Trainingsmythen im Ausdauersport – eine narrative Abhandlung

– von Nemon, im Dezember 2025 / Januar 2026 –


Inhaltsverzeichnis


01 Vorbemerkung und Einleitung
02 Laktat und Übersäuerung
03 Energiesysteme und Schwellen
04 LIT/MICT/HIT und „aerobe Basis"
05 Fettstoffwechsel und Crossover Point
06 Surrogatmarker und Zielleistung
07 High Intensity, Low Volume als Gegenmodell
08 Falsche Erwartungen und Missverständnisse
09 Exkurs Anthropologie und Evolution


09 Trainingsmythen im Ausdauersport – Exkurs: Evolution und der Mythos vom „geborenen Ausdauersportler“


Die Trainingskultur des Ausdauersports arbeitet gerne mit einem Natur-Argument: Der Mensch sei „born to run“, habe sich als ausdauerstarker Jäger entwickelt, sodass lange, gleichförmige Steady-State-Belastungen seinem evolutionär geprägten genetischen Profil entsprächen. Dieses Narrativ verkehrt aus evolutions-anthropologischer Sicht aber Ursache und Wirkung. Betrachtet man Jagd-Strategien, Lager-Strukturen, Ernährung und Energetik genauer, ergibt sich ein anderes Bild: Der Mensch hat sich nicht zum Ausdauer-Sportler, sondern zum und als hyperkarnivoren Generalisten entwickelt, der situativ Ausdauer einsetzen kann, dessen System aber auf kurze, intensive Reize mit dazwischenliegenden Ruhe-Phasen kalibriert ist. In dieser Perspektive sind jahrzehntelang wiederholte, lange Steady-State-Belastungen in einer mittleren Intensitäts-Zone nicht nur kein evolutionär geprägtes Ideal, sondern im Gegenteil ein physiologisch fragwürdiger Sonderfall der Moderne – während kürzere, harte Einheiten mit ausreichender Erholung das Belastungs-Profil widerspiegeln, auf das unsere Art selektiv zuvorderst eingestellt ist.

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