alhambra schrieb:und vor allem brauchen wir eine Lösung die zu 150% funktioniert. Sonst fangen wir gar nicht erst an. Z.b. Smart Meter, die alle ne eigene SIM Karte samt der dazugehörigen Kosten brauchen, weil man sowas ja auf gar keinen Fall auf den eh vorhandenen Internetanschluss des Kunden klemmen kann.
Man könnte es so schön einfach haben als deutscher, als Reiseweltmeister 🤷
Einfach mal eben schauen wie die anderen das so machen und siehe da........kein Problem - in anderen Ländern.
Man muss ja nicht jedesmal das Rad neu erfinden.
Der Vergleich des Rollout zeigt ein deutliches Gefälle: Italien liegt bei rund 98 %, Spanien bei rund 99 %, Schweden nahezu bei 100 % und Frankreich bei rund 90 % Durchdringung, während Deutschland Ende 2025 gerade einmal 5,5 % erreicht hat (ca. 3 Mio. von 56,5 Mio. Zählpunkten) [1]. Schweden und Dänemark hatten ihre Rollouts bereits 2021 abgeschlossen [2]. Der EU-27-Durchschnitt (plus Norwegen/Schweiz/UK) lag Ende 2024 bei ca. 63 % mit über 195 Mio. verbauten Geräten [1].
Der eigentliche Unterschied liegt nicht bei "SIM-Karte ja/nein", sondern bei der Netzarchitektur:
Frankreich (Linky/Enedis): Der Zähler selbst hat keine SIM-Karte. Kommunikation erfolgt per G3-PLC (Power Line Communication) über die vorhandenen Stromkabel bis zum Konzentrator in der nächsten Trafostation – dort sitzt die einzige Mobilfunkverbindung (GPRS) für ca. 50 Zähler gebündelt. Erreichte Zuverlässigkeit: über 99 % Erfolgsquote [3][4]. Rollout von 35 Mio. Zählern in 6 Jahren (2015–2021) [3].
Italien/Spanien: Ähnliches Prinzip – Narrowband-PLC vom Zähler zur Trafostation, von dort gebündelt per Mobilfunk weiter ins Backend (Spanien: PRIME-Standard).
UK (SMETS2/DCC): Hier sitzt die Mobilfunk- bzw. Funkverbindung direkt im Zähler, dafür ist das System bewusst simpel gehalten. Ergebnis: Installation im Schnitt alle 30 Sekunden ein Gerät [5].
Deutschland (iMSys): Jeder Anschluss bekommt ein eigenes Smart Meter Gateway mit eigener Mobilfunk-SIM (LTE/GPRS) und BSI-zertifiziertem Sicherheitsmodul – kein geteilter Konzentrator wie in Frankreich, sondern ein deutlich aufwendigeres Sicherheits- und Kommunikationskonzept pro Haushalt [6][7].
Fazit: Die Vorreiterländer sparen sich entweder die Einzel-SIM pro Haushalt durch das PLC-Konzentrator-Modell (FR/IT/ES) oder verzichten auf ein eigenes Gateway-Sicherheitsmodul wie in Deutschland (UK). Deutschland hat sich für den technisch anspruchsvollsten und teuersten Weg entschieden – mit entsprechenden Folgen für Tempo und Kosten des Rollouts.
Quellen:
[1] iwr.de – Eon installiert eine Million Smart Meter – Deutschland hinkt beim Rollout in Europa weit hinterher (18.03.2026):
https://www.iwr.de/news/eon-installiert-eine-million-smart-meter-deutschland-hinkt-beim-rollout-in-europa-weit-hinterher-news39576[2] wechselpilot.com – Smart-Meter-Rollout 2026: Aktueller Stand:
https://www.wechselpilot.com/magazin/smart-meter-rollout-2026/[3] Eclipse IoT Day ERDF-Präsentation, G3-PLC/Linky:
https://wiki.eclipse.org/images/f/f9/Eclipse_IOT_Day_ERDF.pdf[4] Renewable Energy World – France's 'AMI 1.5': The Linky meter sets global standards:
https://www.renewableenergyworld.com/power-grid/smart-grids/frances-ami-1-5-the-linky-meter-sets-global-standards/[5] Handelsblatt Live – Das Problem mit Smart Metern: Warum Deutschland die Energiewende selbst ausbremst:
https://live.handelsblatt.com/das-problem-mit-smart-metern-warum-deutschland-die-energiewende-selbst-ausbremst/[6] Octopus Energy DE – Smart Meter in Deutschland – Rollout, Probleme & Lösungen:
https://octopusenergy.de/politische-forderungen/smart-meter[7] Wikipedia – Intelligentes Messsystem:
Wikipedia: Intelligentes Messsystem