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Der Fall Michaela Eisch (1985)

536 Beiträge, Schlüsselwörter: München, Sexualmord, 1985, Michaela Eisch

Der Fall Michaela Eisch (1985)

18.11.2014 um 10:22
@Zefix
bin da deiner Meinung, vor allem weil es die Zeugenaussagen so bestätigen. Welches Kind läßt sich von einem heißersehnten Treffen mit der Mutter abbringen, um zB einem Fremden kurz den Weg zu zeigen oder ähnliches? Kann ich mir nicht auf diese Zeitdauer (etliche Stunden) vorstellen. Ich bin überzeugt, sie haben sich gekannt. und nicht nur flüchtig.

Ich hoffe, dieser Mörder wird seines Lebens nicht mehr froh. Er hat eine ganze Familie zerstört, auch für die Großeltern muss das eine einzige große Tragödie gewesen sein. Einfach furchtbar.


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Luminarah
ehemaliges Mitglied

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Der Fall Michaela Eisch (1985)

18.11.2014 um 13:27
sylvana schrieb:Welches Kind läßt sich von einem heißersehnten Treffen mit der Mutter abbringen, um zB einem Fremden kurz den Weg zu zeigen oder ähnliches
Bei der traurigen Geschichte sind uns ja einige Dinge nicht bekannt bzw es gibt unterschiedliche Angaben in den Medien. Ob der Täter daher die Kleine von etwas abbringen musste oder sie sich selbst auf Abenteuer begeben hat , war meines Wissens in unserer Diskussion offen geblieben.


Ich denke daher , es muss leider offen bleiben , ob die Kleine den Täter kannte oder der sich in den Tagen davor oder eben an jenem tragischen Tag in das Vertrauen des Kindes geschlichen hat. Sie muss ihm ziemlich vertraut haben, wenn sie noch über den Zaun stieg.

Die Skrupellosigkeit und Gemeinheit schockiert jeden , der sich mit diesem Verbrechen beschäftigt. Leider lacht sich der Täter ins Fäustchen und geniesst wahrscheinlich die Aufmerksamkeit , die er durch den Fall bekommen hat.


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

19.11.2014 um 20:41
hallo,
bin jahrgang 66 und in münchen sendling/großmarkthalle geboren. Mein vater starb als ich 2 jahre alt war, meine mutter als ich 11 war. Meine Mutter musste nicht arbeiten, ich war wohl behütet. Meine große schwester - 18 jahre älter - war schon am arbeiten. nach dem tot meiner mutter wurde ich "schlüsselkind" und das jugendamt setzte meine schwester als vormund ein. Mir war oft langweilig, ich fing zu streunen an. Zwar nur, bis sie heim kam, und habe da einige sachen erlebt, die haarscharf eng und gefährlich waren. Aber als kind, sagst du nicht alles zu hause. Du weißt ja, immer wurde gesagt, geh nicht mit, sprich nicht, lass dir nichts schenken. Mir war klar, besser nicht beunruhigen.
Ich gehe hier davon aus, daß der täter das mädchen kannte, schon kontakt hatte und nur nichts sagte.
Ich denke, man muss sich in ein schlüsselkind versetzen und daran denken, wie man damals selber handelte. Ich versuche es zumindest, soweit ich mich erinnern kann.
Und heute, mit 48, ist mir klar, was ich für ein großes glück hatte. Egal was ich anstellte, alles ging gut. Danke ans universum. Und meine schwester war fassungslos, als wir später als erwachsene darüber sprachen. Sie meinte, sie war überfordert mit mir, musste arbeiten, hatte keine partner, und dachte immer, daß ich wirklich zu hause war und gelernt habe. Meine noten waren gut, kein anlass zum aufmerken. Wäre etwas passiert, sie hätte der polizei gesagt, ich war ganz brav. Nur war das engelchen ein bengelchen. Ich denke die polizei hätte lange gerätselt, wo meine wege überall waren.
Wie könnte man rausfinden, was 1985 auf ihren vermuteten wegen ein anreitz gewesen wäre? z. B. eiskaffee, spielwarenladen, bäcker mit billigem süßkram - daß ich kein diabetiker wurde, auch glück, läden/kaufhaus mit event so. 25 jahre bla bla bla, nimm dir einen luftballon, etc. Danke wenn mir jemand helfen kann.
lg loisel


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Luminarah
ehemaliges Mitglied

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Der Fall Michaela Eisch (1985)

21.11.2014 um 13:01
@loisel
Danke für diesen interessanten Beitrag. Wie gesagt , wenn ich es recht in Erinnerung hatte, hat sich Manuela vorher schon mal "selbstständig " gemacht , was es in Betracht ziehen lässt , dass sie mal auf Abenteuer ausging. Daran kann ich mich erinnern zu der Zeit , als ich den Thread nach der xy Sendung intensiv verfolgte , weil ich die Tat so unfassbar fand. Insofern würde das , was du schreibst , dazu passen.
Wenn man natürlich einen Bekannten nicht ausschliessen kann , halte ich es für wahrscheinlicher , dass sich jemand die Tage davor das Vertrauen des Kindes erschlichen hat.
Ein User schrieb , ein Zufallstäter hätte das "Werkzeug" nicht dabei gehabt. Das ist ein guter Gedanke und könnte darauf hindeuten ,auf eine Kontaktaufnahme die Tage vorher.

Es kann natürlich genausogut sein , dass ein entsprechend gepolter Täter erst an dem Tag in ihr Leben trat und es ein absoluter Zufall war. Derartige Täter haben ein gewisses Gespür für
"selbstständigere " Kinder und als Schlüsselkind war Michaela sicherlich nicht viel anders als du und andere Kinder. An jenem Tag haben sich Mutter und Tochter verpasst. Aus den Quellen geht widersprüchliches hervor , bis heute ist von uns aus nicht zu klären, ob Manuela überhaupt am Hotel war. Sie hat - so meine Einschätzung- an diesem Tag irgendwann entschieden, sich den Tag schön zu machen , entweder weil sie die Mutter verpasste oder auf dem Weg abgelenkt wurde oder es sich anders überlegte.

Leider hilft uns das alles nicht sehr viel weiter.
Nicht mal die DNA Spur hat etwas gebracht. Ich hoffe nur noch auf einen Zufall.


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

24.11.2014 um 17:43
@Luminarah
bist auch Mitglied im Esoterik-Forum? du kommst mir bekannt vor :-)

ja, stimmt schon, es ist wirklich ein mysterium. hoffe sehr, dass der drecksack gefunden wird. möge sein leben so sein, wie er es sich durch diese tat verdient.


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

25.11.2014 um 19:14
hallo,
was es hier auch so schwierig macht - bei den aktuellen fällen - man hat fast keine gesicherten angaben. Völlig klar, daß die polizei vieles nicht herausgeben kann, darf oder will. Es gibt genügend kranke, die sich an einem autopsiebericht, tathergang etc. emotional bereichern würden. Wie vornehme ausgedrückt, ich denke in umgangssprache ausgedrückt werde ich gesperrt. Bin 2007 wegen hinterkaifeck beigetreten, da ist es einfacher an unterlagen zu kommen wie vernehmungsprotokoll, autopsiebericht etc. Dafür fehlt halt in den alten fällen vieles was verloren wurde, im krieg, verlegt. Aber was da ist, kann man lesen. Und auch die medien kriegen nur, was ihnen zugeteilt wurde. Leider lebt die mutter nicht mehr, auch hier kommen keine gesicherten angaben mehr.
Ich finde es wichtig, daß man den täter eindeutig benennen kann. Bei ungeklärten fällen bleibt immer ein "gschmackerl" hängen. Und das kann vielen unschuldigen das leben echt vermiesen.
lg loisel


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

25.05.2015 um 19:01
Hallo..seid Stunden sitze ich hier und lese alle diese Beiträge ...auch mich beschäftigt dieser Fall.
Ich habe am 17.Mai Geburtstag und immer wieder kommt es mir dann in den Sinn diesen Ort aufzusuchen,
diese Gedenkstelle,der Platz wo dies geschah...auch ich lebe in München und kenne die Wege und U bahnen
und die Wohnsiedlung,die sich aber nun nach und nach auflöst,weil neu gebaut wird.Die 2 Kneipen,in denen sich die Mutter oft aufhielt...Den Weg an der Isar entlang,zur Brücke.Man versucht,sich ein evtl.Bild von allem zu machen und ich frage mich immer wieder:wenn der Mörder noch lebt und mitlerweile ist er ja auch schon um die 60 oder so,
man verändert sich,nicht nur äusserlich !!Vielleicht sucht er ja jedes Jahr diesen Ort des Verbrechens auf,bleibt stehen,an dieser Gedenktafel...Gedenkstätte...immer wieder stehen Blumen oder sonstiges dort.Blumen des Mörders??Ich glaube nicht das dieser Mensch töten wollte...ich denke,dieses arme Kind hat gespürt das es nicht mehr der gute Mensch ist,er fügte ihr Schmerzen zu,wurde gewalttätig,sie wehrte sich,vielleicht wurde er gestört,durch andere Geräusche,oder Passanten die auf der anderen Strassenseite vorrübergingen,es war der frühe Abend...schönes Wetter,diese Wege dort werden gut besucht..direkt an der Isar.Und deshalb hat er sie umgebracht..
um nicht entdeckt zu werden..er hat sie erdrosselt,er hat sie liegen lassen,so wie sie war,teils unbekleidet.-------
Als Mörder würde ich alles tun,um dieses zu vertuschen,also das Opfer verstecken oder die Gegenstände,
zudecken oder sonst irgendwas----ich denke...er wurde bei seiner Handlung irgendwie gestört und brachte sie um,wollte dies aber nicht.Mit seiner Tat lebt dieser Mensch so viele Jahre...vielleicht selber Familienvater.
Ich vermute,das dieser Typ diesen Ort immer wieder aufsucht,vielleicht an diesem 17.Mai .niemand würde den
erkennen,oder wissen wer das ist...der vielleicht dort vor der Gedenktafel steht,oder sooo.
So gern würde ich etwas dazu beitragen,damit dies Kind Ruhe findet und seine Mutter,die daran wohl zu Grunde ging.
Aber wo soll man ansetzen ----
für mich steht fest:sie hat ihren Mörder gut gekannt
sie muss sich mehrere Std. an seiner Seite aufgehalten haben
er muss aus ihrem nahen Umfeld stammen
er muss gewusst haben das sie an dem Tag und zu der Uhrzeit unterwegs ist.
er hat sie schon in der Schachnerstrasse beobachtet,ihr gefolgt und irgendwie dafür gesorgt,
das sie zu spät am Hotel ankam...wenn sie überhaubt bis dort hin kam.Unter dem Vorwand.
die Mama arbeitet noch-oder so.
Es ist sehr traurig,dieser Fall....man will einfach nur Gerechtigkeit und den Mörder hinter Gitter sehen.Dieser Fall
ruht sicherlich- seitens der Polizei,die auf einen Zufall hofft...man müsste noch mal recherchieren,mit leuten reden,
Nachbarn,wenn sie noch leben,kneipen,in denen die Mutter verkehrte.Die gibt,s noch.Josephburg..angeblich war dies Kind dort...wurde sie gesehenu.u.u.


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

27.05.2015 um 16:03
Bitte immer erst die Beiträge gründlich und mit Sorgfalt lesen,ferner auf Satzstellung achten,dann nachdenken und erst dann....evtl. Kritik üben. Vielen Dank.


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

22.06.2015 um 12:06
@donatello
spielst du da auf deinen eigenen Beitrag an?
der obere ist in der Tat sehr schwierig zu lesen, keine Absätze, keine Abstände zwischen Punkten / Beistrichen und den folgenden Wörtern.
Blumen des Mörders...also ehrlich, klingt nach einem schlechten Krimi.

Ich glaube schon, dass die Polizei alles untersucht hat. Glaube sogar, dass vllt der Täter schon lange in Verdacht ist, man ihm aber nichts nachweisen kann.
Ich fürchte, da wird sich nicht mehr viel klären, ausser der Täter oder sein Umfeld wollen diese Tat irgendwann "beichten".

Mir tut die ganze Familie furchtbar leid, was sie durchmachen mussten. Jetzt im Tode sind sie ja schon lange vereint. Erschütternd.


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

22.06.2015 um 12:25
@donatello in der tat ist dein zweiter beitrag etwas rätselhaft...

nun gut, ich denke aber nicht zwingend, dass sie ihren täter kannte, wer wusste denn schon groß, dass sie an dem tag mit der ubahn allein unterwegs sein wird!?


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

26.06.2015 um 01:46
Ich tendiere auch eher zu einem unbekannten Täter.
Einzig und allein aus dem Grund, dass ich glaube, ein Bekannter wäre schnell in das Fadenkreuz der Ermittlungen gelangt. Die Kripo München ist schon sehr leistungsfähig, sie haben selbst alle männlichen Bekanntschaften der Mutter - selbst nur potentielle - unter die Lupe genommen. Von einem nur Michaela aber nicht der Mutter bekannten "großen Freund" hätte das lebhafte Mädchen sicherlich ihren Spielkameraden gegenüber etwas erwähnt.
Da es sich bei Michaela um den einzigen unaufgeklärten Mord an einem Kind im Raum München handelt, erscheint es mir wahrscheinlicher, dass es keine irgendwie geartete vorherige Verbindung zum Täter gegeben hat.

Auch ein "ruheloser" Mörder, der jährlich mit Gewissensbissen am Todestag zu kämpfen hat, erscheint mir nicht wahrscheinlich. Ich glaube eher an jemanden, der seine (Einzeltat?) erfolgreich verdrängt hat und bei dem über die Jahre eine Dissoziation statt gefunden hat. Wobei mir die erstere Tätervariante natürlich "lieber" wäre - schließlich gäbe es in diesem Fall noch die Chance auf ein spätes Geständnis, was im Falle einer Dissoziation nahezu ausgeschlossen wäre.

Jemand hat eine Frage zu dem "phallusartigen Gegenstand" gestellt ...: ich gehe davon aus, dass dieser nicht mitgeführt sondern von der Baustelle selbst stammt. Ich denke, man hat ihn deshalb aus pietätsgründen nicht genauer beschrieben. Mich lässt jedoch die Aussage des Profilers nicht los, dass dieser Gegenstand auf einen ganz bestimmten Tätertyp schließen lässt. Das kann man in so viele Richtungen interpretieren, dass trotz dieses gehaltvollen Hinweises schon wieder alles offen ist ... Mich wundert es aber, dass nach all den Jahren nicht mehr zu dem vermuteten Täterprofil veröffentlicht wurde, schließlich könnte das doch neue Zeugenaussagen und wertvolle Hinweise hervorbringen, zumal ja auch ein mehr als gutes Phantombild des Mannes existiert ...


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

26.06.2015 um 02:58
@Schneewi77chen:

Das mit den Dissoziationen interessiert mich sehr. Klingt so, als kennst du dich aus. Kann ein Täter diese Art von Verbrechen einfach für immer abspalten? Ist das aus psychologischer Sicht möglich? Auch, wenn es ein Wiederholungstäter ist? Oder kann man sagen, je weniger Taten jemand begangen hat, desto höher ist die Möglichkeit, dass er sie einfach dissoziert?
Wie passiert so eine Dissoziation genau? Welche Strukturen greifen dabei?

Es wäre interessant das zu wissen, denn ich frage mich so oft, wie es möglich sein kann, dass ein Mörder nie gefunden wird, sich also auch bis zu seinem Lebensende nicht offenbart.

Denn spätestens im eigenen Sterbeprozess ist es doch sehr wahrscheinlich, dass man belastende Dinge, sofern geistig noch möglich, jemandem beichtet.

Oder ist es tatsächlich möglich, so eine furchtbare Tat komplett aus der Erinnerung zu verbannen, normal weiterzuleben, bis zum bitteren Ende?

Und wieweit hat so eine Dissoziation mit einem normalen, gesunden Reaktion zu tun, die wir alle haben? Dass wir uns an schlimme Dinge nicht ändern können, obwohl sie stattgefunden haben? Bis vielleicht ein heftiger Trigger auftaucht.
Könnte da nicht jeder in der Lage sein, so eine Tat abzuspalten?

Das würde zumindest erklären, warum viele Verbrechen niemals geklärt werden können denn für den Täter haben sie ja nie stattgefunden.

Zu dem Fall selber: Ich sehe die einzige Möglichkeit darin, dass der Täter sich selber stellt oder ein Mitwisser Angaben macht. Das könnte eben doch noch "überraschend" passieren, wenn man davon ausgeht, dieser Mensch lebt noch und befindet sich bald im eigenen Sterbeprozess. So dass dieses Kapital doch nochmal auftaucht in ihm.


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

26.06.2015 um 03:44
Lieber @marienkaefer

Vielen Dank erstmal für Dein Interesse, ich hatte schon befürchtet, dass der Thread wieder eine Zeit lang brach liegt ;-)

Dissoziation ist als Überlebensmechanismus zu verstehen, der prinzipiell bei jedem Menschen - abhängig von seiner Disposition und den Lebenserfahrungen - einsetzen kann. Letztendlich ist es aber ein psychologisches Konstrukt, bei dem angenommen wird, dass der Patient die eigentlich wichtige Konsistenz seines Selbst und die Kontinuität über Zeit und Raum aufgibt, um vor inneren Konflikten zu fliehen. Man unterscheidet zwischen dissoziativer Amnesie (welche ich beispielsweise bei einem Einzeltäter vermuten würde) und dissoziativen Identitätsstörungen (treten häufiger bei Menschen mit wiederholten Trauma-Erfahrungen auf).
Es ist tatsächlich möglich, das Menschen Teile von sich selbst dauerhaft abspalten. Dissoziation kann durchaus auch adaptiv sein, führt aber gerade bei Patienten mit langanhaltender Traumatisierung zu Dysfunktionalität, im Sinne, dass Symptome aufrechterhalten werden.
Dissoziation kann bei sehr starken Erregungszuständen auch spontan statt finden und führt dann dazu, dass eine Verarbeitung der Geschehnisse verhindert wird, so dass diese quasi komplett aus dem Bewusstsein gesperrt werden.


Wie Du schon ganz richtig bemerkt hast, können Trigger auf die Art und Weise der Dissoziation einwirken - jedoch kann man die Reaktion des Patienten auf so einen Trigger nicht vorhersehen (in den seltensten Fällen löst sich der dissoziative Zustand durch den Trigger plötzlich auf, häufiger sind die - zunächst diffuse - Verschlimmerung der Symptome zu beobachten.

Mit Dissoziationen, vor allem Deperspnalisation, habe ich beruflich zu tun - allerdings arbeite ich mit traumatsierten Jugendlichen. Meine Ausführungen was die Übertragung auf Täterpersönlichkeiten angeht sind also mit Vorsicht zu genießen ;-)
Prinzipiell würde ich eine dissoziative Amnesie nicht nur - aber vor allem - bei einem Einzeltäter vermuten. Ein Täter, der jedoch in größeren Abständen mordet, könnte die Taten ebenso erfolgreich abspalten, wenn man davon ausgeht, dass eine Art Generalisierung eingetreten ist. Bei dem typischen Serienkiller lägen jedoch andere Störungsbilder zu Grunde, die eine tatsächliche Dissoziation eher unwahrscheinlich erscheinen lassen.

So, ich hoffe, ich konnte Deine Fragen einigermaßen zufriedenstellend beantworten, ansonsten: Einfach nochmal nachhaken, falls ich zu schwammig gewesen sein sollte, gerne auch per PN! :)


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

26.06.2015 um 03:53
Vielen Dank Schneewi77chen, sehr interessante Erklärung, die mich verstehen lässt, warum ein Täter seine Tat "vergisst".

Kommt denn diese Abspaltung auch bei nicht traumatisierten Menschen vor, aber in einer leichteren Form? Also dass man zum Beispiel eine bestimmte Sache an anderen verurteilt, weil man selber sehr stark davon betroffen ist, es aber abspaltet? Zum Beispiel greift man bei anderen jede Schwäche auf, um sie dafür zu verurteilen, weil man sich selber keine Schwäche zugestehen kann und sich immer für Stark hält? Das ist dann aber ein anderer Begriff als Dissoziation oder?


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

26.06.2015 um 03:56
Ach, was ich noch schreiben wollte: Dissoziation aufgrund langanhaltender Traumatisierung in sensiblen Entwicklungsstadien, die nicht behandelt werden, sind nicht selten auch Auslöser für spätere Taten, die der eigentlichen Traumatisierungshandlung entsprechen.

Bei Sexualstraftätern, die als Kind selbst Opfer waren, ist oftmals zu beobachten, dass in den frühen Entwicklungsjahren eine Dissoziation statt fand, die die eigene Persönlichkeit vor den Erlebnissen schützt, indem sie sie abspalten. Diese Dissoziation erfährt über die Jahre der Adoleszenz eine Generalisierung die dazu führt, dass genau diese Opfer als Erwachsene zu Tätern werden, weil sie eben das Opfer nicht mehr als Persönlichkeit betrachten können, dass ihre Handlungen tatsächlich fühlt.

So gesehen könnte im Fall von Michaela und ihrem Mörder theoretisch eine frühkindliche Dissoziation auch erst ursächlich für die eigentliche Tat gewesen sein.


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

26.06.2015 um 04:02
@marienkaefer

Ja, das was Du gerade beschreibst wäre eher ein Beispiel für psychologische Verdrängung. Der Unterschied zur Dissoziation ist der, dass man, für sich im stillen Kämmerlein durchaus noch das Bewusstsein dafür aufbringen kann, dass man selbst diese Schwächen hat, auch wenn man bei seiner Außenwirkung tunlichst darauf bedacht ist, das nicht durchsickern zu lassen. Vielleicht schämt man sich sogar ab und zu deshalb vor sich selbst. Bei einer Dissoziation ist die Verbindung zwischen Wahrnehmung, Bewusstsein und Emotionalität tatsächlich gekappt.


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

26.06.2015 um 04:02
Danke @Schneewi77chen für deinen Nachtrag.

Kann man mit dieser Erklärung auch das Phänomen "ich wurde selber geschlagen, will es besser machen und schlage meine Kinder trotzdem" erklären? Weil man die Tat bloß wiederholt, die abgespalten wurde im (Klein)Kindalter? (Dein 2. Beitrag ist gemeint, nicht der letzte)


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

26.06.2015 um 04:42
@marienkaefer
Hm, also hier würde die Dissoziation wieder nicht greifen da, das schlimme Erlebnis der elterlichen Schläge ja noch im Bewusstsein ("ich will es besser machen, da ich ja noch weiß/erinnere/mich hineinfühlen kann, wie schlimm das war") verankert und daher nicht abgespalten ist.

Dass dies trotzdem so häufig vorkommt, hat eher mit unterbewusst erlernten und internalisierten Verhaltensmustern zu tun - weil diese Menschen zwar noch wissen, wie schlimm die Schläge waren, sie aber durch ihre Eltern nie andere Verhaltensmuster / Bewältigungsstrategien mitbekommen haben und deshalb dann gerade in Stresssituationen auf die bekannten Muster zurückgreifen. Im Gegensatz zur Behandlung von dissoziativen Störungen lässt sich sowas - sofern Hilfe gesucht wird - mit relativ unterschwelligen Therapiemaßnahmen leicht durchbrechen.


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26.06.2015 um 04:50
@Schneewi77chen: Wirklich sehr interessant deine Erklärungen. Wie es ist mit denen, die sagen "Ein Klapps hat noch niemandem geschadet, mir auch nicht"? Verdrängen die dann einfach ihren eigenen damaligen Schmerz? Kann das was mit Dissoziation zu tun haben?


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

11.09.2015 um 22:28
Hier das Trauerbuch der kleinen Michaela...

http://trauerbuchmichaelaeisch.npage.de/


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