synandy schrieb:Werden aber wahrscheinlich auch wieder nur Fake-News sein... 🙄
Hmmm..... Die studie vom norweger hat das fraunhofer schon betrachtet.
https://www.isi.fraunhofer.de/en/blog/2024/kritische-stellungnahme-kernkraft-deutschland-emblemsvag.htmlDie punkte kurz zusammengefasst:
1. Kosten doppelt gezählt. Die studie zählt: kosten für erneuerbare + subventionen. Die subventionen sind aber bereits teil der kosten. Dadurch wirken EE künstlich teurer.
2. unfairer kostenvergleich: EE inklusie vieler kostenbestandteile
kernenergie ohne vergleichbare staatliche förderung.
Auch kernenergie wurde historisch stark subventioniert, die kosten fehlen aber im modell. Als folge erscheint kernenergie günstiger.
3. einnahmen werden ignoriert: die studie zählt kosten für wind und solar, berücksichtigt aber nicht die einnahmen aus verkauf. Das verzerrt die wirtschaftlichkeit.
4. Kosten von kernenergie werden zu optimistisch angenommen: baukosten, risiken und finanzierung von AKWs werden unterschätzt. Reale daten zeigen oft: massive kostensteigerungen, lange bauzeiten. Das deckt sich auch mit anderen studien.
Im kern sagt die fraunhofer analyse: die studie überschätzt systematisch die vorteile der kernenergie und unterschätzt die der erneuerbaren.
So nun zu deinen vollkosten.......
Über die 3cent/kwh müssen wir uns nicht unterhalten. Die sind geschichte.
die 5,3cent/kwh für einen AKW neubau sind da "interessanter". Das problem: es sind theoretische vollkosten. Sie gehen davon aus, dass das AKW
planmäßig gebautwird, die lebensdauer 60jahre beträgt und es durchgehend läuft. Alle kosten (bau, betrieb, brennstoff, rückstellung für endlagerung, abzinsung) werden gleichmäßig auf die gesamte lebensmenge strom verteilt. Risikoaufschläge, bauverzögerungen oder finanzierungsschwierigkeiten werden hier nicht realistisch hochgerechnet, sondern idealisiert.
So nun gibt es auch werte der stromgestehungskosten bei Akw von bis zu 49ct/kwh.
https://www.enbw.com/unternehmen/themen/klimaschutz/kernkraft-kosten.htmlWie kommt das? AKWs (vor allem neubauten) haben in der praxis enorme kostenüberschreitungen, verzögerungen, zinsen, risiken. All das muss auf die erzeugten kwh gerechnet werden, was den strom teurer macht... real. Deine vollkosten zeigen, wie günstig strom über die lebensdauer eines
perfekten AKWs wirklich sein könnten. Optimale planung, perfekte bauzeiten, maximale lebensdauer, stabile finanzierung, kein ausfall. In der realität sieht es aber anders aus.
Flamanville in frankreich zeigt die realität ganz gut.
Die ursprünglichen Planungen für den EPR-Reaktor sahen eine Bauzeit von nur fünf Jahren und Kosten zwischen 3,2 und 3,3 Milliarden Euro vor. Tatsächlich wurde 17 Jahre an dem Atomkraftwerk gebaut und die Kosten explodieren auf nun 23,7 Mrd. Euro.
Nach Angaben der Tageszeitung Le Figaro kritisiert der französische Rechnungshof die prognostizierte Rentabilität des Atomkraftwerks Flamanville. "Bei 2 Prozent ist das Programm nicht rentabel", so der Rechnungshof laut dem Figaro. Um eine Rendite von 4 Prozent zu erreichen, müsste der Verkaufspreis für den Atomstrom aber schon bei 12,2 Cent pro Kilowattstunde liegen.
auch schön. der erste monatelange stillstand steht auch schon fest.
Wegen vorhandener Herstellungsanomalien muss die Reaktorkuppel allerdings schon zum ersten Brennelementewechsel ausgetauscht werden. Ein mehrmonatiger Stillstand des Atomkraftwerks Flamanville ist die Folge.
Quelle:
https://www.iwr.de/ticker/bauzeit-17-jahre-kosten-23-7-milliarden-euro-franzoesischer-rechnungshof-kritisiert-schlechte-rentabilitaet-des-atomkraftwerks-flamanville-artikel7200:shrug: