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Der mysteriöse Tod des 17jährigen Albert A. in Kärnten

85 Beiträge, Schlüsselwörter: Alkohol, 2013, Schüler, Ertrunken, Kärnten

Der mysteriöse Tod des 17jährigen Albert A. in Kärnten

29.02.2016 um 12:07
Hallo Zusammen,

bin gerade auf diesen Fall gestoßen. Zunächst als Unfall deklariert sind nun jedoch Zweifel aufgekommen, ob Albert A. nicht evtl. einem Tötungsdelikt zum Opfer gefallen ist. Hier ein Ausschnitt aus der Krone.at:

In Kärnten ertrunken


Der mysteriöse Tod eines Salzburger Schülers (17)

Ein 17- jähriger Salzburger ist auf einer Klassenfahrt in Kärnten. Plötzlich gilt er als vermisst. Dann wird seine Leiche im Ossiacher See gefunden. Die Polizei glaubt zuerst an einen tragischen Unfall. Jetzt ermitteln Mord- Fahnder.

Den ganzen Tag über hatte die Sonne geschienen, und selbst in den Nachtstunden war es noch angenehm warm. Damals, am 6. Juni 2013. In Kärnten. Die 19 Jugendlichen des dritten Jahrgangs einer Salzburger Schule für Land- und Forstwirtschaft, die hier gerade einen Lehrgang machten, hatten den Abend in Villach verbracht, mit Lehrern ein Kino besucht. Und jetzt, um etwa 23 Uhr, kehrten sie in ihre Unterkunft am Ossiacher See zurück. Sollten bald schlafen, um für die Heimreise am nächsten Morgen fit zu sein.

Es war etwa 0.30 Uhr, als fünf Mädchen heimlich aus ihren Zimmern schlichen, um in einem Restaurant ums Eck noch ein bisschen zu feiern. Über ihre Handys riefen sie einige Klassenkollegen an: "Kommt zu uns." Wenig später saßen drei Burschen an ihrem Tisch. Die 17- Jährigen bestellten Bier, kamen mit Gästen und dem Personal ins Gespräch. Nach etwa einer Stunde verabschiedeten sich die Mädchen, kurz darauf verließen auch zwei der Burschen das Lokal. Nur Albert Auer blieb zurück. Warum? "Weil er gerade mit einem Kellner über sein liebstes Hobby, Fußball, redete", erinnern sich seine Kameraden.
Widersprüche und Ungereimtheiten

7. Juni, 7 Uhr früh. Alberts Bett war leer, der Bursche nirgendwo zu finden. Die Polizei wurde alarmiert, und seine Eltern in Rußbach bei Hallein. "Sofort", sagen sie heute, "wussten wir, dass unserem Buben etwas Schlimmes zugestoßen sein musste." Denn er sei doch immer "so besonders verlässlich" gewesen, "ein Traumsohn, einfach". Im Alter von einem halben Jahr hatte ihn das Ehepaar in Bolivien adoptiert, "weil wir selbst keine Kinder bekommen konnten. Von Beginn an liebten wir ihn abgöttisch."

Und alles lief ja auch wunderbar, so lange. Albert hatte von klein an viele Freunde, ging gerne Schwimmen, Skifahren und Reiten - und lernte brav, "irgendwann sollte er unsere Landwirtschaft übernehmen". Und dann das. Dieser Schock. Diese Gewissheit, dass niemals mehr etwas so sein würde wie früher.

Von den Polizisten vorerst vertröstet

Gleich nachdem Alberts Eltern die Nachricht von der Abgängigkeit ihres Sohnes bekommen hatten, fuhren sie nach Kärnten. "Die Polizeibeamten dort erklärten uns, es sei nicht ungewöhnlich, wenn ein 17- Jähriger kurz einmal ausreiße. Nein, so etwas würde unser Kind nicht tun, sagten wir ihnen immer wieder." Eine groß angelegte Suchaktion wurde gestartet, der See weitläufig abgetaucht. "Am 8. Juni hieß es: Albert ist sicherlich nicht ertrunken, denn sonst hätten wir ihn gefunden."

12. Juni, 13.45 Uhr. Ein Fischer entdeckte, 70 Meter vom Ufer entfernt, die Leiche des Burschen. Bei einer Obduktion wurden 2,3 Promille Alkohol in seinem Blut festgestellt. Vermutlich, so die Einschätzung der Beamten, sei er im Suff von einem Steg ins Wasser gestürzt. Sein Tod wurde somit schnell als tragischer Unfall diagnostiziert. "Aber meine Frau und ich", so Alberts Vater, "konnten nicht an diese Theorie glauben. Deshalb engagierten wir einen Privatdetektiv."

Der dann bei seinen Ermittlungen zahlreiche Ungereimtheiten in der Causa ausmachte. "Es bestehen differierende Aussagen der Menschen, die Albert zuletzt gesehen haben", sagt er. "Ein Kellner des Lokals behauptet, der Bursch hätte die Gaststätte gegen 2.30 Uhr gleichzeitig mit einem anderen Gast verlassen. Dieser wiederum gibt an, dass er vor Albert heimgefahren wäre. Und es gibt noch andere Auffälligkeiten."
Kurz vor seinem Tod rief er Freunde an

Als der Tote gefunden wurde, waren seine Ledergeldtasche kaum aufgeweicht und sein Handy funktionstüchtig: "Und das, nachdem er angeblich fast eine Woche im Wasser gelegen haben sollte." Zudem hatte Albert - laut einem gerichtsmedizinischen Befund - postmortale Verletzungen, Abschürfungen am Becken und den Beinen. Und sein Haar ist mit Sand verkrustet gewesen: "Ein Hinweis darauf, dass sein Körper in einer Bucht zwischengelagert wurde." Und: "Wieso ist der Bub bei seinem Tod so schwer alkoholisiert gewesen? In dem Restaurant hatte er ja angeblich bloß zwei kleine Bier konsumiert. Wo - und mit wem - hat er weitergetrunken?"

Rätselhaft auch: Am 7. Juni, kurz nach 3 Uhr morgens, rief Albert elf Freunde an. Doch alle hatten ihre Telefone ausgeschaltet. Was wollte er ihnen sagen?

Mit einem zehn Zentimeter dicken Akt, in dem sämtliche dieser Fakten aufgelistet sind, kamen Alberts Eltern vor einigen Monaten zu dem für den Opferschutzverein "Weißer Ring" tätigen Anwalt Stefan Rieder. Der in der Folge bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt Erhebungen wegen eines möglichen Fremdverschuldens am Tod von Albert Auer beantragte.

Dem Ersuchen wurde kürzlich stattgegeben. Die Kärntner Kripo ist nun dabei, zu klären, unter welchen Umständen der 17- Jährige tatsächlich sterben musste. "Wir hoffen so sehr", schluchzen seine Eltern, "dass uns die Fahnder endlich Antworten geben werden auf unsere Fragen." Die sie quälen. Seit ihrem Schicksalstag im Juni 2013.


http://www.krone.at/Oesterreich/Der_mysterioese_Tod_eines_Salzburger_Schuelers_-17-In_Kaernten_ertrunken-Story-498165?ut...

Sehr rätselhaft das Ganze, vor allem die postmortalen Verletzungen und die stark erhöhte Promillezahl.


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29.02.2016 um 12:47
Da ich selbst aus dieser Region komme, kenne ich den Fall gut. Der Fall hat damals das ganze Land beschäftigt und war fast jeden Tag in irgendeiner Form in den Prinz meiden vertreten... allerdings kann ich mich an keine Widersprüche erinnern.

Da verwundert es mich natürlich umso mehr, dass nichts zum Handy in den Zeitungen publiziert wurde (oder habe ich das vergessen? Ich glaube es zumindest nie gelesen zu haben) Die anderen "Unstimmigkeiten" sind für mich auch mit einem Unfall vereinbar, dass das Handy noch funktioniert hat ist für mich allerdings unerklärlich - ich hatte schon einige Wasserschäden am Handy mit geringeren Wassersport. Erklärbar wäre es nur wenn er das damals beliebte Motorola (?) gehabt hat, welches tatsächlich wasserdicht war. (Da gab es einige Wetten dazu)


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Der mysteriöse Tod des 17jährigen Albert A. in Kärnten

01.03.2016 um 09:23
Wenn dieser Bericht zutrifft, sind hier tatsächlich einige Interessante Dinge: warum rief er gegen 3 Uhr insgesamt 11 Freunde an? Allerdings fehlt hier sofort eine wichtige Information: wo waren die Freunde? Waren sie alle in der Unterkunft? Dann könnte es sein, dass er den einen oder anderen noch einladen wollte mitzufeiern - eventuell mit einem Unbekannten? Waren die Freunde ganz wo anders, wird die Sache noch erheblich mysteriöser.

Dann der Alkoholpegel: auch hier wieder fehlen uns Infos, aber der Artikel impliziert, dass sich nachvollziehen liess, wieviel er bis zum Abschied der anderen aus dem Wirtshaus wohl getrunken hatte. Der sehr hohe Pegel impliziert ebenfalls, dass er nach diesem Abschied noch weitergetrunken hat. Hier muss man nun fragen, wie gesichert die Aussagen des Wirtshauspersonals sind. Er hatte vermutlich allein keinen Zugang zu Alkoholvorräten. Wenn er in dem Wirtshaus nicht mehr getrunken hat, impliziert das, dass ein Unbekannter ihm weiter Alkohol gab.

Die Auffindesituation mit Sand und postmortalen Wunden kann auf eine "Zwischenlagerung" schliessen, aber man müsste hier viel genauer untersuchen, welche Bedingungen in den 5 Tagen am Ossiacher See herrschten, ob er auch als Leiche irgendwo angeschwemmt sein konnte und diese Spuren davongetragen haben konnte. Ein Obduktionsbericht wäre hier hilfreich.

Zum Schluss steht die Aussagediskrepanz im Raum: ist er allein aus dem Wirtshaus gegangen oder nicht?

Alles in allem: es gibt tatsächlich ein paar Punkte, an welchen weitere Ermittlungen ansetzen könnten.


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01.03.2016 um 09:29
Das dürfte der Schlüssel zum Ganzen sein:
Rick_Blaine schrieb:Zum Schluss steht die Aussagediskrepanz im Raum: ist er allein aus dem Wirtshaus gegangen oder nicht?
Interessant wäre auch, ob die Jugendlichen wie geplant nach Hause gefahren sind oder vor Ort geblieben.


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Der mysteriöse Tod des 17jährigen Albert A. in Kärnten

01.03.2016 um 09:47
StreuGut schrieb:Interessant wäre auch, ob die Jugendlichen wie geplant nach Hause gefahren sind oder vor Ort geblieben.
Genau, das ist auch sehr wichtig.


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Der mysteriöse Tod des 17jährigen Albert A. in Kärnten

01.03.2016 um 12:24
Ist man mit 2,3 Promille überhaupt noch in der Lage, zu laufen? Und selbst wenn, wer lässt denn einen derart betrunkenen Jugendlichen allein nach Hause gehen? Zumal wenn der Junge sich in der Gegend gar nicht auskennt?
Damit geht´s für mich mal los.
Das Handy (im Krone-Artikel ist ein Foto davon zu sehen) scheint mit keines dieser wasserfesten Modelle zu sein, aber ich kenne mich auch gar nicht damit aus.
Dazu gibt es ein Bild einer Geldbörse, darunter steht, dass sie bei dem Jungen gefunden wurde, aber es wirkt nicht so, als ob das seine gewesen sei, oder?


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Der mysteriöse Tod des 17jährigen Albert A. in Kärnten

01.03.2016 um 12:35
Bin auch aus der Gegend und kenne den Fall, die Eltern tun mir unendlich leid. Soweit ich mich erinnern kann, dachte man auch an ein mögliches fremdenfeindliches Motiv.


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Der mysteriöse Tod des 17jährigen Albert A. in Kärnten

01.03.2016 um 13:01
Ich verstehe das nicht: Man kann doch rel. gut feststellen, wie lange sich ein Körper im Wasser befunden hat.
Wenn das Handy und die Geldbörse nicht so lange im Wasser gewesen sein können, wie es die Situation "im Suff ins Wasser gefallen" vorrausgesetzt hätte, dann müsste man das doch auch an der Leiche erkennen.
Und: Was ist mit der Todesursache?


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Der mysteriöse Tod des 17jährigen Albert A. in Kärnten

01.03.2016 um 13:06
Noella schrieb:Ist man mit 2,3 Promille überhaupt noch in der Lage, zu laufen?
Mir sind einige Fälle bekannt in denen derart alkoholisierte Personen noch vergleichsweise sicher Fahrrad fuhren.
Ich unterstelle diesen Personen aber eine gewisse "Übung".


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Der mysteriöse Tod des 17jährigen Albert A. in Kärnten

01.03.2016 um 13:08
Ist man mit 2,3 Promille überhaupt noch in der Lage, zu laufen?


Mir sind einige Fälle bekannt in denen derart alkoholisierte Personen noch vergleichsweise sicher Fahrrad fuhren.
Ich unterstelle diesen Personen aber eine gewisse "Übung".
Mir sind solche Fälle ebenfalls bekannt, außerdem wirkt Alkohol (wie jede andere Droge auch) bei jeden Menschen individuell, der eine fängt eher an zu lallen, der andere sieht doppelt und der dritte fällt alle paar Meter auf die Nase...


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Der mysteriöse Tod des 17jährigen Albert A. in Kärnten

01.03.2016 um 14:26
Oben im Bericht steht,daß man erst von einem Unfall ausging,daß er von einem Steg ins Wasser gefallen sei,dann hätte man doch feststellen können,ob er Wasser in den Lungen hatte,also ertrunken ist.
Hatte er das?

Wie weit ist der See vom Gasthaus und der Übernachtungsmöglichkeit entfernt?


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Der mysteriöse Tod des 17jährigen Albert A. in Kärnten

01.03.2016 um 14:57
Hier ein paar "alte" Artikel zu dem Fall und einige Zitate daraus:
Von dem Jugendlichen fehlt seit Donnerstagnacht jede Spur. Zuvor hatte der 17 Jahre alte Schüler mit Freunden in einem nahe am Ufer des Ossiacher Sees gelegenen Lokal gefeiert. Gegen 2.30 Uhr verließen diese das Lokal, der junge Salzburger blieb allein zurück. Was dann passierte, ist ein großes Rätsel.
http://kaernten.orf.at/news/stories/2587761/ - 8.6.2013
Freitag um 2.30 Uhr war der Bursche als letzter Gast in der "Schmiede" zurückgeblieben.
Die Suche wurde durch ungewöhnliche Hindernisse erschwert. So hatten die Mitschüler das Gepäck des Zurückgebliebenen mit nach Salzburg genommen, auch seine Bettwäsche war bereits abgezogen. Damit die Hunde den Geruch des Gesuchten aufnehmen konnten, mussten die Adoptiveltern mit einigen seiner Kleidungsstücke aus Salzburg anreisen.
http://www.kleinezeitung.at/k/kaernten/villach/4057331/VillachSalzburg_17jaehriger-Schuler-bleibt-spurlos-verschwunden - 8.6.2013
Zuletzt besuchten sie das Fischrestaurant Stiftsschmiede direkt am See. Besitzer Gerhard Satran: „Die Runde hat kaum etwas getrunken.“
http://kurier.at/chronik/oesterreich/grosse-suchaktion-nach-schueler-zweifache-mutter-in-wien-verschwunden/15.364.852 - 10.6.2013
Am Freitag um 2.40 Uhr verlor sich seine Spur bei der Schiffsanlegestelle - bis Mittwochabend.
http://www.kleinezeitung.at/k/kaernten/feldkirchen/4058739/Kaernten_17Jaehriger-im-Ossiacher-See-ertrunken - 13.6.2013

@Dusk und @all
Als Todesursache wurde im Rahmen einer Obduktion eindeutig Tod durch Ertrinken festgestellt.
http://kaernten.orf.at/news/stories/2588465/ - 13.6.2013



Weitere Artikel vor dem Auffinden:

http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/Albert-17-nach-Party-vermisst/106650119 - 9.6.2013
http://www.salzburg.com/nachrichten/salzburg/chronik/sn/artikel/salzburger-schueler-bleibt-vermisst-suche-ueber-facebook... 10.6.2013

Nach dem Auffinden:

http://kurier.at/chronik/oesterreich/ossiach-vermisster-schueler-tot-gefunden/15.668.931 - 13.6.2013


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Der mysteriöse Tod des 17jährigen Albert A. in Kärnten

01.03.2016 um 15:04
Hier mal ein Bild der örtlichen Gegebenheiten:

Stiftsschmiede2

Im orangen Kreis seht ihr das Lokal, im violetten Kreis das Ausbildungszentrum.


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Der mysteriöse Tod des 17jährigen Albert A. in Kärnten

01.03.2016 um 16:42
Ein Unbekannter, der eventuell mit Albert grtrunken hat, muss ja nicht zwangsläufig auch etvaiger Täter sein, er wäre jedenfalls ein wichtiger Zeuge und könnte eventuell klären, ob Albert nach ihrer Trennung (also der Alberts vom Unbekannten) noch mit jemandem unterwegs war oder vielleicht körperlich schon angeschlagen (außer der Alkoholisierung, vielleicht zuvor gestürzt, Kopf gestoßen etc.).

Problematisch wäre es natürlich wenn dieser Unbekannte selbst nichts mehr von seinen Erlebnissen weiß, möglicherweise hat er ja einen Filmriss, wenn man sich mal die 2,3 Promille des Toten anschaut.


Nur um diese Variante auch mal anzusprechen...


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Der mysteriöse Tod des 17jährigen Albert A. in Kärnten

02.03.2016 um 04:13
@suffy
Danke für die wie immer herausragende Recherche!

Die Todesursache ist also klar festgestellt: Ertrinken. Das mysteriöse an diesem Fall ist also nur, wie der Bursche auf einmal so betrunken war, wenn er bis zum Aufbruch der Gruppe nicht viel getrunken hatte.

@The_Wolverine
Interessanter Aspekt. Allerdings fragt man sich, wo es in dem Ort um diese Uhrzeit noch Gelegenheit gab, sich zu betrinken. Ich vermute mal, dass alle Wirtshäuser um die Zeit geschlossen waren. Dann muss also jemand seine "Privatbestände" herausgerückt haben, und der sollte sich dann doch zumindest erinnern, dass er nicht allein gezecht hat.

Dass der Bursche dennoch ohne Fremdeinwirkung in den See gefallen ist, wird dabei gar nicht ausgeschlossen. Im Moment ist es immer noch die wahrscheinlichste Variante.


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Der mysteriöse Tod des 17jährigen Albert A. in Kärnten

02.03.2016 um 05:48
Was wissen wir genau? Ich gehe davon aus, dass wir Aussagen der Polizei und Gerichtsmedizin als Fakt anerkennen können.

1. Er war mit 8 weiteren aus seiner Gruppe im Wirtshaus "Schmiede" am See. Die 8 sind 5 Mädels und 2 Burschen.

2. Er wurde mit über 2 Promille nach ca 5 Tagen gefunden, und zwar im Wasser.

3. Die Gruppe bestand aus 19 Schülern.

4. Gegen 3 Uhr versuchte er genau 11 Anrufe um "Freunde' zu erreichen.

5. Seine Leiche wies postmortale Schürfwunden auf und in den Haaren befand sich Sand.

6. Das Handy funktionierte noch irgendwie.

Was wissen wir ohne feste Beweise dafür zu haben, oder mit anderen Worten, wofür stehen lediglich Zeugenaussagen:

7. Man habe nicht viel getrunken. Er sei nicht betrunken gewesen.

8. Man habe ihn allein im Wirtshaus zurückgelassen.

9. Er sei angeblich allein gegangen, oder zeitgleich mit einem anderen Gast. Dieser will davon aber nichts wissen.


So. Dass Schüler auf einer Klassenfahrt auch mal unerlaubte Dinge tun, ist sicher nichts Neues. Hier haben also 8 von ihnen noch eine Wirtshaustour gemacht. Ganz wenig sei getrunken worden. Vor 2.30 Uhr seien sieben von ihnen zurück ins Heim, einer blieb im Wirtshaus. Der wird ausgerechnet später tot und sehr stark alkoholisiert gefunden.

In Ossiach gibt es vermutlich nachts gegen 3 Uhr keinen Ort mehr, wo man noch Mengen an Alkohol besorgen kann.

Meine Spekulation: Ich denke, es lohnt sich, die sieben Mitschüler noch einmal recht genau zu vernehmen. Ich vermute es wird herauskommen, dass man doch erheblich mehr getrunken hat, als angegeben. Auch den Wirt und die Kellner sollte man dahingehend noch einmal grillen. Diese haben durchaus Grund, das bisher zu verschweigen, denn sie könnten haftbar gemacht werden.

Weiterhin habe ich das Gefühl, dass man herausfinden würde, dass die sieben doch nicht direkt ins Heim gegangen sind. Warum?

Gegen 3 Uhr macht der Ertrunkene noch genau 11 Anrufe, versucht 11 Freunde zu erreichen. 11+8=19. Die Gruppe bestand aus genau 19 Schülern. Acht sind zusammen im Wirtshaus. Mir scheint das Indiz zu sein, dass gegen 3 Uhr jene sieben der Meinung waren, es lohnt sich noch, die anderen 11 zu einer Gaudi herbeizurufen. Dass es genau 11 Anrufe sind und genau 11 nicht im Wirtshaus waren sagt mir, die anderen 8 waren noch zusammen.

Was für eine Gaudi ist es Wert, die anderen gegen 3 Uhr aus dem Bett zu holen? Direkt neben dem Wirtshaus liegt das Erlebnisbad Ossiach. Da gibt es eine Wasserrutsche, einen Steg im See usw. Warum nicht dort ein wenig herumtollen. Ich erinnere mich, wir haben das als teenager oft gemacht, mitten in der Nacht.

Angetrunken + unerlaubte Abwesenheit + evtl. unerlaubtes Betreten des Erlebnisbades + leichtsinniges Verhalten = Katastrophe.

Wie wir wissen, wurden die 11 nicht erreicht. Gehen wir also mal davon aus, dass die ursprünglichen acht hier noch zusammen Spass hatten. Einer davon geht aber im See unter. Vielleicht haben die anderen es gar nicht sofort bemerkt. Als die Sache viel später erst klar wird, schweigen sie aus Angst vor Konsequenzen?

Möglich? Ich denke ja. Sicher? Das wissen wir nicht.

Was ist mit dem Sand, dem Handy, dem Geldbeutel, den Wunden?

Die Leiche lag 5 Tage im Wasser, sie treibt dabei hin und her, es gibt dort Stege, Boote etc. Die postmortalen Wunden können auf vielfältige Art entstanden sein. Das Ufer des Sees ist sandig, der Grund ebenfalls. Nicht überraschend, dann Sand in den Haaren zu finden. Die Alternativtheorie, dass die Leiche 5 Tage irgendwo in einer Bucht lag ist an diesem doch sehr belebten See eher unwahrscheinlich.

Das Handy? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein Handy entweder sofort bei Wasserkontakt kaputt geht oder eben nicht. Da dieses zweifelsfrei im Wasser lag, gehört es also zu der Sorte, die einiges aushält. Übersteht es den ersten Schock, den die meisten nicht überleben (ich kenne 3 die in einen Putzeimer fielen, und nach wenigen Sekunden im Wasser schon tot waren), dann korrodiert es nicht sehr schnell im Wasser. Ich kann mir vorstellen, dass es 5 Tage überlebt hat.

5 Tage sind für einen guten Ledergeldbeutel auch noch keine lange Frist. Meiner hat schon Waschmaschinengänge überstanden.

Fazit: Unfall erscheint mir immer noch die wahrscheinlichste Lösung. Allerdings kann ich mir vorstellen, es gibt durchaus Leute, die mehr darüber wissen.

Ich muss übrigens einer anderen userin hier danken, deren Analyse mich überzeugt hat, dass hier doch vermutlich kein unbekannter Meuchelmörder am Werk war. :)


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Der mysteriöse Tod des 17jährigen Albert A. in Kärnten

02.03.2016 um 06:37
Wegen dem Handy; die Linse lässt zumindest einen Wasserschaden erahnen kann aber auch täuschen. Bei der Krone ist das halt immer so eine Sache mit ihren "Fakten".
Eltern wandten sich nochmals an Polizei

Die Eltern wollten die Erklärung für den Unfall nicht wahrhaben und beauftragten laut „Kronen Zeitung“ (Sonntag-Ausgabe) einen Privatdetektiv. Dessen Nachforschungen bestärkten die Zweifel der Eltern, die sich diesbezüglich nochmals an die Polizei wandten. Gottlieb Türk, der Leiter der Kriminalpolizei Kärnten, sagte gegenüber dem ORF, man habe auf Ersuchen der Eltern versucht, noch allfällige Fragen zu klären. Man warte auf ein letztes Ergebnis und werde dieses auch der Staatsanwaltschaft mitteilen.

An falscher Stelle gesucht

Nach allen Untersuchungen sei ein Fremdverschulden aber eindeutig auszuschließen, sagte Türk. Der Schüler dürfte schwer betrunken von einem Steg in den See gestürzt und ertrunken sein. Warum der junge Mann erst nach Tagen gefunden wurde, liege laut Türk daran, dass man von einer anderen Stelle des Unglücks ausgegangen war. Doch die Unfallstelle sei weiter östlich gelegen, dorthin sei auch die Strömung gegangen. Man habe in diesem Fall alles getan um noch offenen Fragen der Hinterbliebenen zu beantworten, so Türk.
http://kaernten.orf.at/news/stories/2760316/

oder anders gesagt, Krone: "Die Kärntner Kripo ist nun dabei, zu klären, unter welchen Umständen der 17- Jährige tatsächlich sterben musste."

Dazu Gottlieb Türk: "Aber an der Todesursache, nämlich Ertrinken ohne Fremdverschulden, gab es nie Zweifel."
http://www.kleinezeitung.at/k/kaernten/feldkirchen/peak_feldkirchen/4936000/Ossiacher-See_Ertrunkener-Schuler_Fall-konnt...


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Der mysteriöse Tod des 17jährigen Albert A. in Kärnten

02.03.2016 um 12:57
@Rick_Blaine
Rick_Blaine schrieb:Dann muss also jemand seine "Privatbestände" herausgerückt haben
...das ist ja durchaus möglich, ob derjenige sich zwangsläufig daran erinnern muss ob er allein war oder nicht weiß ich nicht, ich habe Kumpels, die sind über 30 und suchen nach ner harten Nacht auch ihre Hose in der ganzen Nachbatschaft wieder...;)

Deine nachfolgende Analyse Beitrag von Rick_Blaine, Seite 1 ist aber schon recht überzeugend, ich schrieb ja auch schon eingangs
Ein Unbekannter, der eventuell mit Albert getrunken hat, muss ja nicht zwangsläufig auch etvaiger Täter sein...
Auch den Aspekt der Haftung durch den Gastwirt habe ich gestern schon mal bedacht, ich glaube der hat ein ganz eigenes Interesse zu behaupten der Junge hätte nicht viel getrunken, auch wenn es danach gar nicht zum Tod des Gastes sondern "nur" zu einer Verletzung gekommen wäre.


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Der mysteriöse Tod des 17jährigen Albert A. in Kärnten

02.03.2016 um 14:04
Swagger schrieb:Rätselhaft auch: Am 7. Juni, kurz nach 3 Uhr morgens, rief Albert elf Freunde an. Doch alle hatten ihre Telefone ausgeschaltet. Was wollte er ihnen sagen?
Waren unter den 11 Freunden denn auch die 7 Freunde, die mit ihm vorher trinken waren?
Okay 3 Uhr ist ne blöde Zeit - aber das von 11 Jugendlichen nicht einer sein Handy angeschaltet hatte - das ist halte ich für merkwürdig.
Swagger schrieb:postmortale Verletzungen, Abschürfungen am Becken und den Beinen. Und sein Haar ist mit Sand verkrustet gewesen: "Ein Hinweis darauf, dass sein Körper in einer Bucht zwischengelagert wurde.
Also wurde die Leiche unbekleidet gefunden, da Abschürfungen am Becken waren? Aber Handy und Geldbeutel hatte er ja - also wie kommen dann Schürfwunden ans Becken?
Wieso eigentlich in einer Bucht gelagert - wegen Sand im Haar und Abschürfwunden? Hää?
Also er ist ertrunken - dann hat man ihn in einer Bucht zwischengelagert - und dann wieder ins Wasser gebracht. Hää?
Swagger schrieb:Eine groß angelegte Suchaktion wurde gestartet, der See weitläufig abgetaucht. "Am 8. Juni hieß es: Albert ist sicherlich nicht ertrunken, denn sonst hätten wir ihn gefunden."
Also die "Bucht-Theorie" vielleicht eine Ausrede der Polizei, weil nicht ordentlich gesucht wurde?
Swagger schrieb:In dem Restaurant hatte er ja angeblich bloß zwei kleine Bier konsumiert.
Vielleicht stimmt das ja gar nicht - und der Gastwirt und die Freunde verschweigen aus Schuldgefühlen, dass sie einen 17-jährigen Albert abgefüllt haben und dann alleine gelassen haben (am Steg?).

Für den Gastwirt wäre es sicher auch keine große Werbung, dass er einen Jugendlichen abfüllt, der dann vor seinem Lokal ersäuft.

Bisher sieht also für mich nach Unfall aus.
Warum die Leiche allerdings dann 5 Tage im Sommer an einem touristisch besuchten See nicht gefunden wird, ist in der Tat komisch. Allerdings: Für 5 Tage verstecken macht ja nun wenig Sinn - entweder ganz oder gar nicht. Ob die Leiche nun 5 Tage eher oder früher gefunden wird, kann dem vermeintlichen "Täter" ja egal sein.


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Sauffenberg
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Der mysteriöse Tod des 17jährigen Albert A. in Kärnten

02.03.2016 um 14:32
Wobei es ja nicht einmal etwas mit dem Gastwirt zu tun haben muss:
Möglich wäre:

Die ganze Gruppe becherte den ganzen Abend schon (heimlich) - vor, während, nach dem Kino, von 23.00 - 0.30 Uhr in der Herberge. Dann kommt man auf die Idee (Ey kommen wir hauen ab und trinken noch einen im Gasthof) auf dem Weg zum Gasthof wird weiter gebechert und im Gasthof dann noch 2 Bier. Am Ende hat man 2,3 Promille - soweit nicht außergewöhnlich.
A. ist hackedicht (will vllt. noch bleiben) oder seine Freunde sind genervt von ihm (wie man eben mit 2,3 Promille ist, wenn man nicht viel verträgt) und lassen ihn alleine zurück! Er ist zu betrunken um zurückzulaufen und ruft daher 11 Freunde an, ihn zu holen. Die haben ihre Handys allerdings aus, da sie wissen, dass A. anrufen wird und haben keinen Bock - selbst besoffen - loszulaufen.
Er irrt mit 2,3 Promille am Ufer, stürzt irgendwo ins Wasser und ertrinkt. Die Leiche bekommt irgendwann ufernahen Bodenkontakt - es kommt Sand ins Haar und durch Wellengang entstehen Schürfwunden am Becken. Durch Wind/Strömung wird die Leiche zurück ins Wasser gedrückt und dann gefunden.

Eigentlich ganz schlüssig - vielleicht lag die Leiche ja doch ein paar Tage so ungünstig am Ufer, dass sie nur schwer von Polizei bzw. Touristen entdeckt werden konnte.
Aus Schuldgefühlen reden die Freunde den Alkoholkonsum des besagten Abends/Nacht klein, da sie ja ihren schwer alkoholisierten Freund im Stich gelassen haben - mit diesen schrecklichen Konsequenzen für den Jugendlichen.


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