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Die unbekannte Tote, die niemand vermisst - Raum Hannover

568 Beiträge, Schlüsselwörter: Frau, Leiche, Hannover, 2006, Unbekannte Tote, Leine, Ihme, Aller, Ahlden-Eilte, Ahlden

Die unbekannte Tote, die niemand vermisst - Raum Hannover

16.09.2020 um 20:54
Jaine
schrieb:
Hier kam ja schon mal die Idee auf, dass es sich um eine illegale Haushaltshilfe oder Pflegekraft aus dem Ausland gehandelt haben könnte.
Sollte dem so sein, wäre es für denjenigen, der sie umgebracht und/oder in den Fluss geworfen hat, recht risikoreich: Auch eine illegale Pflegekraft oder Haushaltshilfe hat doch sehr wahrscheinlich Verwandte oder Freunde in der Heimat, die wissen wo sie ist und sich wundern, wenn sie sich plötzlich nicht mehr meldet. Ich glaube kaum, dass auch eine illegale Haushaltshilfe/ Pflegekraft nicht ihren Angehörigen die Adresse oder zumindest den Namen der Stadt in der sie lebt verraten hat.

Somit muss man doch damit rechnen, dass früher oder später mal jemand in der Heimat Vermisstenanzeige erstattet und der dortigen Polizei alle Informationen gibt die er hat. Das mag zwar länger dauern (man will ja der Verwandten, die illegal in Deutschland ist keine Schwierigkeiten machen) aber irgendwann ist es dann doch soweit.



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Die unbekannte Tote, die niemand vermisst - Raum Hannover

16.09.2020 um 21:01
In dem Fall könnte man aber immer noch behaupten, dass sie ins Heimatland zurück gehen wollte oder dass sie einfach verschwunden wäre.
Ohne auffinden und zuordnen der Leiche wäre nichts zu beweisen.



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Die unbekannte Tote, die niemand vermisst - Raum Hannover

16.09.2020 um 21:55
@Jaine

Dagegen spricht doch aber eigentlich, dass sie aufgefunden und nicht zugeordnet werden konnte.



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16.09.2020 um 23:32
Jaine
schrieb:
Ohne auffinden und zuordnen der Leiche wäre nichts zu beweisen.
Derjenige weiß aber nicht im Vorhinein, ob die Leiche gefunden wird oder nicht. Wenn die Leiche gefunden wird UND gleichzeitig aus Polen, Rumänien oder woher auch immer eine Vermisstenmeldung eintrudelt mit dem Hinweis, die Vermisste habe da und da gearbeitet, dann kann die Polizei doch sehr gut 1 und 1 zusammenzählen. Das sind dann zwei Unwägbarkeiten auf einmal.

Natürlich kann man dann immer noch behaupten, sie wäre einfach weggegangen und man hätte das nicht der Polizei gemeldet weil man sie ja "schwarz" beschäftigt hat, aber man ist dann trotzdem schon auf der Verdächtigenliste ganz, ganz weit oben.



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Die unbekannte Tote, die niemand vermisst - Raum Hannover

17.09.2020 um 07:00
Bisher wurde angenommen, dass sie keine Familie hat. Das wäre doch genauso möglich, wenn sie aus dem Ausland stammt.



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Die unbekannte Tote, die niemand vermisst - Raum Hannover

17.09.2020 um 11:19
Jaine
schrieb:
Das wäre doch genauso möglich, wenn sie aus dem Ausland stammt
Es ist die Frage, was damit gemeint ist. Dafür, dass sie nur Touristin auf der Durchreise war, spricht eigentlich nichts. Sie wird in Hannover ansässig gewesen sein. Da ist es meiner Ansicht nach egal, ob sie in der ersten oder zweiten Generation aus dem Ausland stammte oder ihre Familie seit Widukinds Zeiten in Hannover ansässig war.

Nach meiner Beobachtung scheint es mir so zu sein, dass gerade Ausländer noch stärker in soziale Strukturen, der jeweiligen Herkunftsgemeinschaften, eingebunden sind, als Autochtone. D.h. ihr Fehlen würde dort erst recht auffallen.

@SomeBee
@insight-2015

Gegen einen Selbstmord im Wasser spricht m.E. auch, dass sie nicht beschwert war.

Erfolgreiche Selbstmörder im Wasser treffen in der Regel einen erheblichen Aufwand, um ein Ertrinken sicher zu stellen. Sie binden sich Gewichte um, fesseln sich selbst o.ä. (Man denke nur an Virginia Woolf, die sich Backsteine in die Taschen ihrer Wachsjacke gesteckt hat, um besser unterzugehen. Oder an den Aufwand, den Marco Schulze getrieben hat, bevor er in die Weser sprang...)

Das ist für einen erfolgreichen Selbstmord strikt erforderlich, da der Mensch einen willentlich nicht vollständig zu kontrollierenden vitalen Trieb besitzt. Kurz vor der Bewusstlosigkeit fängt der sauerstoffunterversorgte Körper von selbst zu rudern und zu kämpfen an, um an die Wasseroberfläche und wieder an die Luft zu kommen.

Daß bei der Ertrunkenen weder Fesselung noch Gewichtsbeschwerung vorhanden war, deutet darauf hin, dass sie entweder bewusstlos ins Wasser gekommen ist oder zu diesem Zeitpunkt bereits tot war. (Das könnte man nur anhand des gerichtsmedizinischen Befundes der Atemwege klären.)

Angesichts der ausgelehrten Taschen und des Nichtvorhandenseins irgendwelcher sicheren Identifikationsmerkmale aber (und in Anbetracht meiner Theorie zur Zerstörung der Brille und der Entstehung der Gesichtsverletzungen) gehe ich nicht davon aus, dass sie aufgrund eines Unfalls bewusstlos ins Wasser geraten ist.

Sie wurde von ihrem Mörder hineingeworfen.



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Die unbekannte Tote, die niemand vermisst - Raum Hannover

17.09.2020 um 14:04
Hier mal ein paar Gedanken:

Wenn es sich um einen Suizid handelt, dann ist unsere Jane Doe von einem Gebäude oder einer Brücke in der Nähe des Wassers gesprungen und wahrscheinlich mit dem Kopf zuerst aufgekommen, was die Frakturen des Gesichts erklären würde. (siehe https://www.lka.polizei-nds.de/assets/image/3284). Eine andere Idee zu den Verletzungen bei einem Suizid habe ich nicht. In diesem Szenario halte ich es für wahrscheinlich, dass sie weitere Verletzungen haben muss, zum Beispiel im Bereich des Brustkorbes (da der Schädel frontal verletzt wurde) und an den Armen (wegen des intuitiven Versuchs, den Sturz noch abzufangen), dazu habe ich aber keine Informationen finden können.

Nach dem Aufprall muss sie dann ins Wasser gekommen sein. Also müsste sie an einem Flussufer aufgekommen sein, dafür kommen eigentlich nur Brücken in Frage. Welche Brücke ist hoch genug, um bei einem Sturz zu solchen Verletzungen zu führen? Reichen da schon fünf Meter?

Fraglich ist im Suizidszenario allerdings, weshalb sie ihre Brille nicht trug und diese sich im Etui befand. Außerdem passt das bis auf das Bargeld und das Bahnticket leere Portemonnaie für mich nicht zu einem Suizid.

Die Befestigung des Schlüssels finde ich nach wie vor seltsam. Ich halte das Szenario Suizid aufgrund der Umstände für unwahrscheinlich und tendiere dazu, dass jemand ihr die Ausweisdokumente abgenommen und sie dann, bewusstlos oder schon tot, ins Wasser geworfen hat. Die Todesursache müsste die Gerichtsmedizin vermutlich bestimmt haben, Informationen dazu gibt es aber keine (Täterwissen?).

Ich glaube außerdem nicht, dass Jane Doe in Hannover ins Wasser gekommen ist. Der nächstgelegene Punkt zum Aegiedientorplatz (einziger Anhaltspunkt zum Aufenthalt vor dem Tod, den wir haben), an dem sie im Wasser hätte landen können:

Screenshot 2020-09-17 140230Original anzeigen (1,8 MB)

Dieser Punkt ist über 100 Kilometer Flussstrecke vom Fundort entfernt, der Flusslauf führt durch viele Dörfer und an Menschen vorbei, denen eine im Wasser treibende Leiche hätte auffallen müssen.

Screenshot 2020-09-17 140043Original anzeigen (1,9 MB)

Was sagt ihr dazu?



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17.09.2020 um 14:12
Nachtrag: Die Schleuse, die auf dem unteren Bild angegeben wird, habe ich auf der Karte nicht finden können.



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17.09.2020 um 15:58
hmmmm....verstehe ich nicht....warum kann sie nicht in hannover ins Wasser gekommen sein?

z.b. in Linden...eventuell Sprung vom Ihmezentrum, aber das ist reine Spekulation.

bitte @m00n erkläre es mir!



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17.09.2020 um 16:11
m00n
schrieb:
Dieser Punkt ist über 100 Kilometer Flussstrecke vom Fundort entfernt, der Flusslauf führt durch viele Dörfer und an Menschen vorbei, denen eine im Wasser treibende Leiche hätte auffallen müssen.
Ich halte es nur für unwahrscheinlich, dass ein Körper unbemerkt an so vielen Dörfern vorbeischwimmt.



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17.09.2020 um 16:12
@Ventil

Ohne @m00n vorgreifen zu wollen: Für mich erscheint es nicht sehr wahrscheinlich, dass sie 100 km flussabwärts geschwommen ist, ohne bemerkt zu werden. Sie hätte zunächst durch ganz Hannover schwimmen müssen, unter einigen Brücken hindurch. Auch wenn es auf der E-Mail und der Leine kaum Schifffahrt gibt. Es sitzen doch immer wieder Angler am Fluss und die Fließgeschwindigkeiten von Ihme und Leine sind vergleichsweise langsam.



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17.09.2020 um 16:15
KimByongsu
schrieb:
Fließgeschwindigkeiten von Ihme und Leine sind vergleichsweise langsam
Die Fließgeschwindigkeit der Leine sind angeblich durchschnittlich 0,8 m/s, also 3,4 km/h (http://www.deutschland123.net/leine.html).



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18.09.2020 um 13:13
Hallo
Die Ihme ist, gerade im Bereich des Ihme-Zentrums, ziemlich gefährlich, selbst für erfahrene Schwimmer.
Es gibt viele Unterwasserpflanzen, in denen man hängen bleiben kann und einige Strudel.
Das wurde schon einigen Menschen zum Verhängnis.

Gegenüber des Ihme-Zentrums befindet sich ein Park, der vor ein paar Jahren umgebaut wurde.
Vor dem Umbau gab es dort einige Stellen, wo man, wenn man unvorsichtig war, ins Wasser fallen konnte.
Mir selbst ist das dreimal passiert und ich hatte, trotz DLRG Schein, große Probleme wieder aus dem Wasser zu kommen.



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19.09.2020 um 23:51
Danke für die Informationen @SomeBee.

Einen Unfall halte ich aber für nahezu unmöglich. Dann wären irgendwelche Ausweisdokumente vorhanden und jemand hätte sie vermisst, denke ich. Außerdem die doll beschädigten Knochen im Gesicht finde ich für ein "einfaches Ertrinken" ganz unpassend, da muss mMn sehr viel Kraft gewirkt haben.



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Die unbekannte Tote, die niemand vermisst - Raum Hannover

20.09.2020 um 13:19
Ich denke auch, dass Mord am wahrscheinlichsten ist.

Ich grübel immer noch, ob die Diner Serviette irgendein Hinweis darstellt.

Ich nehme eigentlich nie irgendwelche Servietten mit 🤔



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Die unbekannte Tote, die niemand vermisst - Raum Hannover

20.09.2020 um 13:44
hallo,
ich bin "dauerrötzler" wegen erkrankung. du findest bei mir immer taschentücher ( alter art aus rumänien, kaufte da megapack, immer noch was da ), servietten etc.



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Die unbekannte Tote, die niemand vermisst - Raum Hannover

20.09.2020 um 13:49
@Kamikazediebin
@loisel

Würde ja passen: Sie kam zu Beginn der Erkältungszeit ins Wasser. Die Diner-Serviette könnte wirklich zum Naseputzen mitgenommen worden sein. Mache ich auch manchmal, wenn ich keine Taschentücher bei mir habe.

Dazu könnte die Bonbontüte vielleicht Hustenbonbons enthalten haben. Ich frage am nächsten Donnerstag mal meine Französischlehrerin, ob sie eine französische Bonbon-Sorte kennt, die so ein kleines Fähnchen auf dem Etikett hat.

Aber die Serviette wird vermutlich nicht aus Frankreich stammen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man in Frankreich Servietten englisch beschriftet.



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Die unbekannte Tote, die niemand vermisst - Raum Hannover

20.09.2020 um 14:29
Jaine
schrieb am 16.09.2020:
Hier kam ja schon mal die Idee auf, dass es sich um eine illegale Haushaltshilfe oder Pflegekraft aus dem Ausland gehandelt haben könnte.
Kommt mir eher unwahrscheinlich vor, weil sie ja nicht nur ein paar teure Kleidungsstücke besaß (bei denen es sich in der Tat um aussortierte Besitztümer der Arbeitgeber gehandelt haben könnte), sondern darüber hinaus auch eine teure Brille, teure Zahnfüllungen etc. Gerade die Zahnfüllungen wurden ja vermutlich über einen längeren Zeitraum hinweg nach und nach angefertigt. Dass die Arbeitgeber das finanzierten, könnte ich mir allenfalls vorstellen, wenn diese selbst eine Zahnarztpraxis betrieben. Dann aber passt die teure Brille immer noch nicht ins Bild.

Oder die hochwertigen Zahnfüllungen wurden bei Besuchen in der Heimat angefertigt. Aber soweit ich weiß kann man an Zahnfüllungen häufig erkennen, aus welchem Land sie stammen, da überall etwas unterschiedlich gearbeitet wird.



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Die unbekannte Tote, die niemand vermisst - Raum Hannover

20.09.2020 um 14:31
@WilderWein
Ich meine gelesen zu haben, dass die Zahnfüllung auch in der Durchführung auf Deutschland hindeutet, laut Polizei Homepage



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Die unbekannte Tote, die niemand vermisst - Raum Hannover

20.09.2020 um 16:49
Das Ticket wurde an einem Samstag (19.11.2005) aus einem Automaten an der U-Bahn-Staion H-Aegidientorplatz gekauft.
Ob dieses Ticket eine große Relevanz zur Toten hat, ist nicht gesichert. Sie könnte sich durchaus an jenem Samstag in der Innenstadt aufgehalten haben, sie könnte bspw. den Optiker (Brillenstudio Merscher in der Georgstraße 13) aufgesucht haben, das Geschäft ist fußläufig ca. 1 km entfernt. Heutiger Blick in Google.Maps: direkt neben dem damaligen Brillenstudio befindet sich ein McDonalds.
Wer weiß, wie lange es den gibt und was eventuell 2005 dort angesiedelt war.

Es könnte ja so gewesen sein: Die Dame kam nach H, um ihre Brille anzugeben, Reparatur o.ä. und musste sie ggf. in der Folgewoche abgeholt haben. Denn ab 24.11.2005 öffnete der Weihnachtsmarkt seine Pforten mit u.a. 120 Buden, der sich ebenso fußläufig relativ nahe dem Aegidientorplatz und Kröpcke befand. Hier könnte sie was gespeist haben, wenn sie bspw. ihre Brille mind. eine Woche später, also ab 24.11.2005, abgeholt hat. Was passen könnte, wenn bspw. geschliffene Gläser eingeschickt werden.

Zwei Sache fallen mir noch ein:
1. Warum vermisst man so eine gepflegte Dame nicht? Eine Dame, die auch Mutter, Schwester, Tante oder Oma gewesen sein konnte?
War sie eine Heiminsasse bzw. Besucherin für eine Tagespflege, das heißt, dass sie morgens dorthin kam und abends wieder nach Hause fuhr? War sie kurzzeitig oder längerfristig in einer Klinik für Nervenleiden und hatte Ausgang? Das würde den Schlüssel an ihrer Hose eventuell erklären. Es gibt ja viele Gründe, warum man die Zeit in dieser Klinik verbringt?

2. Hatte sie eventuell ein Date? Attraktiv war sie ja scheinbar und gepflegt auch. Geriet sie eventuell an einen Blender, Schwindler oder an einen Ganoven. Vielleicht und wo auch immer, flüchtete sie vor ihm und war daher so bekleidet, wie man sie auffand? (Parship z.B. gibt es seit 2000 und auch seit 2001 online und ElitePartner existiert seit 2003 und ist seit 2004 online, das sind nur zwei von x Möglichkeiten). Es ging auch die klassische Anbahnung per Zeitungsannoce in bspw. HAZ oder in diversen Anzeigeblättern.



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