CosmicQueen schrieb:Dazu passt dieser Artikel der Jüdische Allgemeine
Erste Frage. Ist Gil überhaupt qua Geburt Jude?
Und wenn du die Jüdische Allgemeine heranziehst, dann mach ich das auch.
Und dann sagt Gil Ofarim: »Jetzt habe ich ein bisschen was kapiert«
Am 4. Tag im Dschungelcamp spielte sich alles ab, wofür der Begriff »Fremdschämen« erfunden wurde
Wer sich da angebrüllt hatte, waren drei Frauen, die allesamt den Beruf »Reality-TV-Darstellerin« ausüben. Wer da nicht mitschreien wollte, zog sich zurück.
»Jetzt habe ich ein bisschen was kapiert«, sagte Gil Ofarim. Vielleicht zum ersten Mal in dieser Staffel kam uns der schon vorher so heftig angefeindete Musiker nicht als singulärer Buhmann daher, sondern als Teil einer Gruppe.
Das Gros derer, die weggingen, waren solche, die sich als Künstler verstehen — Schauspieler, Musiker, älter als die anderen. Schaut man jedoch genau hin, sind es im Wesentlichen Prominente, deren Bekanntheit sich ihrer Familie verdankt: die Tochter von Grit Böttcher (Nicole), der Sohn Hardy Krüger (Hardy), die Ex-Frau von Sky du Mont (Mirja) und die von Michael Ballack (Simone) und natürlich auch der Sohn von Abi Ofarim (Gil).
Glatt könnte man behaupten, die hätten ja außer einem berühmten Namen nichts vorzuweisen. Ich weiß, der Vorwurf wäre falsch und ungerecht, weil doch die meisten von ihnen wirklich ihren Beruf ernst nehmen.
Aber doch drängt sich der Vergleich mit der anderen Gruppe auf, den Realitystars. Wenn man denen einmal nicht mit der handelsüblichen Verachtung gegenüber tritt, erkennt man in ihnen Menschen, die sich in einer doch anerkennenswerten Ochsentour durch merkwürdigste Sendeformate hochgearbeitet haben.
»Das ist wirklich ein Beruf«, sagt Nicole, und sie meint das so, wie es sich anhört: Ein wenig fremdelt sie mit den Reality-TV-Darstellern, ein wenig hat sie auch Anerkennung vor dem, was die Kandidatenkollegen da leisten. »Dass man sein Leben so öffentlich macht«, wundert sich Hardy, »mit Schauspielerei hat das nichts mehr zu tun.« Auch in seinem Satz schwingt noch ein bisschen Respekt vor dem so fremden Phänomen mit.
Wir sollten dem Dschungelcamp dankbar sein, dass es uns Wissen über diese Gesellschaft vermittelt: Wir lernen viel über einen Traum vom Lebensglück, den sich nicht gerade wenige Menschen nur in der Öffentlichkeit vorstellen können, im Fernsehen, auf dem Roten Teppich, in Followerzahlen, in dem, was medial so gerne als einzig interessantes Leben dargestellt wird.
Es stellt sich die interessante Frage: Sind die im Dschungelcamp versammelten »Reality-TV-Darsteller« wirklich eine Gruppe, auf die man hämisch hinabschauen darf? Ist es nicht viel mehr so, dass die sehr hart arbeiten müssen, für das, was sie als ihr Glück erreichen wollen?
Das mag, ich geb’s zu, ein merkwürdiger Lebensentwurf sein, einer der viel mit Narzissmus zu tun hat, aber — Hand aufs Herz — ist das bei Schauspielern, Musikern oder Fernsehmoderatoren wirklich sooooo sehr anders?
Quelle:
https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/und-dann-sagt-gil-ofarim-jetzt-habe-ich-ein-bisschen-was-kapiert/Hier zeigt man mal auf, dass diese eben nicht zwangsläufig schlechter sind, als die anderen C-Promis, die es in den Dschungel geschafft haben. Selbst ich, die ne gewisse Ansicht zu Reality Stars vertritt, muss besonders in dieser Staffel mal anerkennen, dass diese sich nicht auf einen möglichen Ruf, den sie zu verlieren hätten, eine Maske aufgezogen haben.
Da saßen viel mehr ein reflektierter Umut, der seine Toxizität und seine Bindungs- und Verlustängste offengelegt hat. (Den ich eigentlich total scheiße finde Oo) Da saß eine Samira, die deutlich gemacht hat, wie es sich anfühlt betrogen und vorgeführt zu werden. Nichts anderes hat die liebe Eva dort veranstaltet - überhaupt mit dem Outing, eine der Gepoppten zu sein, sich aber ganz anders empfindet als die anderen Gepoppten und natürlich nichts zum Scheitern einer Ehe und dem Zerstören einer Familie beigetragen hat. Im Gegenteil, sie hat es getan, damit eine Samira Kraft schöpfen und Größe erreichen kann.
:palm: Und da saß eben eine Samira, die Größe bewiesen hat - mehrmals!
Da saß ein Hubert Fella, der zwar nur der Mann von Mangiapane ist und auch mal alleine gesehen werden wollte. Der insgesamt das Herz am rechten Fleck zu tragen und sehr sensibel zu sein scheint. Dennoch nicht und das ist nur meine persönliche Meinung, nicht zwangsläufig hätte Dschungelkönig werden sollen.
Und dann haben wir euer Hassobjekt Ariel. Die immer wieder betont hat, dass sie für andere Werte steht. Die es den jeweiligen anderen immer ins Gesicht gesagt hat und ihrerseits genau auch darum gebeten hat. Die keine Beziehung zerstören wurde, die Unrecht anspricht und ausspricht, die als jüngste von den Boomer Typen in der Sendung samt Moderatoren angegriffen wurde. Als Frau, als Mutter, als 22jährige, ihre Werte und ihre Moral als FALSCH deklariert bekam!
Diese so ansonsten abschätzig betrachteten Reality Stars, waren more real, als die anderen, die versuchten, ein Image aufrecht zu erhalten. Kannst jetzt auch sagen, na gut, die hatten eh nichts zu verlieren. Sie haben sich aber als Menschen dort gezeigt, die durchaus Anstand besitzen und durchaus für Werte einstehen. Was man von vielen anderen nun nicht behaupten kann. Auch hier im Forum schön nachzulesen.
:Y:
CosmicQueen schrieb:Und das finde ich fast noch schlimmer als das was Ofarim da verbrochen hat. Dieses kollektive drauf hauen und penetrantes fordern einer Entschuldigung. Am Besten noch zu Kreuze kriechen, damit der gemeine "Standardzuschauer" befriedigt ist.
Du solltest vielleicht mal langsam akzeptieren, dass es hier gar nicht um Standardzuschauer geht. Die Kritik stammt nicht von den Zuschauern alleine. Es beteiligen sich nicht umsonst zig Zeitungen damit, die die Sache um Gil Ofarim nicht einfach damit beendet betrachten, weil er ne Weile von der Bildfläche verschwunden ist, sondern in und durch eine Sendung protegiert wurde, dass man eigentlich nur von Totalversagen der Verantwortung bezeichnen kann. Sender und sämtlicher Moderatoren.
Und weißt du, was ich ganz besonders hohl finde. Dass euer Dschungel Jesus gar nicht hätte demütig und dankbar und ja gebt mir und ich Opfer hätte mimen müssen und sogar hätte ganz selbstbewusst kontern können, wenn er direkt auf Anfragen der anderen reagiert hätte, sich entschuldigt und einfach Mitcamper und Mensch Gil gewesen wäre. Hat er nicht, wollte er nicht. Die Nachwehen sind also bewusst in Kauf genommen worden.
Und for the record. Ein DJ Tomekk musste das Camp verlassen, nachdem er homophobe Äußerungen getätigt hat. Eine Mörderin Ingrid van Bergen, hat von Anfang an Reue für ihre Tat gezeigt, hat die bereitwillig im Camp erzählt und auch dort Reue und Reue gezeigt, warum sie trotz Straftat sogar zur Dschungelkönigin gewählt wurde, obwohl ich sie nicht abkonnte. Es geht also nicht darum, dass man Tätern keine 2. Chance gewähren sollte. Es geht um den Umgang mit ihrer Tat und es geht definitiv darum, Täter nicht zu Opfern zu stilisieren und schon gar nicht ihre Kritiker zu Tätern zu machen.
Ich habe fertig.
:P: