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Der Fall Jens Söring

29.217 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

20.10.2019 um 10:06
Zitat von Venice2009Venice2009 schrieb:Was mich am meisten stört ist, dass JS immer wieder von seinen Unterstützern als ein Heiliger dargestellt wird und EH der psychisch verkorkste Psycho ist. Wie kann man solche Details eigentlich schön reden?
genau! Es wird von den Unterstüzern vollkommen ingnoriert, dass in der "Folie à deux" Beziehung JS der aktive Part war und nicht EH.

Folie à deux ist eine induzierte Wahnstörung. Vermutlich war JS der Primär Erkrankte. @Tatort70 hat die Wahnhafte Störung von JS gut aus den Briefen rausgearbeitet.

Zitat von Tatort70Tatort70 schrieb:In der Übersetzung: "Ich sehe mich dabei, vielen Seelen ihren physischen Körper zu entziehen, während ich meine vielen, vielen
übermäßig bizarren sexuellen Fantasien erfülle"
EH war vermutlich nur der passive Partner, die das Wahnsystem von JS übernommen, oder genutzt hat.


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Der Fall Jens Söring

20.10.2019 um 12:17
Zitat von RosenmontagRosenmontag schrieb:genau! Es wird von den Unterstüzern vollkommen ingnoriert, dass in der "Folie à deux" Beziehung JS der aktive Part war und nicht EH.

Folie à deux ist eine induzierte Wahnstörung. Vermutlich war JS der Primär Erkrankte. @Tatort70 hat die Wahnhafte Störung von JS gut aus den Briefen rausgearbeitet.
Ist für mich eine simple psychologische Verdrehung.
Die gestörten Briefe beginnen von Haysom in Richtung Söring. Hier wurde schon mehrfach festgestellt, dass Söring gar nicht richtig in Dialogform die Aussagen von Haysom beantwortet. Desweiteren liegen die Briefe im Wortlaut von Haysom gar nicht vor.

Deinen laienhaften "Diagnosen" ist wieder zu entnehmen dass
a) Söring schon vorher aktiv gestört ist, obwohl forensische Experten sagen, dass gar keine typische Folie à deux vorliegt ("Doku parent slasher")
Söring selber sagt nach Aufarbeitung mit dem Psychiatern in London dazu, dass er vor allem auf der Flucht und der täglichen Auseinandersetzung mit Haysom in der Verdeckung der realen Tat es besonders zum Realitätsverlust kam. Trotzdem reicht es dazu leine Drpgen in Thailand zu verscheuern.
b)
Zitat von RosenmontagRosenmontag schrieb:In der Übersetzung: "Ich sehe mich dabei, vielen Seelen ihren physischen Körper zu entziehen, während ich meine vielen, vielen
übermäßig bizarren sexuellen Fantasien erfülle"
Deine simple Ableitung aus der Übersetzung, die ja gerne im Blog nebst followern herangezogen würde bedeuten, dass es sich bei Söring um einen simplen Triebtäter handeln würde.
Da dies weder psychologisch forensisch jemals belegt wurde, bin ich ganz gespannt darüber wie du das herleitest.
Der Brief wurde im Verfahren vorgelesen. Updike hätte also nur "übersetzen" und mit "Impotenz" verknüpfen müssen, aber selbst Updike war das wohl zu substanzlos.


Zu guterletzt enden diese Zustände auch da wo sie angefangen haben. Haysom ist 87 noch immer Lady Macbeth. Söring ist 1990 ziemlich klar. Keine Art Jesus im Agapemodus. Also die Trennung von Haysom scheint sichtlich geholfen zu haben.


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Der Fall Jens Söring

20.10.2019 um 12:22
Zitat von Miranda0Miranda0 schrieb:Wenn du der Meinung bist, daß in Verbindung bringen mit den Morden nicht gleichzeitig bedeutet, daß ein hinreichender Tatverdacht gegen die beiden vorlag, dann heißt dies ja im Rückschluß erst recht, daß JS sich durch sein Geständnis erst recht das eigene Grab geschaufelt hat.

Klar waren beide bereits wegen der Kreditkartenbetrügereien im Gefängnis, aber ich meinte mit ins Gefängnis bringen, daß es um die lebenslange Haft geht und nicht die paar Monate wegen der Kreditkarten, die beide auf einer Backe abgesessen hätten.

Off Topic:

Wieso benutzt die immer so häufig Englische Wörter und Begriffe in deinen postings, sorry, aber das nervt etwas beim Lesen, zumindest mich :-)

Das macht ja noch nichtmals Rick, der immerhin in den USA, also einem Englischsprachigen Land lebt und ich finde in einem deutschen Forum sollte man auch möglichst bei der deutschen Sprache bleiben, aber nur meine Meinung.
Es ist doch wohl unstrittig das ein Geständnis einen immer dahin bringen sollte wofür es steht. Dieser Fall bietet eher die Kritik auf, dass die Ermittler im Tunnelblick
diese Geständnisse nicht mehr genügend überprüft und hinterfragt zu haben.
Dass dies sinnvoll ist, beweist die Existenz von 25% Falschgeständnissen.

Kommst du mit einer kritischen Anmerkung eigentlich so wenig zurecht, dass du OT gehen musst und die Horde zusammentrommelst?
Anglizismen? Calligraphie soll mich auch verstehen. Der nutzt die auch immer.😉


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Der Fall Jens Söring

20.10.2019 um 12:34
Zitat von JohnnyGWatsonJohnnyGWatson schrieb:Es ist doch wohl unstrittig das ein Geständnis einen immer dahin bringen sollte wofür es steht. Dieser Fall bietet eher die Kritik auf, dass die Ermittler im Tunnelblick
diese Geständnisse nicht mehr genügend überprüft und hinterfragt zu haben.
Dass dies sinnvoll ist, beweist die Existenz von 25% Falschgeständnissen.
du bist wirklich lustig. Warum hätte man sein Geständnis anzweifeln sollen? Erkläre es doch bitte mal. Und erkläre bitte auch, wie man das grundsätzlich umsetzen soll. Jemand der so tief drin steckt, mit Briefen, Flucht, passender Blutgruppe und Täterwissen, Fingerabdrücke Verwischerei usw. was hätte man denn deiner Meinung anzweifeln sollen?

Meinst du ein Ermittler hat lediglich nur einen einzigen Fall zu bearbeiten? Was hätte man deiner Meinung nach noch machen sollen? Was ist mit den Kosten? Wer zahlt es? Wenn deiner Meinung nach, selbst in so einem Fall nicht genügend ermittelt worden ist und man ihm hätte, trotz der Indizienlage sowie getätigten Geständnis keinen Glauben schenken sollen? Und vor allem warum nicht? Wann ist schon ein Fall so klar wie dieser hier?


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Der Fall Jens Söring

20.10.2019 um 13:03
Zitat von Venice2009Venice2009 schrieb:du bist wirklich lustig. Warum hätte man sein Geständnis anzweifeln sollen? Erkläre es doch bitte mal. Und erkläre bitte auch, wie man das grundsätzlich umsetzen soll. Jemand der so tief drin steckt, mit Briefen, Flucht, passender Blutgruppe und Täterwissen, Fingerabdrücke Verwischerei usw. was hätte man denn deiner Meinung anzweifeln sollen?
Es ist eben einfach professioneller. Und Ermittler sind nun mal Profis. Sie erklären nicht woher die Fremdspuren kommen. Sie erklären nicht warum weniger in Sörings Geständnissen richtig ist als falsch.
Klar ein Indizienprozess muss nicht alles erklären. Aber die Ermittler sollten in einem Ermittlungsverfahren alles Ungeklärte berücksichtigen und nicht erst die Verteidigung!

Sörings Blutgruppe gab es im Juni 86 noch nicht mal. Es gab also keinen hinreichenden Tatverdacht bis einschl. 7 Juni '86 für die Ermittler, dass Söring der Mörder ist.
Söring geht zu Gardner, wird nach Verletzungengefragt und zeigt seine angebliche Wunde. Wie aberwitzig ist das?
Ihm werden bis zum 07. Briefe, Flucht und Tachostand vorgehalten. Das soll Ermittlungsdruck sein, dem sich noch weitere 12 Std aussetzen könnte?


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Der Fall Jens Söring

20.10.2019 um 13:13
@JohnnyGWatson
Dann mache doch einmal eine Liste, was für JS spricht und was gegen ihn. Soll man die ganzen Punkte die für ihn als Täter sprechen unberücksichtigt lassen weil sich 2 Spuren am Tatort nicht erklären lassen?
Du siehst den Fall leider nie als Ganzes, das ist das Problem. Es gibt niemanden der ansatzweise genauso involviert in den Fall ist wie JS und EH. Daher ist es absurd nach einem anderen Täter zu suchen wenn alles in Richtung der beiden deutet. Da würde kein Ermittler weiter ermitteln, weder in den USA noch in Deutschland noch sonst wo.


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Der Fall Jens Söring

20.10.2019 um 13:34
@Venice2009
Die Punkte wurden hier immer wieder gebracht und lassen sich einfach zusammenfassen.

Mal 4 einfache Beispiele:

-Unterschiedliche Schuhprofile
Antwort hier: Söring faked Spuren oder Ermittlerabdrücke
- Unterschiedliche Lage der Leichen in drei Geständnisversionen (und trotzdem keine davon richtig)
Antwort hier: Söring war betrunken
- Kein Blut, im Auto obwohl Söring seine Wunde auf der Fahrt zur Mülltonne auffällt (in 3 Geständnissen)
Antwort hier: Söring Wunde im Mund, Blut im Kofferaum, Reid nur Lenkrad besprüht.
- Abweichung Blutspuren, Tatbeschreibung Söring/DH am Esszimmertisch:Fenster<>Wand<>Kamin
Antwort hier: Griffiths kennt bei seiner "Wertlos-Mehrtäter-Analyse" nicht alle belastenden Elemente

Das kann man um 20-25 Punkte so weiterführen und ich kann dir auch immer deine Antworten bringen. Mich überzeugt keine. Weder im Gesamtzusammenhang oder im Einzelnen.


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Der Fall Jens Söring

20.10.2019 um 13:45
quote=JohnnyGWatson id=26172759]Unterschiedliche Schuhprofile[/quote]


Gibt es dazu ein unabhängiges Gutachten was dieses bestätigt?
Zitat von JohnnyGWatsonJohnnyGWatson schrieb:Unterschiedliche Lage der Leichen in drei Geständnisversionen (und trotzdem keine davon richtig)
Er hat sich in einer Ausnahmesituation befunden, ob man sich da an alles genausten erinnern kann. Die Möglichkeit es absichtlich falsch darzustellen besteht ja auch noch.
Zitat von JohnnyGWatsonJohnnyGWatson schrieb:Kein Blut, im Auto obwohl Söring seine Wunde auf der Fahrt zur Mülltonne auffällt (in 3 Geständnissen)
Antwort hier: Söring Wunde im Mund, Blut im Kofferaum, Reid nur Lenkrad besprüht.
Er hätte sich eine Plastiktüte umbinden können. Er war derjenige der darauf bedacht war keine Spuren zu hinterlassen. Da hat er sich schon zu helfen gewusst, das Auto nicht vollzubluten.


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20.10.2019 um 13:53
@Venice2009
Wir brauchen es nicht wieder auf weitere schwache Erklärungsversuche herunterbrechen.
Man kann einfach akzeptieren, dass die Ermittler gar keine Antworten hatten, weil sie sich nicht einmal gefragt haben. Das spricht mMn. für sich.


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Der Fall Jens Söring

20.10.2019 um 13:57
Zitat von JohnnyGWatsonJohnnyGWatson schrieb:Ist für mich eine simple psychologische Verdrehung.
Die gestörten Briefe beginnen von Haysom in Richtung Söring.
...
Desweiteren liegen die Briefe im Wortlaut von Haysom gar nicht vor.
Oh ja, psychologische Verdrehung.
Wenn die Briefe gar nicht vorliegen und wenn wir gar nicht wissen, was vorher zwischen den beiden gesprochen worden ist, woher willst Du dann wissen, wer angefangen hat?

Haysom hatte schon länger Probleme mit ihren Eltern und ein wahrscheinlich diffuses Gefühl "I wish my parents were dead". Tödlicher Ernst ist daraus aber erst geworden, als Söring in ihr Leben getreten ist und sie in diesem Gefühl bestärkt hat.
Zitat von JohnnyGWatsonJohnnyGWatson schrieb:Zu guterletzt enden diese Zustände auch da wo sie angefangen haben. Haysom ist 87 noch immer Lady Macbeth. Söring ist 1990 ziemlich klar.
...
Also die Trennung von Haysom scheint sichtlich geholfen zu haben.
Hierbei setzt Du gutgläubig voraus, dass Söring zwischendurch nicht klar war. Dass Söring von Haysom abhängig war, ist Sörings Narrativ und wird gestützt i.W. durch die beiden Gutachten, die aber von Sörings Lager in Auftrag gegeben und bezahlt worden sind. Diese stützen sich letztendlich auf Sörings Aussage.
Was aber, wenn Söring niemals von Elizabeth Haysom abhängig war? Oder trotz Verliebtheit halbwegs klar im Kopf?
Zitat von JohnnyGWatsonJohnnyGWatson schrieb:Dieser Fall bietet eher die Kritik auf, dass die Ermittler im Tunnelblick diese Geständnisse nicht mehr genügend überprüft und hinterfragt zu haben.
Dass die Ermittler die Geständnisse nicht genügend überprüft hätten, ist eine unbelegte Unterstellung. Beide Verdächtige wurden unabhängig voneinander verhört. Beide haben unabgängig voneinander dieselbe Geschichte erzählt mit Söring als Alleintäter. Desweiteren hat Söring in seinen Geständnissen sehr viel Täterwissen offenbart und seine Geschichte ist kompatibel mit den Tatortspuren und anderen Fakten.

Das ist eine Überprüfung, und sie bestätigt Sörings Täterschaft.


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Der Fall Jens Söring

20.10.2019 um 14:05
Zitat von JohnnyGWatsonJohnnyGWatson schrieb:Man kann einfach akzeptieren, dass die Ermittler gar keine Antworten hatten, weil sie sich nicht einmal gefragt haben. Das spricht mMn. für sich.
Woher weißt du das sie keine Erklärung hatten?
Zitat von JohnnyGWatsonJohnnyGWatson schrieb:Wir brauchen es nicht wieder auf weitere schwache Erklärungsversuche herunterbrechen.
Es gibt eben nicht nur die einseitige Darstellung des JS. Man kann sich auch selber die Dinge erklären und das sogar recht plausibel. Das z.b. schafft J S nicht. Für deine Darstellung muss man schon Vieles ausblenden.


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Der Fall Jens Söring

20.10.2019 um 14:11
@Tatort70

Zu den "Briefwechseln" hat yasumi auf 461 Seiten (!) schon eine vortreffliche und tiefreichende Analyse gebracht auf Basis von vielen Quellen.
Zitat von yasumiyasumi schrieb am 04.08.2017:Ich versuch das mal mit den Briefen zu rekonstruieren, in denen sie ihm schreibt:
"Would it be possible to hypnotize [them], do voodoo on them, will them to death?"
"I think I shall seriously take up black magic. . . I despise them so much."
"My parents are going mad. We can either wait till we graduate and then leave them behind, or we can get rid of them sooner."
Und er ihr all das antwortet, was dann später bei ihrer Anhörung und seinem Prozess eine Rolle spielen sollte:
"Yes, voodoo, etc., is possible."
"The fact that there have been many burglaries in the area opens the possibility for another one with the same general circumstances, only this time the unfortunate owners. . . "
"You know that certain 'instrument' for a certain 'operation' on somebody's relatives?"
I have the ultimate 'weapon'. . . My God, how I've got the dinner scene planned out."
"every man is a potential 'war criminal,'"
"I have not explored the side of me that wishes to crush to any real extent — I have yet to kill."
(siehe Beitrag von yasumi, Seite 460)

Aber hat er ihr überhaupt geantwortet? Sind das überhaupt Briefe im eigentlichen Sinn?

Vor der Winterpause 84/85 sind die beiden ein Paar geworden. Dann fuhr er zu seinen Eltern nach Detroit. Sie war ebenfalls bei ihren Eltern. Ihre Beziehung war also noch ganz frisch.

Englade beschreibt das so (Unterstreichungen von mir):
AS ELIZABETH HAD DONE, JENS COUCHED HIS RESPONSE in “journal” form. His letter was thirty-nine pages long and, unlike Elizabeth's, it was virtually all typewritten. He didn't want to make Elizabeth have to strain to read his scrawl. His handwriting, while better than Elizabeth's, was not a model of readability. But even with that, he took pains to please her. Propped up in his bed at his parents' home in suburban Detroit, Jens worked through the night drafting his thoughts in longhand before typing the finished letter.

Jens's letters were centered much more on himself and his feelings than on those around him. [...]

Primarily they reflected two themes: self-doubt and sexual awakening. [...] Jens's correspondence was totally undisciplined. It wandered all over the place with obtuse references to literature, self-indulgence, intellectualism, insecurity, science, and a dozen other topics.

[...]
He seemed to be responding to what Elizabeth had written about her parents rather than advancing ideas on his own. Elizabeth's mention of burglaries in her Boonsboro neighborhood elicited a response from Jens that seemed to hint that something worse than theft could result from a break in. After she referred to After she referred to voodoo, Jens replied that it was possible.

JENS AND ELIZABETH WERE HARDLY BACK AT SCHOOL before they were separated again. Early in March Elizabeth took a week-long break to go skiing in Colorado with her half-brother, Howard. (Überprüfbar hier: Beyond Reason)
Englade spricht also von einem Brief mit 39 Schreibmaschinenseiten, in denen diese kompromittierenden Stellen vorkommen. Englade stellt das so dar, als ob Jens Söring seinen Brief für Elizabeth, damit sie ihn besser lesen kann, mit der Schreibmaschine abtippte.

Im Albemarle Magazin hört sich das anders an (Unterstreichungen von mir):
Soering spent countless hours writing letters to Elizabeth during the Christmas holiday, though he never mailed the 40 pages, keeping in touch by telephone instead. In the letters, Soering accuses his mother of awaiting the deaths of her wealthy mother and husband so that she might be both free of their ties and financially secure. But it is Jens who seems to dwell on death. He depicts his father as a man whose work has caused him to lose his family's love, and who appears to be on the brink of cardiovascular collapse. (Überprüfbar hier: Albemarle Magazine 1989)
Hier sind es nicht 39 Seiten, dafür 40. Diese schickt er erst gar nicht ab, da sie telefonisch Kontakt halten.

Folgerichtig beschreibt das Albemarle Magazin den Moment der Beweisanhörung während des "Prozesses" von Elizabeth als Moment, wo sie zum ersten mal von diesen Zeilen hört (Unterstreichung von mir):
Her and Jens' letters were read by Terry W., who with Ken Beever had traveled to Bedford to testify.

This time, Elizabeth could not avoid the eerie passages her boyfriend had penned during the 1984 Christmas season. "By the way, were I to meet your parents, I have the ultimate 'weapon,'" W. read. Much of the document concentrates on mind control, and, taken in context, this seems to be the possible "weapon" in question. But in other passages, the meaning is less clear. "My God, how I've got the dinner scene planned out," and, "You know that certain 'instrument' for a certain 'operation' on somebody's relatives?" he asks himself, " use it on yourself."

When Elizabeth finally perused Jens' letter, she read for the first time that "every man is a potential 'war criminal,'" and has within him the impetus "to crush. This is the big horror," Jens wrote, "the taste of your ubiquitous enemy's blood that you drank in your sleep and drink every night." "I have not explored the side of me that wishes to crush — I have yet to kill." (Überprüfbar hier: Albemarle Magazine 1989)
In der Doku sehen die Briefe so aus (aus "Killing For Love" ab 18:20).

Die verdächtigen Sätze entstanden also kurz nachdem sich beide näher gekommen waren im Winterurlaub, als beide zuhause bei den Eltern waren. Sie hielten telefonischen Kontakt, sie schrieb ihm dazu (vermutlich) einige Briefe. Englade beschreibt das nahe liegende - dass er den Brief ins reine tippte (er glaubt, der Lesbarkeit wegen) und suggeriert damit, er wurde auch verschickt.

Das Albemarle Magazin ist da präziser und eindeutig: diese Texte wurden nicht abgesendet. Und dann machen diese eng beschriebenen Seiten mit Seitenzahlen wie -10- (siehe Fotos) auch Sinn. (Ich dachte bislang, das wären Transkripte, die für die Gerichtsakten angefertigt wurden)

Dann sind vermutlich all die verdächtigen Passagen von Söring aus einem 39 oder 40 Seiten "Journal", eine Art (literarisches) Tagebuch, geschrieben mit der Schreibmaschine, das man "Briefe an Elizabeth - nie abgeschickt" betiteln könnte.

Das würde dann aber heißen, dass der Begriff "Brief" in diesem Zusammenhang schon etwas sehr irreführend verwendet wird. Hm.

Söring selbst schildert das mit diesen "Briefen" so:
When Elizabeth sent me a letter from her parents' retirement cottage in Lynchburg, I responded with a thirty-four-page single-space typed collection of diary-letters full of loneliness, boredom and gloom. Sixteen months later, after Liz and I were arrested in London, England, the English police found these letters in our luggage.
[...]
But in the haste of departure I forgot my collection of Elizabeth's love letters to me. So I called Liz from the airport and asked her to go to my apartment to pick up those letters, as well as my own Christmas, 1984, diary-letter (Online-Buch Kapitel 02 & 06)
"I responded with a thirty-four-page single-space typed collection of diary-letters" - das lässt zwar offen, ob er sie verschickt hat oder nicht, aber wenn er sie bat, "my own Christmas, 1984, diary-letter" aus seinem Apartment zu holen, dann werden diese Aufzeichnungen auch immer in seinem Besitz gewesen sein......

....Söring erklärt in seinem Buch auch den "I have yet to kill"-Satz als Reaktion auf einen Spiegel-Bericht über Kriegsverbrechen und Orwells "1984":
It was my reaction to an article about Nazi genocide in "Der Spiegel," Germany's equivalent of "Time" magazine. I began the diary-letter by expressing my "horror" 2:1 (rtn 2:1) at the mass murders, and my despair that such acts of inhumanity continued to happen. Everyone had a dark, violent side which could be exploited by dictators, I wrote. In one passage I alluded to the classic image of totalitarianism in George Orwell's novel "1984," a boot crushing a face. I then branded politicians and lawyers as modern-day crushers and wrote, "I have yet to kill, possibly the ultimate act of crushing." 02)
Anscheinend hat er sich seiner potentiellen Drahtzieherin als potentieller "Mörder" gar nicht offenbart.

Liest man so etwas im MS Blog auch?


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Der Fall Jens Söring

20.10.2019 um 14:50
Zitat von Mr.StielzMr.Stielz schrieb:Hierbei setzt Du gutgläubig voraus, dass Söring zwischendurch nicht klar war. Dass Söring von Haysom abhängig war, ist Sörings Narrativ und wird gestützt i.W. durch die beiden Gutachten, die aber von Sörings Lager in Auftrag gegeben und bezahlt worden sind. Diese stützen sich letztendlich auf Sörings Aussage.
Was aber, wenn Söring niemals von Elizabeth Haysom abhängig war? Oder trotz Verliebtheit halbwegs klar im Kopf?
Söring wurde von Haysom manipuliert. Das hat sie selber 1990 in seinem Prozess zugegeben. Das war ihm nicht bewusst. Das sie ihm fremd gegangen ist auch nicht.
Also sind wir im obszessiven bereicht.
Sobald man annimmt dass er weder Triebtäter ist noch Hassmörder bis Dienstmörder ist er einfach ein schräger Nerd, der als Bauernopfer einer Psychotante auf den Leim gegangen ist.
Für die Annahmen gibt es genug Belege ohne die Geschichte umschreiben zu müssen.


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Der Fall Jens Söring

20.10.2019 um 18:31
Zitat von JohnnyGWatsonJohnnyGWatson schrieb:Söring wurde von Haysom manipuliert. Das hat sie selber 1990 in seinem Prozess zugegeben. Das war ihm nicht bewusst. Das sie ihm fremd gegangen ist auch nicht.
Aber EH muss doch dann auch von wem manipuliert worden sein, damit bei ihr das alles aufkeimen konnte, was sie mit Söring vorhatte ?

Da sie ihm schriftlich ja vorgetragen hatte, welche Wahl sie hatten - entweder fertigstudieren und sich dann von ihren Eltern abwenden, was ihr offensichtlich zu lange dauerte, wonach aber Söring eher tendierte oder die Eltern beseitigen, bereit sein, eventuell mit ihr flüchten müssen, was sie ja schon kannte,dessen Risiko sie auf sich nahm mit ihrer Ungeduld ohne ungewissem Ausgang ?

Also gab es für sie nur eine Alternative, das "Ding" ins Rollen zu bringen ?



Zum Vergleich möchte nun mal darauf anspielen, warum EH als hochbegabtes Missbrauchopfer (?) zu dem ja auch Manipulation gehört haben muss, so darauf drängte, sich an den Eltern zu rächen.... Weil diese etwa schneller bemerken, wie sehr sie auch geistige Schäden abbekommen, massiv am Lernen gehindert werden ?

Bin die Tage über Berichte im Netz gestolpert, in denen nun auch wieder über die kurz danach etwa 1992 andauernde Scheidung von Mia Farrow und Woody Allen berichtet wurde und dessen Sohn Ronan nun über seine Befinden als "nur" Manipulationsopfer damals und heute berichtet, wie sich seine Intelligenz nach der Flucht und Trennung erst richtig entfalten konnte und wie er heute dazu steht ....


https://www.emma.de/artikel/ronan-farrow-der-raecher-335429
Auf der Flucht vor den Paparazzi zog Mutter Mia Farrow nach Connecticut. Dort startete Satchels bzw. Ronans erstaunliche Karriere. Auf der Montessori-Schule übersprang er mehrere Klassen und wechselte mit elf Jahren auf das renommierte „Bard College at Simon’s Rock“. Mit 18 begann Ronan sein Jurastudium in Yale.

Seinen Einstieg in die politische Elite in Washington D.C. hatte Ronan schon als Teenager: als Praktikant des berühmten Diplomaten Richard Holbrooke. Mit 21 Jahren beriet er die Obama-Regierung in humanitären Angelegenheiten in Afghanistan und Pakistan. Nach zwei Jahren in Kabul und Islamabad machte Hillary Clinton ihn zum Leiter ihres Büros für globale Jugendfragen. Mit dem prestigeträchtigen Rhodes-Stipendium in der Tasche wechselte er nach Oxford, um dort Internationale Beziehungen zu studieren.



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20.10.2019 um 19:42
Zitat von yasumiyasumi schrieb am 04.08.2017:Sie hielten telefonischen Kontakt, sie schrieb ihm dazu (vermutlich) einige Briefe.
@JohnnyGWatson
was wurde denn bei den Telefongesprächen besprochen? Wie kam es überhaupt zu diesem Trip nach Washington und der ganzen Planung? das ist nicht schriftlich festgehalten worden. Woher willst du also wissen, dass JS nicht die führende Rolle bei der Planung der Morde übernommen hat?

Jemand der akribisch überall seine Fingerabdrücke verwischt, wird kaum schriftlich festhalten, dass er plant jemanden zu töten. Soviel Intelligenz traue ich ihm schon zu.


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Der Fall Jens Söring

20.10.2019 um 20:53
@bellady
Und der Sohn von Mia Farrow und seine tolle Entwicklung steht jetzt für wen ? Wessen Zukunft hätte genau so rosig und erfolgreich verlaufen können ? Die von JS? Oder die von EH?

Leider kann ich das aus deinem Beitrag nicht rauslesen . Oder meinst Du, beide hätten sich in Freiheit , ohne das Verbrechen , so entwickelt ?

Ich bezweifle stark, dass man so etwas prognostizieren kann . Da die Entwicklung von JS und EH ja abrupt unterbrochen wurde durch die Inhaftierungen .

Das einzige was man heute 2019 weiß ist, wie sich die beiden in der Haft entwickelt haben , unter den Ausnahmebedingungen eines lebenslänglich.


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Der Fall Jens Söring

20.10.2019 um 21:08
Zitat von JohnnyGWatsonJohnnyGWatson schrieb:Deine simple Ableitung aus der Übersetzung, die ja gerne im Blog nebst followern herangezogen würde bedeuten, dass es sich bei Söring um einen simplen Triebtäter handeln würde.
Da dies weder psychologisch forensisch jemals belegt wurde, bin ich ganz gespannt darüber wie du das herleitest.
@JohnnyGWatson
Tatort70 schrieb:
In der Übersetzung: "Ich sehe mich dabei, vielen Seelen ihren physischen Körper zu entziehen,
das ist doch eindeutig wahnhaft. Reliöser Größenwahn.

der möglichliche Triebtäter tritt erst im 2. Satzteil in Erscheinung
Tatort70 schrieb:
während ich meine vielen, vielen
übermäßig bizarren sexuellen Fantasien erfülle
Meine Frage an Dich @JohnnyGWatson

welche Aussage von EH ist bitte wahnhaft?


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Der Fall Jens Söring

20.10.2019 um 21:31
Zitat von Venice2009Venice2009 schrieb:was wurde denn bei den Telefongesprächen besprochen? Wie kam es überhaupt zu diesem Trip nach Washington und der ganzen Planung? das ist nicht schriftlich festgehalten worden. Woher willst du also wissen, dass JS nicht die führende Rolle bei der Planung der Morde übernommen hat?
Bekannt ist doch das Haysom das Hotel und dem Mietwagen eigenständig gebucht hat. Dann hat Haysom bei der Mutter sich und Söring für das WE angekündigt. Laut Aussage von HH nach Englade. In Sörings Geschichte schuldete Haysom ihm ein Wochende wegen ihrem verschobenen Urlaub. Das bestätigt sie sogar. In beider Stories wurde DC nicht zum Alibi Ort gewählt, da nach ihr ja auch erst am Samstag in Richtung Tat konspiriert wurde.
Ob Haysoms Freund eine Party zum 20. am Samstag feierte wo Haysom eingeladen war ist naheliegend durch runder Geburtstag fällt auf Samstag und befreundet.

Zur Zeit der Briefe gibt es in Sörings "Monologen" eine Dinnerscene, die geplant sei. Ein geeignetes "Instrument" zur "Operation" an einem Verwandten etc...

Am Ende des 13. Januar schreibt er ihr sie müssten zusammen darüber entscheiden, ob sie das alles (seine Facetten an ihm) überhaupt zu lesen bekommt. Dann spricht er auch noch 2* einen ominösen Test an, den sie mit ihm vorhätte (Semesterbeginn)

Siehe dazu
https://heinonline.org/HOL/LandingPage?handle=hein.journals/studlyr19&div=34&id=&page=

Aus der Logik, dass mit ihr nach Europa will erschliesst sich mir aus den Tagebucheinträgen nicht, dass er vorher mit ihr ihre Eltern umbringen muss.
Zitat von Venice2009Venice2009 schrieb:Jemand der akribisch überall seine Fingerabdrücke verwischt, wird kaum schriftlich festhalten, dass er plant jemanden zu töten. Soviel Intelligenz traue ich ihm schon zu.
Was sie wohl Dritten am Telefon hat erzählen können?
Denjenigen von denen wir nichts wissen, weil die Ermittler dazu nichts wissen und wir somit auch nicht. Wenn man sich dazu entschliesst seine Partnerin zu decken und mit ihr zu fliehen und selbst nichtaktenkundig wurde, dann ist Fingerabdrücke verwischen wohl eher ein simples basic.
Dazu muss man nicht CSI schauen.

@Rosenmontag

Nochmal meine Frage. Wo siehst du den Beleg eines Triebtäters? Dein Beleg bleibt komplett aus.

Söring erzählt dummes Zeug basierend auf Voodoo. Weil er selber glaubte selbst Haysom spinnt blos rum. "Phantasies".
Wenn du glaubst Söring hat aller Ernstens in dem Moment geglaubt er sei dazu fähig ("Seelen aus Körper entziehen"), dann brauchen wir über Realität gar nicht mehr diskutieren.
Wahnhaft bei Haysom sind die Dinge von denen sie glaubte, dass sie (ihr) wirklich passiert sind,
und sie es Dritten glauben lassen will (Aussage auch Howard Haysom). Das vermischt sich dann mit vorsätzlicher und unabsichtlicher Manipulation, je nachdem was sie mit dem Kommunikationsfluss bezwecken will.
(Beispiele gibt es genug, POS, erfolgreicher Autor sein, Eltern Monster, Vergewaltigungen, irische Terroristen, Soering das Blutgespenst)
@bellady

Ich vermute eher nicht dass sie ein "Vorbild" oder eine Leidenserfahrung brauchte.
Hat sich eher ausgeprägt durch Drogen, Rollenspiele, erfolgreiches Belügen, Realitätsverlust durch harte Drogen, erfolgreiche Manipulation durch Glauben/Bewundern der Gegenseite


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Der Fall Jens Söring

20.10.2019 um 22:17
Zitat von JohnnyGWatsonJohnnyGWatson schrieb:Wahnhaft bei Haysom sind die Dinge von denen sie glaubte, dass sie (ihr) wirklich passiert sind,
und sie es Dritten glauben lassen will (Aussage auch Howard Haysom). Das vermischt sich dann mit vorsätzlicher und unabsichtlicher Manipulation, je nachdem was sie mit dem Kommunikationsfluss bezwecken will.
(Beispiele gibt es genug, POS, erfolgreicher Autor sein, Eltern Monster, Vergewaltigungen, irische Terroristen, Soering das Blutgespenst)
die Beispiele, die @JohnnyGWatson hier gibt deuten nicht darauf hin, dass EH an einer Wahnerkrankung litt. Sie wurde als Manipulatorin und Lügenerin vom Umfeld wahrgenommen.

Bei JS sieht die Sache schon anders aus.


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20.10.2019 um 22:22
@Rosenmontag
Du musst es ja "wissen"

Vielleicht ist ja "ich bin der Teufel und du das Opferlamm" eher was für dich.

Vergiss den Schizophrenen Formenkreis in "deinem ICD Schlüssel" für Haysom nicht.


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