augustine schrieb:Was wäre denn eigentlich, wenn der Wal überlebt und in ein, zwei Jahren irgendwo in der Karibik gesehen wird (per Schwanzflosse identifiziert). Würden dann die Leute, die pro Sprengung oder Liegenlassen waren, ihre Meinung revidieren und zugeben, sich geirrt zu haben und zum Glück nicht erhört wurden? Oder gäbe es dann weiterhin nur Meckerei bzgl angeblichem Tierwohl, um weiter irgendwelchen perversen Sprengungsphantasien nachzutrauern? Ob der Wal zu 0,1 oder 80% Wahrscheinlichkeit überlebensfähig ist, kann keiner von uns wissen (ich tippe auf irgendwas dazwischen ;) )... eine Chance besteht jedoch definitiv.
Gilt das eigentlich auch umgekehrt?
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Ich sehe es so:
Der Wal hat sich über Wochen gequält, dann wurde er rumgescheucht und dann fast tot abtransportiert und auf diesem Weg ist er dann in der Barge gestorben.
Deswegen auch keine direkten Filmaufnahmen mehr von der Aktion und so, denke ich.
Davor haben ihn dann noch hunderte Schaulustige beäugt, eine Frau ist sogar zu ihm geschwommen, weil sie glaubte eine telepathische Verbindung zu ihm zu haben und mit ihm zu kommunizieren oder so was...
Dann hat ihn noch ein Rechtsextremer für seine Zwecke benutzt und viele Esoteriker werden sich mutmaßlich auch bereichert haben.
Wenn man nur halb so viel Energie für systemrelevante Dinge (verzicht auf Fleisch/Fisch, Massentierhaltung, Proteste gegen das neue Bürgergeld oder gegen die Krankenkassen-"Reform" zum Beispiel) einsetzen würde, wäre ich froh.
Warum wurde sich nicht auf die Stellnetze/Geisternetze konzentriert, die vermutlich mitunter auch dafür gesorgt haben, dass der Wal strandete? Das würde tatsächlich was bewirken.
Nee, man steht lieber daneben und drückt sich ein Fischbrötchen ins Gesicht, dessen Zutat möglicherweise auch mit solch einem Netz gefangen wurde.
Die Esoterik-Fraktion stand mit HeJaWa-Gesängen daneben und hat sich eingebildet mit dem Wal zu kommunizieren und ihn so zu retten.
Rechtsextreme standen mit ihren Kameras daneben, um für sich Werbung zu machen.
Andere Rechtsextreme sind zum Tattoostudio gerannt, um sich ein Adolf-Wal-Tattoo stechen zu lassen (ich hoffe da immer noch auf Fake).
Aber keiner hat sich auf die realen Probleme konzentriert, um tatsächlich etwas zu bewirken.
Das war nur Heititei-Aktivismus und am Ende bleibt alles beim alten, weil sich eben niemand wirklich für etwas eingesetzt hat, außer für das eigene Ego und Wohlbefinden vielleicht.
Ich verzichte nun zum Beispiel auf Fisch und suche vegane Alternativen oder eben zum Beispiel Thunfisch, der von Hand geangelt wurde (ich muss mich da aber noch mehr zu informieren, um zu gucken, ob das nicht auch nur Gelaber ist).
Und zu Robert Marc Lehmann möchte ich auch noch was sagen:
Ich könnte mir vorstellen, dass er wusste, dass der Wal nicht mehr zu retten ist, denn er kennt sich ja damit aus.
Deswegen ist er abgezogen.
Ich mutmaße mal, dass er sich nicht hätte vertreiben lassen, wenn es anders gewesen wäre.