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Mord an Yangjie Li in Dessau-Roßlau

1.215 Beiträge, Schlüsselwörter: Leiche, Dessau

Mord an Yangjie Li in Dessau-Roßlau

25.01.2018 um 13:50
@otternase
Danke für die Information.


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Mord an Yangjie Li in Dessau-Roßlau

19.02.2018 um 15:15
Erinnerung:

morgen kommt die ZDF Doku zu dem Fall:

ZDF-Doku zum Fall Yangjie Li „Tatort Dessau“ rekonstruiert den grausamen Mord – Quelle: https://www.mz-web.de/29726950 ©2018
Zur besten Sendezeit will das ZDF am Dienstagabend noch einmal den Kriminalfall rund um die Ermordung von Yangjie Li aufrollen. Um Punkt 20.15 Uhr heißt es auf dem Digitalkanal ZDFinfo dann: „Tatort Dessau – Der Fall Yangjie Li“.

In der über 40-minütigen Dokumentation wird mit Hilfe von Experten, Journalisten, Freunden und Dokumenten rund um die Ermittlungen versucht, den Fall und seine vielen Ungereimtheiten zu rekonstruieren.


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Mord an Yangjie Li in Dessau-Roßlau

19.02.2018 um 15:58
@otternase
danke für den reminder

ich hoffe, man kann es iwo später ansehen


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Mord an Yangjie Li in Dessau-Roßlau

20.02.2018 um 21:09
@Fyra
die Doku steht nun auch in der Mediathek

https://rodlzdf-a.akamaihd.net/none/zdf/18/02/180220_dessau_inf/1/180220_dessau_inf_3296k_p15v13.mp4


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Mord an Yangjie Li in Dessau-Roßlau

21.02.2018 um 12:40
sehr gute doku, wie ich finde.

danke @otternase für den tipp!


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Mord an Yangjie Li in Dessau-Roßlau

21.02.2018 um 13:05
@Ventil
ja, ich denke, das war das Optimum oder zumindest sehr nahe an dem Optimum, was im ÖR-Fernsehen und in dem Format einer 45min Doku möglich war.

Wer sich mit dem Fall mehr beschäftigt hat, musste aber auch eine ganze Reihe von Ungenauigkeiten, Simplifizierungen oder fehlenden, möglicherweise sehr relevanten Aspekten bemerken, aber das ist eben auch dem Format einer 45min Doku geschuldet, das kann man daher nicht wirklich kritisieren.

Insgesamt fand ich jedoch, und das würde ich wirklich kritisieren, dass die Sendung verhältnismässig milde mit konkreten Personen umgegangen ist, gleichzeitig aber sehr pauschal und plakativ und meiner Ansicht nach ungerechtfertigt Schuldzuweisungen an "die Polizei" allgemein verteilt hat. Meiner Ansicht nach hätte das Fehlverhalten der Mutter und des Stiefvaters starker beleuchtet werden müssen, während hinsichtlich "die Polizei" erwähnt hätte werden müssen, in welch strukturell besch.ssenen Lage hinsichtlich Ausrüstung, Personalstärke und Ausbildung die Polizei in Sachsen Anhalt ist und die aufgeführten Ermittlungspannen eben auch damit verbunden sind!

Insbesondere aber halte ich es für ein Versäumnis der Sendung, die Widersprüche, die wiederlegten Behauptungen usw. der Täterin, also insgesamt die Unglaubwürdigkeit ihres Geständnisses nicht starker herausgearbeitet zu haben.


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Mord an Yangjie Li in Dessau-Roßlau

21.02.2018 um 19:08
Polizistensohn ermordet Polizistentochter, was für eine traurige Ironie des Schicksals. Die Familie des Opfers tut mir sehr leid, für die Familie des Täters kann man sich nur fremdschämen. Das mit der Kneipe ist meiner Meinung nach der Gipfel der Geschmacklosigkeit.


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Mord an Yangjie Li in Dessau-Roßlau

22.02.2018 um 19:29
otternase schrieb:die Doku steht nun auch in der Mediathek

https://rodlzdf-a.akamaihd.net/none/zdf/18/02/180220_dessau_inf/1/180220_dessau_inf_3296k_p15v13.mp4
@otternase
danke für den link, ich habe mir den Bericht angesehen, man hat einen ganz guten Eindruck von den Örtlichkeiten bekommen. Unbekannt (oder nicht mehr im Gedächtnis) war mir, dass es schon Gerüchte gegeben hatte, dass SF etwas damit zu tun haben könnte


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Mord an Yangjie Li in Dessau-Roßlau

24.02.2018 um 02:11
Hallo

jetzt habe ich die Zeit gefunden, die Doku nochmal konzentriert und vollständig anzuschauen. Dabei sind mir drei Dinge aufgefallen:

  • sowohl auf die Doku als auch den Einwand von @Fyra eingehend:
    "dass es schon Gerüchte gegeben hatte, dass SF etwas damit zu tun haben könnte"
    Nach dem Verschwinden des Opfers, aber noch mehr nach dem Auffinden der Leiche gab es Gerüchte in Dessau "im Dutzend billiger". Jetzt "with the power of hindsight" zu sagen, warum man einem bestimmten Gerücht, welches sich hinterher wie wir wissen als wahr herausgestellt hat, nicht früher und intensiver nachgegangen zu sein, ist meiner Ansicht nach unfair und billig...

    Man sollte sich die Situation damals vergegenwärtigen und bedenken, dass es auch für die Annahme eines Mordes eines äusseren Täters eine sehr relevante und plausibel klingende Theorie gab, die in der Doku nicht erwähnt wird:
    am 6. Februar 2014 wurde die bulgarische Studentin Mariya Nakovska in Halle/Saale bei einer abendlichen Joggingrunde im Park überfallen, vergewaltigt, erwürgt und in den Mühlgraben geworfen. (dieser Fall ist übrigens bis heute unaufgeklärt)
    im April 2016, also nur rund vier Wochen vor dem Mord hier an Yangjie Li, wurde in Leipzig die Portugiesin Maria D. auf dem Heimweg von einem Kneipenbesuch vergewaltigt, ermordert, die Leiche zerstückelt und ins Elsterbecken geworfen. (dieser Fall wurde Februar 2017, also etwa ein Jahr später dann aufgeklärt, nachdem der Täter eine weitere Frau, Anja B. aus Leipzig, ermordet hatte)
    Zum damaligen Zeitpunkt des Verschwindens von Yangjie Li lag der Gedanke also durchaus sehr nahe, dass da ein Serientäter in dem mitteldeutschen Raum Halle-Leipzig-Dessau unterwegs war und er es regelmäßig auf junge Frauen abgesehen hatte, die abends alleine in Parkanlagen unterwegs sind. Man kann der Polizei daher meiner Ansicht nach keinen Vorwurf machen, diesem Verdacht nachgegangen zu sein.

    Darüberhinaus gab es eine weitere ebenfalls plausible Theorie, die implizit auch Prof Lückmann bei 2:48 anspricht: Yangjie Li war im Stadtpark in Dessau joggen, das ist keine total risikofreie Gegend. Dort wurde zB. im Jahr 2000 der Mosambikaner Alberto Adriano von einer Gruppe Neonazis ermordet. Es ist aber auch der Hauptdrogenumschlagplatz in Dessau und Standort von informeller Prostitution. Während es so um 2010 relativ ruhig im Stadtpark geworden war, hatte ab ca. 2014 Crystal Meth als "Modedroge" den Drogenhandel dort wieder belebt. Gerade zu dieser Zeit, also Beginn 2016 begann die Situation dort zu eskalieren, es kulmulierte dann im Juni 2016 mit einer mit Messern und Flaschen am helllichten Tage geführten Auseinandersetzung zwischen Männern aus Guinea-Bissau. Seither ist dort durch regelmäßige Bestreifung die Lage wieder einigermassen unter Kontrolle gebracht worden. Der Verdacht lag also damals auch durchaus sehr nahe, dass Yangjie Li auf ihrer Laufstrecke im Park Opfer eines Verbrechens geworden sein könnte! Auch da kann man meiner Ansicht nach der Polizei keinen Vorwurf daraus machen, dass sie diesem Verdacht nachgegangen sind.
  • bei 4:58
    Bislang hatte ich immer die Information gehabt, dass das Handy des Opfers am Abend ihres Verschwindens, des Mordes zuletzt eingeschaltet und damit anhand des Logfiles der Basisstationen geortet werden konnte. Nun entnehme ich aber der Doku, dass das Handy tatsächlich sowohl am Tag nach dem Mord abends um 21:45 Uhr und nochmal am zweiten Tag nach dem Mord morgens um 8:45 Uhr eingeschaltet war, die Polizei darauf angerufen hat und sich dort nach längerem Klingeln eine männliche Person meldete, gleich auflegte und erst danach das Handy dauerhaft ausgeschaltet war. Zwei Stunden später wurde dann die Leiche gefunden.

    Mir scheint, dass da dann wirklich eine große Panne passiert ist. Wie oben ausgeführt, war zuvor der Gedanke eines auswärtigen Täters durchaus sehr naheliegend. Aber wenn die letzte Handyortung vor Verschwinden, die Handyortungen am Tag nach dem Verschwinden und zwei Tage nach Verschwinden, mit Funkkontakt zu einer Person, möglicherweise dem Täter und dann auch noch der Leichenfundort allesamt örtlich übereinstimmen (zumindest grob, Handyortung über Logfiles hat wohl so etwa eine Präzision von 300m), spätestens dann hätte der Polizei aufgehen müssen, dass auch Tatort und zumindest temporärer Aufenthaltsort des Täters sich ebenfalls in diesem Bereich befinden. Dass dies entweder nicht zu dem Entschluss oder nicht zur Bewilligung eines Durchsuchungsbefehls für die den Tatort umgebenden Gebäude geführt hat, dieser Fehler schreit nach Aufklärung.

    Abseits davon deutet dieser Sachverhalt des Telefonats zwei Stunden vor Auffinden der Leiche für mich noch auf etwas anderes hin: laut Anklage und auch laut Aussage der Täterin, hat der Täter noch in der gleichen Nacht das noch lebende, aber tödlich verletzte Opfer an den späteren Fundort gebracht. Irritierend dabei bleibt jedoch, warum ein Absuchen dieser Stelle zunächst einige Stunden vor Auffinden der Leiche noch von Polizisten mit Spürhunden erfolglos war. Ich habe schon vorher die Vermutung gehegt, dass die Leiche erst kurz vor Auffinden dieser dort deponiert wurde, bis dahin sich noch im Haus des Täters befand, möglicherweise in der Mülltonne versteckt war, die die Täterin erwähnt hatte. Ich nehme dabei an, dass der Täter das Absuchen dieses Bereiches durch die Polizei vom Fenster aus beobachtet hatte und vermutete, dass die Stelle nicht so bald erneut abgesucht würde und daher die Ablage dort sicher sei. Offen für mich war dabei jedoch die Frage, warum der Täter die Leiche überhaupt aus dem Haus brachte. Dies könnte nun durch den Anruf der Polizei auf dem Handy des Opfers erklärbar werden: der Täter könnte in Panik geraten sein, weil er vermuten musste, dass das Handy geortet wurde und darauf aufbauend auch eine Durchsuchung der Gebäude, zumindest der öffentlichen Bereiche wie Treppenhäuser, Keller und eben auch Mülltonnen im Hof im georteten Bereich stattfinden würde. Also wollte er nach dem Anruf die Leiche unbedingt sofort loswerden, da ihm aber weder ein Auto noch Helfer schnell zur Verfügung standen und am Tage auf der Strasse wohl auch jemand, der mit einer Mülltonne eine Wanderung durch die Stadt macht, auffallen würde, hat er die Leiche dann nur aus dem Fenster gekippt...
  • natürlich kann eine Doku im Format einer 45min Sendung nicht alle Details betrachten, aber meiner Ansicht nach gab es zumindest zwei unzulässig große Lücken:
    - mit keinem Wort wurde erwähnt, dass der Täter bereits zuvor zwei Vergewaltigungen zulasten der Cindy H. begangen hat und dabei mindestens einmal die Xenia I. auch Lockvogel war
    - ebenso mit keinem Wort erwähnt wurde der dubiose Tod des gemeinsamen Kindes der beiden Täter ein halbes Jahr vor dem Mord an Yangjie Li
    - ausserdem hätte das Hin und Her um die Vorladung der Mutter des Täters Erwähnung finden sollen, für den Fall hatte das zwar inhaltlich keine Relevanz, war aber in der öffentlichen Wahrnehmung des Prozesses ein sehr wesentlicher Aspekt; in gleicher Weise hätte erwähnt werden sollen, dass der Stiefvater des Täters auf sein Aussageverweigerungsrecht ausdrücklich verzichtet hat und sich immerhin bemüht hat, mit seiner Aussage zu einer Aufklärung beizutragen


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Mord an Yangjie Li in Dessau-Roßlau

24.02.2018 um 11:42
@otternase
otternase schrieb:sowohl auf die Doku als auch den Einwand von @Fyra eingehend:
"dass es schon Gerüchte gegeben hatte, dass SF etwas damit zu tun haben könnte"
Nach dem Verschwinden des Opfers, aber noch mehr nach dem Auffinden der Leiche gab es Gerüchte in Dessau "im Dutzend billiger". Jetzt "with the power of hindsight" zu sagen, warum man einem bestimmten Gerücht, welches sich hinterher wie wir wissen als wahr herausgestellt hat, nicht früher und intensiver nachgegangen zu sein, ist meiner Ansicht nach unfair und billig...

da hast du sicher recht, von meiner Seite war DAS auch gar keine Kritik, lediglich eine Feststellung. Hätte ausserdem sein können, dass das schon bekannt war, mir aber entfallen ist.

Deine Erörterung zu dem Handy (und richtig, auch diese Info war neu...) finde ich ziemlich schlüssig. Okay, wir sind uns einig, dumm war es trotzdem
otternase schrieb: Ich nehme dabei an, dass der Täter das Absuchen dieses Bereiches durch die Polizei vom Fenster aus beobachtet hatte und vermutete, dass die Stelle nicht so bald erneut abgesucht würde und daher die Ablage dort sicher sei.
aber wir wissen ja nun, dass es hellere Kerzen gibt als die Angeklagten.
otternase schrieb: mit keinem Wort wurde erwähnt, dass der Täter bereits zuvor zwei Vergewaltigungen zulasten der Cindy H. begangen hat und dabei mindestens einmal die Xenia I. auch Lockvogel war
- ebenso mit keinem Wort erwähnt wurde der dubiose Tod des gemeinsamen Kindes der beiden Täter ein halbes Jahr vor dem Mord an Yangjie Li
besonders die Sache mit dem Kind wurmt mich, aber irgendwie darf das ja nicht erwähnt werden.
otternase schrieb: ausserdem hätte das Hin und Her um die Vorladung der Mutter des Täters Erwähnung finden sollen, für den Fall hatte das zwar inhaltlich keine Relevanz, war aber in der öffentlichen Wahrnehmung des Prozesses ein sehr wesentlicher Aspekt; in gleicher Weise hätte erwähnt werden sollen, dass der Stiefvater des Täters auf sein Aussageverweigerungsrecht ausdrücklich verzichtet hat und sich immerhin bemüht hat, mit seiner Aussage zu einer Aufklärung beizutragen
da bin ich auch komplett bei Dir


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Mord an Yangjie Li in Dessau-Roßlau

25.02.2018 um 18:31
@otternase

Sehr gut zusammengefasst! Danke. Ich gehe da auch voll mit. In so einer Doku ist es natürlich auf Grund der Kürze der Zeit schwierig, alle Fakten bis ins Detail zusammen zu fassen. Man muß auch bedenken, dass es Zuschauer gibt, die vorher nichts oder wenig von dem Fall mitbekommen haben und die somit nicht so vorinformiert sind wie wir hier.

Wenn dann jeder einzelne Fakt in eine Doku einfließt, könnte das auch Verwirrung stiften. Das Hauptaugenmerk warwar schon auf Yangie Lie gerichtet und ich persönlich fand das sehr gut. Also dass es hauptsächlich nicht nur um den oder die Täter samt ihrer Tat ging, wie es logischerweise hier im Thread oder den sonstigen Medien zu sein scheint.


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SCMP77
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Mord an Yangjie Li in Dessau-Roßlau

25.02.2018 um 21:12
Fyra schrieb:
otternase schrieb:- ausserdem hätte das Hin und Her um die Vorladung der Mutter des Täters Erwähnung finden sollen, für den Fall hatte das zwar inhaltlich keine Relevanz, war aber in der öffentlichen Wahrnehmung des Prozesses ein sehr wesentlicher Aspekt; in gleicher Weise hätte erwähnt werden sollen, dass der Stiefvater des Täters auf sein Aussageverweigerungsrecht ausdrücklich verzichtet hat und sich immerhin bemüht hat, mit seiner Aussage zu einer Aufklärung beizutragen
da bin ich auch komplett bei Dir
Auch das sollte in einer seriösen Doku nicht erwähnt werden, denn vernehmungsunfähig bedeutet, dass derjenige auch keine Aussage vor Gericht machen kann und ein Gericht auch ein Vernehmungsunfähigen nicht im Gericht vernehmen darf. Diese Diagnose des Arztes wurde auch nicht widerlegt, wenn das in der Sendung bemängelt worden wäre, wäre des vollkommen unseriös gewesen.

Um hier das Verfahren zu verkürzen, hat dann der vorsitzende Richter beim Anwalt nachgefragt, wie es denn aussähe, wenn die Vernehmungsfähigkeit hergestellt wäre, ob sie dann von ihren Recht der Aussageverweigerung gebrauch machen würde. Der Anwalt bejahte dann dies und der Richter konnte dann das Verfahren beenden und so ein Urteil sprechen, ohne dies hätte das sicherlich noch deutlich länger gedauert, ohne dass sich im Endergebnis noch irgend etwas geändert hätte.

Man sollte auch der Mutter kleinen Vorwurf machen, dass sie von diesem Recht der Aussageverweigerung gebrauch gemacht hat. Der Staat hat bewusst dieses Recht geschaffen, weil die Erfahrung zeigt, dass es fast schon normal ist, dass sehr nahe Angehörige bei solchen Befragungen nicht immer die Wahrheit sagen. Normales Verhalten will der Staat aber nicht kriminalisieren, daher dieses Recht. Wenn hier manch einer behauptet, dass er in dieser Situation ganz anders handeln würde, so ist das nur eine reine Behauptung, mehr nicht. Er sollte besser hoffen, nie in eine solcheSituation zu kommen. Niemand kann sich in Wirklichkeit in diese Situation hereinversetzen, daher ist es vernünftig, dass das in der Sendung nicht thematisiert wurde.

Thematisiert wurde ja ausreichend anderes, was nicht unbedingt zum Vorteil der Eltern war. Und der Vergleich mit dem Stiefvater hinkt gewaltig, er hat niemals die gleiche Beziehung wie die Mutter zu ihrem leiblichen Sohn.

Und es war auch gut, dass der Anwalt der Eltern des Opfers hier aufgeklärt hatte, dass ein Wissen der Eltern unwahrscheinlich ist, dass zeigte ihm jedenfalls die Fülle der Spuren, welche Menschen mit entsprechender Erfahrung andernfalls beseitigt hätten. Dadurch wird ebenfalls deutlich, dass die Befragung der Mutter kaum wirklich etwas gebracht hätte.


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Mord an Yangjie Li in Dessau-Roßlau

26.02.2018 um 00:59
@SCMP77
SCMP77 schrieb:Auch das sollte in einer seriösen Doku nicht erwähnt werden,
warum nicht? Das Gericht hat diesem Seitenstrang an mehreren Verhandlungstagen seine Aufmerksamkeit gewidmet, in den Lokalmedien und von der Bevölkerung wurde dies intensiv diskutiert, es hat die öffentliche Wahrnehmung des Prozesses durchaus beeinflusst.
Auch wenn es inhaltlich, wie ich schon oben schrieb, keine Relevanz hatte, so war es doch ein relevanter Teil des Prozessverlaufs!
SCMP77 schrieb:wenn das in der Sendung bemängelt worden wäre, wäre des vollkommen unseriös gewesen.
richtig. Eine Wertung dieser Geschichte, schon gar eine negative Wertung, wäre unseriös gewesen, aber eine neutrale Darstellung hätte meiner Ansicht nach dazugehört.

Allerdings habe ich bewusst dies nur als dritten Punkt geschrieben, die Auslassung der Geschichte um die Vergewaltigung der Cindy H und um den dubiosen Tod des gemeinsamen Kindes der Angeklagten scheint mir deutlich problematischer!
SCMP77 schrieb:Und es war auch gut, dass der Anwalt der Eltern des Opfers hier aufgeklärt hatte, dass ein Wissen der Eltern unwahrscheinlich ist, dass zeigte ihm jedenfalls die Fülle der Spuren, welche Menschen mit entsprechender Erfahrung andernfalls beseitigt hätten.
ja, das sehe ich ebenso.

Es gibt allerdings drei Aspekte dabei, die diese an sich schlüssige Argumentationslinie etwas trüben:

1) die Argumentation geht vom typischen Verhalten eines durchschnittlich intelligenten Menschen aus. Die Eltern haben mit ihrem Verhalten, zB. dem Interview in der MZ, mehr als deutlich gemacht, dass auch sie nicht die hellsten Kerzen sind, dass man also diese Grundannahme nicht einfach voraussetzen darf.
2) die Argumentation geht davon aus, dass ein Polizist durch seine Ausbildung und Erfahrung weiß, wie man Spuren ermittelt, was Forensik zu leisten vermag, und daher entsprechend auch wissen muss, wie man Spuren vernichtet. Wenn man sich aber anschaut, welche doch zum Teil groben Schnitzer durch die ersten Ermittler in diesem Fall begangen wurden, und dies doch wohl nicht vorsätzlich, sondern fahrlässig, dass diese also offenbar doch Ausbildungsmängel hinsichtlich der Ermittlung von Spuren hatten, und weiter annehmen kann, dass die Mutter und der Stiefvater auch nicht besser ausgebildet waren als ihre Kollegen, so kann man auch diese Grundannahme nicht einfach voraussetzen.
3) Es bleiben am Ende doch große Merkwürdigkeiten. ZB. die große Zahl und die Dauer der Telefonate zwischen Mutter und Täter, der überstürzte Auszug mit Hilfe des Stiefvaters, die widerlegte Falschangabe des Stiefvaters, er sei nicht in dem Haus gewesen, die freiwillige Meldung der Mutter zu der Ermittlergruppe... All das ist und bleibt wohl auch auf ewig unaufgeklärt und merkwürdig...

Nicht falsch verstehen, ich glaube persönlich auch, dass die Eltern in diesem Fall die Ermittlungen nicht bewusst behindert oder beeinflusst haben, um den Täter zu decken, aber ich sehe es nicht als bewiesen an, dass sie dies nicht getan haben.
Muss aber ja auch nicht bewiesen werden, die Beweislast liegt ja gerade umgekehrt, solange den Eltern nicht eine solche Tat bewiesen werden kann, haben sie als unschuldig zu gelten!


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SCMP77
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Mord an Yangjie Li in Dessau-Roßlau

26.02.2018 um 07:03
@otternase
Der Prozessverlauf war kaum Thema der Sendung. Es ging mehr um Dinge, welche wirklich Relevanz für die Tat und deren Ermittelung hatte.

Du willst einfach die Eltern in dm Fokus stehen sehen, nicht dieTat selber. Du sagst selber, diese Sache hätte keine relevanz. Ich glaube die Eltern sind ausreichend genug einem Spießrutenlauf ausgeliefert. Es ist vollkommen richtig, dass die Sendung das nicht noch weiter thematisiert hat. Du musst halt warten, dass ein unseröser Sender darüber berichtet, der von Unschuldvermutung, Persönlichkeitsverletzungen nichts hält, für so etwas sind öffentlich-rechtliche in der Regel nicht für zu haben. Auch die Eltern haben eben Rechte. Eigene Gedanken kannst Du Dir natürlich machen und dafür hat auch diese Sendung ausreichend Stoff geliefert.


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Mord an Yangjie Li in Dessau-Roßlau

26.02.2018 um 09:55
SCMP77 schrieb:Du willst einfach die Eltern in dm Fokus stehen sehen, nicht dieTat selber
ich glaube, da missverstehst Du mich.
SCMP77 schrieb:dass ein unseröser Sender darüber berichtet, der von Unschuldvermutung, Persönlichkeitsverletzungen nichts hält, für so etwas sind öffentlich-rechtliche in der Regel nicht für zu haben.
neutral Fakten zu berichten, auch wenn sie schlecht fuer einzelne Personen sind, halte ich nicht fuer die Domain unserioeser Sender. Unserioes waere es, dem Zuschauer Wertungen zu indoktrinieren oder durch gezielte Auswahl der berichteten Fakten den Sachverhalt zu verdrehen. Aber das ist hier nicht geschehen, waere aber auch nicht geschehen, wenn man manchen Aspekt mehr beleuchtet haette.

Es wird jetzt leicht offtopic: in Deutschland haben wir rechtlich meiner Ansicht nach einen gewissen Schiefstand: man kann ziemlich ungeniert, ungestraft und leichtfertig ganze Gruppen unter Generalverdacht stellen und verleumden ("Soldaten sind Mörder", "die Polizei", "die Flüchtlinge...", "die weißen, alten Männer..." usw. ), aber umgekehrt hat eine Einzelperson, sogar ein verurteilter Täter extrem starke Rechte, sich sogar gegen die Verbreitung wahrer Informationen zu wehren...
Und dem dürfte geschuldet sein, dass die Sendung nicht an pauschalen Vorwürfen gegenüber "die Polizei" spart, aber mit konkret benannten Einzelpersonen (und damit meine ich nicht die Eltern, sondern ganz besonders die Täter) sehr milde umgeht...

Persönlich denke ich, dass da etwas in Deutschland aus dem Ruder gelaufen ist...
Aber das ist meine Einzelmeinung, braucht auch nicht diskutiert zu werden, wird dann sowieso offtopic.


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SCMP77
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26.02.2018 um 10:17
Ich habe Deinen vorherigen Beitrag auch noch gemeldet, weil er aus meiner Sicht die Eltern auch zusätzlich beleidigt.

Außerdem sind Persönlichkeitsrechte nun Mal im Grundgesetz verankert und diese überwiegen in der Regel die Neugierde der Bevölkerung. Ich persönlich sehe nicht, dass das aus dem Ruder gelaufen ist, ist sehe es sogar anders, hier kommt viel zu viel durch, weil es nicht wirklich empfindliche Strafen für solche Verletzungen gibt. Schau Dir Bild an! Die zeigt deutlich, dass es in dieser Richtung in D etwas nicht stimmt.

Dass sich öffentliche davon absetzen ist ihrer eigentlichen Aufgabe geschuldet und auch richtig so. Du betont ja auch selber, dass es nicht wirklich falllrelevant ist und damit liegt es erst recht rein im Ermessen des Senders das zu bringen oder nicht.


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26.02.2018 um 12:00
Habe die Doku auch angesehen. Ein paar kriminalistische Details waren weniger überzeugend (wie der Auftritt des in Ehren ergrauten Bremer Profilers und seine Aussagen zum Auffindeort der Leiche), auch über die Täter hätte man gerne noch mehr gewusst. Die Eltern standen nicht vor Gericht, die Verdachtslage gegen sie wurde m.E. kurz, knapp und zutreffend dargestellt. Inklusive Kneipe und dienstrechtlicher (und verwaltungsgerichtlich revidierter) Maßnahmen.

Eine TV-Doku ist kein Gerichtsurteil und kein wissenschaftliches Werk. Sie greift sich Aspekte eines Falles heraus, um daraus eine Geschichte zu machen, bei der die Zuschauer nicht nach 20 Minuten gelangweilt abschalten.

Der Beitrag räumt neben dem Kriminalfall dem Andenken an das Opfer ziemlich großen Raum ein und macht daraus auch eine berührende Familiengeschichte. Vom Kind, das in die Fremde auszog und nicht wieder zurückkehrte. Vom Schmerz der Eltern und von ihrer Hoffnung, es möge ihnen und ihrer toten Tochter Gerechtigkeit widerfahren.
SCMP77 schrieb:Ich habe Deinen vorherigen Beitrag auch noch gemeldet, weil er aus meiner Sicht die Eltern auch zusätzlich beleidigt.
Wenn die Eltern eines Täters einer Zeitung freiwillig ein Interview geben, um sich zu rechtfertigen, dann müssen sie sich dafür auch Kritik gefallen lassen. Auch pointierte. Natürlich kann ich das als "dumm" bewerten.


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26.02.2018 um 13:25
Monstra schrieb:Wenn die Eltern eines Täters einer Zeitung freiwillig ein Interview geben, um sich zu rechtfertigen, dann müssen sie sich dafür auch Kritik gefallen lassen. Auch pointierte. Natürlich kann ich das als "dumm" bewerten.
Es ging hier nicht um das Interview selber, es wurden deutlich weiterreichende Schlüsse gezogen, die ich nicht nur als "pointiert" ansehen kann. Es ging weit darüber hinaus und das darf man nicht gutheißen. Letztendlich für das Forum entscheiden tun das natürlich die Moderatoren, bisher wurde die Meldung noch nicht bearbeitet, jedenfalls habe ich keine entsprechende Rückmeldung erhalten.

Aber wie Du sagst, für die Sendung war das einfach nicht das Thema und jedem recht machen können solche Sendungen es eh nicht.

Auch wenn ich der Meinung bin, dass der ergraute Profiler zu häufig solche Fälle kommentiert, so ganz falsch waren die Anmerkungen des Profilers aber auch nicht. Für eine Beseitigung einer Leiche ist ein öffentlich deutlich frequentierter Bereich eigentlich ungeeignet. Es ist ungewöhnlich, dass man Leichen oder Sterbende erst in einen solchen transportiert, das Risiko einer Entdeckung ist dort um Größenordnungen höher als außerhalb. Ob es aber ein Versäumnis der Ermittler war, das Video angeblich zu spät auszuwerten, kann man ohne tiefgreifende Kenntnisse nicht wirklich beurteilen. In einem solchen Fall strömen sehr viele Hinweise - meist irrelevante - auf die Ermittler, Spreu vom Weizen zu trennen, ist da recht zeitaufwendig. Es ging da vermutlich eher, die 45 Minuten auszufüllen.


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26.02.2018 um 14:02
SCMP77 schrieb:Für eine Beseitigung einer Leiche ist ein öffentlich deutlich frequentierter Bereich eigentlich ungeeignet. Es ist ungewöhnlich, dass man Leichen oder Sterbende erst in einen solchen transportiert, das Risiko einer Entdeckung ist dort um Größenordnungen höher als außerhalb.
ich denke, in Verbindung mit der -für uns alle wohl neuen- Information um das Handy des Opfers und den Anruf darauf am Morgen des Auffindens der Leiche, gibt es dafür nun doch eventuell eine logische Erklärung, siehe zweiter Absatz hier:
Beitrag von otternase, Seite 58
SCMP77 schrieb:Ob es aber ein Versäumnis der Ermittler war, das Video angeblich zu spät auszuwerten, kann man ohne tiefgreifende Kenntnisse nicht wirklich beurteilen.
die Überwachungsvideos wurden nicht "angeblich", sondern tatsächlich erst spät, nämlich erst nach Festnahme der Täter und Übernahme der Ermittlungen durch ein Team aus Halle gesichert und ausgewertet.

Ob das ein Versäumnis war oder nicht, dass die Videos so spät ausgewertet wurden, das kann man, da ich bin ich ganz bei Dir, aus unserer Warte heraus kaum beurteilen.
Dass es allerdings ein -zum Gluck folgenloses- Versäumnis war, die Videos nicht sofort zu sichern, dass nur dem Mitdenken des Antiquitätenhändlers zu verdanken ist, dass das Material zu diesem Zeitpunkt noch nicht gelöscht war, darüber kann es wohl kaum zwei Meinungen geben.

Allerdings sollte man dabei dann auch bedenken, in welcher bescheidenen strukturellen Lage die Polizei Sachsen Anhalt sich befindet, was Personal, Ausrüstung, Ausbildung angeht, dank dem langjährigen Sparkurs der Landesregierung... (der Dessauer Hauptermittler nannte in seiner Zeugenaussage im Prozess als Grund dafür, dass nicht alle Videos gesichert wurden, es habe Speicherplatz auf dem gesicherten Behördenrechner gefehlt, das Schlimme ist, dass das aller Wahrscheinlichkeit nach nicht eine dumme Ausrede, sondern die volle Wahrheit war!)
Und daher halte ich es für unfair, da der Polizei oder den Ermittlern pauschal Vorwürfe zu machen, ohne diesen Hintergrund zu erwähnen. Das zB. meine ich mit "leichtfertig ganze Gruppen unter Generalverdacht stellen"...


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SCMP77
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26.02.2018 um 16:02
@otternase
Du hast Probleme.

Du bemängelst Dinge, welche eigentlich bei jedem etwas bekannteren Kriminalfall erfolgen, dass die Ermittler es der Presse häufig nicht recht machen nennst Du "Generalverdächtigung". Denen kann es nie schnell genug gehen.

Solche Kritik ist vielleicht teilweise unberechtigt und basiert manchmal auch darauf, dass man später alles besser weiß. Manchmal stecken aber wirkliche Fehler dahinter, ob die Ursache mangelndes Personal/Gelder/Ausstattung ist, ist ohne Belang. Hier wird in der Regel niemand persönlich angegriffen, dass das angeblich eine "Generalverdächtigung" sein soll, ist großer Nonsens, das sollte Dir selber klar sein. Dahingehend meinst Du, dass - obgleich nicht beweisbar - eine stärkere Verdächtigung der Eltern erfolgen soll und sogar andere Maßstäbe für diese gelten sollen, weil sie sich angeblich nicht normal verhalten hätten. Greif Dir mal endlich an Deine Nase und seh es endlich so wie es gemeint war.

Die Presse muss nicht selber Forschung treiben, welche Ursache dieses mögliche Versagen der Ermittler hat, dafür ist die Behörde selber verantwortlich. Die Gründe für das Versagen ist meist vielschichtiger Natur und kann selten auf einen Nenner gebracht werden. Vielleicht war es sogar ein Versäumnis der Administratoren, dass der fehlende Speicherplatz zu spät zu erkannt wurde, niemand externer kann es wissen und für die Ursachenforschung ist und bleibt daher nur die Behörde verantwortlich. Die Ermittler haben da letztendlich etwas Pech, weil sie nach Außen diesen ganzen Apparat repräsentieren. Es ist sinnvoll, solche Missstände aufzuzeigen, weil es dann beim nächsten Fall dann u.U. besser läuft. Ohne solche angeblichen "Generalsverdächtigungen" wird sich sonst kaum etwas bewegen.


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