Photographer73 schrieb:Das stört mich auch massiv. Vll ist er ein Narzisst, vll auch nicht. Beurteilen kann das niemand von uns, auch wenn im Moment wieder gerne mit diesem Begriff gelabelt wird, erstaunlicherweise auch von Menschen, die sich sonst gegen Ferndiagnosen aussprechen.
"Schwurbeln", "Narzisst" - all diese Schlagwörter werden inzwischen inflationär verwendet und es wird sich überhaupt nicht mehr mit Inhalten auseinandergesetzt.
Ich finde es auch interessant, dass es häufig so dargestellt wird, als wäre es eine Entscheidung, eine narzistische Persönlichkeitsstörung zu haben. Das Verhalten (inkl. der Taten), was daraus entsteht, ist für Angehörige extrem traumatisierend und schlimm und die Problematik ist auch, dass häufig eine (Krankheits-)Einsicht fehlt und daher gar keine Therapie stattfindet (da Therapie häufig erst dann angenommen wird, wenn Leid mit den eigenen Handlungen in Verbindung gebracht wird) - ich will davon nichts kleinreden. Aber ich finde den Umgang mit dem Begriff irgendwie schwierig. Vor allem, weil es auch noch ettliche andere Ursachen gibt, die z.T. zutreffend(er) sein könnten und "Ferndiagnosen" eh immer grenzwertig sind.
socialme schrieb:in wenigen Worten, Arschlochverhalten ist im Grunde genommen nur eine psychische Störung. muss ich mir merken, ich hoffe, das zieht auch im wirklichen Leben. Manchmal bin ich wirklich erstaunt, wie manche sich verrenken um wirklich mieses Verhalten zu entschuldigen.
Tatsächlich - und das meine ich ganz unabhängig von diesem Fall - gibt es Erkrankungen, die zu bestimmten Verhaltensweisen führen. Das ist keine Entschuldigung aber eine Erklärung und kann häufig therapiert oder medikamentös behandelt werden. In sollchen Fällen wäre eine Aufklärung häufig schon wichtig und auch die Möglichkeit, dass Menschen nicht auf Ewig mit etwas in Verbindung gebracht werden - oder zumindest auch noch eine andere Seite gesehen wird - wenn sie Verantwortung übernehmen und an sich arbeiten. Wie gesagt, allgemein gesprochen.