Danke,
@Teegarden für dieses Interview und natürlich auch Danke an
@Origines für die hochinteressanten Ausführungen.
Da ich selbst aus dem Bereich komme, wobei ich nicht nur das Krim-Forum an sich meine, war das Interview natürlich bei mir im besonderen Fokus. Hierbei ist es immer wieder interessant, wie unterschiedlich die Ansätze bei der Betrachtung von Kriminalfällen sind. Ich zitiere, obwohl ich viel mehr Passagen gefunden hätte, nur mal zwei Stellen exemplarisch dafür.
Schließlich war ich einige Zeit auch beruflich mit echten, wirklich schlimmen, Verbrechen befasst. Das ging mir ganz schön nahe. Man erfährt ja aus den Akten verdammt viel über die Opfer. Und wie sinnlos deren Tode waren. Dabei lernte ich im Detail kennen, wie in der Praxis ermittelt wird und was oft die Probleme dabei sind.
Wichtig: Nein, ich übe keinen einschlägigen Beruf aus.
Ich selber komme, entegen von
@Origines , direkt aus diesem Bereich und weiß, wie schwer es sein kann, Gefühle und Emotionen außen vor zu lassen. Natürlich lernt man über die Jahre damit umzugehen, trotzdem gibt es immer wieder Fälle, bei denen dies oft nicht möglich ist. Eine schwere Hürde ist hierbei, wenn man selbst Vater wird und hauptsächlich mit Fällen zu tun bekommt, in denen die Opfer in der ähnlichen Alterskategorie sind, wie dein eigenes Kind. Dann wird es manchmal auch schwer, am Ende des Tages abzuschalten.
Schön, dass du dabei auch die Probleme ansprichst, die nicht nur alleine auf rechtlicher Seite, zum Beispiel beim Umsetzen sinnvoller Maßnahmen zu finden sind, sondern eben auch von Personen, von denen du annimmst, dass es doch in ihrem Interesse sein müsste, bei der Aufklärung eines Falles mitzuwirken.
Denn sonst wird mir die Tat immer fremd bleiben. Und wenn ich sie nicht verstehe, kann ich sie eigentlich auch nicht wirklich bewerten, weil es nur schwarz-weiß gibt.
Interessant, denn ich ging es eben meist erst einmal von dieser Seite an und sortierte nach schwarz und weiß. Wer ist nach ersten Aussagen der Böse bzw. entsprechend Mitwirkende dazu und wer befindet sich auf der Seite des Geschädigten. Erst danach begann das Filtern und in Folge der Umfeldermittlungen die Differenzierung und Neueingliederung. Jüngere Kollegen gingen ihre Fälle, wenn sie in der Verantwortung waren, teilweise natürlich moderner an, letztendlich kamen wir jedoch quasi immer am Ende zusammen. Manchmal ist es auch gar nicht so schlecht, wenn man mal auf die Jüngeren seiner Gilde hört
:)Viele Taten spielten sich natürlich mit direktem Täterbezug im Umfeld des Opfers ab. Man klärt den Fall, aber am Ende habe ich das Verstehen, warum die Gewaltspirale ein solches Ausmaß annahm, teilweise aufgegeben. Es ist aus meiner Sicht einfach nicht möglich, sich in jede Situation hineinzuversetzen, da man sich dies selbst bei sich nicht vorstellen kann. Trotzdem hast du,
@Origines recht, wenn du sagst, dass wohl jeder zu einem Tötungsdelikt fähig ist.