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Perspektiven der Kernkraft

61 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Energie, Atom, Kernkraft ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Perspektiven der Kernkraft

28.11.2011 um 00:28
Welche Perspektiven seht ihr in der Atom/Kernkraft?
Kennt ihr welche die erforscht oder schon benutzt werden?
Was ist eig. eine Kalte Fusion?


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Perspektiven der Kernkraft

28.11.2011 um 00:43
Findet erstmal nen ordentkliches Endlager!
Bevor diese Frage nicht geklärt ist hätte man NIEMALS anfangen dürfen!


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Perspektiven der Kernkraft

28.11.2011 um 00:48
Kernkraft hat keine Zukuft - wenn Indien ihre Pläne verwircklichen, sind die Uranvorräte in zwei Jahrzehnten erschöpft - bei jetzigen Verbrauch in 6 Jahrzehnten.
Die Energiekonzerne wollten keine Atomenergie, bis der Staat sich bereit erklärte, den Müll zu entsorgen. Kalte Fusion ist das was die Sonne mach - Kernfusion.


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Perspektiven der Kernkraft

28.11.2011 um 02:06
Gibt es nicht wege die Kernkraft effiezienter einzusetzen und zu verbessern?


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Perspektiven der Kernkraft

28.11.2011 um 03:16
@cram
Nein...alleine in Deutschland wurde die Atomindustrie mit 300 Milliarden an Subventionen gestopft.Die alten Reaktoren sind genauso störanfällig wie die neuen,und ein Reaktor ist eben 100%sicher...bis er nicht mehr sicher ist,dazwischen gibt es keine Pufferzone,eine Sekunde später ist alles anders
Und dort wo es abgebaut wird ist es dreimal so schmutzig

https://www.youtube.com/watch?v=kCt1IUGdMdI

Youtube: Die Lüge von der sauberen Energie (Yellow Cake)
Die Lüge von der sauberen Energie (Yellow Cake)



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Perspektiven der Kernkraft

28.11.2011 um 03:50
Zitat von cramcram schrieb:Gibt es nicht wege die Kernkraft effiezienter einzusetzen und zu verbessern?
Ja, durchaus. Daran wird auch weltweit mit Hochdruck geforscht. Gerade Reaktortypen der Generationen 3+/3++ und 4 haben viele Vorteile (höhere Energieeffizienz, keine langlebigen Abfälle), zumindest die 4. Generation wird aber erst in 20 Jahren einsatzfähig sein.

Wikipedia: Generation IV International Forum

In Deutschland ist Atomkraft politisch unmöglich und ich bezweifle, dass es in den nächsten 30 Jahren hierzulande ein Comeback geben wird.

Ich persönlich bin in der Atomfrage sehr gespalten. Alle Energieformen haben einen ganzen Blumenstrauß aus Vor- und Nachteilen und grundätzlich sehe ich die Bedrohungen des Klimawandels um viele Größenordnungen schlimmer als die der Kernkraft. Allerdings ist zu hoffen, das alternative Energiekonzepte (moderne Solartechnik) so schnell wie möglich Parität erreicht, d.h. nicht teurer sind als der Rest. Dann stellt sich die Frage nach neuen Kernkraftwerken gar nicht erst.


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Perspektiven der Kernkraft

28.11.2011 um 15:45
Atomkraft ist momentan nunmal nicht einfach wegzudenken. Alternative Energien können ihn nicht als ganzes ersetzen, denn noch ist Sonnenenergie und Windkraft einfach nciht effizent genug...


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Perspektiven der Kernkraft

28.11.2011 um 17:13
Der Kernkraftanteil an der weltweiten Stromerzeugung beträgt etwa 16 %. Mit Stand September 2011 sind 433 Reaktorblöcke mit einer Gesamtleistung von 366,6 GW in 31 Ländern in Betrieb.[2]

-----------------------------------

bei der Primär Energie ist es sogar noch weniger.

Ob die Kernkraft also dermaßen Wichtig für die MEnschheit ist, ist keineswegs sicher und Alternativlos ist es auch nicht.

Ich denke es macht nicht wirklich Sinn das noch weiter zu Kultivieren sondern auch die Schwellenländer gezielt auf Alternativen leiten.


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Perspektiven der Kernkraft

15.07.2021 um 21:56
Oh, ein Kernkraft-Thread im Tiefschlaf ... wird Zeit, ihn aufzuwecken :D

klingel

So, das wäre erledigt ... obwohl, die Kernkraft ist doch eigentlich tot ... oder vielleicht doch noch nicht? Schauen wir doch einfach mal nach, ob sich in den Atomen doch noch was rührt.

Und promt bin ich auf ein neues revolutionäres Konzept gestoßen:

https://www.deutschlandfunk.de/neue-kernkraft-technologie-revolutionaere-reaktor-konzepte.676.de.html?dram:article_id=379233

SMR lautet das Zauberwort! Ein kleiner modularer Reaktortyp, klingt schon mal voll innovativ, schaun wir mal, was dahinter steckt...

smr
Quelle

Hmm, mit dieser Darstellung kann ich nicht viel anfangen, also komme ich wohl nicht ums Lesen herum.

Hier die Zusammenfassung der genannten Vorteile:

- geringe Kosten
- kontrollierter Bau in einer Fabrik
- hohe Qualität
- Lieferung per LKW an Bestimmungsort
- Kühlung auf Konvektionsbasis (ohne Pumpen, etc.)
- ein Modul (50MW) kann eine ganze Stadt versorgen
- schaltet bei Störungen (z.B. Stromausfall) automatisch ab
- eine Kernschmelze ist unmöglich
- keine Emission von Kohlenstoff

Na wenn das nicht der Wahnsinn ist ... ich bin regelrecht sprachlos!!! Mal sehn, wann es mit dem Bau losgehen kann...

Oh, ich sehe gerade, der Beitrag ist von 2017. In dem Jahr hat man auch die Zulassung beantragt ... die Bearbeitung soll ca. 3 Jahre dauern. Mal rechnen ... hmmm, ich komme da auf 2020, also letztes Jahr. :D

Und in der Tat, Tante Google sagt, die Zulassung ist erfolgt! Jippi ... good

https://www.businesswire.com/news/home/20200828005386/de/

Ein Meilenstein in der Geschichte der Nukleartechnologien. Vor einem Jahr, genauer gesagt am 28. August 2020 gab die amerikanische Nuklearaufsichtsbehörde NRC bekannt, dass die letzte Phase des Zertifizierungsantrags abgeschlossen sei.

Voll der Wahnsinn! Aber um was für einen neuen Reaktortyp handelt es sich denn nun, überall wird nur gejubelt, aber keiner sagt was zu den technischen Details. Also geht die Suche weiter....

Okay, so langsam finden sich ein paar Stichworte wie z.B. "Druckwasserreaktor" ... komisch, ist das nicht genau der Reaktortyp, der heute in den meisten Kraftwerken zur Anwendung kommt?

verdacht

"Einsatz von vielen ungewöhnichen Konzepten" ... meine Skepsis zeigt erste Anzeichen einer unkontrollierten Kettenreaktion. Ed Lyman von der Union of Concerned Scientists hat erhebliche Zweifel, ob das alles einen Sinn macht.

OMG, wem kann man jetzt noch glauben??? Ich frag einfach mal Wiki, auf die war bisher fast immer Verlass.

Ach du Schei.... ich kopiere einfach mal den gesamten Absatz hier rein:
Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung hat am 10. März 2021 ein umfangreiches Gutachten präsentiert, das 136 verschiedene historische sowie aktuelle Reaktoren bzw. SMR-Konzepte betrachtet, 31 davon besonders detailliert. Das, vom Öko-Institut, Freiburg, im Auftrag des BASE erstellte Gutachten liefert eine Einschätzung zu möglichen Einsatzbereichen, der Endlagerfrage, Sicherheitsfragen und der Proliferations-Gefahr, aus Sicht des Öko-Instituts.[5]

Ergebnisse des Gutachtens sind unter anderem:

- Um weltweit dieselbe elektrische Leistung zu erzeugen wie mit üblichen Atomkraftwerken würde dies den Bau von vielen tausend bis zehntausend SMR-Anlagen bedeuten.

- Gegenüber Atomkraftwerken mit großer Leistung könnten zwar einzelne SMR potenziell sicherheitstechnische Vorteile erzielen, da sie pro Reaktor ein geringeres radioaktives Inventar aufweisen. Die hohe Anzahl an Reaktoren, die für die gleiche Produktionsmenge an elektrischer Leistung notwendig ist, erhöht das Risiko jedoch wiederum um ein Vielfaches.

- Anders als teilweise von Herstellern angegeben, muss davon ausgegangen werden, dass bei einem schweren Unfall die radioaktiven Kontaminationen deutlich über das Anlagengelände hinausreichen.

- Durch die geringe elektrische Leistung sind bei SMR die Baukosten relativ betrachtet höher als bei großen Atomkraftwerken. Eine Produktionskostenrechnung unter Berücksichtigung von Skalen-, Massen- und Lerneffekten aus der Atomindustrie legt nahe, dass im Mittel dreitausend SMR produziert werden müssten, bevor sich der Einstieg in die SMR-Produktion lohnen würde.

- Bei einem Wiedereinstieg in die Atomenergie wären wiederum lange Betriebs-, Sicherheits- und Störfallrisiken in Kauf zu nehmen. Umfangreiche Zwischenlager- und Brennstofftransporte wären weiterhin erforderlich. Auch ein Endlager wäre in jedem Fall weiter erforderlich.


- Die Verwendung von bereits vorhandenen Uranreserven durch Partionierungs- und Transmutations-Konzepte (P&T) ist nur anwendbar für abgebrannte Brennstäbe. Allerdings wurden 40 Prozent davon in Deutschland bereits wiederaufgearbeitet. Die daraus entstandenen verglasten Abfälle wären nicht für P&T-Verfahren zugänglich.

- Zwar könnten bestimmte Transurane wie Plutonium in ihrer Menge reduziert werden, auf der anderen Seite steigt jedoch die Abfallmenge für andere langlebige radioaktive Spaltprodukte an, z. T. sogar um bis zu 75 Prozent (Cäsium-135) gegenüber der ohne P&T einzulagernden Menge.

- Schließlich bliebe die Gefahr, dass das im P&T-Verfahren notwendigerweise abzutrennende Plutonium leichter für Waffenherstellung zugänglich wäre.

In der kritischen Gesamtbewertung heißt es: Keine der diskutierten Technologien ist derzeit und absehbar am Markt verfügbar. Gleichzeitig werden sie mit ähnlichen Versprechen wie zu den Reaktoren in den 1950ern und 1960er Jahren des vergangenen Jahrhunderts angepriesen.
Wikipedia: Small Modular Reactor#Bewertung


Alter Schwede, was für ein vernichtendes Urteil! Und am meisten bin ich über mich selbst erschrocken, da ich mich von solchen Schlagzeilen so leicht habe beeinflussen lassen. Man kann einfach rein gar nichts mehr ungeprüft glauben.

Womöglich ist das nur ein verzweifelter Versuch der Nuklearindustrie, uns den alten Scheiß mit neuem Gewand zu verkaufen. Bei mir waren sie damit letztlich nicht erfolgreich!

t74f815 atom nein1

Ich werde aber dennoch weiter suchen, schon allein deshalb, weil mich das Thema aus rein technischer Sicht sehr interessiert. Ich hab auch schon was gefunden:

https://www.welt.de/wissenschaft/gallery13537516/Das-sind-die-Kernkraftwerke-der-Zukunft.html

Mal sehn, ob diesmal was dabei ist, was auch Sinn macht...


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Perspektiven der Kernkraft

16.07.2021 um 09:24
Zitat von Peter0167Peter0167 schrieb:Womöglich ist das nur ein verzweifelter Versuch der Nuklearindustrie, uns den alten Scheiß mit neuem Gewand zu verkaufen.
Das ist auch mein Eindruck, so grob. Danke für diesen Beitrag 🙂🖖


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Perspektiven der Kernkraft

16.07.2021 um 14:14
Hier mal auf die Schnelle 2 vielversprechende Videos, die ich gerade gefunden habe (hab sie selbst noch nicht gesehen)...

Youtube: Neue Reaktortypen 1: EPR, SMR und Hualong One  | Special Kernphysik Elementarteilchen
Neue Reaktortypen 1: EPR, SMR und Hualong One | Special Kernphysik Elementarteilchen


Youtube: Neue Reaktortypen 2: Schneller Brüter, Thoriumreaktor u.a.  | Special Kernphysik Elementarteilchen
Neue Reaktortypen 2: Schneller Brüter, Thoriumreaktor u.a. | Special Kernphysik Elementarteilchen


Ich denke mal, da sollte alles angesprochen werden, was in Bezug zum Threadthema eine gewisse Relevanz besitzt, und was am wichtigsten ist, von einer kompetenten Person. Ich freu mich schon wie Bolle und werde später sicher noch was zu schreiben... :)


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Perspektiven der Kernkraft

16.07.2021 um 14:46
@Peter0167
Wäre die echte Perspektive der Kernkraft nicht eher Fusion statt Fission?
Klar, das ist noch weit weg - aber die Fission hat ja das grundlegende Problem, dass man schwere Elemente benötigt, die zum einen selten sind, deren "Reste" mindestens schlecht zu entsorgen sind und manchmal eben auch zum Bau von Kernwaffen taugen.

Wir werden sicher nicht in den nächsten 30, 50, 100? Jahren einen wirtschaftlichen Fusionsreaktor haben - aber so als Perspektive?


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Perspektiven der Kernkraft

16.07.2021 um 15:16
@kleinundgrün:
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Wir werden sicher nicht in den nächsten 30, 50, 100? Jahren einen wirtschaftlichen Fusionsreaktor haben ...
Das ist m.E. deutlich zu pessimistisch. Obwohl ITER und Wendelstein 7-X den grössten Teil der Aufmerksamkeit im Zusammenhang mit Fusionsforschung erhalten, geschieht in dem Sektor noch wesentlich mehr. In der Fusion Industry Association haben sich 22 Unternehmen zusammengeschlossen, die in diesem Bereich arbeiten. Ich habe nicht die Zeit, um mir alle einzeln anzusehen, und kann deshalb nicht sagen, ob tatsächlich alle an einem eigenen Reaktorkonzept arbeiten, aber viele davon tun es auf jeden Fall. Sehr wahrscheinlich werden die meisten dieser Unternehmen im Laufe der Zeit auf die eine oder andere Weise aus dem Rennen ausscheiden, aber ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass eines davon den grossen Durchbruch erzielt.

Technischer Fortschritt verläuft nahezu immer nichtlinear, weshalb Zeitschätzungen in dieser Hinsicht allgemein schwierig sind. Eine langsame Entwicklung in der Vergangenheit muss keineswegs bedeuten, dass es auch nur langsam weitergeht. Man muss u.a. auch den Einfluss der Weiterentwicklung anderer Bereiche der Technik berücksichtigen. Die Fusionsforschung profitiert z.B. erheblich von den Fortschritten in der Comptertechnik. Zusammengefasst halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass wir innerhalb der nächsten 20 Jahre wirtschaftliche Fusionsreaktoren haben werden.


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Perspektiven der Kernkraft

16.07.2021 um 15:19
Zitat von uatuuatu schrieb:Das ist m.E. deutlich zu pessimistisch.
Zitat von uatuuatu schrieb:Zusammengefasst halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass wir innerhalb der nächsten 20 Jahre wirtschaftliche Fusionsreaktoren haben werden.
Da drücke ich die Daumen, dass Du recht hast.


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Perspektiven der Kernkraft

16.07.2021 um 16:32
So, mit dem ersten Video bin ich durch. War sehr informativ, aber ich vermisse da noch eine Art Bewertung. Okay, das Gutachten des Öko-Instituts Freiburg wurde erst ein paar Wochen nach dem Video veröffentlicht, daher habe ich ihn auch in einem Kommentar um eine Stellungnahme gebeten ... vielleicht auch in Form eines dritten Videos. Mal sehn, ob er antwortet.

Heute Abend gehts dann mit Teil 2 weiter...
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Wäre die echte Perspektive der Kernkraft nicht eher Fusion statt Fission?
Ist am Ende ja beides Kernkraft. Ich denke aber, man sollte beide Möglichkeiten weiter verfolgen, insbesondere wenn sich viele der Nachteile konventioneller Reaktoren mit neuen Technologien vermeiden lassen. In dem Bereich scheint es ja derzeit viel Bewegung zu geben, ich hoffe das dabei was Vernünftiges rauskommt.


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Perspektiven der Kernkraft

16.07.2021 um 16:49
@Peter0167:
Zitat von Peter0167Peter0167 schrieb:Ist am Ende ja beides Kernkraft.
Trotz meiner technikfreundlichen Grundeinstellung bin ich bei Kernspaltungs-Reaktoren sehr skeptisch, was den Einsatz in dichtbesiedelten Gebieten wie Deutschland angeht. So gering das vorausberechnete Risiko auch sein mag, die Worst-Case-Szenarien sind so bedenklich, dass ich mich nicht damit anfreunden kann. Kernfusions-Reaktoren sind zwar auch nicht völlig strahlungsfrei, aber m.E. doch wesentlich weniger bedenklich in dieser Hinsicht. Besondere Hoffnungen setze ich dabei in die aneutronische Fusion, die zwar technisch noch schwieriger als die "normale" Fusion ist, aber erheblich weniger Strahlung freisetzt.


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Perspektiven der Kernkraft

16.07.2021 um 17:18
@uatu

Ich habe mir da noch keine abschließende Meinung gebildet. Prinzipiell gefällt mir die Idee mit den SMR-Reaktoren, zudem könnten die auch in abgelegenen Gebieten betrieben werden, z.B. um Meerwasser zu entsalzen. In unmittelbarer Nähe möchte ich so ein Teil auch nicht stehen haben, auch wenn die Hersteller davon ausgehen, dass nix passieren kann. Das Gutachten ist jedoch ziemlich ernüchternd.

Ist ja auch noch relativ neu, und man wird wohl erst noch Erfahrungen sammeln müssen. Mal sehn wie sich das weiter entwickelt...


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Perspektiven der Kernkraft

21.07.2021 um 07:48
Tja, es wird m.E. ein comeback geben.

Ein Teil der Zukunft liegt bei Photovoltaik. Das hat Perspektive derzeit. Das wird der Renner. Nur in den Wintermonaten nicht.

Warum comeback?
Wieviele KWh an Energie sind bisher mittels Fusion erzeugt worden? Und wieviel werden demnächst erzeugt werden?
Die Realität ist wichtig und nicht das Wunschdenken.


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Perspektiven der Kernkraft

21.07.2021 um 08:49
@Peter0167
Vielen Dank für das aufwecken des Fadens und Deinen Beitrag.

Die Energieerzeugung mittels Kernspaltung birgt enorme Risiken, dass dabei kein CO2 emittiert wird ist zwar richtig, hilft aber im Katastrophenfall nicht. Und das dieser sehr wohl eintreten kann zeigen genügen Vorfälle (inkl. GAU's).
Im Grunde erhöhen wir potentiell mit jedem weiteren Reaktor die Strahlenbelastung für Mensch, Tier und Umwelt. Dabei spielt es wohl kaum eine Rolle, ob 5 Gross- oder 50 Kleinreaktoren gebaut werden.
Zitat von uatuuatu schrieb am 16.07.2021:So gering das vorausberechnete Risiko auch sein mag, die Worst-Case-Szenarien sind so bedenklich, dass ich mich nicht damit anfreunden kann.
Dem kann ich mich nur anschliessen.

Wenn man allerdings den Blick ein wenig von den Deutschsprachigen Ländern löst stellt man fest, dass an sehr vielen Orten auf der Welt, insbesondere China, in grossen Stil neue Reaktoren gebaut werden.
In Anbetracht der politischen Zustände in China beruhigt mich das nicht gerade. Würde der Rest der Welt bei einem gröberen Störfall informiert? Oder müssten erst wieder hunderte Km entfernt erhöhte Strahlenwerte gemessen werden?
Der französische Atomkonzern Framatome prüft einen möglichen Vorfall in einem Atomkraftwerk in China, das er mit errichtet hatte. Der Konzern in Paris teilte mit, er überwache "einen der Funktionsparameter" des AKW in Taishan in Südchina. Der US-Fernsehsender CNN hatte zuvor über ein bereits länger bestehendes mögliches Leck berichtet.
Quelle: Zeit Online

Bei allen Bedenken die ich habe, bin ich aber dennoch der Meinung, dass man an der Technologie als solcher unbedingt weiter arbeiten, bzw. forschen sollte.
Gerade das Konzept des Thorium oder Flüssigsalzreaktors scheint mir doch ein interessanter Ansatz. Allerdings überwiegen auch da die bekannten Nachteile, insbesondere Entsorgung und Endlagerung sind wohl weiterhin grosse Probleme.

Zur Fusions-Technologie kann ich leider kaum etwas sagen, da bin ich viel zu wenig im Thema. Ich habe diesbezüglich nur mal etwas über mögliche Tritium-Emissionen gelesen...finde es leider grad nicht mehr...aber das hörte sich auch nicht gerade Vertrauenserweckend an.


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Perspektiven der Kernkraft

21.07.2021 um 11:26
Zitat von MasterofarchMasterofarch schrieb:Die Energieerzeugung mittels Kernspaltung birgt enorme Risiken
Die Risiken und die damit verbundenen Probleme sind ja unbestritten. Was ich jedoch vermisse ist eine hinreichende Risikobewertung bei der Energiegewinnung aus fossilen Energieträgern.

So furchtbar die beiden Atom-Katastrophen auch waren, letztlich behält der Mensch dabei immer noch die Kontrolle. Lokal mögen da einige Gebiete auf viele Jahre hinaus kontaminiert und damit unbewohnbar sein, aber die schlimmste Wirkung ist örtlich begrenzt. Der Rest verdünnt sich bei der Verteilung auf den gesamten Erdball so weit, dass er nach 40 Jahren von der natürlichen Strahlung kaum noch zu unterscheiden ist.

Der Schaden, den hingegen der Kohlenstoff anrichtet, und der von vielen leider nicht vollumfänglich erkannt wird, ist viel verheerender als wir uns das jetzt vorstellen wollen. Es ist zudem ein (noch) schleichender Prozess, aber bereits in 50 bis 100 Jahren werden wir von den Folgen regelrecht überrollt werden. Und es wird nicht nur lokal begrenzte Gebiete betreffen, sondern den gesamten Planeten.

Wenn du mich fragst, dann sollte man die Kernenergie nicht vorschnell abschreiben, sondern die Entwicklung sogar noch vorantreiben. Wir brauchen gänzlich neue Generationen von Kernkraftwerken, die in Fragen der Betriebssicherheit neue Maßstäbe setzen, und wir brauchen Lösungen was die Endlagerung angeht. Dann wäre schon viel erreicht. Und wir sollten uns so schnell wie möglich von der Energiegewinnung aus fossilen Energieträgern verabschieden, denn dies ist noch viel dringlicher als die Abschaltung alter AKWs.

Aber so lange bei den Menschen die Furcht vor Atomen größer ist als die Furcht vor den Folgen des Klimawandels, wird sich dahingehend wohl nichts ändern. Im Vergleich zum Uran mit seinen 235 Nukleonen, mag der Kohlenstoff (12 Nukleonen) zwar ein Leichtgewicht sein, aber das sagt nichts über seine Gefährlichkeit aus. Ich denke, in den nächsten 50 bis 100 Jahren wird sich die Sichtweise dahingehend noch deutlich verändern, aber dann wird es zu spät sein.


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