alhambra schrieb:Ein Elektroauto aber 80-85%.
Im reinen Betrieb, ja. Aber die Infrastruktur darum herum ist das, was Ressourcen verbraucht. Den Strom für die Ladesäulen gibt es nicht zum Nulltarif und die Rohstoffe für die Batterieproduktion ebenfalls nicht. Ich kenne keine Ökobilanz, die diesen ganzen Kontext mit einbezieht.
alhambra schrieb:Die wären?
Rohstoffgewinnung (z.B. Bergbau für seltene Erden, Lithium usw.), Rohstoffveredlung (damit einhergehend Abgase und Abwässer sowie kontaminierte Erzrückstände, die aufwändig entsorgt werden müssen, aber oft nicht werden, sondern einfach nur in Bergwerke verklappt oder auf Halden deponiert werden - diverse Müllskandale gibt es genug), Entsorgung und Recycling von alten Anlagen, die wiederum zu einem Abfallproblem führen und zu kontaminierten Rückständen, was z.B. alte Solar- und Windkraftanlagen betrifft. In der Summe haben wir mehr Umweltbelastung und damit mehr Druck auf die Biosphäre als ohnehin schon durch den Klimawandel auflaufend. Hinzu kommt die Vermüllung durch Plastikrückstände, die mittels moderner Technologie ebenfalls nicht entschärft wird.
alhambra schrieb:hätten wir die erneuerbaren nicht, wäre der Co2 Ausstoß 25% höher.
... oder eben nicht, wenn der Strombedarf im Zuge von geförderter E-Mobilität und Digitalisierung nicht gestiegen, sondern gesunken wäre. Aber unabhängig davon haben wir nun dennoch einen jährlich immer mehr steigenden CO2-Ausstoß und keinen sinkenden, trotz des Ausbaus von erneuerbaren Energien, was dann die Absicht, von den fossilen Energieträgern wegzukommen, um den CO2-Ausstoß zu senken, konterkariert, denn die fossilen Energieträger werden nach wie vor in steigendem Maße genutzt (wenn auch in abgeflachter Form). Aus ökologischer Sicht hat das Ganze leider bisher nichts gebracht - im Gegenteil: man hat noch eine Schippe draufgelegt, was den Druck auf die Biosphäre betrifft.
alhambra schrieb:Das müsstest du mit mal aufzeigen.
Die Keeling-Kurve zeigt das sehr deutlich auf. Jährlich mehr CO2 bedeutet eine sich beschleunigende Temperaturerhöhung im Verlauf der nächsten Jahrzehnte, was dann den Druck auf die Ökosysteme sukzessive erhöht und das Erreichen von Kipp-Punkten im Geosystem sukzessive näher in die Gegenwart verschiebt, so dass sich Rückkopplungs-Effekte ergeben, die die ökologische Katastrophe noch mehr beschleunigen.
Das Artensterben ist bereits aktuell auf einem Level, welches mit den großen Aussterbe-Ereignissen vergleichbar ist. Verlust an Biodiversität verringert die Belastbarkeit der Ökosysteme, so dass das Überschreiten von Kipp-Punkten in der Summe noch schneller zu noch verheerenderen Folgewirkungen führen wird als bei gegenwärtigem Stand zu erwarten wäre.
Was man derzeit unternimmt und unternommen hat, ist zwar gut gemeint, aber bei Weitem nicht hinreichend, um eine tatsächliche Trendwende hinzubekommen. Was wir beobachten, ist noch mehr Umweltzerstörung im Zuge von Bergbauaktivitäten und Veredelungsindustrien sowie diverser Abfallentsorgungs-Problematiken - also eine zusätzliche Erhöhung des Drucks auf die Biosphäre als indirekte Folge des beabsichtigten Ausstieges aus der Nutzung fossiler Energieträger, also ein negativer Begleiteffekt des beabsichtigten gegenteiligen Effekts, der mit dem Ausstieg aus den fossilen Energieträgern erreicht werden soll.