1988 schrieb:Solche Taten gab und gibt es leider häufig und mir ist eigentlich kein Fall auf die Schnelle bekannt, wo nach so einer Zufallstat das Opfer vom Tattort weggebracht wurde und so gut versteckt wurde, dass man dieses nach fast 40 Jahren noch nicht gefunden hat.
Ich denke das kann man so nicht schlussfolgern. Im Prinzip dürfte doch hinter vielen Langzeitvermisstenfällen ein Tötungsdelikt stecken, bei dem die Leiche (noch) nicht gefunden worden ist.
Wenn es keinen Hinweis gibt, über den sich zu.B. ein Vergrabungsort wenigstens gut eingrenzen lässt ist es fast unmöglich, aktiv danach zu suchen, weil es eben gegen unendlich gehende Möglichkeiten gibt.
Beispiele wären für mich die Fälle Karin Konert, Heidi Dannhäuser, Birgit Rösing genannt Storck und viele mehr. Erst neulich wurde die Leiche von Kerstin Lee Langley gefunden, aber nur, weil eine Täterin reinen Tisch machen wollte und einen Ablageort benannt hat, der dam von einem Augenzeugen noch mal präziser eingegrenzt werden konnte.
Abet es stimmt natürlich schon, dass das alles mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Zufallstaten waren. Und auch, dass an Leichen damals noch nicht so wertvolle Hinweise/ Beweise auf den Täter zu finden waren (DNA), sodass der Druck, eine Leiche verschwinden zu lassen für den Täter nicht so hoch war.
Kielius schrieb:Mich treibt noch ein anderer Gedanke um:
Ist es vorstellbar, dass sie von der Gaststätte noch heil nach Hause gekommen ist und es erst danach zu einem Vorfall oder Geschehen kam, der zu ihrem spurlosen Verschwinden führte?
Hatte sie nicht un der Kneipe gesagt, dass die Hausarbeit noch nicht ganz fertig war und sie die erst im Laufe des Dienstags fertigstellen wollte? Dann hätte man zumindest am Status der Hausarbeit feststellen können, ob sie noch Gelegenheit hatte, sie fertig zu schreiben. Ganz sicher sagt das ja aber auch nicht aus, ob sie das Zuhause erreicht hat, denn sie hätte ja auch beim morgendlichen Gang zum Bäcker oder einer morgendlichen Joggingrunde abgefangen worden sein.
Vielleicht konnte man das schlussfolgern weil mit ihr genau die Kleidung fehlte, die sie an dem Abend in der Kneipe getragen hat?
1988 schrieb:Die einzige Erklärung die für mich halbwegs Sinn ergeben würde, dass Eltern der möglichen Täter die Leiche eingeladen und versteckt haben, da man dem Nachwuchs nicht die Zukunft verbauen wollte...
brigittsche schrieb:Persönlich glaube ich eher nicht, dass diese Gruppe etwas damit zu tun hat: Je mehr Leute davon wissen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich doch mal einer verplappert.
Das sehe ich auch so. Im Film sassen da 6 oder 7 Personen. Ich halte es für extrem unwahrscheinlich, dass wenn diese die Tat gemeinsam begangen hätten oder auch nur einer der Frau allein gefolgt wäre, dass alle bis heute geschwiegen hätten. Es dürfte sich kaum um eine Ansammlung lauter Schwerkrimineller ohne Gewissen und Skrupel gehandelt hat, die das Wissen um so ein Tat über Jahrzehnte völlig kalt gelassen hat. Wahrscheinlich waren das einfach ein paar anfetüdelte und deshalb großmaulig pöbelnder Jugendlicher oder junger Erwachsener, die mit dem Verschwinden nichts zu tun haben.
Shiloh schrieb:Hätte er, spätestens evtl. im Laufe des folgenden Tages, also am Dienstag? Wusste der Bruder nicht, dass sie am Mittwoch mit ihrer Arbeit nach Köln musste?
Ich hab es so verstanden, dass er das wusste und genau deshalb davon ausging, dass sie vielleicht schon im Laufe des Dienstags nach Köln gefahren war, so dass ihm ihr Fehlen wahrscheinlich aufgefallen ist, es ihn aber nicht in Sorge versetzt hat.
Es war damals einfach eine andere Zeit ohne Handys und damit die Möglichkeit, jeden überall zu erreichen und mehrmals täglich zumindest indirekte Lebenszeichen wie Insta-Posts oder den WhatsApp-Status zu bekommen.
Aus dem gleichen Grund hat er wahrscheinlich die Eltern nicht informiert, weil sie im Urlaub vielleicht einfach nicht erreichbar waren.
Es wurde auch nicht gesagt, was der Bruder gemacht hat. Es war wohl der ältere Bruder ( wirkte zumindest auf mich im Film so) so dass er vielleicht schon beriäufstätig war und deshalb Dagmar zumindest morgens regelmäßig verpasst haben könnte.