@azazeel @Gildonus Ich darf gerne hier nochmals die Informationen von Seite 158 einbringen.
Beitrag von Forester (Seite 159)Und zum Beitrag von
@azazeel ist folgendes zu sagen:
Echter wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Fortschritt funktioniert immer nach diesem Prinzip: Optionen prüfen, Ergebnisse akzeptieren, Entscheidungen treffen.
Und genau das ist bei der Wärme- und Mobilitätswende längst passiert – nicht durch politische Ideologie, sondern durch jahrzehntelange Forschung, Marktentwicklung und Praxiserfahrung.
Das Ergebnis dieser echten Technologieoffenheit lautet:
Option Gasheizung: Technisch möglich, fossil abhängig, langfristig teuer, klimaschädlich → abgewählt vom Markt
Option Wasserstoffheizung: Technisch möglich, Wirkungsgrad katastrophal, Infrastruktur nicht vorhanden → gescheitert
Option Bioöl/Biomethan für Heizung: Technisch möglich, Rohstoff nicht in ausreichender Menge verfügbar → nicht skalierbar
Option Wärmepumpe: Technisch ausgereift, wirtschaftlich überlegen, ökologisch sinnvoll, mit eigenem Solarstrom kombinierbar → Ergebnis der echten Technologieoffenheit.
Und beim Verkehr:
Option E-Fuels für PKW: Technisch möglich, achtmal ineffizienter als Batterie, Rohstoff zu knapp → gescheitert.
Option Wasserstoff-PKW: Technisch möglich, viermal ineffizienter als Batterie → Nischenanwendung.
Option Batterie-EV: Technisch ausgereift, wirtschaftlich überlegen, ökologisch sinnvoll → Ergebnis der echten Technologieoffenheit
Der entscheidende Satz des Vorposters
@azazeel verdient es fett gedruckt zu werden:
"
Dann noch zu warten, ist nicht 'technologieoffen', sondern eine Verarsche des Bürgers."
Dem ist nichts hinzuzufügen. Die Entscheidung ist längst gefallen – durch Physik, durch Markt, durch Praxis. Wer 2026 noch "Technologieoffenheit" fordert, fordert nicht Forschung. Er fordert Stillstand. Auf Kosten aller."
Wer bei der Wärmepumpe 2026 noch Technologieoffenheit fordert, ist wie ein Bauer der nach der Erfindung des Traktors noch offen ist ob das Pferd vielleicht doch schneller pflügt.
Und nun noch zu dem neuen Post von
@Gildonus :
Zum "na, alle" Ansatz:
"Alle Technologien offen halten" klingt nach Vernunft – ist aber in der Praxis eine Entscheidung gegen Investitionssicherheit. Kein Unternehmen, keine Bank, kein Hausbesitzer investiert Millionen wenn die Spielregeln jährlich neu definiert werden. Das jährliche Neudefinieren von Zielen das du forderst wäre nicht weniger Planwirtschaft – sondern mehr Chaos. Märkte brauchen Verlässlichkeit, keine permanente Ungewissheit.
Zum Stromnetz-Argument – der stärkste Punkt:
Das ist berechtigt und wird ernsthaft diskutiert. Das Stromnetz braucht Ausbau und Intelligenz – Smart Meter, flexible Tarife, bidirektionales Laden, Speicher. Das kostet Zeit und Geld.
Aber die Gegenfrage: Was kostet der Erhalt des Gasnetzes? Deutschland hat 500.000 km Gasnetz das gewartet, erneuert und irgendwann rückgebaut werden muss. Die Bundesnetzagentur schätzt die Kosten für einen geordneten Rückbau auf 50-100 Milliarden Euro. Geld das Gaskunden zahlen werden.
Netzausbau für Strom ist eine Investition in Infrastruktur die bleibt. Gasnetz-Erhalt ist eine Investition in Infrastruktur die weg muss.
Zur saisonalen Mismatch bei Wärmepumpe und Solar:
Auch das ist ein reales Problem – aber kein unlösbares. Erstens: Moderne Wärmepumpen arbeiten effizient bis -20°C. Zweitens: Der europäische Stromverbund gleicht saisonale Schwankungen aus – Norwegen hat Wasserkraft wenn Deutschland wenig Solar hat. Drittens: Saisonale Wärmespeicher, Power-to-Heat und Großspeicher sind bereits in Betrieb und Ausbau.
Das gleiche saisonale Problem hat übrigens jede Heizung – nur löst man es bei Gas durch Abhängigkeit von Importen und bei der Wärmepumpe durch heimische Infrastruktur.
Zum Walter-Ulbricht-Vergleich:
Mit Verlaub – der trifft eher auf die aktuelle Politik zu als auf die Energiewende. Es ist Planwirtschaft wenn der Staat mit Steuergeldern fossile Infrastruktur subventioniert, Importzölle auf günstigere ausländische EVs erhebt und Märkte vor besseren Technologien schützt. Das GModG ist nicht Marktwirtschaft – es ist Bestandsschutz für eine sterbende Industrie.
Und zum Wirkungsgrad-Argument beim EV:
Der "Aufwand damit der Strom in Echtzeit ankommt" ist real – aber er gilt für jeden Stromverbraucher gleichermassen. Für Kühlschränke, Industrie, Krankenhäuser. Das EV ist hier kein Sonderfall. Und mit bidirektionalem Laden wird das EV künftig Teil der Lösung – nicht des Problems.