Hungernden


Die Zahl der Hungernden der Welt hat dieses Jahr nicht nur einen historischen Höchststand erreicht, sondern nimmt auch schneller zu als je zuvor. Zu diesem düsteren Schluss kommen die beiden für Ernährung zuständigen UN-Unterorganisationen FAO und WFP in ihrem gestern vorgestellten Bericht zur Ernährungssicherheit auf der Welt 2009, pünktlich zum Welternährungstag am 16. Oktober. Über eine Milliarde Menschen - genau gesagt 1.020.000.000, ein Sechstel der Weltbevölkerung - sind demzufolge chronisch unterernährt. Gegenüber 2008 ist dies ein Zuwachs um über 10 Prozent. Das hat es noch nie gegeben.

"Diese Krise ist historisch beispiellos", warnt FAO-Generalsekretär Jacques Diouf. Und sie ist, so der Bericht, ausschließlich von Menschen gemacht: "Die Zunahme liegt nicht an schlechten Ernten, sondern daran, dass hohe Lebensmittelpreise, gesunkene Einkommen und zunehmende Arbeitslosigkeit den Zugang zu Nahrung für die Ärmsten erschwert haben."

Als die globale Rohstoffspekulation 2006-2008 ihren Höhepunkt erreichte, explodierten vielerorts die Lebensmittelpreise; als 2008 die globale Wirtschafts- und Finanzkrise einsetzte, sanken die Preise zwar, aber nicht mehr auf das vorherige Niveau. Zugleich rutschten Millionen von Menschen unter die Armutsgrenze. Viele von ihnen hatten schon vorher ihre Ersparnisse aufgebraucht, ihren Besitz verkauft oder auf Schulbildung und Gesundheitsvorsorge verzichten müssen, um essen zu können. Jetzt stehen sie vor dem Nichts.

Die Globalisierung erschwert es den ärmsten Ländern, sich davor zu schützen, so die UNO. Sie verdienen weniger am Export ihrer Rohstoffe, sie bekommen weniger Auslandsinvestitionen, die Entwicklungshilfe geht zurück und Überweisungen von Migranten im Ausland bleiben aus. Wenn diese Länder dann noch zunehmend auf Lebensmittelimporte angewiesen sind, die sie immer weniger bezahlen können, wird Nahrung knapp und für die Bevölkerungsmehrheit unbezahlbar.

Die Förderung einheimischer Landwirtschaft wurde in den meisten Entwicklungsländern in den letzten Jahrzehnten sträflich vernachlässigt. Als Ergebnis ist der Getreideimportbedarf von 70 ausgewählten Entwicklungsländern seit 1990 von 45 auf 110 Millionen Tonnen gestiegen. Wie sollen diese Länder diese Rekordeinfuhren bezahlen, bei Rekordrückgängen von Exporteinnahmen in der Höhe von 40 Prozent in Asien, 50 Prozent dieses Jahr in Afrika, 60 Prozent in Lateinamerika?

In Bangladesch leiden ein Viertel der 150 Millionen Einwohner Hunger. Die Haupteinkommensquellen des Landes - Textilausfuhren in die USA und EU und Einnahmen von Migranten im Nahen Osten und Südostasien - sind 2008 dramatisch eingebrochen, während der Reispreis gegenüber 2007 um ein Drittel gestiegen ist. Jetzt ist ein Drittel der Bevölkerung höher verschuldet als vorher.

Dabei ist Bangladesch ein Land, das in den letzten 20 Jahren erhebliche Fortschritte im Kampf gegen den Hunger gemacht hat. Der Anteil der Hungernden lag 1990 noch bei 36 Prozent. Die Kindersterblichkeit ist seitdem von 15,1 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren auf 6,1 Prozent gesunken, weniger als in Indien. Der gestern veröffentlichte "Welthungerindex" der Deutschen Welthungerhilfe setzt Bangladesch auf Platz 67 von 84 Ländern. Es steht heute ungefähr da, wo sich 1990 Vietnam befand.

Aber ein Aufschwung ähnlich dem Vietnams ist in Bangladesch heute unwahrscheinlich. 2007 strömten noch 1,2 Billionen Dollar an Privatinvestitionen in Entwicklungsländer, ein historischer Rekord; 2008 fiel die Summe auf 707 Milliarden, und 2009 erwartet die Weltbank nur noch 363 Milliarden. Zugleich wird von dem Geld, das Entwicklungsländer verdienen, immer mehr dazu gebraucht, um die Löcher in den Finanzsystemen der Industrienationen zu stopfen. Laut IWF floss 1997 erstmals seit Jahrzehnten mehr Geld aus armen in reiche Länder als umgekehrt. Damals waren es vier Milliarden Dollar. 2008 erreichte die Summe 933 Milliarden, vor allem Exporteinnahmen von China und Ölstaaten, die in westliche Banken und Haushalte fließen.

Wenn diese Gelder wieder als Investitionen zurückfließen, ist das kein Problem. Aber jetzt werden damit Haushaltsdefizite der Industrieländer gedeckt und Bankbilanzen ausgeglichen. Die Reichen sanieren sich auf Kosten der Armen.

"Diese Krise ist nicht neu", so die UNO. "Sie ist die plötzliche Verschlechterung einer Strukturkrise, die seit Jahrzehnten hunderten von Millionen Menschen den Zugang zu ausreichender Nahrung verwehrt."


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Warhead
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Hunger?

15.10.2009 um 19:33
Achmed Khalif ist auf seiner Suche nach Wasser und Weideland weit gewandert. 200 Kilometer hat er zurückgelegt von seinem Hof in Habaswein im Nordosten Kenias bis an die Grenze zu Somalia. Als er seine Reise vor vier Monaten antrat, besaß Khalif eine Herde von 200 Rindern und Ziegen. Jetzt sind es noch 70, der Rest ist verdurstet oder an Hunger eingegangen. "Ich hätte genauso gut hierbleiben können", stöhnt der Vater von zehn Kindern resigniert. "Hier oder dort, überall gibt es nichts als Tod." Khalifs Kindern geht es schlecht, die Familie muss mit zwei Litern Wasser pro Kopf und Tag auskommen - weniger als eine Toilettenspülung. "So etwas habe ich noch nicht erlebt", klagt der 44-Jährige. "Ich kannte solche Geschichten nur aus Überlieferungen." Die Aufzeichnungen des kenianischen Wetteramts sprechen für sich: In den vergangenen drei Jahren wurden in Wajir, dem Zentrum der Region, gerade einmal 30 Millimeter Niederschlag gemessen.

Dabei sind die Bewohner des ariden Nordens von Kenia ebenso wie ihre Nachbarn in Somalia und Äthiopien Not gewohnt. Wer in den staubigen Ebenen lebt, deren Eintönigkeit allenfalls von Dornengestrüpp und Geröll unterbrochen wird, muss selbst in guten Zeiten streng haushalten. Doch jetzt sind die Zeiten schlecht, so schlecht wie lange nicht. 23 Millionen Menschen, so bilanziert das Welternährungsprogramm der UNO (WFP), sind am Horn von Afrika akut von Hunger bedroht. Vier Millionen Kenianer sind demnach auf Nothilfe als einzige Nahrungsmittelquelle angewiesen, die Regierung in Nairobi schätzt die Zahl der Notleidenden sogar auf 10 Millionen. In Äthiopien sind es fast 14 Millionen, die Nahrungsmittelhilfe brauchen. Das ist nahezu ein Fünftel der Bevölkerung. Am schlimmsten geht es den Menschen in Somalia: Jeder zweite Somali, 3,8 Millionen, leidet Hunger.

"Seit dem Sturz der somalischen Regierung vor achtzehn Jahren war die Lage nicht so schlimm", sagt Paul Smith Lomas von der Hilfsorganisation Oxfam. "Nomaden sind Tage unterwegs, nur um Wasser zu finden, und wo die Dürre nicht zuschlägt, machen die anhaltenden Kämpfe Ackerbau unmöglich." In Gegenden, in denen Islamisten und Somalias zunehmend machtlose Regierung sich die schwersten Gefechte liefern, können selbst UNO und Hilfsorganisationen nur eingeschränkt helfen. Nachdem mehrere Mitarbeiter von somalischen Hilfsorganisationen in diesem Jahr regelrecht hingerichtet wurden, trauen sich selbst die einheimischen Helfer nicht mehr in die Kampfzonen. In Vertriebenenlagern wie dem von Afgooye am Stadtrand von Mogadischu sind die Menschen deshalb auf sich selbst angewiesen. Fast eine halbe Million Vertriebene sind in Afgooye auf einem Stück Land zusammengepfercht, das sich 15 Kilometer entlang der Hauptstraße erstreckt. "Das ist die dichteste Konzentration von Vertriebenen weltweit", so Smith Lomas.

Doch obwohl der Dauerkonflikt den Hunger in Somalia verschlimmert, allein verantwortlich dafür ist er nicht. Sool, ein Hochplateau fast an der äußersten Spitze des Horns, ist hunderte Kilometer von der aktuellen Front entfernt. Und doch ist die Lage fatal. "Es hat sogar ein wenig geregnet", berichtet Achmed Awdahir, Bürgermeister der Gemeinde Lassanod. "Aber ich muss meinen Verwandten auf dem Land immer noch Nahrung und Viehfutter zukommen lassen, weil das meiste Vieh in den vergangenen Jahren gestorben ist - es gibt keine Reserven mehr, von denen sie zehren oder die sie verkaufen könnten."

Ähnlich sieht es in der am stärksten vom Hunger betroffenen Region Äthiopiens aus, die von ethnischen Somalis bewohnt wird und an Sool grenzt. "Schon im Frühjahr ist so viel Vieh gestorben, dass die Dörfer von stinkenden Kadavern umringt waren", weiß WFP-Sprecher Peter Smerdon. "Die Menschen haben mit den Rindern und Kamelen nicht nur ihr Kapital, sondern ihre ganze Lebensgrundlage verloren."

"Die Dürren häufen sich", beobachtet Philippa Crosland-Taylor von Oxfam. "Was wir hier sehen, sind die Auswirkungen des Klimawandels, die ausgerechnet diejenigen treffen, die am wenigsten zu seiner Entstehung beigetragen haben." Dürren, die in solchem Ausmaß früher in jeder Generation vielleicht einmal aufgetreten seien, kämen inzwischen alle zwei bis drei Jahre vor. Am schlimmsten ist die fehlende Verlässlichkeit der einst so regelmäßigen Abfolge von Trocken- und Regenzeit: Gerade in den trockenen Halbwüsten, wo die Erträge ohnehin kärglich sind, wird Landwirtschaft fast unmöglich - denn Bewässerungssysteme gibt es nicht. Wo selbst der nomadische Viehtrieb, die Antwort auf knappe Ressourcen, unmöglich wird, gibt es auch sonst kaum noch etwas zu holen.


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