Röhrich schrieb:Der glaubt nicht, dass Epstein überhaupt mit irgendeinem Geheimdienst zusammengearbeitet hätte. (...) Das Epstein Kontakte zu ehemaligen einflussreichen Personen gesucht hat, belegt noch überhaupt keine weitere Verbindung.
Das denke ich auch. Es ist das übliche Geblubber:
Weil er Jude war, war er Agent des Mossad, na klar. Und weil er Ex-Prinz Andrew eine 26jährige Russin für einen gepflegten Abend in London vermittelt hat, war er auch Agent der Russen. Gähn. OK, der Wirecard-Typ, der sitzt in Moskau (Eduard Snowden auch), aber in beiden Fällen gibt es ebenfalls keine Belege, dass sie vor ihrer Flucht irgendwelche Dinger für den FSB gedreht haben.
Nemon schrieb:Welche Verschwörung genau besprechen wir? 🤓
Diese: Bei Epstein & Co. gibt es ja wohl tatsächlich eine dicke Verschwörung zum sexuellen Missbrauch. Aber das öffnet halt noch nicht der großen Weltverschwörung Tür und Tor.
Auch wenn in der Epstein-Verschwörung sehr viele - bislang nicht belangte - Männer drin stecken dürften; die vermutlich auch erpressbar geworden sind oder von Epstein erpresst worden sind (wobei sein Stil ja eher das freundlich-gepflegte
do tu des war). Es ist auch schon übel genug, dass die New Yorker High Society - siehe das nett verzierte Glückwunschschreiben Donald Trumps an Epstein - ahnte oder wusste, dass der Typ Minderjährige "vernaschte" (also missbrauchte), wie andere Krawatten anziehen.
Ob Epstein tatsächlich Suizid begangen hat, ist für mich auch nicht fix. Einen Mord im Knast zu bewerkstelligen wäre schon eine dicke Verschwörung. Es trieft ja auch vor Versäumnissen und Merkwürdigkeiten im Metropolitan Corection Center, wobei man derzeit wirklich nicht sagen kann, ob es um das Vertuschen eines Mordes geht. Oder um Vertuschung von dickem Pennen und Versagen bei der Bewachung eines wichtigen und hochsensiblen Gefangenen, der ohne Zweifel freiwillig zwei Tage vorher sein Testament hat aufsetzen lassen und der nicht alleine in der Zelle sein sollte.
Etwas besorgniserregend finde ich zum Schluss noch unseren Berliner Rechtsmediziner Prof. Dr. Tsokos, der mir mittlerweile zu viel, zu oft, und zu oberflächlich im Youtube- und Podcast-Kosmos unterwegs ist, wo er mit Vorliebe Leichen zerfleddert. Hat der Mann nicht einen seriösen Beruf, der ihn voll ausfüllt? So soll Kurt Cobain nicht mehr gelebt haben, als er sich erschossen hat (da angeblich kein Blut in den Bronchen), aber besonders fundiert kommt mir solche Expertise
ex aermolo trotz seiner unbestrittenen Professionalität nicht vor.
Gleiches bei Epsteins angeblichen Suizid. Da stürzt er sich auf das "Hängen", aber was, wenn sich Epstein selbst stranguliert hat (wofür einiges spricht)? Tsokos wedelt da mit zwei oder drei Blättern der Obduktionsbefunde in die Kamera, aber das sind sicher nicht alle Unterlagen. Die sind vermutlich auch nicht alle veröffentlicht. Bislang gibt es keine öffentlichen Fotos der Leiche, v.a. nicht nach dem Auffinden in der Zelle. Also für mich als Nichtrechtsmediziner ist das alles sehr gewagt, sehr aus der Hüfte geschossen. Das Gefühl "schwerer Typ Wichtigtuer", das mich beschleicht, macht ihn nicht seriöser für mich. Er überdreht.