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Der Energiewende-Thread

3.496 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Energie, Klimawandel, CO2 ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der Energiewende-Thread

19.07.2026 um 13:36
Zitat von MarfrankMarfrank schrieb am 14.07.2026:In wie weit können Großwärmepumpen industrielle Prozesswärme liefern?
Wärmepumpen können zum Beispiel auch die Vorwärmung sehr effizient übernehmen.
Ich hatte es Anfang des Jahres mit einem Industrieprozess zu tun, der 110 Grad heißes Heizwasser benötigt hat, welches zu einem großen Teil im Produkt geblieben ist.

Alter Prozess:
- 12 Grad kaltes Wasser wird auf 110 Grad mittels Gaskessel erhitzt.
- Je erwärmten Kubikmeter Wasser werden etwas über 21 kg CO2 in die Atmosphäre geschossen

Neuer Prozess:
- der Betrieb bekommt Wärmepumpe + PV-Anlage
- 12 Grad kaltes Wasser wird auf 50-70 Grad mittels Propanwärmepumpe erwärmt (abhängig von Außentemperatur, PV-Strom-Verfügbarkeit und Strompreis)
- Das restliche Temperaturdelta wird vorläufig weiterhin mittels Gas erhitzt. Überschüssiger PV Strom wird mittels Heizstab zur Nacherhitzung genutzt.
- weniger als 9 kg CO2 Ausstoß bei gleichbleibenden Energiekosten, die für den Kubikmeter Prozesswasser anfallen. Gleichzeitig ist die Autarkie (und damit auch Resilienz des Betriebes gegen Energiepreisschwankungen) gestiegen.


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19.07.2026 um 16:15
Zitat von kuno7kuno7 schrieb am 16.07.2026:Und Split Klimas sind diesen Heizstäben energetisch trotzdem um Längen überlegen, weshalb ich lieber Klimageräte austeilen würde.
Ja natürlich....

Aber diese Zusammenhänge
Zitat von kuno7kuno7 schrieb am 16.07.2026:Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit in der JAZ aufzurechnen macht irgendwie keinen Sinn.
Doch natürlich!!

Wenn Elektroauto boomen soll , muss es günstiger sein. Effizienz kommt in den kosten vor, aber ist nicht der Haupttreiber.


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19.07.2026 um 21:12
Zitat von abbacbbcabbacbbc schrieb:Doch natürlich!!

Wenn Elektroauto boomen soll , muss es günstiger sein. Effizienz kommt in den kosten vor, aber ist nicht der Haupttreiber.
Öhm nein. Die JAZ gibt das Verhältnis der der genutzten Wärme zum verbrauchten Strom an. Wie viel der Strom oder die WP gekostet haben oder was da noch an Wartungsaufwand dazu kommt, spielt für die JAZ überhaupt keine Rolle.
Genauso wie es für den Verbrauch von nem Diesel absolut keine Rolle spielt, wie viel der Diesel gerade kostet.

kuno


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Der Energiewende-Thread

20.07.2026 um 15:41
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Öhm nein. Die JAZ gibt das Verhältnis der der genutzten Wärme zum verbrauchten Strom an.
Genau. Ich kaufe für den Preis einer kWh Strom x kWh Wärme. Doch je näher ich an x = 1 komme, desto weniger lohnt sich eine teure (komplexe) Anlage zur Wärmeerzeugung. Dann tut es eben der billige und simple Heizstab mit x ~ 1 auch.

Zudem muss man die Wärme- oder Kälteerzeugung auch über den Tag puffern. Ggf. will ich auch nachts heizen. Dafür brauche ich die Wärmepumpe (Splitklimaanlage) plus einen Stromspeicher. Habe ich aber noch keinen Stromspeicher - typischerweise aber einen Wasserspeicher - dann muss ich eben rechnen, wie eine Amortisation aussieht. Das effizientere Heizen durch eine Wärmepumpe gegenüber den Anschaffungskosten. Ggf. ist da ein günstiger Heizstab im vorhandenen Wasserspeicher einfach ziemlich lange billiger. Aber ich habe das noch nie konkret ausgerechnet, grundsätzlich wäre das aber die Überlegung.

Die meisten Menschen werden eine Lösung zum Heizen oder Kühlen am Geldbeutel fest machen.


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Der Energiewende-Thread

20.07.2026 um 17:52
Zitat von azazeelazazeel schrieb:Genau. Ich kaufe für den Preis einer kWh Strom x kWh Wärme. Doch je näher ich an x = 1 komme, desto weniger lohnt sich eine teure (komplexe) Anlage zur Wärmeerzeugung. Dann tut es eben der billige und simple Heizstab mit x ~ 1 auch.
Is mir schon klar, dennoch gibt es einen Unterschied zwischen Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz.
Wenn die kWh aus der Fernwärmeleitung am Ende genauso viel kostet wie die kWh aus dem Heizstab, dann is die Wirtschaftlichkeit (pro kWh) zwar die Gleiche, aber dennoch wäre die Fernheizung dann energetisch günstiger, da weniger Strom benötigt würde und somit zu bevorzugen, imho.

Man kann also durchaus sinnvoll die JAZ in die Wirtschaftlichkeit reinnehmen, aber umgekehrt mach das nich wirklich Sinn.
Zitat von azazeelazazeel schrieb:Zudem muss man die Wärme- oder Kälteerzeugung auch über den Tag puffern. Ggf. will ich auch nachts heizen. Dafür brauche ich die Wärmepumpe (Splitklimaanlage) plus einen Stromspeicher.
Man kann ja auch statt oder neben der Klima Splitte auch noch ne BW WP einbauen, dann geht das auch.
Zitat von azazeelazazeel schrieb:Habe ich aber noch keinen Stromspeicher - typischerweise aber einen Wasserspeicher - dann muss ich eben rechnen, wie eine Amortisation aussieht. Das effizientere Heizen durch eine Wärmepumpe gegenüber den Anschaffungskosten. Ggf. ist da ein günstiger Heizstab im vorhandenen Wasserspeicher einfach ziemlich lange billiger.
Nen Brauchwasserspeicher haben zwar die meisten Öl/Gas Heizungen, aber erstens lässt sich da nich so ohne weiteres ein elektrischer Heizstab einbauen und zweitens kann man das erwärmte Brauchwasser nich so ohne weiteres zum Heizen verwenden. So einfach und günstig wird das in der Regel kaum sein.

Des Weiteren bleibt während der Heizperiode, vor allem im Kernwinter ohnehin nur wenig PV Strom übrig, selbst ohne Akku. Ne WP kann unter günstigen Umständen vielleicht 30-50% ihres Stroms aus der PV holen, bei den deutlich höheren benötigten Leistungen einer Elektrodirektheizung wirste wohl eher bei 10-15% landen, mal so pi mal Daumen. So richtig viel reißt das dann auch nich raus.

mfg
kuno


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Der Energiewende-Thread

28.07.2026 um 08:21
Zitat von kuno7kuno7 schrieb am 20.07.2026:mir schon klar, dennoch gibt es einen Unterschied zwischen Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz.
Wenn die kWh aus der Fernwärmeleitung am Ende genauso viel kostet wie die kWh aus dem Heizstab, dann is die Wirtschaftlichkeit (pro kWh) zwar die Gleiche, aber dennoch wäre die Fernheizung dann energetisch günstiger, da weniger Strom benötigt würde und somit zu bevorzugen, imho.
Und das unterschreiben ich eben nicht, weil man Systeme auch vom Ende denken darf.

Früher oder später kommt müssen wir alle dämmen oder sparen. Dann schlagen diese riesen Systeme um.

Und dank unser deutschen Mentalität, Vertragsnichtvorschau , Sozialstruktur, wird so eine Fernwärme betrieben bis zum St Nimmerleinstag.

Wollt ihr ein Beispiele:

Hier.... ein gasbetriennes Fernwärmenetz ;)

https://www.hansewerk-natur.com/content/dam/revu-global/hansewerk-natur/Files/Service/Waermepreise/Glinde_OherWeg_Preisblatt.pdf

Ist wie eine gasbetriebene Dampflok. Funktioniert, ist tolle Technik aber ein Gasmotor ist effektiver


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28.07.2026 um 08:26
Btw.... die blöden Grünen haben mit Anti Regentänzen die Donau manipuliert
Rumänien schaltet wegen des niedrigen Wasserstands der Donau ab Dienstag einen seiner beiden Atomreaktoren ab. Das Energieministerium in Bukarest teilte am Montag mit, die Maßnahme diene dem Schutz der Kühlsysteme. Der Pegel des Flusses sei auf den niedrigsten Stand seit 30 Jahren gesunken. Der staatliche Betreiber Nuclearelectrica verfügt über zwei Reaktoren mit einer Leistung von jeweils 706 Megawatt, die etwa ein Fünftel der rumänischen Stromproduktion ausmachen.
Quelle:
https://kurier.at/politik/ausland/rumaenien-atomkraftwerk-reaktor-abschaltung-donau-pegel/403178415

Wie können die so doof sein bei 20% Anteil ihre AKWs abzuschalten


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29.07.2026 um 08:55
Gestern wurde das Gebäudemodernisierungsgesetz im Bundesgesetzblatt veröffentlicht, womit es heute in Kraft tritt:
https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html

Wie ein so wichtiges Gesetz ohne die Zustimmung des Bundesrates veröffentlicht werden durfte verstehe ich zwar immer noch nicht, aber es scheint zu gehen.

Ich hoffe damit entsteht wieder ein gewisses Maß an Planungssicherheit, nachdem die Union im letzten Jahr ja nichts außer Chaos in der Heizbranche gestiftet hat.


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29.07.2026 um 09:13
Zitat von bettmanbettman schrieb:Ich hoffe damit entsteht wieder ein gewisses Maß an Planungssicherheit, nachdem die Union im letzten Jahr ja nichts außer Chaos in der Heizbranche gestiftet hat.
Das verstehen die Politiker ja nicht...

Hühhh machen

Hühh komplett verunglimpft

Hott ankündigen

Hühh* vorbereiten

Hühh* verabschieden

Ergibt keine Planungssicherheit.

---------------

Ich bin fein damit, wenn eben Krisen, Ölknappheit solidarisch von allen Ölheizungs ubd Gasheizungsbesitzern getragen werden und über Gebühren verteilt werden.

Aber ich sehe "Spritpreisbremsen"...

"Wir müssen der armen Bevölkerung helfen, welche seit 2022 immer noch nicht mitbekommt , dass Öl und Gas teuer wird"


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Der Energiewende-Thread

29.07.2026 um 10:03
Zitat von bettmanbettman schrieb:Ich hoffe damit entsteht wieder ein gewisses Maß an Planungssicherheit, nachdem die Union im letzten Jahr ja nichts außer Chaos in der Heizbranche gestiftet hat.
Eigentlich ist es das genaue Gegenteil von Planungssicherheit. Man darf zwar jetzt wieder alles einbauen, aber was die "Biotreppe" für Kosten verursacht kann doch niemand seriös vorhersagen. Und wie willst du halbwegs sicher planen, wenn du die Konsequenzen deiner Entscheidung gar nicht absehen kannst?


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Der Energiewende-Thread

29.07.2026 um 10:22
Zitat von alhambraalhambra schrieb:Man darf zwar jetzt wieder alles einbauen, aber was die "Biotreppe" für Kosten verursacht kann doch niemand seriös vorhersagen.
Das IW hats versucht und kam zu dem ergebnis, dass sich die jährlichen kosten der gasheizung bis zum jahre 2040 fast verdoppeln, bis 2045 mehr als verdoppeln. Bei öl dürfte es ähnlich aussehen, wenn nicht sogar noch schlimmer.
Die Modellrechnungen dieser Studie zeigen: Für einen durchschnittlichen Haushalt in einer teilsanierten Altbauwohnung mit einem Jahresverbrauch von 10.000 kWh steigen die jährlichen Heizkosten von rund 1.080 Euro im Jahr 2026 auf 1.952 Euro im Jahr 2040 und auf 2.366 Euro im Jahr 2045, sofern bis dahin eine vollständige Versorgung mit Biomethan beziehungsweise klimaneutralem Gas unterstellt wird. Die laufenden Betriebskosten würden sich damit gegenüber dem heutigen Niveau mehr als verdoppeln.
Quelle: https://www.iwkoeln.de/studien/ralph-henger-malte-kueper-laurens-wuensch-wie-hoch-sind-die-mehrkostenrisiken-durch-das-gebaeudemodernisierungsgesetz.html


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29.07.2026 um 10:36
@gastric
Aber auch die Autoren dieser Studie schreiben:
Die Unsicherheit der künftigen Heizkosten unter dem GModG steigt insbesondere durch die nun obligatori-
sche Bio-Treppe und steigende Grüngas- und Grünheizölquote. In den in dieser Studie betrachteten Szena-
rien weitet sich die Preisspanne bei einer ausschließlich erdgasbasierten Versorgung bis 2045 nur moderat
aus. Der Kostenkorridor der GModG-Variante wird dagegen deutlich breiter. Grund dafür ist die erhebliche
Unsicherheit über die Verfügbarkeit und Bepreisung von Biomethan in der mittleren und langen Frist: Weder
die Bio-Treppe noch die Grüngasquote lassen sich langfristig allein durch Biomethan erfüllen, zusätzlich ist
teurer Wasserstoff erforderlich
Quelle: Die IW Studie

Übersetzt: wir haben unser Bestes gegeben, aber es bleibt Glaskugelleserei. Sicher ist nur, daß es teurer wird


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Der Energiewende-Thread

29.07.2026 um 10:46
@alhambra
Ja natürlich ist es glaskugelleserei. Hängt ja auch vom technischen fortschritt und weiteren politischen maßnahmen ab. Sind ja immerhin noch 14 jahre.


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Der Energiewende-Thread

29.07.2026 um 20:30
Hat man vor 10 Jahren auch gesagt:

Bald gibt es Überschusswindkraft, die macht günstig Wasserstoff und dazu kommt der Wasserstoff aus Afrika.

Der kommt per Schiff, dazu das Erz per Schiff und wir machen Stahl. Wer soll es sonst können ??


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Der Energiewende-Thread

29.07.2026 um 23:49
Zitat von gastricgastric schrieb:Sind ja immerhin noch 14 jahre.
Vielleicht gibt es aber auch bis dorthin eine Regierung, die nicht mehr an solchen Zielen festhält!


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30.07.2026 um 06:08
@Marfrank
Jaaaaaaaaaaa weiss ich nicht. Ich würde trotzdem weder ne neue gas- noch ölheizung einbauen.


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30.07.2026 um 06:51
@gastric
Das ist das einzige Gute an der Sache. Dass die meisten mittlerweile eingesehen haben, sie mit Öl und Gas in die Sackgasse rennen. Eigentlich hat die Regierung mit viel Theater ein nicht existierendes Problem gelöst


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Der Energiewende-Thread

04.08.2026 um 12:58
Zitat von gastricgastric schrieb am 29.07.2026:Sind ja immerhin noch 14 jahre
Bis dahin kann man das Gesetz noch 3 mal abschaffen und verschärft wieder einführen.
Das ist Planungssicherheit in D.


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