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Ist Religion, egal welche, schlecht?

107 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Gott, Religion ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Ist Religion, egal welche, schlecht?

26.03.2021 um 16:27
Das gilt genauso für Staaten ohne Bürger, Unternehmen ohne Arbeiter und Fussballvereine ohne Spieler. Ist trotzdem nicht identisch. @T.Rick


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Ist Religion, egal welche, schlecht?

26.03.2021 um 16:32
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Die Religion besteht aber aus ihren Anhängern. Eine Religion ohne Anhänger ist irgendwas, was in irgendwelchen Büchern nachzulesen ist, aber keine Relevanz mehr hat.
Nur ist das hinsichtlich der Schuldfrage für das schlechte Verhalten von Religionsanhängern, wie oben angeführt, relativ unerheblich.
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Wo es Kontrolle gibt, ist diese Kontrolle verantwortlich für die Handlungen der Anhänger, also die Hierarchie, die jeweiligen Prediger oder Anführer, die zuallererst vor den Kadi gehören und dann ihre Anhänger als ausführende Handlanger.
Mein Reden. Ne Religion wird man auch schwerlich vor den Kadi zerren können.
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Allerdings wird eine Religion von Leuten, die regelmäßig Amok laufen und Unheil stiften, einfach weil die Religion das zuläßt und nicht klipp und klar von vornherein verbietet, sich keine Freunde unter Außenstehenden machen.
Also hätte Deiner Meinung nach damals z.B. das Christentum und heute der Islam komplett verboten werden müssen, weil ein paar extremistische Minderheiten regelmäßig durchdrehen? Wäre allerdings interessant zu wissen, wie Du solche Pauschalverbote durchsetzen würdest. Dürfte aber wohl eher auf ein Szenario à la "den Teufel mit dem Beelzebub kommen" hinauslaufen.
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Religionen haben somit eine Bringschuld, daß ihre Anhänger sich anständig benehmen. "Macht gleich Recht" funktioniert nicht mehr, wenn man Religionen kein Recht auf Gewaltausübung mehr zugesteht.
Du anthropomorphisiert mal wieder. Die Bringschuld kannst Du höchstens bei denen suchen, die die Religionen gestiftet/ zum Schlechten verändert haben oder ihnen anhängen in der Erwartung, es besser als ihre extremistischen "Glaubensbrüder" zu machen. Da ne Religion/ Ideologie selbst keine Personen sind, können sie Deiner Forderung hingegen schwerlich nachkommen. Alternativ kannste natürlich trotzdem mal versuchen, so ne bestimmte Glaubensrichtung vor den Kadi zu zerren, stelle ich mir schon irgendwie witzig vor.


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Ist Religion, egal welche, schlecht?

26.03.2021 um 16:41
Nochmal, es sind Menschen, die Religionen machen, und daher können Menschen eine Religion auch jederzeit an moderne Verhältnisse anpassen oder verändern - oder sie komplett abschaffen, wenn eine der Grundlagen dieser Religion eine "Unveränderlichkeit für alle Zeiten" ist, die den aktuellen Verhältnissen nicht mehr entspricht.
Dem Christentum blieb nichts anderes übrig, der Islam lernt gerade seine Lektion. Andere Religionen tun sich leichter mit der Moderne, weil sie von vornherein toleranter und flexibler waren.


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26.03.2021 um 16:48
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Dem Christentum blieb nichts anderes übrig, der Islam lernt gerade seine Lektion. Andere Religionen tun sich leichter mit der Moderne, weil sie von vornherein toleranter und flexibler waren.
Auch, wenn es hier jetzt eher ein sprachliches Problem ist: Ihre Anhänger tun es, nicht die Religionen selbst. Wie gesagt:
Zitat von LibertinLibertin schrieb:Du anthropomorphisiert mal wieder.



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26.03.2021 um 17:03
Angefangen mit den Naturreligionen, in denen es Götter für alles Mögliche gibt, kamen dann spezifische Götter wie Ra, der ägyptische Sonnengott und dann Götter wie Zeus und die nordischen Götter, und alle verwandten. Dann gibt es auch noch die Ein Gott Religionen wie das Judentum und der Islam. das Christentum mit seiner Dreifaltigkeit schert da wieder etwas aus. Der katholische Glauben mit seinen Heiligen und den damit verbundenen Hang zum Aberglauben und Wunschdenken Gebet unterscheidet sich noch ein bisschen von dem protestantischen Glauben. Der Hinduismus mit seiner Götter und Helden Welt grenzt sich im Raum vom Buddhismus ab, der ohne Götter auskommt.

Schaut man auf die Konflikte, die mit den Religionen verbunden sind, sieht man, dass es eher Konflikte zwischen Gruppen sind die zu einem Glauben gehören. Es sind vorwiegend Konflikte zwischen Gruppen und Volksgemeinschaften. Gruppen die sich Privilegien und Vorteile zuschreiben, und Gruppen, die sich benachteiligt und unterdrückt fühlen. In Nordirland sind es protestantische britische Besatzer und deren Mitläufer, die sich bevorteilen auf Kosten der katholischen Urbewohner. Sunniten und Shiiten halten sich beide für die rechtmäßige Überlegene Macht und kommen daher zu Konflikten über Verteilung von Pfründen und Vorteilen. Es ist aber auch ein Kampf zwischen Perser und Araber. In Myanmar ist es der Konflikt zwischen Burmesen und Rohingyas hier streiten sich Buddhismus und Islam doch es ist eher ein einseitiger Konflikt zwischen Volksgruppen. Gäbe es keine Religionen, blieben immer noch die Volksgruppen, die dann vielleicht in ihren Identifikationsmerkmalen verwässern würden. dann kämen andere Merkmale gröber zur Geltung wie Territoriale Ansprüche Hautfarbe, Unterschiede in der Landwirtschaft und Wirtschaft Goldsucher gegen Waldnomaden. Küstenfischer einheimischer Natur gegen invasive Fischer aus Übersee und ähnliches. Dass, Religion und ein damit verbundener Anspruch auf Überlegenheit die Plünderungen Spanischer und portugiesischer Eroberer bei afrikanischer und mittelamerikanischer Südamerikanischer Urbevölkerung
führte ist nur ein Mantel, der den Raub verschleiern soll.

Schaut man nach Indien wo der Glaube eine Kastengesellschaft immer noch vorgibt, bleibt es dort auch nicht immer friedlich.
Obwohl die unterste Kaste sich in das Elend eingefunden hat. Von Übermässigen Volksaufständen der Ärmsten habe ich dort noch nicht
gehört.

Alles in allem wäre eine Globalisierung ohne Religionen sicher leichter, wenn es keinen Rassismus gäbe und Unterscheidungen zwischen Volksgruppen.


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Ist Religion, egal welche, schlecht?

26.03.2021 um 17:04
Und die Anhänger sind die Religion. Wo sind denn die Religionen der Antike, des alten Ägyptens, der Griechen und Römer, der Germanen und Kelten? Ausgestorben und dahin. Weil sie keine Anhänger mehr haben, wer glaubt denn heute noch an Osiris oder Zeus? Wer opfert noch Wein und Schlachttiere auf Altären? Ein paar Kleinigkeiten wie Feiertage (Wintersonnwende/Weihnachten, Frühlingsfest/Ostern) wurden von neueren Religionen übernommen, der Rest ist Vergangenheit. Auch Religionen - als Ideen, Meme - können zugrundegehen. Sie sind heute nur noch Geschichten, über die die Heutigen sich wundern oder amüsieren, oder die im Rang von erfundenen Märchen weitererzählt werden, ohne Anspruch auf irgendeine Glaubwürdigkeit. Die Religion von gestern ist bestenfalls der Aberglaube von heute - oder einfach nur noch ein Kindermärchen.


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26.03.2021 um 17:14
Zitat von lexalexa schrieb:Alles in allem wäre eine Globalisierung ohne Religionen sicher leichter, wenn es keinen Rassismus gäbe und Unterscheidungen zwischen Volksgruppen.
Sprich wenn man auf dem Altar der Globalisierung nicht nur jede Religiösität, sondern auch gleich noch jede kulturelle Identität opfert. Dystopisch.
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Und die Anhänger sind die Religion.
Und das ist und bleibt Unsinn. Ein Unternehmen ist nicht seine Angestellten, ein Staat nicht seine Bürger, eine Religion nicht ihre Anhänger. Das ist sprachliches Kauderwelsch.
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Wo sind denn die Religionen der Antike, des alten Ägyptens, der Griechen und Römer, der Germanen und Kelten?
Wo sind Religionen überhaupt? In Island oder Timbuktu?
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Ausgestorben und dahin.
Die waren nie lebendig und sterben daher auch nicht.
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Auch Religionen - als Ideen, Meme - können zugrundegehen.
Sie können - wieder von Menschen - vergessen werden. Aber auch wieder entdeckt. Alles nicht so einfach hm?
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Sie sind heute nur noch Geschichten, über die die Heutigen sich wundern oder amüsieren, oder die im Rang von erfundenen Märchen weitererzählt werden, ohne Anspruch auf irgendeine Glaubwürdigkeit.
So ein Quark, Religionen vergangener Zeitalter sind Gegenstand der Forschung und von größter Wichtigkeit um die Menschen und ihre Handlungen zu begreifen.
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Die Religion von gestern ist bestenfalls der Aberglaube von heute - oder einfach nur noch ein Kindermärchen.
Sind Geschichten, Märchen und Mythen denn neuerdings ihre Zuhörer?


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Ist Religion, egal welche, schlecht?

26.03.2021 um 17:26
Zitat von LibertinLibertin schrieb:Nur ist das hinsichtlich der Schuldfrage für das schlechte Verhalten von Religionsanhängern, wie oben angeführt, relativ unerheblich.
Gilt das dann auch für Ideologien, sagen wir den Nationalsozialismus? Soll der wieder erlaubt werden, weil der angeblich nichts für die Verbrechen von Nazis und Neonazis kann? Sind dort ja auch "nur" die Anhänger, die Böses tun, nicht die Ideologie an sich, weil eine Ideologie allein ja nichts tut, Deiner Begründung nach? Oder ist es doch besser, wenn dieses Mem endgültig ausgerottet wird?
Zitat von PaxitoPaxito schrieb:So ein Quark, Religionen vergangener Zeitalter sind Gegenstand der Forschung und von größter Wichtigkeit um die Menschen und ihre Handlungen zu begreifen.
Um die damaligen Menschen zu begreifen. Wenn man sich anschaut, welche kulturellen Veränderungen allein in Deutschland in den letzten 100 - 150 Jahren stattgefunden haben, wie sich das Denken und die Einstellungen der Menschen in dieser kurzen Zeit verändert hat, wie will man dann erst die Handlungen und Einstellungen von Menschen begreifen, die vor 3000 Jahren in Ägypten oder Südamerika oder China lebten?
Zitat von PaxitoPaxito schrieb:Sie können - wieder von Menschen - vergessen werden. Aber auch wieder entdeckt. Alles nicht so einfach hm?
Ausgestorbene Religionen kehren nicht mehr zurück, so wenig wie ausgestorbene Tierarten. Rückzüchtungen bringen nur etwas ähnlich aussehendes hervor, aber niemals mehr das verlorengegangene Original. Das Problem, an dem Religionen wie Neo-Paganismus oder Neo-Germanen leiden, das echte alte Wissen, die Rituale sind verloren für immer, sobald irgendwann in der Vergangenheit die Tradition unterbrochen wurde.
Zitat von PaxitoPaxito schrieb:Ein Unternehmen ist nicht seine Angestellten, ein Staat nicht seine Bürger,
Das Unternehmen geht vom Chef aus, der bestimmt wo es lang geht, genauso wie ein Religionsgründer. Und daß ein Staat nicht seine Bürger (als Verkörperung und Zusammenfassung von deren Gemeinschaft) sei, ist in einer Demokratie eine wackelige Behauptung.


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26.03.2021 um 17:32
Zitat von PaxitoPaxito schrieb:Das gilt genauso für Staaten ohne Bürger, Unternehmen ohne Arbeiter und Fussballvereine ohne Spieler. Ist trotzdem nicht identisch.
Warum ist es das nicht? Wo gibt es denn existente Staaten ohne Bürger? Unternehmen ohne Arbeiter stehen nur auf dem Papier, wenn man keine Ein-Mann-Unternehmen gelten läßt. Ein Fußballverein ohne Spieler ist eine nostalgische Erinnerung. Es war einmal. Genauso wie die antiken Religionen.


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26.03.2021 um 17:52
Zitat von PaxitoPaxito schrieb:Wo sind Religionen überhaupt? In Island oder Timbuktu?
Ganz recht, wo sind sie? Da wo ihre Anhänger sind, oder wenn sie keine Anhänger mehr haben, irgendwo niedergeschrieben für die Nachwelt, oder wenn niemand ihre Existenz festgehalten hat, nirgendwo mehr, dann sind sie heute so wenig existent wie Laub, das vor 100 Jahren mal unbeachtet von einem Baum fiel und längst verrottet ist.


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26.03.2021 um 17:57
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:wie will man dann erst die Handlungen und Einstellungen von Menschen begreifen, die vor 3000 Jahren in Ägypten oder Südamerika oder China lebten?
Frag das doch die Geschichtswissenschaftler, Archäologen usw. - sicher schwierig aber nicht vollkommen unmöglich.
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Ausgestorbene Religionen kehren nicht mehr zurück, so wenig wie ausgestorbene Tierarten. Rückzüchtungen bringen nur etwas ähnlich aussehendes hervor, aber niemals mehr das verlorengegangene Original.
Es gibt kein Orginal. Das Christentum heute ist nicht mit dem des Mittelalters oder der Spätantike identisch, nur mal zeitlich gesehen. Auch geografisch und kulturell gab und gibt es da enorme Unterschiede.
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Das Problem, an dem Religionen wie Neo-Paganismus oder Neo-Germanen leiden, das echte alte Wissen, die Rituale sind verloren für immer, sobald irgendwann in der Vergangenheit die Tradition unterbrochen wurde.
An welches Germanentum sollte man denn richtiger Weise anknüpfen? An das vor 1500, 2000, 2500 Jahren? An das der Nord- oder lieber Südgermanen? Da gibt es kein Problem, solange man nicht glaubt das Germanentum heute müsste mit dem von "früher irgendwo" identisch sein. Muss es nicht.
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Das Unternehmen geht vom Chef aus
Manche Unternehmen haben mehrere Chefs, manche keinen, manche gehören Staaten oder anderen Unternehmen - den Begriff über den Chef zu definieren ist so wenig zielführend. Aber mit "geht aus" habe ich kein Problem.
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Warum ist es das nicht?
Nur weil das Eine (die Gläubigen) Vorraussetzung für das andere ist (die Religion) ist es nicht identisch und wird es auch nicht. Diese Koppelung führt nur ins sprachliche Nirvana. Zum Beispiel müsste jemand der sagt: "Religion gehört abgeschafft!" in deinem Verständnis zum Mord aufrufen "Die Gläubigen gehören abgeschafft!"
Ich hoffe dir fällt auf, dass es zwischen beiden Aussagen einen Unterschied gibt.
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Ganz recht, wo sind sie?
Es sind abstrakte Konzepte, die sind nicht an einen Ort gebunden. Und es bleiben genau solche Konzepte unabhängig ob sie jemand glaubt oder nicht. Und stell mal den schwülstigen Pathos Filter an.


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26.03.2021 um 19:41
Religionen müssen vor allem die Menschen begeistern. Heute haben viele Menschen keine Lust mehr auf Religion, weil es sie langweilt.

Ich kann mir gut vorstellen, wenn z.b. mal Außerirdische bei uns vorbeischauen, das dann viele Menschen die Außerirdischen anbeten, wenn sie von ihnen begeistert sind.

Die zweite Funktion der Religion ist das schlechte Gewissen zu stärken, weil Gott alles sieht was man böses tut.
Heutzutage haben wir aber so gute Ermittlungsmöglichkeiten, das böse Taten oft überführt und bestraft werden schon in dieser Welt.
Und Religion soll zu guten Taten anstiften, weil Gott auch diese belohnt.

Vermutlich sind Menschen die nach ihrem Glauben handeln glücklicher


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Ist Religion, egal welche, schlecht?

26.03.2021 um 20:07
Zitat von lexalexa schrieb:Alles in allem wäre eine Globalisierung ohne Religionen sicher leichter, wenn es keinen Rassismus gäbe und Unterscheidungen zwischen Volksgruppen.
Ist halt komplett utopisch wenn man bedenkt, dass der Glaube an Gott der menschlichen Natur entspricht und diesem Vorteile schafft. Wobei du wohl von organisierten Religionen sprichst.

Btw lustigerweise scheint die spirituelle Leere die mit dem Schwächeln der großen Religionen aber vor allem des Christentums im Westen und Osteuropa einhergeht auf anderer Seite mit Naturreligionen und dessen Wiederauferstehung (waren nie weg eigentlich) gestopft zu werden und das finde ich gut auch wenn auch Atheismus immer weiter erstärkt. Atheismus ist aber auch nicht mein Feindbild solange manche Merkmale nicht erfüllt werden.


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26.03.2021 um 20:08
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Gilt das dann auch für Ideologien, sagen wir den Nationalsozialismus? Soll der wieder erlaubt werden, weil der angeblich nichts für die Verbrechen von Nazis und Neonazis kann? Sind dort ja auch "nur" die Anhänger, die Böses tun, nicht die Ideologie an sich, weil eine Ideologie allein ja nichts tut, Deiner Begründung nach? Oder ist es doch besser, wenn dieses Mem endgültig ausgerottet wird?
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Nochmal, es sind Menschen, die Religionen machen
Es sind auch Menschen, die den Nationalsozialismus gemacht haben. Weder eine Ideologie, noch eine Religion oder sogar Moralvorstellungen sind fundamentale Naturgesetze, die in Stein gemeißelt wurden. Im weitesten Sinne sind das alles eher soziologische Konzepte und Vorstellungen. Man redet auch von soziologischen Theorien
Wikipedia: Soziologische Theorie

Also erstmal ist es auch quatsch, alle Religionen über einen Kamm zu scheren. Denn es gibt es auch innerhalb einer bestimmten Religion genügend unterschiedliche Glaubensgemeinschaften und Abzweigungen. Im Islam gibt es z.B zwei Hauptzweige, das sind die Sunniten und Schiiten. Dort gibt es zum Beispiel viele Unterschiede in der Art und Weise, wie der Islam praktiziert und ausgelegt wird.

Natürlich gibt es darunter auch wiederum Anhänger, die den Islam so auslegen, dass er unweigerlich mit Terror und Gewalt einhergeht. Und von mir aus kann man jetzt auch argumentieren, dass es sehr schwierig ist, den Islam als nicht Gewaltverherrlichend zu interpretieren. Darum geht es jetzt aber nicht;

wie du richtig erkannt hast, geht der Mensch diesen soziologischen Konzepten voraus. Ohne den Menschen, würde es diese Konzepte nicht geben.

Frei nach dem Motto: Wie kannst du das Messer für einen Mord verantwortlichen machen, wenn der Mensch das Messer benutzt hat. Das Messer kann sich nicht verselbstständigen. Das Messer hat sich auch nicht selbst entworfen und zu einer Mordwaffe erklärt. Das Messer kann sich auch nicht aussuchen, für was es benutzt wird.
Du kannst auch mit einem Kugelschreiber jemanden umbringen. Vielleicht sogar mit einer Büroklammer.
Hat ja @Noumenon schone erklärt.

Jetzt kann man vielleicht sagen, dass der Islam z.B viele Menschen zu Gewalttaten motiviert und, wie das hier schon mal geschrieben wurde, aus "guten" Menschen "schlechte" Menschen macht (was ich auch etwas gewagt finde, aber sei es drum).

Aber warum muss es sich um eine Religion handeln? Ich habe erklärt, dass Menschen auch aufgrund von anderen, soziologischen Vorstellungen oder Theorien, genau solche Gräueltaten ausüben würden. Und dass es ja noch nicht einmal eine solche Vorstellung braucht. Und selbst, wenn alle Religionen abgeschafft werden, Menschen auch andere soziologische Theorien entwerfen können, um wieder andere Menschen zu indoktrinieren und zu manipulieren. Und es wieder Menschen gibt, die sich manipulieren lassen und für diese Sache "schlechte Dinge" tun.

Da stellt sich mir die Frage auf, wie man das alles unterbinden möchte? Für mich hört sich das eher wie eine Dystopie an, in der alle Menschen gleiche Wert und Moralvorstellungen haben müssen. Gleichzeitig dürfte es auch keine neuen bzw. anderen soziologischen Konzepte und damit einhergehend auch keine Kunst und Kulturvielfalt, keine unabhängige Forschung und Wissenschaft etc. pp. geben.

Das erinnert mich so ein bisschen an Huxleys neue Welt.

Nehmen wir mal an, es gebe irgendwelche intelligenten (weit intelligenter als wir) Außerirdischen da draußen, die selbst keine Religion haben und sich an den Ressourcen auf unserer Erde bedienen wollen.

Denkst du, dass diese Außerirdischen nur, weil es bei ihnen keine Religion gibt wie bei uns, uns nicht vielleicht einfach alle auslöschen würden oder zumindest skrupellos sich unserer Ressourcen bedienen würden?

(Natur)Wissenschaft kann übrigens auch zu einer Art Religion werden. Gerade auch in Bezug auf Gesellschaftswissenschaften kommt das ja häufiger vor.

Wikipedia: Naturwissenschaft und Religion


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26.03.2021 um 22:43
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Auch ein Baseballschläger ist nur ein Gegenstand und hat keinen Verstand...
Und eine Religion hat ebenfalls keinen Verstand. Menschen haben einen Verstand. Genauso wie eine Hand. Mit dem Verstand können Menschen dann einen Standpunkt (bspw. eine Religion) vertreten und mit der Hand einen Gegenstand (bspw. einen Baseballschläger) benutzen.
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Einen hirnlosen Gegenstand kann man für Mißbrauch nicht verantwortlich machen. Einen erwachsenen, mündigen Menschen als Mitwisser und Mittäter dagegen schon.
Richtig...
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Man muß nicht unbedingt selber religiös sein, um bei religiösen Themen seine eigene Meinung kundzutun. In welcher Form bist Du religiös, wenn ich fragen darf, wenn Du keiner religiösen Weltanschauung folgst?
Naja, im gleichen Sinne, wie ich politisch bin, d.h. politische oder eben auch religiöse Standpunkte vertrete. Zugegeben, das ist zunächst natürlich eine sehr, sehr weit gefasste Begriffsauslegung von 'religiös'. Und im Einzelfall wird es auch etwas seltsam klingen, jemanden als politisch/religiös zu bezeichnen, nur weil er sich zu politischen/religiösen Themen äußert, indem er bspw. kundtut, dass er damit nix zu tun haben will und das alles für bloßes Geschwätz hält... Oder anders ausgedrückt: Wer Stammtischparolen schwingt und über "die da oben" schimpft, ist natürlich noch lange nicht politisch. Und wer bspw. eher eine atheistische Weltanschauung vertritt und sich zu Themen über Kirche oder Gott äußert, ist damit natürlich noch lange nicht religiös. Und ich für meinen Teil tue mich da ebenfalls nicht selten schwer damit, mich als religiös (oder politisch) zu bezeichnen. Zu der Frage "Wie sehr interessieren Sie sich für Religion/Politik?" würde ich auf einer Skala von 1 bis 10 wohl - in beiden Fällen - irgendwas zwischen 2 und 4 ankreuzen...


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27.03.2021 um 01:25
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Gilt das dann auch für Ideologien, sagen wir den Nationalsozialismus? Soll der wieder erlaubt werden, weil der angeblich nichts für die Verbrechen von Nazis und Neonazis kann? Sind dort ja auch "nur" die Anhänger, die Böses tun, nicht die Ideologie an sich, weil eine Ideologie allein ja nichts tut, Deiner Begründung nach? Oder ist es doch besser, wenn dieses Mem endgültig ausgerottet wird?
Für politische Ideologien gilt genau das Gleiche, wie für religiöse, sie wurden von Menschen geschaffen, ausgearbeitet, weitergetragen und gelebt. Also nein, auch hier wirst Du die Schuldfrage schon den Menschen stellen müssen, von denen diese Ideologien vertreten/ ausgelebt werden. Willst Du eine Ideologie "ausrotten", so musst Du die Menschen schon irgendwie davon überzeugen können, diese nicht mehr zu vertreten.


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27.03.2021 um 22:03
Religio bedeutet Zurück-Verbundenheit: zu den menschlichen Ursprüngen, wozu auch die Achtung eines Menschen gleich weder Sippe oder Nation oder Sprache gehört. Das kann man in den Gleichnissen eines einstigen Wanderpredigers alles nachlesen, wenn man nur ein wenig Mitgefühl hat.


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29.03.2021 um 01:59
@Libertin
Ich sehe das genauso wie du.

Allerdings würde meine Meinung nach gesunder Menschenverstand ausreichen, man braucht kein Gott um zu leben.


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29.03.2021 um 10:28
@biggerthinker
Zitat von biggerthinkerbiggerthinker schrieb am 22.03.2021:Es gibt auch Menschen, die aufgrund von Religion gute Sachen vollbracht haben. Menschen helfen, Nächstenliebe zeigen, nicht zu lügen, sich für andere einzusetzen etc. sind auch Eckpfeiler, nach denen einige religiöse Menschen leben.
Aufgrund seines Charakters vollbringt man gute Sachen, wie Sie es nennen, aber nicht aufgrund von Religion?!

Wer braucht Religion, um sich anderen Menschen gegenüber loyal und hilfreich zu verhalten?

Im Namen von Religionen ist soviel Unheil in dieser Welt, weil diese oft mit Fanatismus durchgesetzt werden sollen. Hätte die Menschheit mehr Verstand und würden aus Unheil lernen, brauchten sie auch keine Religion.


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29.03.2021 um 10:44
@ladyhamilton
Du misst mit zweierlei Maß. Genauso wie man keine Religion zwingend braucht um Gutes zu tun, genauso wenig braucht man Religion für schlechte Taten. Beides wird und wurde aber auch im Namen von Religionen getan.

Solange es Menschen gibt die sich nach Antworten auf Sinnfragen sehnen, solange wird es auch Religionen geben die mit einer scheinbaren Antwort daher kommen.


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