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Sollte es einen Ronald Reagan Platz geben? In Berlin?

19 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Berlin, Ja Oder Nein, Platz ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Seite 1 von 1

Sollte es einen Ronald Reagan Platz geben? In Berlin?

18.08.2022 um 04:19
Ronald Reagan, Ehrenbürger der Stadt Berlin, war ein US-Präsident. Der am 12. Juni 1987 vor dem Brandenburger Tor eine Rede hielt. Da soll er gesagt haben: „Mr. Gorbatschow, Öffnen Sie dieses Tor, reißen Sie diese Mauer nieder!“

In Berlin gibt es einen John-F.-Kennedy Platz (vor dem Schöneberger Rathaus). Es gibt einen Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“. Aber keinen Ronald Reagan-Platz. Nicht einmal eine Ronald Reagan Straße.

Dabei hat auch Ronald Reagan große Verdienste um die deutsche Wiedervereinigung. Womöglich gar größere.

So nach dem Urteil von Thomas Urban, Osteuropa-Historiker, SZ-Korrespondent und Autor des neuen und vielbeachteten Buches „Verstellter Blick. Die deutsche Ostpolitik“. Aus einem Interview mit Thomas Urban:
Die Protokolle des Politbüros in Moskau belegen indes, dass es der militär- und wirtschaftspolitische Druck der US-Administration unter Ronald Reagan war, der entscheidend zum Fall der Berliner Mauer beigetragen hat, und nicht die Entspannungspolitik Willy Brandts sowie die westdeutsche Friedensbewegung. Im Grunde ist dies eine sehr deprimierende Erkenntnis.
Quelle: https://forumdialog.eu/2022/03/25/verstellter-blick-die-deutsche-ostpolitik/

Mit dem Urteil steht er nicht allein.
Doch eine Reihe von Historikern und Schriftstellern halten dieses rosige Bild der Ostpolitik für irreführend. „Die Vorstellung, Willy Brandts Entspannungspolitik gegenüber Moskau habe geradlinig zum Fall des Eisernen Vorhangs und zur deutschen Einheit geführt, ist zumindest eine zu starke Vereinfachung“, sagt der Historiker Jan Behrends. Der deutsche Journalist Thomas Urban, Autor eines neuen kritischen Buches über die Ostpolitik, hält ihre Rolle beim Mauerfall und der deutschen Wiedervereinigung für übertrieben: „Es war die militärische Aufrüstung durch Reagan und die Überschwemmung des Marktes mit billigem Öl, die zum Zusammenbruch geführt haben der Sowjetunion“, sagte er mir. Der russische Staatshaushalt sei für seine Einnahmen so abhängig von Energie geworden, sagte er, dass, als der Ölpreis Mitte der 1980er Jahre abstürzte, Russlands Rettungsleine für externes Kapital versiegte. „Gorbatschow konnte die Überseekriege und die Sowjetrepubliken nicht mehr finanzieren“, sagte er. „Aber dieses Argument fehlte in der deutschen Debatte völlig, vor allem auf der Linken.“
Spoiler
Yet a number of historians and writers believe that this rosy picture of Ostpolitik is misleading. “The idea that Willy Brandt’s policy of detente towards Moscow led in a straight line to the fall of the iron curtain and German unity is at least an over-simplification,” says the historian Jan Behrends. German journalist Thomas Urban, author of a new book critiquing Ostpolitik, believes its role in the fall of the wall and German reunification has been exaggerated: “It was military buildup by Reagan and the flooding of the market with cheap oil that led to the collapse of the Soviet Union,” he told me. The Russian government budget had grown so dependent on energy for its revenue, he said, that when the price of oil plummeted in the mid-1980s, Russia’s lifeline to external capital dried up. “Gorbachev could no longer fund the overseas wars and the Soviet Republics,” he said. “But this argument was entirely missing in the German debate, especially on the left.”


Quelle: https://www.theguardian.com/world/2022/jun/02/germany-dependence-russian-energy-gas-oil-nord-stream

Zugegeben, ohne Wiedervereinigung wäre der Bundesrepublik so manches erspart geblieben. Der Soli-Zuschlag. Die PDS bzw. PDS plus WASG. Angela Merkel. Und wohl auch die AfD. Aber gemeinhin wird die Wiedervereinigung doch als eine positive Sache in der deutschen Geschichte angesehen. Es gibt einen gesetzlichen Feiertag: den Tag der deutschen Einheit.

Gunnar Schuppelius meint:
Und so bleibt die Frage wieder offen, wann und wo Ronald Reagan für seine Verdienste geehrt wird. Tatsächlich hat er, wie Eberhard Diepgen es einmal sagte, mehr für Berlin getan als John F. Kennedy, der 1963 Berlin besuchte.

Kurz nachdem Kennedy (1917–1963) seine berühmte Rede („Ich bin ein Berliner“) gehalten hatte, bekam der Platz vor dem Rathaus Schöneberg seinen Namen. 30 Jahre nachdem Ronald Reagan seine Rede hielt, gibt es keinen Platz, der nach ihm benannt ist.

Warum geht diese Frage im Gezänk der Parteien unter? Eine Ronald-Reagan-Straße oder ein Ronald-Reagan-Platz in Berlin ist eine Selbstverständlichkeit, über die man sich nicht streiten muss.
Quelle: https://www.bz-berlin.de/archiv-artikel/wann-bekommt-berlin-denn-nun-seine-ronald-reagan-strasse

Was denkst du?


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Ja, auf jeden Fall
13 Stimmen (28%)
Ja, so ein Platz sollte schon drin sein
1 Stimme (2%)
Hm ...
8 Stimmen (17%)
Ich finde, eher nicht
4 Stimmen (9%)
Nein, auf keinen Fall
20 Stimmen (43%)

Sollte es einen Ronald Reagan Platz geben? In Berlin?

18.08.2022 um 07:32
[x] mir egal


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Sollte es einen Ronald Reagan Platz geben? In Berlin?

18.08.2022 um 17:10
Zitat von EZTerraEZTerra schrieb:x] mir egal



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Sollte es einen Ronald Reagan Platz geben? In Berlin?

18.08.2022 um 18:35
stralsund-germany-us-president-george-w-


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Sollte es einen Ronald Reagan Platz geben? In Berlin?

01.09.2022 um 13:34
Hm. Der Kommentar geht in die gleiche Richtung.

Ohne die Entschlossenheit von Ronald Reagan hätte es die deutsche Einheit wohl nicht gegeben.
Die triefenden Nachrufe grenzen an Geschichtsklitterung. Ein Kommentar von Ulrich Reitz.
Quelle: https://www.focus.de/panorama/welt/kommentar-steinmeiers-und-baerbocks-nachrufe-auf-gorbatschow-grenzen-an-geschichtsklitterung_id_138178340.html

Ja mei, ja klar wäre schön, wenn deutsche Nachrufe die osteuropäischen Erfahrungen nicht ausklammerten, aber so ist das eben mit Nachrufen.

Und Gorbi gab keinen Schießbefehl, weil er die Deutschen so sehr mochte, danke Gorbi.


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Doors ehemaliges Mitglied

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Sollte es einen Ronald Reagan Platz geben? In Berlin?

06.09.2022 um 21:27
Grundsätzlich sollte man nur Sackgassen nach PolitikerInnen benennen.


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Sollte es einen Ronald Reagan Platz geben? In Berlin?

06.09.2022 um 23:06
Zitat von DoorsDoors schrieb:Grundsätzlich sollte man nur Sackgassen nach PolitikerInnen benennen.
Made my day! 🤣


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Sollte es einen Ronald Reagan Platz geben? In Berlin?

07.09.2022 um 15:16
Zitat von DoorsDoors schrieb:nur Sackgassen
Das wird aber dann schwierig mit all den Umbenennungen.

Kaiser Wilhelm Weizscker Platz - Copy


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Sollte es einen Ronald Reagan Platz geben? In Berlin?

24.09.2022 um 09:47
Dies aus dem längerem historischen Beitrag zur Ostpolitik im Deutschlandfunk passt dann noch zur These der Umfrage.

Die 80er Jahre müssen ja eine komische Zeit gewesen sein.

Komische Kohl-Honecker Protokolle auf der einen und seltsame Nebenaußenpolitk auf der anderen Seite :)
„Auch diese Gesprächsprotokolle Kohl-Honecker, die sind eine recht peinliche Lektüre. Da wird auch ziemlich viel Nähe und Freundschaft gepflegt, obwohl das doch da mehr Distanz hätte geben sollen. Es gipfelt ja dann alles in diesem Honecker-Besuch, der dann schon in der Perestroika-Ära ja eigentlich, wenn man zurückblickt, aus der Zeit gefallen ist. Dann hätte man eigentlich schon auf Gorbatschow setzen müssen, man setzt noch auf Honecker.“

Die SPD und ihre Kontakte zur SED

Derweil betrieb die SPD aus der Opposition heraus, gestützt auf ihre guten Kontakte zur SED, eine sogenannte „neben-gouvernementale Außenpolitik“. Sie war getragen von einem fragwürdigen Entspannungsdogma, das da lautete: dem Frieden und dem Überleben der Menschheit hätten sich alle anderen politischen Ziele unterzuordnen, auch die nationale Selbstbestimmung. Damit wurden Systemkritiker als Friedensstörer stigmatisiert. Die einst progressive Neue Ostpolitik hatte sich – vor allem dank der SPD – zu einer strukturkonservativen Veranstaltung zurückentwickelt. Verknöcherten Regimen im Osten nutzte sie. Dennoch mischten sich Egon Bahr und die Seinen, als die Mauer fiel, unter die Sieger der Geschichte.

„Diese Erzählung von Bahr, dass die Ostverträge direkt zur Deutschen Einheit führen, die wird ja heute noch unwidersprochen wiederholt. Obwohl man ja weiß, dass das absurd ist, diese Behauptung aufzustellen. Als Osteuropa-Historiker kann ich nur sagen, man kennt ja mittlerweile ganz gut die sowjetischen Akten aus der späten Breschnew- bis frühen Gorbatschow-Zeit, und die reden kaum über deutsche Ostpolitik. Der Sinn von Perestroika ist ja auch am Anfang, nicht Entspannung herzustellen, sondern die Sowjetunion wieder wettbewerbsfähig zu machen. Innerhalb dieser recht diffusen Politik von Gorbatschow entsteht dann diese Möglichkeit zur Deutschen Einheit. Aber das so zu konstruieren, dass das sozusagen mit dem Moskauer Vertrag in irgendeiner Weise in enger Verbindung steht, das lassen die Quellen eigentlich nicht zu.“
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/deutsche-ostpolitik-brandt-entspannung-100.html


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Sollte es einen Ronald Reagan Platz geben? In Berlin?

07.11.2022 um 14:54
In Ludwigshafen wird über eine Gorbatschow-Straße diskutiert.
Aus Sicht der Stadtratsfraktion Grünes Forum und Piraten spricht nichts gegen eine Straße oder Brücke, die den Namen Michail Gorbatschow trägt.
Quelle: https://www.rheinpfalz.de/lokal/ludwigshafen_artikel,-gr%C3%BCnes-forum-ja-zu-gorbatschow-stra%C3%9Fe-_arid,5417632.html
Die Chancen stehen gut, dass in Ludwigshafen eine Straße nach dem am 30. August verstorbenen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow benannt wird. Für einen entsprechenden Vorschlag der Freien Wähler zeichnet sich eine politische Mehrheit ab.
Quelle: https://www.rheinpfalz.de/lokal/ludwigshafen_artikel,-noch-keine-entscheidung-zu-gorbatschow-stra%C3%9Fe-_arid,5416118.html
Die Ludwigshafener CDU spricht sich ebenfalls dafür aus, dass eine Straße nach dem früheren Präsidenten der Sowjetunion Michail Gorbatschow wegen seiner Verdienste um die deutsche Einheit benannt wird. Zuvor sollten aber Historiker aus Ludwigshafen das Wirken Gorbatschows aufarbeiten und den stadträtlichen Gremien vor einer Entscheidung vorlegen.
Quelle: https://www.rheinpfalz.de/lokal/ludwigshafen_artikel,-cdu-stra%C3%9Fen-nach-gorbatschow-und-bush-benennen-_arid,5422751.html

Hm, aber in Berlin gibt es noch immer keine Ronald Reagan - Straße.


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Sollte es einen Ronald Reagan Platz geben? In Berlin?

26.11.2025 um 04:38
Verblüffend.

Die ZEIT entdeckt was?

Den Neoliberalismus.

reag thatch - Copy.webp

Bild von hier:
Die radikale Rechte greift nach der Macht. Kann uns am Ende nur der oft verteufelte Neoliberalismus helfen?
Eine Ehrenrettung 

Von Mark Schieritz
Quelle: https://www.zeit.de/2025/44/neoliberalismus-wirtschaft-rechtsextremismus-markt-sozialleistungen-gxe/komplettansicht

Kluger Aufsatz

Mit einer klugen These (neben anderen erhellenden): Das eigentliche Feindbild von Björn Höcke ist nicht Angela Merkel. Sondern Konrad Adenauer.


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Sollte es einen Ronald Reagan Platz geben? In Berlin?

26.11.2025 um 04:45
In D werden freilich lieber Märchen erzählt.

Die ersten Löcher in die Mauer seien geschlagen worden? Von der Ostpolitik. So Steinmeier u. a., noch 2014. Und dann friedliche Revolution und so.

Das ist (im besten Fall) simplistisch.

Die ersten Löcher wurden geschlagen? Von Solidarnosc.

Wichtigere Faktoren waren? Der Afghanistan Krieg. Die Ölschwemme (Verfall des Ölpreises). Und die Politik von Ronald Reagan.

An Ronald Reagan wird gedacht. Aber?

reag 1987 rede 2 - Copy

reagan-in-berlin-87 - Copy

Nicht in Berlin.

In Polen.

reagan warschau denkmal - Copy
Polen enthüllt Denkmal für Ronald Reagan
Quelle: https://www.merkur.de/politik/polen-ehrt-ronald-reagan-denkmal-warschau-zr-1499053.html


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Sollte es einen Ronald Reagan Platz geben? In Berlin?

26.11.2025 um 06:45
Reagan steht so ziemlich für alles, was schlecht ist an Amerika.
Neoliberalismus, Rassismus, Unterstützung diktatorischer Regime, illegale Eingriffe in fremde Länder in Mittel- und Südamerika.
Nee, dem Drecksack würde ich keinen Platz widmen.


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Sollte es einen Ronald Reagan Platz geben? In Berlin?

26.11.2025 um 06:48
Zitat von FellatixFellatix schrieb:Wichtigere Faktoren waren? Der Afghanistan Krieg. Die Ölschwemme (Verfall des Ölpreises). Und die Politik von Ronald Reagan.
Dir Realität
Zitat von FellatixFellatix schrieb:Die ersten Löcher in die Mauer seien geschlagen worden? Von der Ostpolitik. So Steinmeier u. a., noch 2014. Und dann friedliche Revolution und so.
Naivität.

Die UdSSR war schlicht am Ende


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Sollte es einen Ronald Reagan Platz geben? In Berlin?

26.11.2025 um 06:51
Auf jeden Fall :Y:


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Sollte es einen Ronald Reagan Platz geben? In Berlin?

26.11.2025 um 06:53
Zitat von xsaibotxxsaibotx schrieb:Auf jeden Fall
Aber nicht in Berlin, eher in Ner guten Stadt


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Sollte es einen Ronald Reagan Platz geben? In Berlin?

26.11.2025 um 06:57
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Aber nicht in Berlin, eher in Ner guten Stadt
Ja.... Berlin ist schon hart scheiße :| :D


1000021085


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Sollte es einen Ronald Reagan Platz geben? In Berlin?

28.11.2025 um 17:41
wenn schon keinen platz, dann wenigstens ein gässchen...


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Sollte es einen Ronald Reagan Platz geben? In Berlin?

03.03.2026 um 05:26
@Fedaykin
@xsaibotx

nun ja, Berlin ist nun mal das Symbol der vordermals geteilten Republik.

Es gibt Neuigkeiten ... aus Ludwighafen :-)
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb am 26.11.2025:
Zitat von FellatixFellatix schrieb am 26.11.2025:Die ersten Löcher in die Mauer seien geschlagen worden? Von der Ostpolitik. So Steinmeier u. a., noch 2014. Und dann friedliche Revolution und so.
Naivität.
Erst mal, damit bist du in aller Kürze zum Kern der Frage vorgestoßen.

Ein Reagan Denkmal und Straßen gibt es ja nicht nur in Polen. Sondern auch ... Tschechien, Ungarn, Georgien, Ukraine ...

Wikipedia: List of things named after Ronald Reagan

Nur in Deutschland nicht. Nicht einmal eine Straße.

In einer der besten historischen Darstellungen/Analyse der Verzahnungen von deutscher Ost- und Energie-Politik (ein long read, aber lesenswert) geht es auch um das deutsche Geschichtsbild. Oder neudeutsch, Narrativ(e) ...
Laut einer Notiz in seinem Tagebuch antwortete Carter: „Es ist nicht im Interesse der Europäer, von uns zu erwarten, dass wir die Druckmittel bereitstellen, während sie sich gegenseitig mit den größten Anreizen überbieten.“

1980 schrieb Schmidt: „Von der wirtschaftlichen Abhängigkeit der Bundesrepublik von Moskau in einem Ausmaß zu sprechen, das die Außenpolitik beeinflusst, zeugt von Unwissenheit oder Boshaftigkeit.“ Angesichts der heutigen Lage Deutschlands wirken diese Worte völlig verfehlt. ...

In einer Rede vor der Brandt-Stiftung im März 2008 brachte Steinmeier diese Ansicht deutlich zum Ausdruck: „Was die Ostpolitik tatsächlich bewirkt hat – wie heute auch ihre damaligen Kritiker anerkennen“, sagte er, „war, den Frieden in Europa trotz aller Schwierigkeiten ein Stück weit zu sichern. Für die Demokratiebewegungen in Osteuropa schuf sie neue Möglichkeiten, neuen Handlungsspielraum. Sie war auch ein Schlüsselfaktor für die endgültige Beendigung der Konfrontation zwischen den beiden Blöcken.“

Der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz hält weiterhin an dieser Ansicht fest und argumentierte im vergangenen Jahr, sie habe zum Zusammenbruch der Sowjetunion beigetragen und die Grundlage für Demokratie und EU-Mitgliedschaft in weiten Teilen Osteuropas gelegt. Auch der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil betonte, die Ostpolitik sei „die Basis für die Wiedervereinigung und das Ende des Kalten Krieges gewesen. Infolgedessen herrscht in der Bundesrepublik seit Jahrzehnten der Konsens, dass Konflikte durch Dialog entschärft werden können. Wir werden nicht zulassen, dass dies in Verruf gerät.“

Doch einige Historiker und Autoren halten dieses rosige Bild der Ostpolitik für irreführend. „Die Vorstellung, Willy Brandts Entspannungspolitik gegenüber Moskau habe direkt zum Fall des Eisernen Vorhangs und zur deutschen Wiedervereinigung geführt, ist zumindest eine zu starke Vereinfachung“, so der Historiker Jan Behrends. Der deutsche Journalist Thomas Urban, Autor eines neuen Buches, das die Ostpolitik kritisiert, glaubt, deren Rolle beim Mauerfall und der deutschen Wiedervereinigung sei übertrieben dargestellt worden: „Es war Reagans militärische Aufrüstung und die Überschwemmung des Marktes mit billigem Öl, die zum Zusammenbruch der Sowjetunion führten“, sagte er mir. Der russische Staatshaushalt sei so stark von Energieeinnahmen abhängig geworden, dass mit dem Einbruch des Ölpreises Mitte der 1980er-Jahre Russlands Lebensader zu ausländischem Kapital versiegte. „Gorbatschow konnte die Kriege im Ausland und die Sowjetrepubliken nicht länger finanzieren“, sagte er. „Dieses Argument fehlte jedoch völlig in der deutschen Debatte, insbesondere im linken Spektrum.“

Urban argumentierte, dass die Theorie des Wandels in Ostpolitik unter zwei grundlegenden Missverständnissen leide: dem Glauben, dass politischer Wandel in Osteuropa nur durch die Einbeziehung der herrschenden Elite und nicht durch zivile Bewegungen erreicht werden könne, und zweitens, dass „Sicherheit der Schlüssel zu allem sein muss“.
Quelle: https://www.theguardian.com/world/2022/jun/02/germany-dependence-russian-energy-gas-oil-nord-stream

(Übersetzt mit google.)

Was lernen wir daraus?

In der SPD Version der Geschichte geht es vor allem um: Geschichten und Erzählungen über die SPD?

Da nun (siehe oben, Neuigkeiten), ist es nun nicht überraschend, Gorbatschow ist noch nicht 5 Jahre tot (notwendig, bevor es eine Straße gibt), da will die SPD Ludwighafen schon eine Gorbatschow Straße. Es wäre die erste Straße mit diesem Namen in Deutschland
Für die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Stadtratsfraktion, Eleonore Hefner, war die Reformpolitik des Ex-Kremlchefs die Voraussetzung für das Ende des Kalten Krieges:
Quelle: https://www.ludwigshafen24.de/ludwigshafen/michail-gorbatschow-strasse-idee-stadt-verwaltung-kritik-gruene-helmut-kohl-allee-ehrung-91900148.html

Die Grünen? Melden Protest an.
Die Idee, „Gorbi“ mit einer nach ihm benannten Straße zu ehren, stößt bei den Grünen im Stadtrat auf massiven Gegenwind: „Einer Straßenbenennung nach Michail Gorbatschow stimmen wir nicht zu. Der ehemalige sowjetische Präsident war während seiner Amtszeit auch für den „Blutsonntag von Vilnius“ verantwortlich und hat in jüngerer Zeit die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Russland verteidigt. Aus diesem Grund halten wir eine Ehrung von Gorbatschow für äußerst unangebracht,“ kommentiert Hans-Uwe Daumann (Die Grünen im Rat).
Quelle: https://www.ludwigshafen24.de/ludwigshafen/michail-gorbatschow-strasse-idee-stadt-verwaltung-kritik-gruene-helmut-kohl-allee-ehrung-91900148.html

Ja, wie war das noch mal mit Klingbeils Reisen nach Polen und ins Baltikum? Wir wollen und werden besser zuhören und so ...?

Die CDU? Ist demgegenüber offen, will aber eine historisch angemessenere Beurteilung? Was ist mit Bush und Reagan?
„Gorbatschow alleine würde dem historischen Ablauf nicht gerecht werden“, betont Uebel. „Es ist sicher auch der 2018 gestorbene
US-Präsident George Bush senior zu nennen, ohne den die Einheit nicht möglich gewesen wäre.“ Bush, Gorbatschow und Helmut Kohl, der Kanzler der Einheit, würden stets zusammen als „Väter der Einheit“ geehrt. „Einen Änderungsantrag hierzu werden wir in den entsprechenden Sitzungen stellen.“
Quelle: https://www.ludwigshafen24.de/ludwigshafen/michail-gorbatschow-strasse-idee-stadt-verwaltung-kritik-gruene-helmut-kohl-allee-ehrung-91900148.html

Der Streit in Ludwigshafen ist mehr als nur eine Provinzposse. Spricht sie doch zu den Problemen der Deutschen mit ihrer eigenen Geschichte.

Was war eigentlich vor Reagan? Weißt du das, @Fedaykin ? Das war weit vor meiner Zeit ...

Jedenfalls gibt es da einen, der will dahin wieder zurück. Sagt Osteuropa Historiker Jan Behrends.
Mehr noch: Beide wurden zu keinem Zeitpunkt reformiert. Heute bilden Armee und Geheimdienste die Grundpfeiler des Putin-Regimes. Ihre grundlegenden Überzeugungen und Praktiken, ihre Gesetzlosigkeit und Kriminalität, reichen bis in die Sowjetzeit zurück und prägen zugleich die Gegenwart. Solange sie in dieser Form bestehen, werden diese Gewaltapparate – auch unter anderen Führungseliten – eine Bedrohung für die europäische Sicherheit darstellen. Armee und Geheimpolizeien Russlands sind und bleiben kriminelle und gewalttätige Institutionen.

Putin fantasiert Russland als sowjetische Supermacht der 1970er Jahre

Vierter historischer Faktor: Die geopolitische Stellung der späten Sowjetunion und der Zusammenbruch der UdSSR 1991 prägt das Denken der Generation Putin. Die heutige Führung und Putin persönlich sind Produkte der späten Sowjetunion und der 1990er Jahre. Wladimir Putin wurde in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren sozialisiert – eine Zeit, in der der Westen schwach war und die UdSSR eine globale Supermacht. Für Wladimir Putin und viele seiner Altersgenossen ist dies der Status, den sie zurückgewinnen möchten: Sie wollen auf Augenhöhe mit den USA agieren, auch wenn das unrealistisch ist. Russland ist deshalb eine aggressive revisionistische Macht, die nicht nur die Zerstörung der unabhängigen Ukraine erreichen möchte. Die russische Führung will vielmehr in einer multipolaren Welt eine Rolle spielen, die jener der UdSSR in den 1970er Jahren ähnelt. Dies war und ist das Ziel der Generation Putin, seit in den 1990er Jahren an die Macht kam. Hinzu kommt, dass Putin und sein Umfeld nach 1991 durch das post-kommunistische Chaos, die Kriminalität und die Korruption dieser Jahre geprägt wurden. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion lernten sie, dass sich nur der Skrupellose – der Skrupelloseste – auf einem völlig ungleichen Spielfeld durchsetzt. Diese Lektion haben sie auf das Feld der Außenpolitik übertragen und damit recht erfolgreich den Westen zu schikanieren begonnen. Dass sich die dermaßen geprägte Generation Putin an der Macht ändert, ist eine völlig unrealistische Erwartung.
Quelle: https://libmod.de/fast-vier-jahre-vollinvasion-ein-zukunftsweisender-blick-zurueck/

Wem da zur Frage nur einfällt - ja was? Drecksack? Volker Pispers lässt grüßen ... - der ist da wohl gut aufgehoben.

Bis auf Weiteres gilt was? Berlin findet Rio Reiser wichtiger als Reagan.

Die Debatte wird so und so kommen, wenn Gorbatschow erst mal 5 Jahre tot ist.

Dann könnte sein ...

(1) Es gibt (nur) Gorbatschow Straße(n) oder Plätze.

Ich würde das einerseits feiern, aber nur weil so die komische Sicht der Deutschen auf ihre Geschichte im Gegensatz zu Osteuropa überdeutlich würde ...

(2) Es gibt, wie oben von der CDU angemahnt, eine historisch angemessenere Ver(Teilung) der Ehren ... Doch bliebe dann die Frage, wieso dauerte es so lange ...?

(3) Es passiert überhaupt nichts in der Sache ... weil peinliche Fragen zu Narrativen und so.

On verra.


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