DOPPELMORD IN SCHILDGEN-KATTERBACH
Spurensicherung soll Unklarheiten beseitigenElf Monate nach der Tat in Schildgen-Katterbach war die Mordkommission wieder vor Ort. Ein Fliegengitter interessiert die Richter besonders. Umbauten erschweren die Spurensuche. Von Diethelm Nonnenbroich
Bergisch Gladbach.Vermummte Männer in weißen Schutzanzügen tauchten am Mittwoch gegen 9.30 Uhr in Schildgen-Katterbach auf. Elf Monate nach dem Doppelmord am Klutstein, bei dem zwei Frauen brutal mit einem Beil erschlagen worden waren, ist die Mordkommission zum wiederholten Mal zur Spurensicherung am Tatort gewesen. Während der laufenden Gerichtsverhandlung gegen den Bergisch Gladbacher Klaus G. (Name geändert), dem die Kölner Staatsanwaltschaft den Doppelmord vorwirft, hatten sich Fragen ergeben, die eine erneute Spurensuche notwendig machten.
Ob die Unklarheiten nach der neuerlichen Spuren-Auswertung beseitigt werden können, zeigen die nächsten Tage: Dieser Zeitung liegen Informationen vor, dass in dem Schuppen, in dem die Morde geschahen, bereits Räumarbeiten stattgefunden haben, ein Umstand, der die Spurensuche nicht einfacher gestalten dürfte.
Gericht ordnet neue Begehung anDass die Mordkommission noch einmal nachsitzen muss, hatte sich im Prozess angekündigt: Viele Fragen in der Verhandlung konnten nicht erschöpfend beantwortet werden. Als bekannt wurde, dass nicht alle Spuren vom Landeskriminalamt ausgewertet werden konnten, ordnete das Gericht die neue Begehung des Tatorts an. Besonders interessierte die Richter ein Fliegengitter im Dach der Immobilie. Der Vorwurf an Klaus G.: Er habe am Tattag dieses Fliegengitter repariert – womöglich mit der Tatwaffe. Dann sei er von einem der Opfer überrascht worden. Opfer und Täter sollen in der Dachkammer in Streit über die Rückzahlung eines Darlehens geraten sein. Klaus G. soll schließlich zuggeschlagen haben. Dass es sich so und nicht anders zugetragen haben könnte, dafür scheinen bis jetzt aber keine stichhaltigen Beweise vorzuliegen. Deswegen wird das Gitter nun noch einmal auf mögliche Spuren untersucht.
„Es ist nicht selten, dass in laufenden Prozessen ergänzende Aufträge vom Gericht erteilt werden“, erklärt Kriminaldirektor Andreas Koch, Chef der Kölner Mordkommission auf Anfrage dieser Zeitung. Die Tatortarbeit bei Kapitaldelikten erstrecke sich oft über mehrere Tage. Den Vorhalt, dass Polizisten im Verfahren gegen Klaus G. ausgesagt hätten, das LKA habe nicht alle Spuren prüfen können, wollte Koch nicht kommentieren: „Ich mache keine Angaben zu einem laufenden Verfahren.“
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