Kältezeit schrieb:Hier das presserechtliche Informationsschreiben.
Die Kanzlei vertritt die JEB Bereederungsgesellschaft mbH & Co KG und deren Schiffscrew (u. a. die Schiffe/Schlepper wie die "Robin Hood" und "Fortuna B").
Quelle: https://www.presseportal.de/pm/167284/6276080?hl=de-DE
Interessant.
Vorweg: Das ist die "Verteidigung" der Schiffscrew bzw. des Reeders. Das ist nicht die Wahrheit. Und bei genauerem Lesen fällt auch so das Eine oder Andere auf, was nicht konsistent ist. Kurz und gut: Ich würde dieser Darstellung maximal die Hälfte glauben.
Fangen wir an:
Die eigentliche Freilassung des Wals selbst war zu keinem Zeitpunkt Auftrag unserer Mandantin, hierfür war ein weiteres Unternehmen durch die Initiative beauftragt. Dieses stellte die Barge sowie entsprechendes Personal zur Bergung und technischen Bedienung der Barge zur Verfügung (Bergungsteam).
Es gab also noch ein "Bergungsteam", das für Barge und Wal zuständig gewesen sein soll. War mir noch nicht klar. Das müssten ja dann die Leute gewesen sein, die den Wal mit einem Seil um die Fluppe aus der Barge gezogen haben.
Stopp! Es war doch laut Jeff Foster die "Robin Hood", die den Wal rausgezogen hat? Wie kann es sein, dass deren Kapitän damit nichts damit zu tun gehabt hat! Wer hat ihm die Anweisung gegeben bzw. geben dürfen?
Richtig ist, dass Herr Foster nach der Überfahrt zur Barge plötzlich weitere Personen aus seinem Team (keine Tierärzte) angefordert hat, welche sich auf einem dritten Schiff, der "Arne Tiselius" befanden. Dies lehnten die Kapitäne und der Leiter des Bergungsteams ab, da der Transfer von weiteren Personen aufgrund der wetterbedingten Sicherheitslage ausgeschlossen war, zumal es sich um Personen handelte, die sämtlich keinerlei Erfahrung auf hoher See hatten.
Überzeugt mich jetzt nicht, weil der Wellengang am Morgen des 2. Mai, soweit es Videomaterial gibt, nicht wahnsinnig hoch war. Und Jeff Foster sollte doch den Hut aufhaben, wie konnte ihn dann der Leiter des Bergungsteams das versagen?
Allerdings war das Verhalten von Frau Tönnies so extrem und besorgniserregend, dass nach der Freilassung des Wals der gesamte Decksbereich überwacht werden musste, um auszuschließen, dass Frau Dr. Tönnies von Bord springt, um dem Wal hinterher zu schwimmen.
Das ist jetzt lächerlich. Dass Frau Tönnies hysterisch werden kann, erst recht wenn es um "ihren" Wal geht, kann ich mir nach den Interviews und Monologen ziemlich gut vorstellen. Aber so durchgeknallt ist nicht mal sie. Warum hat man sie nicht auf die Barge gelassen?
Vielmehr zeigt mir dieser - auch völlig unnötige - Satz wie auch der Hinweis, man könne sie in ihre Kabine einsperren, die herablassende Haltung, die man von Seiten der Schiffscrew ihr gegenüber eingenommen hatte. Offensichtlich war die Kommunikation extrem eskaliert. Und an einer Eskalation sind immer zwei Seiten schuld.
Die Röte in seinem Gesicht stammt im Übrigen von einer Rosazea-Erkrankung.
Absolut unnötig, so ein Satz. Das klingt nach fauler Ausrede. Denn die Erkrankung hatte der Kapitän ja auch die Tage davor, also muss er auch die Tage davor genauso rot im Gesicht gewesen sein. Wenn Frau Tönnies meint, er sei rot geworden, schildert sie eine Veränderung. Und so wie die Situation in diesem Schriftsatz beschrieben wird, wäre es auch nicht verwunderlich, wenn er rot geworden wäre.
Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Formulierungen, die mir aufstoßen. Die Sache mit den Fotos und Videos, die untersagt wurden, das angeblich so gefährliche Übersetzen auf die Barge, lest selbst. Der Eindruck, dass da irgendetwas so gar nicht rund lief und daran nicht nur angeblich hysterische Tierärztinnen Schuld waren, der bleibt. Und ich glaube ehrlich gesagt Herrn Foster und Frau Tönnies nicht signifikant weniger, bei allen Abstrichen in Details.