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Der Energiewende-Thread

3.892 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Energie, Klimawandel, CO2 ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der Energiewende-Thread

um 21:04
Zitat von Stine87Stine87 schrieb:Mir ist nach wie vor nicht klar, wie der deutsche Anteil von 1,5 bis 2% den weltweiten Gesamtausstoß wirkungsvoll ändern kann, selbst wenn er idealerweise ersatzlos wegfallen würde.
Ich weiß, der Einwand ist alt, doch mir fehlt bis heute eine plausible Erklärung oder ein Gegenargument.
Hast du eben eins bekommen. Aber du ignorierst ja alles was dir nicht in den Plan passt.

Hier:
Zitat von alhambraalhambra schrieb:Wenn man davon ausgeht, das wir der einzige Staat sind, der was tut, dann würde das sogar stimmen. Wir sind aber noch nicht mal mehr Mittelfeld. Beim Anteil der erneuerbaren Energien sind wir weltweit auf Platz 56
Mal ein Ratespiel: was würdest du schätzen wieviele Staaten einen Anteil an EE > 90% haben?

Und um deine 1 Billion für die Energiewende mal einzuordnen:

das sind Investitionen. Das Geld erzeugt hier im Land Wertschöpfung, schafft Arbeitsplätze.

seit 2000 haben wir etwa 1,5-1,8 Billionen für den Import fossiler Energien ausgegeben. Das Geld ist einfach weg aus diesem Land. Bestenfalls kauft sich n Scheich oder n russischer Oligarch bei Lürsssen davon ne neue Superyacht.


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Der Energiewende-Thread

um 21:10
Zitat von paxitopaxito schrieb:Die ganze Energiewende kostete weniger.
Die Prognos Studie geht von anderen Zahlen aus.
Deutschland benötigt von 2025 bis 2045 rund 5,7 bis 6,4 Billionen Euro (im Schnitt etwa 290 Milliarden Euro pro Jahr), um bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen. Das zeigt die aktuelle Studie des Forschungsinstituts Prognos im Auftrag der KfW (Oktober 2026).

Die wichtigsten Ergebnisse der KfW-Prognos-Studie:

• Gesamtinvestitionen: Bis zu 6,4 Billionen Euro insgesamt bzw. ca. 290 Mrd. Euro jährlich – das ist mehr als eine Verdopplung gegenüber den Durchschnittsinvestitionen der Jahre 2018 bis 2023.
• Nettomehrinvestitionen: Etwa ein Drittel (ca. 135 bis 153 Milliarden Euro pro Jahr) sind tatsächliche zusätzliche Nettoinvestitionen, da viele Klimaschutz-Ausgaben klassische Investitionen in fossile Technologien ersetzen.
• Verteilung auf Sektoren (bis 2045):
• Verkehr: 2,6 bis 2,9 Billionen Euro (Schwerpunkt: Elektrifizierung und Pkw-Ersatz)
• Energie: 1,3 bis 1,8 Billionen Euro (Schwerpunkt: Erneuerbare Energien, Netze, Wasserstoff, Fernwärme)
• Gebäude: ca. 1 Billion Euro (Schwerpunkt: energetische Sanierung, neue Heizsysteme wie Wärmepumpen)
• Industrie: ca. 0,5 Billionen Euro (Schwerpunkt: Stahl, Chemie, Zement)
• Wer investiert? Den weitaus größten Teil müssen private Haushalte und Unternehmen aufbringen. Auf den öffentlichen Sektor (Infrastruktur, Schiene, kommunale Netze) entfallen rund 12 Prozent (ca. 650 bis 800 Milliarden Euro).


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Der Energiewende-Thread

um 21:12
Zitat von Stine87Stine87 schrieb:Kannst ja mal belegen.
Hab dir doch das UBA genannt, aber bitte:
Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt auf Grundlage des Handbuch Umweltkosten für im Jahr 2026 emittierte Treibhausgase einen Kostensatz von 350 Euro2025 pro Tonne Kohlendioxid (t CO2) zu verwenden (1% Zeitpräferenzrate). Bei einer Gleichgewichtung klimawandelverursachter Wohlfahrtseinbußen heutiger und zukünftiger Generationen (0% Zeitpräferenzrate) ergibt sich ein Kostensatz von 1000 Euro2025 pro Tonne Kohlendioxid.
Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/daten/umweltzustand-trends/umwelt-wirtschaft/gesellschaftliche-kosten-von-umweltbelastungen#methodik-zur-schtzung-von-klimakosten-

Anmerkung: Schau mal an, die sind beim UBA mittlerweile bei 345€.


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um 21:16
Zitat von Stine87Stine87 schrieb:Die Prognos Studie geht von anderen Zahlen aus.
Deutschland benötigt von 2025 bis 2045 rund 5,7 bis 6,4 Billionen Euro
Es ging darum was Deutschland im Zeitraum der „Energiewende“ ausgegeben hat und was zeitgleich an Folgekosten verursacht wurde - Zeitraum 2000 - 2025. Stand auch da.
Das da nochmal Billionen raufkommen, hatte ich dir bereits geschrieben. Und das ist immer noch günstiger, als wenn wir nix tun.
Zitat von alhambraalhambra schrieb:das sind Investitionen. Das Geld erzeugt hier im Land Wertschöpfung, schafft Arbeitsplätze.
seit 2000 haben wir etwa 1,5-1,8 Billionen für den Import fossiler Energien ausgegeben.
Naja @alhambra ist ja nicht so, als würden wir in Sachen Energiewende nicht ebenfalls kräftig importieren. Das meiste Zeug kommt aus China.


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um 21:19
Zitat von paxitopaxito schrieb:Naja @alhambra ist ja nicht so, als würden wir in Sachen Energiewende nicht ebenfalls kräftig importieren. Das meiste Zeug kommt aus China.
teilweise ja, aber derjenige der das aufs Dach schraubt, der wohnt hier. Und der Anteil der Hardware aus China ist noch das wenigste auf der Gesamtrechnung. Bei mir war es etwa 1/3 des ganzen.


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Der Energiewende-Thread

um 21:19
Zitat von alhambraalhambra schrieb:Mal ein Ratespiel: was würdest du schätzen wieviele Staaten einen Anteil an EE > 90% haben?
Schon wieder eine Nebelkerze:
Kein einziger beim Primärenergiebedarf.

Bei der Stromerzeugung gibt es welche, ja.
Das sind dann abrr so wohlstandsverwöhnte Länder wie Bhutan, wo die Leute das Licht mit dem Hammer ausmachen. Tolle Wurst.

Möchtest du da leben?


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um 21:21
Zitat von Stine87Stine87 schrieb:Bei der Stromerzeugung gibt es welche, ja.
20 die oberhalb von 90% liegen.
Zitat von Stine87Stine87 schrieb:Das sind dann abrr so wohlstandsverwöhnte Länder wie Bhutan, wo die Leute das Licht mit dem Hammer ausmachen. Tolle Wurst.
Ja, so dritte Welt Länder wie Island, Norwegen, Luxemburg.....


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um 21:24
@alhambra
So kannste nicht rechnen, das Öl/Gas/die Kohle was/die herkommt schafft ja ebenfalls Werte und verpufft nicht einfach.
Raffenerien, Pipeleinwartung, Hafenarbeiter, die ganze Automobilindustrie die auf dem Verbrenner aufbaut (inkl. Zulieferer von Teilen die ein eAuto nicht braucht) ect. pp. - das geht alles flöten. Wird es ohnehin, da sind wir denk ich einer Meinung, aber so einfach ist das nun wirklich nicht mit dem grünen Wachstum. Gut möglich das wir da am Ende wirtschaftlich als Verlierer dastehen, gerade durch die ständigen Rückwärtsrollen.


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um 21:27
Zitat von Stine87Stine87 schrieb:Schon wieder eine Nebelkerze:
Kein einziger beim Primärenergiebedarf.
Wieso Nebelkerze dir ging es doch die ganze Zeit um den Strom, also ist das auch Thema und nicht der Primärenergiebedarf. Das der nochmal ein dickeres Brett ist - keine Frage.


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um 21:33
Zitat von paxitopaxito schrieb:Wieso Nebelkerze ....
Was nützt uns ein Vergleich mit zB Norwegen, die fast den gesamten Strom mittels Wasserkraft erzeugen? Ist doch
Blödsinn.


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Der Energiewende-Thread

um 21:36
Zitat von paxitopaxito schrieb:So kannste nicht rechnen, das Öl/Gas/die Kohle was/die herkommt schafft ja ebenfalls Werte und verpufft nicht einfach.
Naja, die Zahl die ich genommen habe, ist der Import. Also, das Geld ist aus diesem Land definitiv weg. Was hierzulande noch gebraucht wird, wie Raffinierten, dass kommt da noch oben drauf. Und ehrlich: keine Ahnung was die in den Emiraten mit der Knete noch alles machen, ausser noch einen Ferrari vergolden zu lassen oder die dritte Superyacht zu kaufen.
Zitat von paxitopaxito schrieb:die ganze Automobilindustrie die auf dem Verbrenner aufbaut (inkl. Zulieferer von Teilen die ein eAuto nicht braucht) ect. pp. - das geht alles flöten
Das ist richtig. Ist aber ein hausgemachtes Problem. Man könnte ja auch auf E-Autos setzen. dann müssen wir immer noch Federn lassen, aber nicht ganz soviel wie wenn die deutsche Automobilindustrie in ganze den Bach runter geht.

Und bevor jetzt irgendwer mit der Behauptung um die Ecke kommt, dass man hierzulande keine E-Autos mit Marge herstellen kann, der muss mir erklären warum Tesla das kann.
Zitat von paxitopaxito schrieb:aber so einfach ist das nun wirklich nicht mit dem grünen Wachstum. Gut möglich das wir da am Ende wirtschaftlich als Verlierer dastehen, gerade durch die ständigen Rückwärtsrollen.
Ja, wir waren mal Weltmarktführer bei PV und auch bei WKA. War ja bei politisch nicht gewollt. Und jetzt müssen wir den Gazen Kram in China kaufen. Bei E-Autos, Wasserstoff, grünem Stahl ist das rennen aber noch offen.
Zitat von Stine87Stine87 schrieb:Was nützt uns ein Vergleich mit zB Norwegen, die fast den gesamten Strom mittels Wasserkraft erzeugen? Ist doch
Blödsinn.
Warum? weil' die wieder nicht in den Kram passt? Wie macht denn Luxemburg seine 90.5% EE? Auch mit Wasserkraft? Oder Dänemark seine 88%? Österreich seine 86%? Portugal seine 85%?


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Der Energiewende-Thread

um 21:44
Zitat von alhambraalhambra schrieb: .... Wie macht denn Luxemburg seine 90.5% EE? Auch mit Wasserkraft? Oder Dänemark seine 88%? Österreich seine 86%? Portugal seine 85%?
Alle genannten Länder sind nicht vergleichbar aufgrund der Topographie und der industriellen Struktur. Typischer Äpfel/Birnen Vergleich oder auch wieder nur eine Nebelkerze.


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Der Energiewende-Thread

um 22:50
Zitat von Stine87Stine87 schrieb:Was nützt uns ein Vergleich mit zB Norwegen, die fast den gesamten Strom mittels Wasserkraft erzeugen? Ist doch Blödsinn.
Okay Bhutan ist schlecht weil zu arm, Norwegen weil zuviel Wasserkraft, Dänemark weil zuviel Meer, Island weil zuviele Vulkane - Frankreich geht aber, weil Kernkraft. Ich erkenne ein Muster.
Ja, natürlich ist es für ein großes Land wie Deutschland komplexer. Vor allem weil wir Windkraft eher im Norden erzeugen und Strom im Süden brauchen.
Aber das ist alles nicht unlösbar.
China baut derweil pro Jahr mehr Windleistung als ganz Deutschland hat, Batteriespeicher in Serie und Stromhighways. Wir können natürlich auch noch ne Runde mit Debatten über Technologieoffenheit und ob wir nicht doch wieder Kernkraft einführen wollen verbringen.


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Der Energiewende-Thread

um 23:31
Die alles entscheidende Frage bei der ganzen Energiewende ist für mich eine hypothetische, aber deshalb nicht weniger interessante:

Werden in 50 oder 100 Jahren vergleichbare Umwelt Ereignisse wie beispielhaft die Ahrtal Katastrophe bei.vollzogener Energiewende weniger werden oder gar ausbleiben oder wird sich an solchen Katastrophen signifikant bei uns nichts ändern?

Das ist die einzig und allein entscheidende Frage dieser ganzen Geschichte.

So naiv, wie man zunächst denken möchte, ist diese Frage gar nicht. Denn es darf mit Fug und Recht überlegt werden wie unsere anderthalb bis zwei Prozent Treibhausgasausstoß solche Katastrophen überhaupt begünstigen oder ob im Umkehrschluss das Ausbleiben von 1,5 bis 2% Treibhausgase solche Erscheinungen positiv beeinflussen würden.

Vermutlich ist der Zeitrahmen von 50 bis 100 Jahren (den habe ich bewusst wegen den 'Kippunkten' gewählt) aber viel zu knapp gefasst und es wird sich wahrscheinlich sogar - wenn überhaupt - frühestens in 300 Jahren irgendetwas nachweisen lassen können.
Der Grund ist in der extremen Trägheit des gesamten Klimasystems zu sehen.

Das bedeutet aber wiederum, dass wir heute an etwas herumdoktern von dem wir annehmen, dass es in 300 Jahren so sein wird wie wir uns das heute ausgedacht haben. Eine, wie ich finde, äußerst gewagte Vorstellung.

In 300 Jahren sind wir aber an einer Entwicklung angelangt, an der höchstwahrscheinlich ganz andere Technologien zur Verfügung stehen als heute.

Alleine nur an diesem Gedankenspiel sieht man sehr schön, wie unsere ganze Energiewende heute von den Protagonisten mit einer unglaublichen Hybris getragen wird.

In meinen Augen ist die Energiewende ein viele Billionen teurer Schuss ins Blaue mit einer lediglich vermuteten Erfolgsgarantie. Also ein extrem fragwürdiges Verhältnis zwischen Aufwand und eventuellem Erfolg.


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