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Der Fall Jens Söring

29.217 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

01.06.2019 um 06:57
@borabora
@Tatort70
Ich kann eure Wahrnehmungen bestätigen. Als ich mich erstmalig völlig werteneutral Einlesen wollte in die Geschehnisse habe ich ( wie sicher jeder andere) erstmal die übliche Suchmaschine mit ein paar Schlüssel Wörtern bestückt und enter.
Man bekommt entweder Dokus der Öffentlichkeit rechtlichen unseres Landes oder ältere Interviews mit weibl Journalistinnen oder aber gleich die JS home Seite , und oder " das Versprechen "
Da regt sich beim passiven konsumieren ja automatisch der " Ungerechtigkeits " Sinn. Die Macht der Bilder und Medien . Wer da nicht tiefer gräbt kann sich schon mal verrennen .
Seit netflix und Co Crime Doku Invasion darf ja quasi jeder , der sich für investigativ begabt hält abliefern. Untermalt von Hollywood Musik ist das mundgerecht gemachte Kost . Fertig ist Meinungsmache.

Dass nun all diese gr geschützte bisher nichts gebracht haben , zeigt ja leider überdeutlich wie kontraproduktiv so etwas für den Protagonisten sein kann.
Und auch eine Plattform wie hier wird am Status Quo nichts ändern .


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Der Fall Jens Söring

01.06.2019 um 08:14
Zitat von Tatort70Tatort70 schrieb:Die Eltern waren gegen die Beziehung, bitte den Brief genau lesen. Liz hatte ihm offensichtlich geschrieben, die Eltern würden ihn als "Jens from nowhere" und "posing child of Hitler" bezeichnen.
Wie kommt man denn auf so ein dünnes Brett. Dieser Brief ist von jmd geschrieben der schlecht drauf zu sein scheint und sich selber klein macht und dabei brachial mit Bildsprache umgeht. Wie schon mal gesagt, Söring connected hier mit Haysom, der "grossen" Autorin gefallen, abchecken wie sie reagiert. Ausserdem haben sie noch eine Gemeinsamkeit. Elternteile sind Alkoholsüchtig. Söring wird vielleicht zu Minderwertigkeitskomplexen tendiert haben vor der älteren erfahreneren Haysom.
Das ist doch Psychologie erste Stunde.

30 min gesehen. Mal logisch. Welche Eltern würden so über jmd reden.
Und dann Logik 2. Wenn Haysom gewusst hätte dass die Eltern so über ihren "Lover denken" hätte sie nichts von heiraten erzählt
bzw. wüsste Howard Haysom bestimmt ähnliche Kraftausdrücke.

Hätte man dann einen Söring bei einer Beerdigung geduldet und eine Woche beherbergt im familiärsten Kreis?
Und warum kam das dann nicht im Gerichtssaal. Eine Bestätigung des angeblichen Mordmotivs von jmd der ihn am liebsten auf dem Stuhl sehen möchte?


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Der Fall Jens Söring

01.06.2019 um 10:00
Zitat von JohnnyGWatsonJohnnyGWatson schrieb:0 min gesehen. Mal logisch. Welche Eltern würden so über jmd reden.
da kenne ich einige die das tun würden. Das gab es schon immer und wird es immer geben. Also ehrlich, wenn mir meine Tochter einen Typen wie JS vorsetzen würde, wäre ich ebenfalls wenig begeistert und würde es ihn spüren lassen (ich gebe es zu). Es gibt Menschen die findet man sympathisch und dann gibt es welche, die kann man von ersten Augenblick an nicht leiden. Das mag sich manchmal ändern, manchmal bleibt es dabei. Daher finde ich eine sofortige Abneigung gegenüber einer Person überhaupt nicht außergewöhnlich. EH war ihre einzige Tochter gewesen, da hatten sie sich vielleicht etwas ganz anderes erhofft, als einen 2 Jahre jüngeren, verpickelten Besserwisser.
Zitat von JohnnyGWatsonJohnnyGWatson schrieb:Hätte man dann einen Söring bei einer Beerdigung geduldet und eine Woche beherbergt im familiärsten Kreis?
warum denn nicht? Es waren die Eltern die ihn nicht leiden konnten und nicht ihre Geschwister, die ihn gar nicht kannten. Er war ihr Freund gewesen und mit dem Mord an den Eltern hatten sie sicherlich ganz andere Dinge im Kopf, als den unbeliebten Freund der Schwester auszuladen...


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Der Fall Jens Söring

01.06.2019 um 11:27
Zitat von Venice2009Venice2009 schrieb:? Es waren die Eltern die ihn nicht leiden konnten und nicht ihre Geschwister, die ihn gar nicht kannten. Er war ihr Freund gewesen und mit dem Mord an den Eltern hatten sie sicherlich ganz andere Dinge im Kopf, als den unbeliebten Freund der Schwester auszuladen...
wahrscheinlich waren die Geschwister und Freunde sogar froh, dass Söring präsent war. Es wurde doch bestimmt vermutet das EH nach der Ermordung ihrer Eltern tief erschüttert ist und Trost und Unterstüzung benötigen würde.


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Der Fall Jens Söring

01.06.2019 um 11:30
Mit dem Motiv ist es wie mit der Wunde im Finger, die einen brauchen das konkret zur Belastung und die anderen finden die Erklärung zur Entlastung im logischen Gesamtbild.

Von der Chronologie jedenfalls habe ich noch mal geschaut. Ist irgendwie bizarr aber Mitte Dezember soll es erst mit der Briefchenschreiberei losgegangen sein bei der Haysom Söring einen Brief im Dorm hinterlässt dass sie Tiefgang als Autorin nur
beim Schreiben hinkriegt und bekennt sich schriftlich zum ersten mal zu ihrer Liebe.
Am 21.12. in den Winterferien, also max 2 Wochen später haut sie direkt dieses offensive Voodoobrett raus. Sie schreibt auch mindestens noch mal am 24.12. Jedenfalls sieht Söring die Eltern beim Essen erst nach den Ferien.
Dieses mit dem Beseitigen sagt Haysom auch in einem dieser Briefe.

Das kann sie nicht wirklich zu dem Zeitpunkt schon toternst zu Söring gemeint haben.
Warum ist sie nicht gleich offensiv mit einem "I want to kill my parents" - T-Shirt draussen rumgelaufen.


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Der Fall Jens Söring

01.06.2019 um 12:25
@JohnnyGWatson sie werden sich mit Sicherheit nicht nur per Brief ausgetauscht haben. Was sie wo und wie intensiv anderweitig besprochen haben, das wissen nur die beiden.


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Der Fall Jens Söring

01.06.2019 um 14:14
@johnny wie interpretierst du das?

letter page20

Liz hat ihren Eltern von Heirat erzählt, das steht eindeutig im Brief (Seite 20).
Er versteht das nicht ganz, was sie mit den Zitaten meint. Von wem außer den Eltern, sollten diese Zitate in diesem Kontext sein?

Im Prozess kam es meines Wissens sehr wohl vor, dass Updike Jens mit der Frage konfrontierte, ob die Eltern gegen die Beziehung waren.
In diversen Geständnissen hat er ausgesagt, dass er laut Aussage von den Eltern nicht "auf ihrem Level" wäre ode so ähnlich.


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Der Fall Jens Söring

01.06.2019 um 14:18
Das hier erscheint sehr belastend (Seite 19):


letteR page19


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Der Fall Jens Söring

01.06.2019 um 14:24
letteR page12


(Seite 12)

Er kann sich vorstellen, Leuten sehr einfach ihren Besitz zu rauben, z.B. "deinem Vater".
Und noch einfacher kann er sich vorstellen Leuten ihren physischen Körper zu rauben im Zuge des Erfüllens seiner exzessiv bizarren sexuellen Fantasien.

Kommentar dazu?


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Der Fall Jens Söring

01.06.2019 um 14:48
@Tatort70
Gut, dass diese Briefe getippt sind und sprachlich nicht zu akademisch gefasst sind. So kann man es auch gut lesen und versuchen zu verstehen was da vorging zwischen diesen beiden. Die waren ja anscheinend wirklich auf ihrem eigenen Planeten unterwegs.

So , als nur Leser erscheinen mir beide wie Ertrinkende.
Ich denke JS hat zu dieser Zeit das erste mal die Möglichkeit gehabt , seine auch dunklen Seiten zu reflektieren und sogar zu Papier zu bringen. Das hat unbedingt was mit EH zu tun , dass er Sich so öffnen konnte. So etwas ist ja an sich bei erster liebe nichts ungewöhnliches. Aber dass sich zwei treffen , die ähnliche dunkle Seiten und sicher noch anderes im Gepäck haben ist schon recht explosiv..

Wenn er erstmalig mit Ca 10 Jahren solche phantasien gegenüber einer 13 jährigen entwickelt hat und sich das noch verstärkt u entwickelt hat bis zur Begegnung mit EH, dann kann man sich denken was da die antriebsfeder war, als die beiden ihre kurze unheilvolle u folgenschwere Liaison hatten.


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Der Fall Jens Söring

01.06.2019 um 15:27
Das sehe ich auch so. Ein solches Denken, dass Diebstahl und sogar Mord keinerlei no-go sind - das war bei ihm vorhanden, und dieses Bild ist in den Medien überhaupt nicht präsent. Er ist wirklich "guilty as charged".
Zu so einem Denken noch eine Psychose dazu, die ich in den Briefen teils meine erkennen zu können. Fertig ist der Doppelmord.
Die Psychose wurde ihm ja von mehreren Psychiatern diagnostiziert (als folie a deux, also so ähnlich wie: Psychose die auf einen anderen Menschen übergeht). Wenn er schreibt dass physische Körper vielleicht auch nicht existieren, deutet das für mich eine Derealisation an, einen Verlust der Realität, wie ihn z.B. auch Ted Bundy (Serienmörder) beschrieb: alles wäre gar nicht real. Das ist für die Täter, denke ich, eine Rechtfertigung ihrer Taten, wenn alles nur ein "Videospiel" ist.
Das eine ist, wer der Täter war - ich denke es ist klar. Dazu gehörig ist die Frage, was die Motivation war, und im weiteren Sinne auch, was die psychische Verfassung war. Wenn eine Psychose vorlag, gäbe es in Deutschland sofort mildernde Umstände. Soweit so gut, aber wer denkt eigentlich an Elizabeth? Wer setzt sich eigentlich für sie ein? Sie sitzt schon genau so lange im Gefängnis wie Jens, ohne dass sie, wie es wirklich eindeutig aussieht, einen Mord begangen hat. Sie hat sich denke ich, für den richtigeren Wege entschieden und hat ihren Anteil zugegeben. Sie wäre in Deutschland womöglich komplett freigesprochen worden, ebenfalls aufgrund einer Psychose - bei folie a deux sind zwei beteiligt. Bei ihr wäre es aus meiner Sicht kein Wunder, nach der Episode in Europa, wo sie auf der Straße lebte, weil wohl durch das elterliche Verbot, das zu studieren, was sie wollte ihre Welt komplett zusammengebrochen ist - nachdem sie vom Star in Wycomb Abbey zur "Durchgefallenen" wurde.


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Der Fall Jens Söring

01.06.2019 um 18:40
es ist jetzt schon eine Weile her, ich habe jetzt allerdings die Passage aus dem Brief von Chip Harding gefunden
Updike spoke to the jury about the letters. He interpreted what he thought Haysom and
Soering were saying to each. Although I agree there are suspect passages, I do not see any
outright admissions to murder. If you ask my opinion if the letters indicated pointed stronger
towards Haysom or Soering committing the murders I would be at a lost
http://ftpcontent.worldnow.com/wvir/documents/letter-to-governor-mcauliffe.pdf (Archiv-Version vom 26.11.2019)

Also hat er die Briefe auch als verdächtig eingestuft und das auf beide bezogen.


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Der Fall Jens Söring

01.06.2019 um 20:48
Zitat von Venice2009Venice2009 schrieb:sie werden sich mit Sicherheit nicht nur per Brief ausgetauscht haben. Was sie wo und wie intensiv anderweitig besprochen haben, das wissen nur die beiden.
sicher aber was Haysom unter Drogen und Alkohol beispielsweise in einer Bar loswerden will natürlich auch (Haysom plus Dritter) und wir nicht. Zur selben Zeit laut Söring bekam auch ein gemeinsamer Studentenfreund einen Brief mit den Tagebuchstimmungen Haysoms geschickt.

Den hätte ich dann auch mal gerne gesehen.

@Tatort70
Zuerst einmal. Wenn Haysom Söring etwas schreibt muss das noch lange nicht so passiert sein e.g. was von heiraten den Eltern erzählen.
"voodoo" etc. ist möglich ich erzähle es dir persönlich, ist klar verdächtiger Wortlaut wenn man sieht was später passiert ist.
Aber es ist zu abstrakt. Weil es zeitlich für mich schon nicht passt. Wie soll Söring nach zwei bis drei Wochen "Beziehung", den surrealen Hass
Von Haysom übernommen haben, an FAD erkrankt, um mit klaren Mörderabsichten zu reagieren. We are the victims. Ja von was denn? Das handschriftliche kann ich nicht lesen.
Ich finde Harding total korrekt in dem er sagt verdächtige Passagen aber keine geplanten Mordabsichten.
Diese sexuellen Phantasien. Nun eine 20J schreibt was von Männer quälen und besten Sex liefern. Er ist Jungfrau. Er hat nicht wirklich "gleichwertiges" zu bieten.
Ted Bundy bekam Orgasmen beim Töten, das ist was völlig anderes krankhaftes (sexuell motivierter Serienkiller).


Kommentare?

Soll Söring sich doch mal selber erklären, der Brief war schliesslich auch Gegenstand des Prozesses.

"Die meisten der Tagebuchbriefe, die Liz mir schickte, waren geschriebene Varianten des immer gleichen Themas: In starken Worten artikulierte sie ihre tiefe Abneigung gegen ihre Eltern, beschrieb sie als ständig betrunkene, hasserfüllte Menschen, die jeden ihrer Schritte kontrollieren wollten. In einer Passage fragte sie sich: »Ob es wohl möglich wäre, meine Eltern zu hypnotisieren, Voodoo an ihnen auszuüben, damit sie sterben?«[ 8] Als ich diese Worte las, war meine einzige Reaktion ein überwältigendes
Mitleid für Elizabeth. Wie sehr musste sie leiden, dass sie es auf diese Weise ausdrückte! Ich glaubte sogar, ein tiefergehendes, halbprofessionelles Verständnis für Liz’ Persönlichkeit zu besitzen, weil ich während der Highschool relativ viele Psychologiebücher gelesen hatte. Mit der ganzen Weisheit meiner achtzehn Jahre schloss ich, dass Elizabeths Phantasie, ihre Eltern durch Voodoo umzubringen, ihre Art war, Humor einzusetzen, um sich von ihrem eigenen Zorn zu distanzieren. Freud hatte das ja alles erklärt, es war ganz offensichtlich! Warum sonst sollte sie sich etwas so Lächerliches und Unrealistisches aussuchen wieVoodoo? Also reagierte ich auf Elizabeths scheinbar humorvolle Voodoo-Phantasie, indem ich mitspielte. Ich hielt es für das Beste, sie darin zu ermuntern, ihrer Frustration und ihrem Zorn auf diese Weise ein Ventil zu verschaffen; die Alternative war schließlich, dass sie mit Jeff Ranchero Marihuana rauchte! Außerdem konnte ich sie, indem ich auf ihre Phantasien einging, wissen lassen, dass ich auf ihrer Seite stand und dass sie in ihrem Leid nicht allein war. Nachdem Voodoo offenbar ihr Running Gag war, antwortete ich, indem ich jeden Werwolf-, Dracula- und Frankenstein-Film zitierte, der je
gedreht worden war. »Seltsame Dinge gehen in mir vor«, woraufhin der Vollmond aufging und Lon Chaney sich in einen Vampir verwandelte. Natürlich war das nicht gerade brüllkomisch. Aber ich war selbst deprimiert, und ihr Leben schien auch nicht besonders lustig. Die vollständige Passage, mit der ich auf Elizabeths Voodoo-Phantasie antwortete, lautet folgendermaßen: Übrigens, wenn ich Gelegenheit hätte, Deine Eltern zu treffen, hätte ich schon die ultimative ›Waffe‹. Seltsame Dinge gehen in mir vor. Ich verwandle mich immer mehr in eine Christusfigur, oder eher in eine kleine Imitation, glaube ich. Entweder würden sie vollkommen durchdrehen, einen Herzanfall bekommen oder von da an die ganze Welt lieben – Agape, versteht sich.[ 9] Jahre später versuchte die Polizei, meine Formulierung mit der »Waffe« in dieser Passage so zu interpretieren, dass ich einen Mord geplant hätte. Dieser Versuch kam mir immer sehr weit hergeholt vor. Hielt es wirklich irgendjemand für möglich, dass ich den Mord an den Eltern meiner Freundin durch psychisch herbeigeführte Herzinfarkte geplant hätte? Außerdem hatte ich den Begriff »Waffe« ja nicht ohne Grund in Anführungszeichen gesetzt: »… die ultimative ›Waffe‹. Seltsame Dinge …Tatsächlich hatte ich lediglich meiner Überzeugung Ausdruck verleihen wollen, dass die Macht der »Liebe« alles überwinden kann. Das Ganze war ein zugegebenermaßen schwacher Versuch, Liz’ düstere Voodoo-Phantasie aufzugreifen, mit ihr zu spielen, um Liz zu trösten und sie dann in etwas Positives umzuwandeln. Ich wollte Elizabeth daran erinnern, dass sie jetzt eine Waffe gegen all ihr Leiden besaß, eine Kraft zum Guten: unsere Liebe. Meine Tagebuchbriefe enthielten nur noch einen einzigen anderen Bezug auf Liz’ Brief. Dort heißt es an einer Stelle: »… ›Voodoo‹ etc. ist möglich.« Wieder benutzte ich Anführungszeichen, um damit zu sagen, dass echter Voodoo gar nicht existiert, dass aber das damit verbundene Phänomen der Autosuggestion durchaus möglich ist. Insgesamt beschäftigt sich vielleicht eine halbe Seite meiner vierunddreißigseitigen Tagebuchbriefe mit einer Antwort auf Elizabeths Phantasien, ihre Eltern umzubringen. Und vor allem ist nirgendwo in meinen oder ihren Briefen irgendein Plan zu finden, vier Monate später einen Mord zu begehen. Aber unsere Korrespondenz darüber, die Haysoms durch Willenskraft sterben zu lassen, sagt natürlich etwas darüber aus, dass unsere Beziehung und unsere Gedanken schon in den Weihnachtsferien 1984 reichlich abseits der Norm lagen. In Liz’ Biografie gab es einige Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung: ihre Flucht nach Europa, der Konsum harter Drogen einschließlich Heroin, die homosexuellen Beziehungen. Aber welche Erklärung gab es für mich, einen Jefferson-Stipendiaten, der bis dahin praktisch keinen Kontakt zu Drogen gehabt hatte und bis vor kurzem auch sexuell vollkommen unerfahren gewesen war? Einige Antworten kann man den...."

Aus Nicht Schuldig, Söring 2016, S.44-46


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Der Fall Jens Söring

01.06.2019 um 21:14
Mein Gefühl sagt mir, dass Jens unschuldig ist. Und zwar wegen der Art der Morde. Die passen eher zu jemandem, der im Rausch ist, und dafür kommen EH und ihre Drogenfreunde mehr infrage als Jens. Außerdem glaube ich, dass Jens die Aktion sorgfältig geplant und clean erledigt hätte. Z.B. mit einer Schusswaffe. Diese Morde sehen mehr aus wie eine spontane "jetzt oder nie" Aktion nach einer gemeinsamen Drogen-Sitzung von EH und Freunden.


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Der Fall Jens Söring

01.06.2019 um 21:16
Zitat von HenneMHenneM schrieb:Mein Gefühl sagt mir, dass Jens unschuldig ist. Und zwar wegen der Art der Morde. Die passen eher zu jemandem, der im Rausch ist, und dafür kommen EH und ihre Drogenfreunde mehr infrage als Jens. Außerdem glaube ich, dass Jens die Aktion sorgfältig geplant und clean erledigt hätte. Z.B. mit einer Schusswaffe. Diese Morde sehen mehr aus wie eine spontane "jetzt oder nie" Aktion nach einer gemeinsamen Drogen-Sitzung von EH und Freunden.
nur gut, dass vor Gericht keine Gefühle sondern Fakten zählen. Sonst würde man Mörder je nach Sympathie freilassen, und Unschuldige verurteilen, weil die ja schon so danach aussehen...


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Der Fall Jens Söring

01.06.2019 um 21:20
Zitat von Venice2009Venice2009 schrieb:Sympathie
Das hat rein gar nichts mit Sympathie zu tun. Ich würde einfach, wenn ich 100 Euro setzen müsste, darauf setzen, dass Jens unschuldig ist. Aus genanntem Grund. Ich kann mich auch irren. Aber aufgrund dessen, dass keiner von uns je die Wahrheit kennen wird, bleibt es zwangsläufig beim Bauchgefühl.

Hinzu kommt noch, dass JS nicht diesen Hass auf die Eltern hatte, das so ein Blutbad erklärt.


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Der Fall Jens Söring

01.06.2019 um 21:24
@HenneM
man hört bei überführten Mördern häufig von Außenstehenden den Satz, ihm/ihr hätte man das nicht zugetraut. Die Person war ihnen sogar näher bekannt, wie will man das also beurteilen können bei einer Person die man überhaupt nicht kennt?
Nicht falsch verstehen, aber ich kann so eine Einschätzung über eine völlig unbekannte Person, nicht ganz nachvollziehen. Nur weil derjenige es so äußert, muss es ja nichts zwangsläufig richtig sein. Immerhin will dieser jemand unbedingt aus dem Gefängnis freikommen.


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Der Fall Jens Söring

01.06.2019 um 21:32
Wenn Jens das getan hat, dann kann er seine dämonische Seite gut verstecken. Ich halte diese Dr. Jekyll und Mr. Hyde Variante eben nicht für wahrscheinlich. Zumal es auf der anderen Seite ja eine potentielle Tätergruppe gibt, die besser ins Bild passt und auch ein besseres Motiv hatte für diesen Hass, der sich offenbar am Tatort entlud.


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Der Fall Jens Söring

01.06.2019 um 21:39
Zitat von HenneMHenneM schrieb:besseres Motiv hatte für diesen Hass, der sich offenbar am Tatort entlud.
welches Motiv denn?


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Der Fall Jens Söring

01.06.2019 um 21:41
@HenneM
aber dem könnte man entgegenhalten, die EH sah bei ihrer verhandlung auch eher wie eine nette verkäuferin vom bergdorf Goodman aus,

verwette deine 100€ besser nicht....sicher kannst du sie spenden an JS , ich denke es gibt eine Donation auf seiner Website dazu. die nehmen sicher auch paypal.

ich persönlich würde darauf wetten, daß JS weder einen neuen trial bekommt noch jemals da rauskommt. das ist durchaus auch eine politische sache dort in dem bundesstaat. da gehts um wiederwahl und die bevölkerung kennt da keinen spass mit parole.
wie JS selbst mal im interview sagte nur 3 % aller lebenslänglichen haben jemals dort parole erhalten. wenn da ein journalist zufällig in einem diner nach JS fragt und was die leute davon halten. da staunt man nicht schlecht.
O ton einer befragten lady: oh nein ihr deutschen bekommt den nicht wieder- der bleibt mal schön bei uns......


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