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Verschwörungstheorien unter Strafe stellen?

178 Beiträge, Schlüsselwörter: Verschwörung

Verschwörungstheorien unter Strafe stellen?

13.01.2020 um 00:01
@behind_eyes
@Nemon

Warum gibt es VT´s ? Genau, weil Zweifel bestehen an einer offiziellen Version, sofern es eine gibt. Woher kommen diese Zweifel ? Weil man den Behörden und Regierungen nicht traut. Woher kommt dieses Misstrauen ? Weil die Behörden und Regierungen ihre Arbeit entweder in dem bestimmten Fall nicht gut machen oder in der Vergangenheit nicht gut gemacht haben in anderen Fällen. Wenn dann auch noch Intransparanz hinzu kommt dann sind VT´s nur eine logische Folgerichtigkeit.


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Lokterus
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Verschwörungstheorien unter Strafe stellen?

13.01.2020 um 01:42
Sungmin_Sunbae
schrieb:
Du kannst Dummheit nicht verbieten und mit dieser Aktion erschaffst du ein Opfermythos.
This!

Du kannst Menschen nicht verbieten Idioten zu sein. Und indem du es tust, bestätigst du nur ihre Position.

An einer anderen Stelle wurde bereits gesagt, dass VTs durchaus juristisch verfolgt werden, wenn sie illegale Handlungen nach sich ziehen. Ansonsten gleiches Recht für alle! Wenn ich an das fliegende Spaghettimonster glauben will, darf ich das. Solange ich damit nicht gegen geltende Gesetze verstoße. Ist doch alles ganz einfach.

Und damit schon mal viel weniger radikal als das Credo der Sylvari aus Guild Wars 2 = Alles hat das Recht zu wachsen. xD


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Verschwörungstheorien unter Strafe stellen?

13.01.2020 um 08:17
DearMRHazzard
schrieb:
VT´s sind wertvoll, denn VT´s erhöhen den Druck auf die Behörden und Regierungen dieser Welt die Wahrheit herauszufinden. Je mehr VT´s es gibt desto größer ist das Versagen der Behörden und Regierungen dieser Welt. Sollen sie also ihre Arbeit einfach mal besser machen, dann gibt es auch keine VT´s.

So einfach ist das.
Das ist völliger Quatsch.

VTs senken den Druck auf Behörden, weil echten Missständen eine Vielzahl an haltlosem Quatsch an die Seite gestellt wird und man viel einfacher auch echte Missstände mit dem Verweis darauf, dass eh alles an den Haaren herbei gezogen ist, abtun könnte.

Und dass es keine VTs gäbe, wenn es keine Misstände gäbe, ist witzig. Flache Erde, Chemtrails etc. Das ist so dermaßen haltlos und bar jeglicher wahren Grundlage. Wie man da darauf kommt, so was gäbe es dann nicht, ist ein völliges Rätsel.

Zur Threadfrage:
Das ist ebenfalls Unsinn.
Die Meinungsfreiheit ist nicht grenzenlos, das stimmt.
Aber die Grenzen sind sehr eng und müssen genau definiert sein. Das ist wichtig für unsere Gesellschaft und dazu gehört dann auch, dumme Meinungen ertragen zu müssen und zu lernen, mit dummen Meinungen umgehen zu können.


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Verschwörungstheorien unter Strafe stellen?

14.01.2020 um 13:03
Nemon
schrieb:
Deine Aussagen sind nicht begründet oder sinnvoll hergeleitet, zudem pauschal. Man darf wohl erwarten, dass du erst mal etwas Diskutables einbringst und nicht so einen Rotz.
Gibt es sogar auf Latein...
Quod gratis asseritur, gratis negatur

Neuzeitlicher bekannt als
Wikipedia: Hitchens


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Verschwörungstheorien unter Strafe stellen?

14.01.2020 um 14:23
Lokterus
schrieb:
An einer anderen Stelle wurde bereits gesagt, dass VTs durchaus juristisch verfolgt werden, wenn sie illegale Handlungen nach sich ziehen.
Worüber man IMHO mal nachdenken könnte, wäre eine Möglichkeit auch gegen pauschalisierte Verleumdungen zu klagen (AFAIK geht das derzeit ja nur als direkt Verleumdeter) z.b. wenn die Seuchenfans (aka Impfgegner) behaupten Ärzte würden ihre Patienten doch mit Impfstoff vergiften.


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Verschwörungstheorien unter Strafe stellen?

14.01.2020 um 15:11
rambaldi
schrieb:
Worüber man IMHO mal nachdenken könnte, wäre eine Möglichkeit auch gegen pauschalisierte Verleumdungen zu klagen (AFAIK geht das derzeit ja nur als direkt Verleumdeter) z.b. wenn die Seuchenfans (aka Impfgegner) behaupten Ärzte würden ihre Patienten doch mit Impfstoff vergiften.
Na ja, Meinungsfreiheit ist schon ein wichtiges Gut und die Grenzen müssen eng bleiben.
Da gibt es den Fall "Soldatenmörder": Wikipedia: Soldaten_sind_Mörder

Da sieht man, wie lange sich so etwas schon durch die Rechtsprechung zieht.


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Verschwörungstheorien unter Strafe stellen?

14.01.2020 um 16:06
Mythbuster189
schrieb:
Was haltet ihr davon Verschwörungstheorien, die die Reputation der Wissenschaft in Frage stellen, unter Strafe zu stellen?
Fände ich ganz schrecklich.
Und das sage ich als Demokrat und "Vollblutnaturwissenschaftler".
Wissenschaft kann sich selbst "verteidigen", die Fakten finden in jeden Kopf, der nach ihnen sucht.
Mythbuster189
schrieb:
Ich wäre deshalb dafür, beispielsweise Impfgegner und Menschen die längst belegte Fakten wie die Mondlandung anzweifeln auch juristisch zu verfolgen.
In einem Land, dass eine solche Hexenjagd rechtlich möglich macht möchte ich nicht leben.
Geschichte ist da um aus ihr zu lernen, Politik lehrt uns u.A., dass die Freiheit die wir genießen nicht selbstverständlich ist.

In einem Land zu leben in dem man nicht abgeholt, mundtod gemacht oder verhaftet wird, wenn man etwas "Falsches" sagt ohne damit jemandem direkt zu schaden ist großartig.
Mythbuster189
schrieb:
Es ist alarmierend dass es Leute gibt die die größten Errungenschaften der Menschen anzweifeln und die Wissenschaft diskreditieren.
Aber wenn es eine Errungenschaft gibt, die noch größer ist als die der Wissenschaften, dann ist es die Glaubens-, Meinungs-, und Pressefreiheit.

Für seriöse Wissenschaftler ist das sogar gesund. Es wird Zeit, dass "Populärwissenschaft" kein Schimpfwort mehr ist.
Wenn die Wissenschaft vom "Normalsterblichem" respektiert werden möchte, dann muss sie auch respektieren, dass Menschen sich schnell an einfachere Erklärungen wenden, wenn die Fakten nicht auch "laiengerecht" erhältlich sind.
Viele Menschen möchten wissenschaftliche Dinge wissen, geschichtliche und politische Zusammenhänge begreifen ohne ein halbes Studium absolvieren zu müssen.
Ist dieses Wissen dann nicht in "laiengerechter Form" erhältlich und wird keine Medienkompetenz vermittelt, dann stehen alle Türen offen für Menschen, die mit diesem Missstand Geld verdienen und/oder ihre eigenen, teils sehr absurden oder gar gefährlichen Behauptungen verbreiten.
Mythbuster189
schrieb:
Eine Gesellschaft kann auch frei und demokratisch sein und trotzdem gewisse Themen unter Strafe stellen. Vorbildlich: Deutschland und der Umgang mit Holocaustleugnern.
Das ist aber ganz, ganz dünnes Eis und sollte deswegen eine absolute Ausnahme bleiben.
Außerdem muss das Motiv "sinnvoll" sein.
"Das ist Quatsch." darf niemals ausreichen um etwas zu einer Straftat zu machen.
Holocaustleugnung ist nicht verboten, weil es "Blödsinn" ist, sondern im Rahmen einer Art "Ausweitung" der strafbewährten Beleidigung.
Der Punkt ist nicht Leute zu bestrafen, weil sie widerlegten Schwachsinn blubbern, sondern um die Würde der Holocaustopfer und deren Angehörigen zu schützen.

Das ist eine sinnvolle Erweiterung, aber dennoch bleibt sowas ganz dünnes Eis, sowohl politisch/soziologisch allgemein und in einer Demokratie sowieso.
Mythbuster189
schrieb:
Was gibt es für einen Grund, Leuten, die behaupten ihre Kinder zu impfen sei Gift, Meinungsfreiheit auszusprechen?
Keinen, zumal "Gift" zwar ein fragwürdiger Begriff ist, aber das ändert die Sinnhaftigkeit dieser Meinungsfreiheit nicht.
Es ist einfach mal eine Tatsache, dass Impfungen auch unerwünschte Nebenwirkungen haben können, teilweise sehr Gefährliche.
Impfgegnern einen Kinderarzt an die Seite zu stellen, der ruhig und sachlich mit ihnen über Risiken und Nutzen einer jeden Impfung diskutiert und mit ihnen gemeinsam einen individuellen Impfplan für jedes Kind zu erarbeiten wäre sehr viel sinnvoller als "Impfgegner" zu einem Schimpfwort zu machen, zu versuchen diese Menschen mundtot zu machen, denn das wird bei Eltern, die sich um das Wohl ihres Kindes sorgen auch mit Strafandrohung nicht funktionieren.

Eine Impfpflicht einzuführen ist hier ebenso dünnes Eis wie das Verbot von Gegenstimmen.
nocheinPoet
schrieb:
Es ist so, Glaube selber kann man ganz sicher nicht unter Strafe stellen.
Kann man ja leider schon und die Folgen waren stets ganz weit weg von dem wie wir leben möchten.
rhapsody3004
schrieb:
So lange eine Verschwörungstheorie nicht Rechte anderer verletzt
So sieht es eben aus.
Die meisten Rechte sind doch geschützt und das gilt auch bei unmittelbarem Schaden durch Verschwörungstheoretiker und Co.
Betrug, üble Nachrede, Wucher usw

Gerne sähe ich es, wenn die Gesetze für sogenannte "Alternativmediziner" strenger wären, denn hier geht es nicht (nur) um die Leugnung von nachgewiesenen Fakten, sondern um ganz einfach nachweisbare Schäden, die durch diverse Irrlehren begünstigt oder gar verursacht werden.
Rasenmayer
schrieb:
Wenn es danach ginge, würde sich niemand mehr trauen, neue Theorien aufzustellen, die (noch) nicht wissenschaftlich belegbar sind, aus Angst davor, bestraft zu werden
Auch ein wichtiger Punkt.
So viele Dinge, die heute so ganz selbstverständlich sind haben als etwas begonnen von dem man annahm, dass solch Wahnsinn nur einem kranken Geist entspringen könnte.

Wie oft pro Arbeitstag desinfiziere ich meine Hände, trage Handschuhe, oft sogar sterile.
Das ist nicht mehr wegzudenken, weil nicht auszudenken ist welcher Schaden bei anderem Handeln entstehen könnte.
Aber der Arzt, der auf die "Idee" kam, dass man sich nach dem Studium in der Leichenhalle ggf die Hände waschen sollte, ehe man ein Kind entbindet und das solch ein Händewaschen Fälle von Wochenbettfieber oder gar Todesfälle verringern könnte...
Der verbrachte den Rest seines, nach dieser Behauptung und dem Versuch Hygienevorschriften zu etablieren, eher kurzen Lebens in einer Irrenanstalt.

Kleine, unsichtbare "Tierchen" die übertragbar sind und krank machen... heute für fast jeden (wenn man nicht grade Dr. Hamer oder sonst einem Irren anhängt) selbstverständlich, damals einfach nur eine absurde Vorstellung.
DearMRHazzard
schrieb:
VT´s sind wertvoll, denn VT´s erhöhen den Druck auf die Behörden und Regierungen dieser Welt die Wahrheit herauszufinden.
Na das sehe ich anders. VTs zeigen definitiv Handlungsbedarf, aber in vielen Fällen könnte der Mensch sich hier auch selbst helfen.

Du stellst im Folgenden einige Fragen, also muss ich annehmen, dass Du es auch "verträgst", wenn neben Deinen noch andere mögliche Antworten genannt werden.

Deine erste Frage:
DearMRHazzard
schrieb:
Warum gibt es VT´s ?
Deine Antwort:
DearMRHazzard
schrieb:
Genau, weil Zweifel bestehen an einer offiziellen Version, sofern es eine gibt.
Meine Antwort:
Weil die Welt "größer" geworden ist.
Auf jeden von uns "prasseln" Informationen ein, oft aus Fachgebieten von denen wir nicht viel verstehen.
So viele Dinge, die vor 10 Jahren noch Fachwissen waren werden mehr und mehr der "Allgemeinbildung" zugerechnet und zu viele Menschen haben das Gefühl da mithalten zu müssen und das geht kaum, wenn man sich sein Wissen zumindest weitgehend selbst erarbeiten will.
Manche Dinge können vereinfacht dargestellt werden, bei anderen entsteht durch den Versuch sie zu vereinfachen nur Verwirrung.
Diese Verwirrung teilen viele dann nicht mit jemandem der sich auskennt, sondern mit "anderen verwirrten". Manch Einer weiß dann wirklich etwas, andere behaupten irgendwas aus den unterschiedlichsten Gründen und am Ende steht stille Post, eine Menge Verwirrung und massenweise Verunsicherung.
Verunsicherung ist nicht nur dafür geeignet, dass Menschen die das schon immer tun wollten, ohne sich eine gewisse Kompetenz zu erarbeiten "groß dastehen" zu lassen...
Sie ist auch eine äußerst gute Einnahmequelle.
Mit verunsicherten Menschen, die nicht mehr wissen wie sie Fakt von Fiktion unterscheiden, wie Glaube von wissen kann man sehr viel Geld verdienen.
Noch mehr Geld springt heraus, wenn man es schafft die eigentlichen, sehr einfachen Lösungen zu dämonisieren.
Jemand hat das Gefühl, dass mit seinem Trinkwasser nicht stimmt.
Entweder derjenige verfügt über die entsprechenden Fachkentnisse oder zumindest über die Kompetenz eine seriöse Info von einer unseriösen zu unterscheiden, dann ruft er ggf nur den Vermieter an, kauft sich für ein paar Euro Teststreifen im Baumarkt oder lässt eine Wasserprobe an ein Labor schicken.
Aber hier verdienen stets nur Fachkräfte, die Zeit und Geld in ihre Ausbildung finanziert haben und auch nicht als Messias gefeiert werden, wenn das Problem auf diesem Weg gefunden und behoben wird.
Eine goldene Nase verdienen sich seriöse Fachkräfte sowieso nur mit jahrelanger, harter Arbeit (oder "Glück" in Form eines Erbes, einer Erfindung usw).

Mangelt es dem "Opfer der schlechten Wasserqualität" jedoch an eigenem Fachwissen, der Kompetenz seriöse Informationen von Unseriösen abzugrenzen und ist schon ein gewisses Maß an Unsicherheit gesät und kann genährt werden...

Dann verdienen selbsternannte "Biophysiker", die weder studiert noch gelernt haben.
Dann verdient man nicht ein paar Euro mit Teststreifen, sondern drei- oder gar vierstellige Summen mit Verkauf und "Wartung" von (im Bestfall) wissenschaftlich nachweisbar vollkommen sinnlosen Wasserfilteranlagen usw UND man erntet nicht nur ein erhebliches Einkommen ohne in Aus- oder Weiterbildung zu investieren, man steht auch noch als Retter da, denn wer sonst hätte den armen Bürger vor dem Trinkwasser bewahrt mit dem "Die Elite" je nachdem welche VT man grad vermarktet die Gedanken des Bürgers kontrollieren will oder zum großen Schlag der Bevölkerungsdezimierung ausholt.

Deine nächste Frage:
DearMRHazzard
schrieb:
Woher kommen diese Zweifel ?
Deine Antwort:
DearMRHazzard
schrieb:
Weil man den Behörden und Regierungen nicht traut.
Meine alternative Antwort:
Meistens liegt der Anfang in der Bequemlichkeit. Das ist nicht einmal so abwertend gemeint wie es klingt.
Es liegt in der sinnvollen Natur des Menschen keine Ressourcen zu verschwenden. Warum also weiter recherchieren, wenn man so schön bunt bebildert eine Internetseite findet, die nicht nur alles zu erklären scheint, sondern auch gleich noch Schutz vor der korrupten Elite verspricht?

Des Weiteren neigen viele Menschen dazu die "Informationen" am besten zu akzeptieren, die gut in ihr restlichs Weltbild passen, statt sich unbequemen "Abweichungen" zu stellen.
In irgendeinem anderen Thread hier postete mal jemand einem "Artikel" über "gesunde Ernährung", der komplett aus so himmelschreiendem und schon gefährlichem Blödsinn bestand, dass ich mir nicht nur die Zeit nahm ihn zumindest zu großen Teilen Zeile für Zeile richtig zu stellen.

Ich stellte auch die Frage, wie ein Artikel der:
- derart unsachlich geschrieben ist ("polarisierende" Sprache, Ausrufezeichen, teils gar Mehrere...)
- keinerlei übliche Form einhält
- Behauptungen aufstellt ohne sie zu belegen oder das auch nur zu versuchen, schon fast als wolle man den Anschein erwecken, dass Belege nicht wichtig seien..
- sich mehrfach selbst widerspricht
- keinerlei Quellenverweise enthielt
- über die Kompetenz des Autoren nichts rauszufinden ist

und Vieles, Vieles mehr als "Ganz toller Artikel!" wahrgenommen wurde.
Als Antwort erhielt ich sinngemäß: "Deckt sich halt mit vielen meiner Ansichten!"

Nicht nur in diesem Falle, sondern bei fast jedem Kunden mit dem ich zu tun habe stelle ich fest, dass "Medienkompetenz" mehr und mehr zum Fremdwort wird.

Das Problem ist nicht, dass keine guten Quellen gefunden werden könnten, sondern, dass der Anteil derer, die wissen wie man eine gute von einer schlechten Quelle unterscheidet schwindet.

Viele Leute machen sich nicht klar, dass wir in Zeiten leben in denen jeder irgendwas veröffentlichen kann, verbreiten und auch mit Vielem Geld machen kann.

Die Bewertung "gute/geeignete Quelle" wird nicht mehr vergeben, weil der Autor sich eine gewisse Kompetenz angeeignet hat, dargelegte Fakten mit Quellennachweisen belegt, die eigenen Thesen einerseits mit belegbaren Beispielen und nachvollziehbaren Erklärungsansätzen untermauert, sie andererseits aber auch selbst zur Diskussion stellt und die Möglichkeit einer Widerlegung zulässt.
Bei all dem eine sachliche Wortwahl und Formulierung beibehalten, Formatierungen nur zur Übersichtlichkeit z.B. bei Zusammenfassungen oder einem Fazit zu verwenden, Ausrufungszeichen usw vollständig wegzulassen...
Solche Qualitätsmerkmale werden von immer weniger Menschen auch als solche erkannt.

Eine "gute Quelle" ist heut zu Tage etwas, das einen bereits beim eigenen Weltbild "abholt", bereits gesäten Zweifel, Misstrauen und Co vertieft.
Rettung anbietet ohne zu beweisen dass das "wovor" überhaupt existiert.
Umfang und Qualität eines Literatur- bzw Quellenverzeichnisses spielen keine Rolle mehr um die Frage nach Belegen loszuwerden wird mehr Zeit in die Denunzierung seriöser "Konkurrenten" investiert als darein die eigene Arbeit zu belegen.
Auf gleichem Wege wird es als etwas Positives dargestellt, dass man ja ein "unvoreingenommener Mensch" sei, der nicht durch so etwas wie eine Ausbildung oder ein Studium "gleichgeschaltet" wurde.

Die Qualitäten die man selbst nicht bieten kann, weil sie unglaublich viel Zeit und Arbeit kosten würden, müssen um jeden Preis schlecht gemacht und idealer Weise in die Verschwörungstheorie mit eingewoben werden.

Dann stellst Du die Frage:
DearMRHazzard
schrieb:
Woher kommt dieses Misstrauen ?
Neben Deiner Antwort:
DearMRHazzard
schrieb:
Weil die Behörden und Regierungen ihre Arbeit entweder in dem bestimmten Fall nicht gut machen oder in der Vergangenheit nicht gut gemacht haben in anderen Fällen.
Die sicherlich hier und dort korrekt ist, sollte aber auch bedacht werden, dass der Handel mit Misstrauen, Verunsicherung und Angst bereits zu einem beachtlichen Markt herangewachsen ist.
Ein Markt dessen Begünstigte nur dann mit möglichst wenig Einsatz möglichst viel Geld verdienen, wenn sie Angst, Zweifel, Misstrauen usw. schüren bzw nur sich selbst als Ausweg präsentieren.

Man kann nicht einfach irgendwelche Steinchen gemeinsam mit einem Kupferrohr in Kunstharz eingießen und das Ding dann für ein Vielfaches des Materialwertes verkaufen.

Dazu muss man sich entweder mühsam und ohne Garantie auf Erfolg einen Namen als Künstler machen.
Oder man muss sich an einer "Verschwörung" beteiligen in der sich mehrere Leute zusammentun und systematisch Zweifel und Misstrauen an einer "Elite" und deren Absichten schüren.
Mal wird diese angebliche Elite benannt, mal bleibt sie ein großes, graues Fragezeichen.
Tut man sich zu diesen Zwecken zusammen, dann kann man sich diesen neuen und ständig wachsenden Markt aufteilen.
Der eine verdient sein Geld als "alternative Presse" bei der im Gegensatz zu den bösen "Mainstreammedien" "die Wahrheit"(tm) ausgesprochen wird.
Dass es sich keineswegs um das "reine Wahrheitsstreben" des "Moderators" handelt, sondern um den Verkauf von Sendezeit wird dem Internetzuschauer verschwiegen.
Da man dem Hauptzielpublikum die "Mainstremmedien" bereits regelrecht verteufelt hat wird auch niemandem auffallen, dass es selbst auf "Kongressen", keine Diskussionen gibt, keine "Streitgespräche" mit unterschiedlichen Meinungen.
Der "VT-Markt" funktioniert dann am Besten, wenn man sich einig ist, dass "die Elite" uns Bürger am liebsten versklaven oder ausrotten würde.
Man muss eine vereinte Front zeigen, denn nur den Markt hat man unter sich aufgeteilt, Kunden und die Basis sind gemeinsam.

So kann der eine die Sendezeit an seinen "guten Freund und Mitwahrheitssucher" verkaufen und ihm für die tolle und selbstlose Arbeit gratulieren, der dieses Geld wiederum mit dem Verkauf von Büchern über eine der tausend verschiedenen Wahrheiten über dies und jenes, "Kunstharz-Kupferrohr-Chembustern", ganz großartigen Wasserfiltern, unverzichtbaren Nahrungsergänzungsmitteln, dem Mittel gegen Krebs usw verdient.

All das funktioniert nur dann möglichst reibungslos, wenn die Angst vor der imaginären "Elite" befeuert wird, Studium und Ausbildung nicht nur als überflüssig, sondern gar als schädlich hingestellt wird und man sich so eine vollständig unkritische Kundenmasse heranzüchtet, der man beigebracht hat den wirklich skeptischen "Fragensteller", als "Schlafschaf" zu beschimpfen oder sogar als "bezahlten Agenten" wovon genau ist dann wieder nicht wichtig.

Eins ist aber mal sicher:
Diesen Markt kann man nicht einfach "verbieten".
Man kann diese Verblendung und das Ausnutzen Selbiger nicht einfach strafbar machen und dann wird alles gut.

Man muss an die Wurzeln gehen.

"Medienkompetenz" müsste ein Schulfach sein, denn es kann nicht sein, dass neben mir Leute an der Uni sitzen, die nicht mal wissen, wie man eine Quellenangabe prüft bzw das man sowas braucht, wenn man eine Arbeit über irgendwas anfertigt.

"Wie aus dem befeuern von Angst, Misstrauen und Co ein Markt wurde." muss ebenfalls gelehrt werden und der gesunde, menschliche Instinkt muss geweckt werden, der erkennt, dass irgendetwas faul sein muss, wenn es bei all diesen angeblichen Wahrheitssuchern niemals ein öffentlich ausgetragenes Streitgespräch gibt, niemals Diskussionen mit der Erörterung verschiedener Standpunkte..
Denn DAS kann man gar nicht tun, ohne das das Publikum Wind davon bekommt, wie man Pro- und Kontraargumente auf ihren Wert hin überprüfen kann und das wäre für das VT-Kartenhaus sehr gefährlich.

Wenn man ein Problem entweder mit Strafe lösen könnt oder mit Bildung, dann ist der Weg der Bildung üblicher Weise der "Bessere".


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otternase
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Verschwörungstheorien unter Strafe stellen?

14.01.2020 um 18:21
es gab Zeiten, da galt der Gedanke, dass nicht die Erde im Mittelpunkt des Universums stehe, als "Verschwörungstheorie", nicht nur beim Papst, sondern auch damalige Wissenschaftler, Astronomen erstellten komplizierte wissenschaftliche Theorien über den Lauf der Planeten, um dieses Weltbild zu stützen

es gab Zeiten, da galt die Annahme, dass Fernwirkungen wie Licht, Gravitation, elektrische und magnetische Felder durch einen materielosen Raum sich ausbreiten könne, als "Verschwörungstheorie" und anerkannte wissenschaftliche Erkenntnis war die Existenz eines "Äther", eines Mediums als Träger dieser physikalischen Effekte

es gab Zeiten, da galt die Evolutionstheorie als "Verschwörungstheorie", nicht nur in der Kirche, sondern auch in der Wissenschaft

aber auch ganz aktuell:

es ist noch nicht lange her, dass die Existenz von "stay behind" Untergrundorganisationen und gar deren Aktivitäten als "Verschwörungstheorie" galten, erst die Aufklärung des Anschlags von Bologna von 1980 hat das rund 15 Jahre später zu tage gefördert...

es ist noch nicht lange her, dass jemand, der behauptete, dass die Amerikaner den Internetverkehr großflächig überwachen, als "Verschwörungstheoretiker" abgestempelt wurde, seit der NSA Affäre wissen wir mehr...

Watergateaffäre und Iran-Contra-Affäre galten zunächst auch als "Verschwörungstheorien"

es galt als "Verschwörungstheorie", dass die USA am Sturz des iranischen Premier Mossadegh 1953 beteiligt waren. Seit 2009 ist dank einer Veröffentlichung von Obama bekannt, dass UK und USA im Rahmen der Operation Ajax den Sturz inszeniert hatten.

es galt als "Verschwörungstheorie", dass der Tonkin-Zwischenfall, der zum Kriegseintritt der USA gegen Vietnam führte, von den USA inszeniert wurde. Seit 2005 ist bekannt, dass der angebliche Torpedoangriff durch Nordvietnam vorgetäuscht wurde.

es galt als "Verschwörungstheorie", dass Tabakkonzerne Zigaretten süchtigmachende Zusatzstoffe zusetzen, inzwischen ist dies bewiesen worden

es galt lange als "Verschwörungstheorie", dass der CIA es geduldet und sogar unterstützt hat, dass den USA wohlgesonnene Terrorgruppen in Mittelamerika sich durch Drogenschmuggel in die USA finanziert haben, und dass die Drogen ganz gezielt vorwiegend in den überwiegend von Schwarzen bewohnten Gegenden angeboten wurden

Zusammenfassend:
nicht jede Verschwörungstheorie ist wahr, aber viele Wahrheiten gelten anfänglich als Verschwörungstheorien


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Verschwörungstheorien unter Strafe stellen?

14.01.2020 um 19:25
otternase
schrieb:
nicht jede Verschwörungstheorie ist wahr, aber viele Wahrheiten gelten anfänglich als Verschwörungstheorien
Deswegen bin ich dafür, alle Äußerungen, die als VT angesehen werden, zu verbieten, den Autor von der VT-Stasi überwachen zu lassen, ihm Handy und Computer zu entziehen und die Zunge heraus zu schneiden. Nur so ist gewährleistet, das das System sich bis in alle Ewigkeit behaupten und seine Menschenbeglückungsfunktion weiter erfüllen kann.


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Verschwörungstheorien unter Strafe stellen?

14.01.2020 um 22:08
@Rasenmayer
Rasenmayer
schrieb:
Wenn es danach ginge, würde sich niemand mehr trauen, neue Theorien aufzustellen, die (noch) nicht wissenschaftlich belegbar sind,
Eine Theorie ist immer etwas, dass wissenschaftlich belegt ist, und ein These muss dermaßen gestaltet sein, dass sie belegbar oder falsifizierbar ist.

Was Du meinst, sind einfach nur Ideen, Annahmen, bestenfalls Hypothesen.

Im Grunde genommen ist der Ausdruck Verschwörungstheorie ohnehin bereits Unsinn. Da VT nicht belegt oder belegbar sind, sind sie auch gar keine Theorien.


@otternase
otternase
schrieb:
es gab Zeiten, […] nicht die Erde im Mittelpunkt des Universums stehe, […] dass Fernwirkungen wie Licht, Gravitation, elektrische und magnetische Felder durch einen materielosen Raum sich ausbreiten könne, […] die Evolutionstheorie als "Verschwörungstheorie",
Nö. Die gatlen als falsch oder als Gotteslästerung.

Obendrein hinken Deine Beispiele, denn all diese Annahmen/Thesen wurden von den Erstellern nicht einfach ohne jede Forschung und Belege einfach mal so dahin geplaudert, sondern waren das Resultat von seriöser Forschung, Arbeit und Überprüfungen. Es gab und gibt Belege für diese Behauptungen/Theorien, und sie lassen sich reproduzierbar überprüfen.
Galileo & Co haben sich nicht einfach etwas ausgedacht und dann die Fakten ignoriert, nur um etwas Anderes behaupten zu können, sondern sie haben erst einmal Phänomene beobachtet, aufgezeichnet, berechnet, und dann erst ihre Schlüsse gezogen, die sie sie wiederum wiederholt überprüft haben. Mittels Beobachtung und Berechnung.

Nichts davon gilt für VTs und VTler, die einfach irgend etwas, meistens das Gegenteil dessen, das als gesichert gilt, behaupten, auch dann noch, wenn es längst widerlegt ist. Weshalb das Galileo Gambit stets ein unsinniges Argument ist. Und "Theorie" das falsche Wort für Verschwörungsunsinn.


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Verschwörungstheorien unter Strafe stellen?

15.01.2020 um 10:45
Warum unter Strafe stellen? Man muss nur nicht so blöd sein, und jeden Scheiss, der aus Profitstreben oder politischer Propaganda verbreitet wird, auch glauben. Nachdenken lässt sich nicht per Gesetz erzwingen.


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Verschwörungstheorien unter Strafe stellen?

15.01.2020 um 15:13
Doors
schrieb:
Nachdenken lässt sich nicht per Gesetz erzwingen.
Wenn eigene Recherche und Bildung aber mit Arbeit verbunden ist? Dann läßt man sich doch lieber alles von irgendwelchen Autoritäten vorkauen und vorverdauen. Ist doch schön, wenn einem Arbeit abgenommen wird und man nicht mehr von Dingen, die einem in seinem Glauben stören oder verunsichern würden, behelligt wird.


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Verschwörungstheorien unter Strafe stellen?

15.01.2020 um 16:05
Fraukie
schrieb:
Wissenschaft kann sich selbst "verteidigen", die Fakten finden in jeden Kopf, der nach ihnen sucht.
Leider eher ein Wunschdenken, als psychologische Realität.
Aber Verbote sind hier eben keine Alternative.
Fraukie
schrieb:
Viele Menschen möchten wissenschaftliche Dinge wissen, geschichtliche und politische Zusammenhänge begreifen ohne ein halbes Studium absolvieren zu müssen.
Vielen ist aber auch eine laienhaft aufbereitete Wissensvermittlung schon zu viel. Da ist YT Mittel der Wahl, weil es es dort oft schlüssig klingt - und das genügt. Da muss nichts fundiert sein.
Fraukie
schrieb:
Eine "gute Quelle" ist heut zu Tage etwas, das einen bereits beim eigenen Weltbild "abholt", bereits gesäten Zweifel, Misstrauen und Co vertieft.
So ist es. Und aus diesem Mechanismus kommt man nur schlecht wieder raus. Egal wie gut eine wissenschaftlich fundierte und laiennahe Erläuterung sein mag.
Fraukie
schrieb:
Man muss an die Wurzeln gehen.

"Medienkompetenz" müsste ein Schulfach sein, denn es kann nicht sein, dass neben mir Leute an der Uni sitzen, die nicht mal wissen, wie man eine Quellenangabe prüft bzw das man sowas braucht, wenn man eine Arbeit über irgendwas anfertigt.
Das ist sicher richtig. So früh wie möglich.
otternase
schrieb:
es gab Zeiten, da galt der Gedanke, dass nicht die Erde im Mittelpunkt des Universums stehe, als "Verschwörungstheorie", nicht nur beim Papst, sondern auch damalige Wissenschaftler, Astronomen erstellten komplizierte wissenschaftliche Theorien über den Lauf der Planeten, um dieses Weltbild zu stützen
Das waren aber politisch bzw. religiös geprägte Gründe. Also quasi eine VT mit vielen Unterstützern.


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Verschwörungstheorien unter Strafe stellen?

15.01.2020 um 22:34
@Mythbuster189
Mythbuster189
schrieb am 11.01.2020:
Man würde so nicht nur Wissenschaftsfeindlichkeit, sondern auch den Rechtsruck in Europa, Amerika und anderen Kontinenten stoppen.
Ach, würde man das? Mal abgesehen davon, dass ein derartiges Gesetz nur in einer juristischen Katastrophe enden kann, bezweifle ich stark, dass die von dir genannten Effekte tatsächlich eintreten würden. Es ist wohl eher so, dass man damit einem totalitären System den Weg ebnet.


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Verschwörungstheorien unter Strafe stellen?

16.01.2020 um 02:31
DearMRHazzard
schrieb am 13.01.2020:
Warum gibt es VT´s ? Genau, weil Zweifel bestehen an einer offiziellen Version, sofern es eine gibt. Woher kommen diese Zweifel ? Weil man den Behörden und Regierungen nicht traut. Woher kommt dieses Misstrauen ? Weil die Behörden und Regierungen ihre Arbeit entweder in dem bestimmten Fall nicht gut machen oder in der Vergangenheit nicht gut gemacht haben in anderen Fällen. Wenn dann auch noch Intransparanz hinzu kommt dann sind VT´s nur eine logische Folgerichtigkeit.
Logisch sind die wenigsten VT - zumindest wenn man mal genauer hinschaut.

Hier mal ein paar Beispiele

Hat die NASA bei der Mondlandung Mist gebaut?
>nope, nicht mal bei der Kommunikation.


Die Menschheit bei der runden Erde?
> viele unterstellen, das diese Meinung unter den Menschen im Mittelalter (auch durch die Kirche befördert) verherrschte, was nicht stimmt. Im Gegenteil weiß man schon sehr lange, das die Erde eine Kugelform besitzt.

Die WHO, das RKI, etc. beim Impfen?
> Was bitte sollen die sonst noch machen? Entgegen viele IG sind Beipackzettel vorhanden, Risiken und Inhaltsstoffe einsehbar, es wird aufgeklärt, es gibt frei einsehbare Statistiken über Imfschäden, frei einsehbare Studien, etc. Es wird also offen kommuniziert - und dennoch gibt es genug IG, die eine Verschwörung sehen.

Die BRD, DDR, USA, GB, FR und SU bei den 2+4 Gesprächen?
> Alle Verträge sind einsehbar, man hätte Dinge anders machen können - aber wesentlich besser als das Ergebnis? Alle Theorien über den Fortbestand der DDR, die Abschaffung Deutschlands, die noch andauernde Besetzung, etc. haben eines gemeinsam: Sie entspringen fehlender Sachkenntnis, gepaart mit fehlenden Fähigkeiten. Bei einigen der Reichsdeppen spielt noch völlige Dummheit mit rein

Die UNO bei der sogn. "Feindstaatenklausel"?
> Wissen vielleicht nicht viele aber DE steht tatsächlich noch in dieser Klausel. Dennoch hat es keine Bedeutung, der Grund ist schlicht der Aufwand es zu ändern. Das wird von der UNO auch so kommuniziert. Dennoch gibt es Menschen die iVm dem angeblich fehlenden Friedenvertrag hübsche Wahnvorstelllungen Theorien basteln


Natürlich bauen Behörden und Regierungen Mist und das ist in den letzten Jahren nicht besser geworden (meine subjektive Meinung, Umfragen zeigen jedoch, daß das Vertrauen sowohl in die Regierenden, als auch in die Parteien sinkt). Und das muß man auch öffentlich kritisieren!

VT sind jedoch keine Kritik und auch keine Form von Kritik. Bei den meisten wirklichen VT merkt man recht schnell, das die Fakten der Theorie angepasst wurden - oder auch gerne mal ignoriert werden. Jedoch erstellt man Theorien so nunmal nicht! Und die meisten werden auch nicht von Fachleuten erstellt sondern von Laien. Natürlich darf sich jeder zu allem äußern, auch wenn er das Thema/Sachgebiet nicht studiert hat. Nur sollte man sich dann auch in die entsprechende Materie ein wenig einarbeiten. Und da ist es auch notwendig, sich an Fachleute/-literatur zu wenden. Ich behaupte hingegen, das viele VTler dies eben nicht, oder nicht richtig tun. Soll heißen, sie "basteln" entweder allein - oder suchen sich nur Fakten, die ihre Sicht bestätigen. Widerspruch wird mit Ignoranz begegnet - und das Thema "nach Quellen fragen" kennen wir hier nur zu gut: "Informier dich selber", Youtubelinks, Internetseiten die jeder Beschreibung spotten. Gerne wird auch nicht darauf reagiert.

Das alles unter Strafe stellen? Die Leugnung des Holocaust steht zu recht unter Strafe, da können Haverbeck, Schäfer und Co noch so sehr zetern und weinen. SpoilerDa der Holocaust aber eine der am besten erforschten Begebenheiten der Geschichte darstellt ist es eben keine Meinung, das er nicht stattgefunden hat. Der Vergleich hinkt an vielen Stellen aber 1+1=3 ist auch keine Meinung, es ist die Leugung einer Tatsache. Beim Holocaust kommt aber eben noch dazu, das es ein auf sämtlichen Ebenen (eigentlich) unvorstellbares, explizit deutsches Verbrechen war. Somit spielt hier Ethik und Moral eine weitere Rolle. Die VTler der Mondlandung leugnen zwar auch eine Tatsache. Diese verletzt aber eben niemandes Menschenwürde derart, wie es die Leugnung des HC eben tut. Also muss eine Demokratie das aushalten!

Ein weiterer Aspekt ist, wie schon angesprochen, wer würde Festlegen was strafbar ist?
Die Regierung? Mir würden da ein oder zwei Parteien einfallen, die sich zumindest im stillen Kämmerlein danach sehnen. Ich wage zu bezweifeln, das unsere Regierung eine neutrale Gesetzgebung hinbekommen würde. Dazu kommt, das sich heutzutage eh schon viele in einem orwellschen Staat wähnen.

und wer überwacht es?
Die Presse, eigentlich eine der wichtigsten Instanzen zur Überwachung der Einhaltung von Gesetzen? Ich habe da so meine Zweifel.

Die Justiz? Eigentlich eine gute Idee, fallen solche Aufgaben doch schon heute (Thema Meinungsfreiheit) in ihre Verantwortung. Es bleibt aber, das die Justiz nur nach geltenden Gesetzen handeln und urteilen kann. Was mich zur Regierung bringt, die eben diese Gesetze erläßt (streng genommen die verschiedenen Instanzen in Bundestag und Bundesrat) "Das Volk"? Eher nein, dem würde ich dabei nicht trauen. Für die notwendige, neutrale Überwachung zu Einhaltung würde mir niemand einfallen.


Und wo fängt man an?
Ist es schon strafbar, die Mondlandung zu bezweifeln? Immerhin könnte man argumentieren, das man damit einem Neil Armstrong der Lüge bezichtigt, ihn also zumindest in seiner Würde verletzt. Oder ist die Verbreitung dieses Meme, das Merkel als des GröFaZ Tochter darstellt strafbar? Auch wenn es außerhalb der Schwurblerkreise keine Glaubwürdigkeit besitzt und definitiv falsch ist - es ist meiner Meinung nach nicht nur eine Lüge, es ist ehrverletzend bzw beleidigend. Aber trotzdem stellt es keine Straftat dar und das ist auch gut so. Immerhin wurde im Zuge des Gedichtes von Böhmermann der Paragraph 103 StGB abgeschafft - und dann wollen wir neue Paragraphen einführen, die tatsächlich die Meinungsfreiheit beschränken würden/könnten?

Nein, eine Strafbarkeit von VT wäre eine große Unterwanderung der Demokratie - und das in einer Zeit, in der scheinbar viele Menschen den Begriff "Meinungsfreiheit" und seiner Grenzen schon nicht wirklich verstehen (wollen). Es wäre dazu ein Schritt in Richtung einer Welt, in der DE, und auch einige andere Länder, schon einmal war. Und in dieser Welt gab es nur eine Meinung - und Denunzianten hatten ihre große Zeit.


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Edelgard
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Verschwörungstheorien unter Strafe stellen?

16.01.2020 um 20:00
Es ist alarmierend, dass es Leute gibt, die sowas fordern. Sind wir mal wieder soweit? Aus der Geschichte nichts gelernt? Unfassbar sowas.


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Verschwörungstheorien unter Strafe stellen?

16.01.2020 um 22:12
Holocaustleugnung ist schon verboten.

Bei Impfen würde vermehrt Aufklärung helfen

Aber jetzt z.B. eine VT über irgendwelche lichtempfindliche Echsenmenschen, welche in der Hohlerde leben und gerne Menschenfleisch essen, zu verbieten, wäre etwas übertrieben. :troll:


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Verschwörungstheorien unter Strafe stellen?

18.01.2020 um 14:30
Verschwörungstheorien sind ja auch Unterhaltung. Es gibt nur wenige Menschen die VT für echt halten. Ich hab mir früher auch gerne die 9/11 VT angeschaut oder die Ancient Aliens. VTs überlegen sich eben was alternativ zu Ereignissen noch hätte passieren können und da kann man oft sagen, Geheimdienste hätten was inszeniert. Ist eben schön für Menschen die nicht so schlau sind, dass sie auch mal was besser wissen dürfen. z.B. Da reicht dann eine Formel das Menschen nur 0,001% CO2 verursachen und schon ist klar, das ist eine sehr geringe und nicht relevante Menge und damit gibt es den menschengemachten Klimawandel nicht mehr. Und Hans Huber hat das im Internet herausgefunden mit dieser Formel und ist damit bedeutend schlauer als der Rest der Menschheit - ist doch toll für ihn. Das er sich verrechnet hat und vielleicht doch die Klimaforscher recht haben und nicht Hans Huber mit seiner Internetformel - das herauszufinden ist der Weg vom Aberglauben zur Aufklärung.


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Verschwörungstheorien unter Strafe stellen?

18.01.2020 um 17:13
@Mythbuster189

Die Idee wird ganz schnell zu einem Backfire. - Schon jetzt glaubt jeder Verschwörungstheoretiker das sobald man gegen seinen Glauben argumentiert, es um einen bezahlten Schreiberling handelt. Und er deswegen der Wahrheit auf die Spur gekommen ist.
Eine Strafe würde die dann nur in ihrer Haltung auch noch bestärken, das man nun das politisch verfolgte Opfer ist, das die böse Elite auf einen gehetzt hat...

Es wird letztenendes nichts bewirken. Sondern die Behörden mit noch weiteren unangenehmen Spinnern belasten, die bisher vielleicht nur im Internet aktiv waren.


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Verschwörungstheorien unter Strafe stellen?

18.01.2020 um 18:35
Verschwörungstheorien sind eher ein psychologisches Problem. Das darf man nicht strafen, sondern höchstens psychologisch behandlen. Nur haben harmlose Verschwörungstheoretiker keinen Leidensdruck zum Psychologen zu gehen, und solange sie niemandem schaden können sie machen wie sie wollen.


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