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Definitionsproblem mit dem Atheismus

172 Beiträge, Schlüsselwörter: Atheismus, Definition, Theismus

Definitionsproblem mit dem Atheismus

18.09.2016 um 05:28
@herberttig
Die Religiösen, die ich kenne, sind sich allerdings auch ziemlich sicher. Sie sagen eben: "Ich weiß, dass Gott existiert."

@Labor-Ratte
Was ist mit atheistischen Religionen? Also nicht dem Atheismus als Religion, sondern atheistischen Religionen?


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Labor-Ratte
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Definitionsproblem mit dem Atheismus

18.09.2016 um 05:32
@CountDracula
CountDracula schrieb:Was ist mit atheistischen Religionen? Also nicht dem Atheismus als Religion, sondern atheistischen Religionen?
Was soll damit sein? Der Atheismus ist ein sehr weiter Begriff.


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Definitionsproblem mit dem Atheismus

18.09.2016 um 05:33
@Labor-Ratte
Na ja, von einigen, die ich kenne, wird "atheistisch" mit "areligiös" gleichgesetzt


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Labor-Ratte
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Definitionsproblem mit dem Atheismus

18.09.2016 um 05:38
@CountDracula

Achso. Das ist aber auch nicht wirklich richtig. Der Begriff Atheismus ist so weit gefasst, dass er auch so etwas beinhalten kann. Aber das bedeutet nicht zwangsweise, dass dies auch für jede atheistische Sichtweise so sein muss. Da gibt es so viele verschiedene Auffassungen, dass man den Oberbegriff "Atheismus" kaum irgendwo in seiner Gesamtheit zuordnen kann. Oft passen viele Zuordnungen nur zu ganz bestimmten Unterkategorien. Da ist es schwer zu verallgemeinern. Ich bin auch kein Freund davon zu verallgemeinern.


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noilluminati
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Definitionsproblem mit dem Atheismus

18.09.2016 um 08:08
@Labor-Ratte
Labor-Ratte schrieb:Begreifst du den Unterschied zwischen den beiden Aussagen mitlerweile?
Ja, da war der Fehler. danke.


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dedux
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Definitionsproblem mit dem Atheismus

18.09.2016 um 09:05
noilluminati schrieb:Ich will den Unterschied zwischen Theismus, Atheimus und Agnostiker verstehen.
Es gibt keinen Unterschied. Es sind Ismen, in die sich Menschen kleiden, aber es macht sie nicht zu anderen Menschen, auch wenn sie das glauben.
Freiheit ist, sich selbst Grenzen zu setzen. Das gilt, wenn der Mensch sich dessen bewusst ist.

Wie begrenzt ein Mensch ist, sieht man daran, wie er sein Konstrukt lebt, als Teil seiner Selbstbegrenzung oder als Teil den es zu verteidigen gilt.

Wo Sicherheit ist, da ist Frieden, wo Unsicherheit ist, da ist Kampf. Kampf gegen sich selbst, letzten Endes.


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Definitionsproblem mit dem Atheismus

18.09.2016 um 09:12
@noilluminati
noilluminati schrieb:Zunächst mal geht es in den Aussagen um das Wissen um Gott:

Aussage A: Es gibt Gott.
Aussage B: Es gibt Gott nicht.
Aussage C: Es gibt Gott oder es gibt Gott nicht.
Aussage A und B sind Richtige Gegensätze. Denn entweder gibt es einen Gott oder es gibt keinen Gott.
Man kann also eine dieser Positionen beziehen, denn sie schliessen sich aus.
Als Atheist kann man durchaus sagen dass es Gott nicht gibt. Das hängt aber stark von der Definition des Gottes ab.
Diese Form des Atheismus kann man auch als Anti-Theismus Definieren. Diese Aussage das Gott nicht existiert, kann aber in einem gewissen Sinne zu einer Beweispflicht führen. Aber wie gesagt das hägnt dann mit der Definition des Gottes und der Argumente zusammen.

Als Atheist kann man aber auch die Aussage der Theisten das ein Gott Existiert ablehnen. Das heisst man ist der Meinung das der Theist in seiner Argumentation nicht überzeugend ist.

Diese zweite Form des Atheismus ist nun nicht mehr als die Aussage das man den Theisten nicht glaubt.
Das heisst aber noch nicht dass man glaubt dass dieser Gott nicht existiert. Man wartet ab was sich noch ergibt um sich eine Meinung bilden zu können.
Diese Haltung ist also eher Neutral. Dies aus Mangel an guten und überzeugenden Argumenten.

Um die Definition zu präzisieren könnte man auch noch die Agnostiker dazu nehmen.
Selber bezeichne ich mich ja als Agnostischen Atheisten.
Ich lehne denn glauben der Theisten ab, aus den oben aufgeführten Gründen, sehe aber auch keine Beweise der Gnostiker die wissen das ein Gott existiert.

Aus Mangel an Beweisen glaube ich also nicht das ein Gott existiert.

@CountDracula
CountDracula schrieb:Wieso pochen so viele Atheisten eigentlich regelrecht darauf, an nichts zu glauben? Manche fühlen sich regelrecht beleidigt, wenn Atheismus zu Glaubensrichtungen gezählt wird...
Ich denke mal es wird darauf gepocht das man nicht blind glaubt, also ohne einen guten Grund.

Beleidigend finde ich das nicht, aber wenn man zu oft liest das Atheismus ein glauben ist, obwohl es ja eben die Ablehnung des Glaubens ist, dann ist das manchmal ermüdend.
Denn es scheint das man dies immer wieder erklärt. Etwas nicht zu glauben kann ja nicht gleichzeig heissen das man es glaubt.
Genau wie 'nicht Tennisspielen' kein Sport ist, ist Atheismus kein glaube.


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dedux
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Definitionsproblem mit dem Atheismus

18.09.2016 um 09:46
Snowman_one schrieb:Beleidigend finde ich das nicht, aber wenn man zu oft liest das Atheismus ein glauben ist, obwohl es ja eben die Ablehnung des Glaubens ist, dann ist das manchmal ermüdend.
Das Problem liegt im Ismus. Wenn einer von Gott redet und ein anderer darauf reagiert, dann erschafft dieser Jemand eine Simulation innerhalb seiner inneren Welt, die zu einer Vorstellung führt, wie der eine das meint. Zu dieser Vorstellung gehört auch ein Glauben, sonst ist die Vorstellung unvollständig.

Ein Atheist ist also so lange ein Atheist, wie er sich in der Simulation befindet, und glaubt dann nicht an das, was er glaubt, was der andere glaubt. Befindet er sich außerhalb dieser Simulation, ist er Horst oder Uschi, weil seine/ihre Eltern sie/ihn vielleicht so nennen.

Man sollte einfach die Begrenztheit von Begriffen akzeptieren und muss sich unter dem Einfluss eines Begriffes diesem beugen.


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Definitionsproblem mit dem Atheismus

18.09.2016 um 10:37
Ich würde es für mich so formulieren:
Ich glaube nicht, das es Gott nicht gibt; ich glaube nicht an Gott.

Wenn ich explizit glauben würde, das Dinge, die sich irgendjemand irgendwann mal ausgedacht hat; oder denken wird, nicht existieren, dann müsste ich von ganz schön vielem glauben, das es nicht existiert. Sogar von Dingen, von denen ich noch gar nicht weiss, das ich nicht glauben werde, das sie existieren.

Gott kommt in meinem Universum einfach nicht vor, ausser als Figur in einem Fantasyroman.


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Definitionsproblem mit dem Atheismus

18.09.2016 um 11:26
@noilluminati

Das Hauptproblem liegt darin, dass du Atheismus generell als das Gegenteil von Theismus siehst.
Mehr noch in Atheismus ein Glaubenssystem siehst, was nur eine Umgekehrte Aussage hat zu Theismus.

Dies ist aber per se falsch.

Atheismus ist erst einmal nur das Fehlen von Glauben. Es wird keine Glaubensaussage über Gott getätigt.

Das ein Atheist danach zusätzliche Aussagen treffen kann ist ohne weiteres möglich.
Solange er die korrekten Wörter zur Beschreibung dieser Aussagen trifft.

Ich bin Atheist, aber es gibt soweit ich das erkennen kann, keine empirischen Beweise für die Existenz eines Gottes.
In diesem Falle ist die Aussage sehr klar auf empirische Beweise gerichtet und das der Atheist klar seinen persönlichen Erfahrungshorizont mit einbezieht.

Wie gesagt, das Hauptproblem ist einfach, dass du im Atheismus eine Gegenposition siehst, dabei ist sie das nicht. Sie ist das Fehlen von Glaube.

Wenn man an etwas nicht Glaubt, es also aktiv nicht tut, steht man dem nicht Gegenüber.
Wenn ich keinen Fussball spiele, dann beschreibe ich nicht die Qualität von Fussball, sondern spiele aktiv kein Fussball.

Atheismus ist eben kein Glaubenssystem und keine Gegenposition.

Für einen Theisten kommt dies nur so rüber, da für sie das Fehlen von Glauben, automatisch eine Aussage gegen den sehr individuellen und persönlichen Glauben darstellt, denn wenn jemand den Glauben nicht teilt, muss man ja gegen ihn sein.

Dabei ist die "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich!"-Mentalität im Glauben das absurdeste überhaupt.


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Definitionsproblem mit dem Atheismus

18.09.2016 um 12:03
Glaube bedeute, eine Annahme für sich anzunehmen, die über das empirisch Nachweisbare hinaus reicht.
Das ist der Fall, wenn man an einen Gott glaubt.
Atheismus trifft hingegen keine Aussagen, die den aktuellen Erkenntnisstand überschreiten, daher ist es kein Glaube.


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TunFaire
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Definitionsproblem mit dem Atheismus

18.09.2016 um 13:30
@noilluminati
Es gibt noch eine weitere Gruppierung zu der ich mich zähle.

Es ist weder zu belegen noch zu widerlegen. Und spielt auch keine Rolle.
Es ist mir egal ob es einen Gott gibt. Hat die gleiche Relevanz wie z.B. die Frage wer gerade in Nigeria die Macht hat. (Wobei letzteres als Frage lösbar ist. Das ist halt bei Gott nicht der Fall)
Man kann über beides diskutieren und das mach ich auch. Aber es hat im täglichen Leben außerhalb Allmy keine Relevanz.


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Definitionsproblem mit dem Atheismus

18.09.2016 um 13:44
Das ist genauso wie, wenn ich auf der Fernbedienung des Fernsehers die Taste OFF drücke. Dann gucke ich auch keinen anderen Sender, nur weil ich einen bestimmten Sender nicht gucke. Vielleicht kann man es sich ja so merken ...


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Definitionsproblem mit dem Atheismus

18.09.2016 um 13:56
@BioGenEthiker
BioGenEthiker schrieb:Das ist genauso wie, wenn ich auf der Fernbedienung des Fernsehers die Taste OFF drücke. Dann gucke ich auch keinen anderen Sender, nur weil ich einen bestimmten Sender nicht gucke. Vielleicht kann man es sich ja so merken ...
Schaust du den Fernseher denn weiterhin an, nachdem du ihn ausgeschaltet hast? :P


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Definitionsproblem mit dem Atheismus

18.09.2016 um 15:47
@Snowman_one
Snowman_one schrieb:Ich denke mal es wird darauf gepocht das man nicht blind glaubt, also ohne einen guten Grund.
Da hätten wir wieder so ein Definitionsproblem. Religion wird von einigen als "blinder Glaube" definiert. Dass es aber auch religiöse Menschen gibt, die hinterfragen, bevor sie einfach glauben, was ihnen erzählt wird, wollen sie nicht hören. Das habe ich alles schon erlebt, und das finde ich schade.


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Definitionsproblem mit dem Atheismus

18.09.2016 um 20:05
@VirtualOutrage
VirtualOutrage schrieb:Schaust du den Fernseher denn weiterhin an, nachdem du ihn ausgeschaltet hast?
Na klar, es ist immer wieder großes Kino, wenn sich Fundamentalisten gleich welchen Lagers miteinander in die Haare kriegen ... :D


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Definitionsproblem mit dem Atheismus

19.09.2016 um 09:55
CountDracula schrieb:Da hätten wir wieder so ein Definitionsproblem. Religion wird von einigen als "blinder Glaube" definiert.
Das Wort „Faith“ beschreibt den blinden glauben für mich wohl etwas besser.
„Believe“ wäre dann eben glauben.
Wenn ich sage das ich glaube das morgen die Sonne aufgeht, dann geht dies mehr in Richtung wissen das die Sonne morgen aufgeht.
Spreche ich aber davon dass ich glaube das es Wichtel gibt, ist das Wort glaube hier eher weniger mit Wissen verbunden.

Deshalb auch die Unterscheidung von Glauben und blindem glauben.
CountDracula schrieb:Dass es aber auch religiöse Menschen gibt, die hinterfragen, bevor sie einfach glauben, was ihnen erzählt wird, wollen sie nicht hören. Das habe ich alles schon erlebt, und das finde ich schade.
Das Problem das ich als Atheist habe ist eben das mir noch nie ein triftiger Grund genannt wurde warum an einen Schöpfer glauben sollte. Deshalb bin ich ja Atheist. Mich überzeugen ja die Argumente der Theisten nicht.
Ein persönliches Erlebnis ist eben nicht mehr als das und leider für andere nicht mehr als eine Anekdote.

Man hört nun seit Hunderten Jahren die gleichen Argumente. Sie ändern sich nicht gross und man hat dann manchmal das Gefühl alles schon mal gehört zu haben.


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Definitionsproblem mit dem Atheismus

19.09.2016 um 21:59
@Snowman_one
Ich bin atheistisch und trotzdem religiös ;)


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Definitionsproblem mit dem Atheismus

19.09.2016 um 23:38
CountDracula schrieb:Ich bin atheistisch und trotzdem religiös ;)
Mich interessiert brennend welchen evolutionären Vorteil dieses Phänomen, Religös zu sein, dem Menschen brachte?


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Definitionsproblem mit dem Atheismus

20.09.2016 um 00:17
@fritzchen1
Gute Frage. Vielleicht sollten wir dazu erst mal definieren, was "religiös" bedeutet: Glaube an Gott oder nur, dass man einer Religion angehört?


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