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Was war zuerst - Raum oder Zeit?

2.357 Beiträge, Schlüsselwörter: Gott, Universum, Wissenschaft, Urknall, Unendlich, .., Die Ersten Teilchen

Was war zuerst - Raum oder Zeit?

28.07.2020 um 06:19
Libertin
schrieb:
eine Raumausdehnung nur zwischen den Objekten
Ich kann nicht weiter gucken, als ich alt bin.
Das fällt mir dazu ein.
Also wenn zwischen zwei Objekten die Distanz immer
größer wird und das meinetwegen auch mit
Lichtgeschwindigkeit, wird jede Beobachtung, egal wie
lange sie dauert, nicht länger dauern, als das Objekt der
Untersuchung selbst alt ist.
Es wird also im Weltall nach den ältesten Galaxien gesucht
und weil keine älteren gefunden werden , nimmt man an,
so alt ist auch das Universum. Solche Galaxien sind
natürlich extrem weit weg und ich denke nun, sie können
nicht weiter weg sein, als sich Licht in der Zeit seit ihrer
Entstehung hat ausbreiten können.

Wenn die Raumausbreitung also von der Distanz
zwischen den einzelnen Gliedern einer Menge
bestimmt wird, dann kann der Raum nur dahin aus
gebreitet werden, wo das, was Raum ist, auch sein kann.

Da ist ja keine Kante im Universum, wo eine andere Welt
existiert, die wir nicht sehen können, weil der Raum in
dem wir leben dahin nicht ausgedehnt werden kann.

Kanten-Universum 1Original anzeigen (0,5 MB)
Libertin
schrieb:
Da bist Du aber immer noch bei kausalen Zusammenhängen
Soll es denn erst Grund und Ursache für das Universum
geben, seit es entstanden ist ?
Vor 15 Milliarden Jahren konnte noch kein Universum
sein...aber dann - ganz plötzlich - vor 13,8 Milliarden
Jahren ... da konnte dann ein Universum sein. Da jetzt
zu fragen, warum das so ist, bildet natürlich eine
Kausalkette und wir stellen uns die Grenze zwischen
"Nichts" und unserer Welt in der Entstehung mit einem
riesen Knall vor.

Hier Nichts #RUMMS# schöne Sterne 🤔
Libertin
schrieb:
Wie will man also Zeit ohne jegliche Ereignisse festmachen?
So denke ich auch bei meiner Aussage.
Wenn nichts passiert, kann man auch nicht sagen, wie
lange es gedauert hat.


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Was war zuerst - Raum oder Zeit?

28.07.2020 um 08:05
nachdem die "geschwindigkeit" (c) konstant ist, sind "raum und zeit" (die raumzeit) variabel.

fuer das photon vergeht keine zeit und abstaende sind nicht mehr vorhanden, es "ist" auf jeden punkt seiner bahn "gleichzeitig".

falls das obige habwegs "korrekt" ist (?), dann waere ja doch die raumzeit nicht "fundamental"?


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28.07.2020 um 11:44
nisus
schrieb:
Ich kann nicht weiter gucken, als ich alt bin.
Das fällt mir dazu ein.
Also wenn zwischen zwei Objekten die Distanz immer
größer wird und das meinetwegen auch mit
Lichtgeschwindigkeit, wird jede Beobachtung, egal wie
lange sie dauert, nicht länger dauern, als das Objekt der
Untersuchung selbst alt ist.
Es wird also im Weltall nach den ältesten Galaxien gesucht
und weil keine älteren gefunden werden , nimmt man an,
so alt ist auch das Universum. Solche Galaxien sind
natürlich extrem weit weg und ich denke nun, sie können
nicht weiter weg sein, als sich Licht in der Zeit seit ihrer
Entstehung hat ausbreiten können.
Es ist ein Irrtum zu glauben, daß die Entfernung bis zum Beobachtungshorizont auch dem Alter des Universums enstpricht. Der Beobachtungshorizont (also der Teil des Universums, von dem uns seit dem Urknall Informationen erreicht haben können) liegt für uns daher auch nicht bei 13,8 Milliarden Lichtjahren, sondern bei 46,6 Milliarden Lichtjahre, da noch die Ausdehnung des Raumes mit berücksichtigt werden muss. Der Ereignishorizont, also der Bereich des Universums in dem ein Objekt heute max. von uns entfernt sein darf damit sein Licht uns theoretisch bei unendlich langer Zeit noch erreichen kann, liegt gemäß des kosmlogischen Standardmodells übrigens bei 16,2 Mrd. Lichtjahren.

Das Universum breitet sich nämlich sowohl unter Lichtgeschwindigkeit als auch mit Überlichtgeschwindigkeit aus. Das hängt letztlich davon ab, welche Bezugssysteme/ Galaxien Du bei der Messung zueinander in Relation setzt und welche Entfernung zwischen beiden liegt. Je weiter sie voneinander entfernt sind, desto schneller entfernen sie sich auch zunehmend voneinander. Wichtig ist hierbei vor allem zu unterscheiden zwischen der Geschwindigkeit die wir für die Lichtgeschwindigkeit (km/s) zu Grunde legen und der Hubble-Konstante, mit der die Ausdehnung des Raumes in Megaparsec (die als Entfernung einer Million Parsec bzw. etwa 3,26 Millionen Lichtjahren entspricht) bestimmt wird.

Man bestimmt also für die zunehmenden Entfernungen zwischen den Galaxien nicht nur Strecke pro Zeit, sondern auch die Expansionsrate des Universums die als zusätzliche Strecke noch mit berücksichtigt werden muss. Diverse Messungen kamen für die Hubble-Konstante inzwischen auf Werte, die zwischen 70 und 80 km/s/Mpc liegen.

Daß sich Galaxien auch mit ÜLG entfernen können widerspricht im Übrigen auch nicht der speziellen Relativitätstheorie, da es in dem Fall der Raum selbst ist der sich bewegt und nicht die Galaxien, die im Raum "eingebettet" sind.
nisus
schrieb:
Soll es denn erst Grund und Ursache für das Universum
geben, seit es entstanden ist ?
Bisher wissen wir nur, daß das Kausalitätsprinzip für unser Zeitraumkontinuum gültig ist.
nisus
schrieb:
So denke ich auch bei meiner Aussage.
Wenn nichts passiert, kann man auch nicht sagen, wie
lange es gedauert hat.
Deswegen macht es auch keinen Sinn von "Zeit" sprechen, wenn es keine Ereignisse gibt, die man zeitlich bemessen könnte.


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28.07.2020 um 13:33
Libertin
schrieb:
Daß sich Galaxien auch mit ÜLG entfernen können widerspricht im Übrigen auch nicht der speziellen Relativitätstheorie, da es in dem Fall der Raum selbst ist der sich bewegt und nicht die Galaxien, die im Raum "eingebettet" sind.
Ich habe diese Frage schon mal vor längerer Zeit in einem anderen thread gestelllt,
aber keine (vernünftige) Antwort darauf erhalten -
und zwar:

Wenn jetzt (rein theoretisch) die Raumexpansion stoppen würde,
was würde dann mit den "eingebetteten" Galaxien passieren?

1) Stehen die dann auch sofort "still"
oder
2) bewegen sie sich weiterhin mit Expansionsgeschwindigkeit fort?

Anders gefragt,
haben diese Galaxien eine "Bewegungsenergie" relativ zueinander?


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28.07.2020 um 13:35
delta.m
schrieb:
Anders gefragt,
haben diese Galaxien eine "Bewegungsenergie" relativ zueinander?
Nur wenn sie sich im Raum selbst bewegen. Daher:
1) [x]
2) [_]


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28.07.2020 um 13:37
nisus
schrieb:
Ich meine, wenn nichts passiert, kann man auch nicht
sagen, wie lange das gedauert hat. Einfach nur, weil
dieser Vorgang keine Unterscheidbarkeit in seinen
Prozessvorgängen ermöglicht. Denn es muß immer
das gleiche passieren, damit nichts passiert...
"Das Nichts ist immer gleich" :D
So ähnlich wie du stelle ich mir das auch vor. Wenn Prozesse stattfinden die reversibel sind dann gibt es keine
Veränderung (wie du schriebst: Das Nichts bleibt immer gleich). Als Beispiel für einen reversiblen Zustand könnte
man ein Teilchen und sein Antiteilchen nehmen die kurz entstehen und sich dann wieder gegenseitig vernichten.
Es findet keine Veränderung statt, alles bleibt gleich und aus solch einem Zustand heraus (einem ewigen
Quantenvakuum) könnte unser Universum durch eine Asymmetrie bei einer Fluktuation entstanden sein.
nisus
schrieb:
Zeit war auch schon vorher, nur ist nichts passiert 🤔
Evtl. könnte das sein weil in solch einem Zustand passierte ja etwas (Fluktuationen), also existierte da schon
so etwas was man Zeit nennen könnte. Es gab jedoch keine nicht-reversible Veränderung, heißt: Der Zustand
war hochsymmetrisch ( sowas wie eine Zeit ohne Zeitpfeil) oder wie ein User mal für mich treffend formulierte:
Eine Zeit ohne Zeitpfeil ist ähnlich wie eine Pendeluhr ohne Zeiger...
Außerdem gab es dort keine zunehmende Entropie von der aus gesehen man einen Zeitpfeil festmachen könnte.

Wo keine Veränderung stattfindet mach ja auch ein Zeitpfeil irgendwie keinen Sinn denn Kausalität setzt voraus
dass auf eine Ursache fortlaufend eine Wirkung erfolgt aber wenn eine Wirkung reversibel ist dann gibt es keine
fortlaufende Veränderung (alles bleibt gleich).

Es könnte aber mal in diesem "Urzustand" zu einer Fluktuation gekommen sein in dem die Symmetrie gebrochen
wurde, heißt: Auf eine Ursache erfolgte eine Wirkung die nicht mehr reversibel war (der Zeitpfeil startete so
ungefähr wie du das mit den Dominosteinen beschriebst, einmal angestoßen und es geht los), die zunehmende
Entropie setzte ein, usw.., usf...

Für mich ist die Hypothese dass der Kosmos aus einem Quantenvakuum heraus entstanden ist noch am plausibelsten
(auch wenn da sehr viele Fragen offen stehen). Es klingt für mich logischer als zu sagen: Das Universum ist aus
nichts in die Existenz geschossen worden weil in meiner Vorstellung aus etwas was überhaupt nicht existiert auch
nix entstehen kann. Naja, keiner weiß es. Evtl. kommt man der Antwort näher wenn eines Tages die Relativitäts-
theorie mit der Quantenfeldtheorie vereinigt werden kann oder wir bei der Erforschung der Gravitationswellen
näher an den Urknall "gucken" können.


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28.07.2020 um 14:13
perttivalkonen
schrieb:
Nur wenn sie sich im Raum selbst bewegen. Daher:
1) [x]
2) [_]
hmmm,

aber die Raumexpansion bewirkt doch,
dass die Abstände dieser (weit zueinander entfernten) Galaxien mit der Zeit immer größer werden.

Und damit haben sie eine Geschwindigkeit relativ zueinander ( v = s/t ),
auch wenn sie sich "selbst" nicht bewegen würden.

Daraus folgt aber, dass die relative "Bewegungsenergie" zueinander größer ist
als ohne Expansion (also nur rel. Eigenbewegung).

Diese Bewegungsenergie (Trägheit) kann ja - bei einem Expansions-Stopp nicht plötzlich verschwinden...


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28.07.2020 um 14:37
@delta.m
Auf die Gefahr hin dass ich mal wieder einen Denkfehler habe, aber ich verstehe es so dass es hierbei um zwei Bewegungen geht.
Die Raumexpansion und die Eigenbewegung der Galaxien.
Die Galaxien bewegen sich halt im und mit dem Raum.

Würde die Expansion stoppen, würden sich ggf. dann die Rot- und Blauverschiebungen ändern, oder nicht?
Also würde sich diese von Dir gefragte Energie halt auf die Bewegungen der Galaxien in gegebene Richtungen auswirken.


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28.07.2020 um 16:04
skagerak
schrieb:
Auf die Gefahr hin dass ich mal wieder einen Denkfehler habe, aber ich verstehe es so dass es hierbei um zwei Bewegungen geht.
Die Raumexpansion und die Eigenbewegung der Galaxien.
Die Galaxien bewegen sich halt im und mit dem Raum.
Schon klar ;)

Ich vergleiche mir das immer so:

Ein Schiff treibt (ohne Antrieb) in einem Fluss und entfernt sich damit immer weiter von einem festen Punkt am Ufer.
Fluss = Raumexpansion
Schiff = Galaxie ohne rel. Eigenbewegung zu einer zweiten (weit entfernten) Galaxie.

Wenn ich jetzt das Wasser des Flusses stoppe,
dann bewegt sich das Schiff doch trotzdem noch weiter flussabwärts (Reibung mal außer acht gelassen).
skagerak
schrieb:
Würde die Expansion stoppen, würden sich ggf. dann die Rot- und Blauverschiebungen ändern, oder nicht?
Erst mal nicht, sondern in ein paar Mrd. Jahren, wenn das Licht bei uns angekommen ist.


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28.07.2020 um 16:11
delta.m
schrieb:
aber die Raumexpansion bewirkt doch,
dass die Abstände dieser (weit zueinander entfernten) Galaxien mit der Zeit immer größer werden.
Richtig. Aber dies erfolgt eben nicht durch eine Bewegung der Galaxien. Ansonsten müßte man nämlich die Beschleunigung spüren.

Denn wenn zwei Objekte voneinander einen Megparsec entfernt liegen, dann entfernen diese sich durch die Expansion pro Sekunde um 70km voneinander. In der nächsten Sekunde liegen sie schon 1Mpc + 70km auseinander, in der nächsten Sekunde entfernen sie sich also schon um 70km und knapp 0,16 Mikrometer voneinander. OK, diese Beschleunigung ist nicht zu spüren. Was aber, wenn zwei Galaxien nicht nur einen Megaparsec weit auseinander liegen, sondern 4.000 Mpc (13,4 Milliarden Lichtjahre)? Dann entfernen die sich in einer Sekunde bereits um 28.000km. und in der nächsten Sekunde wird ihr Abstand sogar um 0,635 Meter größer als 28.000km. Das ist also eine Beschleunigung von 0,635m/s² in der zweiten Sekunde. Die dabei auftretenden g-Kräfte sollte man bereits spüren können.


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28.07.2020 um 16:25
perttivalkonen
schrieb:
Richtig. Aber dies erfolgt eben nicht durch eine Bewegung der Galaxien. Ansonsten müßte man nämlich die Beschleunigung spüren.
Guter Einwand @perttivalkonen

aber ist das nicht verglleichbar mit einem "freien Fall"?
Da beschleunigt man auch, aber spürt keine g-Kräfte.
perttivalkonen
schrieb:
Was aber, wenn zwei Galaxien nicht nur einen Megaparsec weit auseinander liegen, sondern 4.000 Mpc (13,4 Milliarden Lichtjahre)? Dann entfernen die sich in einer Sekunde bereits um 28.000km. und in der nächsten Sekunde wird ihr Abstand sogar um 0,635 Meter größer als 28.000km. Das ist also eine Beschleunigung von 0,635m/s² in der zweiten Sekunde. Die dabei auftretenden g-Kräfte sollte man bereits spüren können.
Der g-Wert kommt mir sehr hoch vor.
Muß mir Deinen Rechenweg nochmal selbst nachvollziehen ...


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28.07.2020 um 16:51
perttivalkonen
schrieb:
und in der nächsten Sekunde wird ihr Abstand sogar um 0,635 Meter größer als 28.000km. Das ist also eine Beschleunigung von 0,635m/s²
delta.m
schrieb:
Der g-Wert kommt mir sehr hoch vor.
Muß mir Deinen Rechenweg nochmal selbst nachvollziehen ...
Der g-Wert wäre sogar doppelt so groß
wenn ich richtig überlegt und gerechnet habe:

s = g /2 * t²
---> g = 2 * s / t²
---> g = 2 * 0,635m / 1 s² = 1,27 m/s²


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28.07.2020 um 17:08
delta.m
schrieb:
Wenn ich jetzt das Wasser des Flusses stoppe,
dann bewegt sich das Schiff doch trotzdem noch weiter flussabwärts (Reibung mal außer acht gelassen).
Naja, ich hab´s so verstanden wie pertti es beantwortet hat zu deinem Punkt 1. Also nein, das Schiff würde stehenbleiben. Ist aber vielleicht auch kein so guter Vergleich mMn.


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28.07.2020 um 17:19
Jetzt bin ich wieder etwas verwirrt.
Vor Kurzem habe ich in einem anderen Thread gelernt, dass die Energie eines Photons bei einer Rotverschiebung unter Umständen in die Expansion (sprich in dessen "Bewegungsenergie") "geht".


🤔


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28.07.2020 um 18:32
delta.m
schrieb:
Und damit haben sie eine Geschwindigkeit relativ zueinander ( v = s/t ),
auch wenn sie sich "selbst" nicht bewegen würden.

Daraus folgt aber, dass die relative "Bewegungsenergie" zueinander größer ist
als ohne Expansion (also nur rel. Eigenbewegung).
darf ich mir das als "schein" geschwindigkeit/energie denken

wenn
Rotverschiebung, Blauverschiebung und Energieerhaltung

Die Rotverschiebung eines Photons entspricht einer Dehnung seiner Wellenlänge, die mit einer Energieabnahme einhergeht, gemäß E = h c / λ {\displaystyle E=hc/\lambda } {\displaystyle E=hc/\lambda } mit der Energie E {\displaystyle E} E des Photons, dem Planckschen Wirkungsquantum h {\displaystyle h} h, der Lichtgeschwindigkeit c {\displaystyle c} c und der Wellenlänge λ {\displaystyle \lambda } \lambda . Wenn die Rotverschiebung mit einer Dehnung der Raumzeit erklärt wird, stellt sich die Frage, wo die Energie bleibt.

Das aus der Thermodynamik bekannte Prinzip der Energieerhaltung gilt nur für zeitlich unveränderliche abgeschlossene Systeme. Da sich das Universum mit der Zeit verändert – es dehnt sich aktuell aus – ist es kein zeitlich unveränderliches abgeschlossenes System. Die Energie der Photonen geht in Form von Arbeit in die Expansion des Universums ein. Sollte das Universum irgendwann wieder kontrahieren, würde die Energie dann an blauverschobene Photonen zurückgegeben werden.
Quelle: Wikipedia: Rotverschiebung

die komplette energie zwischen photonen und raumzeit ausgetauscht wird?


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Was war zuerst - Raum oder Zeit?

28.07.2020 um 18:42
perttivalkonen
schrieb:
Denn wenn zwei Objekte voneinander einen Megparsec entfernt liegen, dann entfernen diese sich durch die Expansion pro Sekunde um 70km voneinander. In der nächsten Sekunde liegen sie schon 1Mpc + 70km auseinander, in der nächsten Sekunde entfernen sie sich also schon um 70km und knapp 0,16 Mikrometer voneinander. OK, diese Beschleunigung ist nicht zu spüren. Was aber, wenn zwei Galaxien nicht nur einen Megaparsec weit auseinander liegen, sondern 4.000 Mpc (13,4 Milliarden Lichtjahre)? Dann entfernen die sich in einer Sekunde bereits um 28.000km. und in der nächsten Sekunde wird ihr Abstand sogar um 0,635 Meter größer als 28.000km. Das ist also eine Beschleunigung von 0,635m/s² in der zweiten Sekunde. Die dabei auftretenden g-Kräfte sollte man bereits spüren können.
@perttivalkonen

So, jetzt habe ich diesen Beitrag nochmal durchgelesen
und glaube einen "Denkfehler" deinerseits festgestellt zu haben:

Was hat die Größe deiner berechneten Beschleunigung mit dem Abstand zweier Galaxien zu tun?

Die Beschleunigung hängt doch nicht davon ab, welche beiden Galaxien (ob nah oder fern)
du miteinander vergleichst.

Oder hab ich da einen Denkfehler :ask:


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Was war zuerst - Raum oder Zeit?

28.07.2020 um 18:52
delta.m
schrieb:
aber ist das nicht verglleichbar mit einem "freien Fall"?
Freier Fall ist inter Weltall-Bedingungen quasi eine konstante Geschwindigkeit. Nur in der Nähe einer großen Gravitationsquelle hat der freie Fall eine meßbare Geschwindigkeitsänderung. Wenn also im All eine Galaxie derart beschleunigt, dann kann das kein freier Fall sein.

Zudem kannst Du ja nicht mal ne Geodäte für die via Raumexpansion sich entfernenden Galaxien "zeichnen". Denn "in welche Richtung". bewegt sich denn die entfernte Galaxie? In Richtung auf die noch ferneren Galaxien hin? Nee, von denen bewegt die sich ja ebenfalls fort. Wenn ich mich von zahlreichen Objekten umgeben sehe und dann sehe, wie ich mich von denen allen zugleich fortbewege, dann habe ich keine Richtung, in die ich mich hinbewege. Entweder bewegen die Objekte sich alle konzertiert und gleichmäßig von mir weg - und ich bin der absolute Mittelpunkt des Universums, weil ich ja alles sich von mir so fortbewegen sehe - oder aber, der Raum zwischen mir und den Objekten (sowie der zwischen den Objekten) vergrößert sich. Letzteres ist die einzig mögliche Erklärung für das Universum. Schon allein, weil es ansonsten definitiv Überlichtgeschwindigkeit geben müßte.

Übrigens hatte ich in der Eile das Komma falsch verschoben. Erst bei nem Abstand von 13,4 Billionen Lichtjahren wäre die Beschleunigung in der zweiten Sekunde gegenüber der ersten 0,635m/s². Aber letztlich ist das egal, je größere Distanzen ich betrachte, desto massiver fiele die Beschleunigung aus - die es aber eben gar nicht gibt.
delta.m
schrieb:
Die Beschleunigung hängt doch nicht davon ab, welche beiden Galaxien (ob nah oder fern)
du miteinander vergleichst.
Doch genau das. Verteile mal Galaxien gleichmäßig in einer Reihe auf einem Blatt-Papier-Universum. Alle liegen 1Mpc vom direkten Nachbarn entfernt. Jetzt sieh Dir eine Galaxie in der Mitte an. Nun vergeht eine Sekunde. Nun liegt die Galaxie links von Deiner 70km weiter links von dieser, und die rechte liegt ebenfalls 70km weiter rechts als vorher von deiner betrachteten Galaxie.

Frage: um wie viel weiter liegt jetzt die links von Deiner von der rechts von Deiner entfernt? Richtig, 2Mpc + 2*70km. Also entfernt sich von Deiner Galaxie jede Galaxie um X mal 70km in einer Sekunde fort, je nach dem, wie viele X Megaparsec sie von Deiner am Anfang entfernt war. Und je weiter weg so ne Galaxie ist, desto größer wird die Distanzzunahme in der nächsten Sekunde. Geht gar nicht anders bei einer konstanten Expansionsrate von 70km je Megaparsec je Sekunde.


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28.07.2020 um 19:23
Sonni1967
schrieb:
könnte unser Universum durch eine Asymmetrie bei einer Fluktuation entstanden sein.
Dies leuchtet zwar argumentativ ein und lässt sich hervorragend mit der Standardtheorie der Kosmologie wunderbar stringent vereinen, allerdings stellt sich die frage, ob dadurch wirklich der gedankliche infiniter Regress wirklich aufgehoben ist, da sich daraus die fragen stellen, wie es zu dieser Asymmetrie gekommen ist. Wenn man jetzt wie Gaßner es spezifiziert und die Theorie der Mikrozeit einführt, wo die Kausalität im Voruniversum nicht zurstande kommt und man dies als Antwort akzeptiert ( und auch innerlich sich vorstellt, dass der Bruch der Symmetrie eben "irgendwann" aufgrund eines umstandes was sich erfüllt hat erfolgt ist und der frage aus dem weg geht, warum ausgerechnet "damals" ) , stellt sich immer noch die frage, warum es überhaupt etwas gibt und nicht nichts. Wahrscheinlich haben diese Fragestellungen auch damit zu tun, dass man darin versucht einen Sinn zu finden, der einem eine befriedigende Antwort gibt.


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28.07.2020 um 20:23
Sungmin_Sunbae
schrieb:
Wenn man jetzt wie Gaßner es spezifiziert und die Theorie der Mikrozeit einführt, wo die Kausalität im Voruniversum nicht zurstande kommt und man dies als Antwort akzeptiert ( und auch innerlich sich vorstellt, dass der Bruch der Symmetrie eben "irgendwann" aufgrund eines umstandes was sich erfüllt hat erfolgt ist und der frage aus dem weg geht, warum ausgerechnet "damals" ) , stellt sich immer noch die frage, warum es überhaupt etwas gibt und nicht nichts.
Danke Sungmin Sunbae dass du verstanden hast was ich meinte :) , ja ich meinte damit eine "Mikrozeit" und ja, es
stellen sich auch bei dieser Hypothese unendlich viele Fragen zum Beispiel wie es überhaupt zu einem Symmetriebruch
kommen konnte. Wie konnte es sein dass eine Asymmetrie zwischen Teilchen und Antiteilchen entstand sodass
nur noch die Teilchen übrig blieben die letztendlich die uns greifbare Materie bildeten ?
Auch auf die Frage warum es überhaupt etwas gibt und nicht nichts gibt die Hypothese keine Antwort. Sie sagt
eigentlich nur dass es da etwas gab was existent war (also nicht nichts).
Sungmin_Sunbae
schrieb:
Wahrscheinlich haben diese Fragestellungen auch damit zu tun, dass man darin versucht einen Sinn zu finden, der einem eine befriedigende Antwort gibt.
Ja, der Mensch ist immer auf der Suche nach Antworten die er auch sinnmäßig erfassen kann. Ich kann sinnmäßig
nicht erfassen dass ein Universum einfach so aus nichts entsteht. Irgendetwas muss existent gewesen sein aus
dem es heraus entstanden ist und deshalb kann ich mit der Hypothese dass es aus einem "ewigen" Quantenvakuum heraus
entstanden ist noch am meisten anfangen. Ich bin mir aber bewusst dass das nur eine Hypothese ist, evtl kann das
wissenschaftlich nie bewiesen werden. Evtl. ist mein Gehirn auch zu unterentwickelt um mir Vorzustellen dass aus
einer "Nichtexistenz" heraus etwas hervorgehen kann was existent ist (ich hab das schon versucht mir vorzustellen
aber es gelingt mir nicht) :D


LG


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28.07.2020 um 20:37
perttivalkonen
schrieb:
Zudem kannst Du ja nicht mal ne Geodäte für die via Raumexpansion sich entfernenden Galaxien "zeichnen". Denn "in welche Richtung". bewegt sich denn die entfernte Galaxie? In Richtung auf die noch ferneren Galaxien hin? Nee, von denen bewegt die sich ja ebenfalls fort. Wenn ich mich von zahlreichen Objekten umgeben sehe und dann sehe, wie ich mich von denen allen zugleich fortbewege, dann habe ich keine Richtung, in die ich mich hinbewege. Entweder bewegen die Objekte sich alle konzertiert und gleichmäßig von mir weg - und ich bin der absolute Mittelpunkt des Universums, weil ich ja alles sich von mir so fortbewegen sehe - oder aber, der Raum zwischen mir und den Objekten (sowie der zwischen den Objekten) vergrößert sich.
Schön erklärt.

Ich habe es mal visualisiert, um aufzuzeigen das es unabhängig davon ist in welcher Galaxie sich der Beobachter befindet. Die Beobachtungen sind identisch.

Raumexpansion


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