Hallo zusammen,
in Deutschland liegt die Zahl derartiger Sexualmorde im Durchschnitt der letzten Jahre bei ca. 10 p.a. Insofern liegt bei einer derartigen zeitlichen und örtlichen Nähe der beiden Verbrechen an Maria L. und Carolin G. die überprüfenswerte Annahme nahe, es könne sich hierbei um denselben Täter handeln. Ich denke, darüber wird bis spätestens Mitte der kommenden Woche Gewissheit herrschen.
Dennoch möchte ich mich mit der Vermutung aus dem Fenster lehnen, dass die beiden Morde von unterschiedlichen Tätern verübt worden sind. Dazu sind für mich die Tatzeiten und die Lage der Tatorte zu unterschiedlich (innerstädtisch/nachts vs. tagsüber/ländlich). Dies gilt auch eingedenk der Tatsache, dass über die Art der Tatbegehung in beiden Fällen kaum etwas bekannt gegeben worden ist. Eine wichtige Bedeutung messe ich auch dem Umstand zu, dass der Mörder im Freiburger Fall überhaupt keine Anstalten getroffen hat, die Leiche seines Opfers zu verbergen, während im Mordfall Gruber dem Täter daran gelegen war, dass sein Opfer zumindest nicht sofort gefunden wird - womit er auch recht behielt.
Mein intuitives Täterprofil weicht auch von dem im Freiburger Mordfall ab, und zwar insofern, als ich hier den Täter älter (mindestens Ende zwanzig) und auch sozial nicht als eher randständig einschätze, also als eher jemand, dem man ein derart scheußliches Verbrechen nicht zutrauen würde (und der im Übrigen aus der Region stammen dürfte!).
Carolin dürfte ein zufälliges Opfer geworden sein, begünstigt durch die äußeren Bedingungen Wetter und Jahreszeit (da sind nur noch ganz wenige Menschen in freier Natur unterwegs - ich bin selbst aktiver Läufer, daher kann ich mir darüber ein Urteil erlauben). Entscheidend für mich ist die Frage, wer in aller Welt auf einem Wirtschaftsweg ohne jegliche größere Verkehrsbedeutung an einem regnerischen Sonntagnachmittag aus welchen Gründen mit einem Fahrzeug (vermutlich eher ein Auto als z.B. ein Mountainbike) unterwegs gewesen ist. Da ist die These nicht völlig abwegig, Carolin könnte ihrem Mörder bereits in Endingen oder etwas außerhalb aufgefallen sein, so dass er nur noch herausfinden musste, wohin sie läuft, und er sich entsprechend positionieren konnte.
Der Meinung von
@Isabonnet :
Ich kann gar nicht sagen welche Vorstellung ich beunruhigender finde , die Vorstellung von einem Serientäter der in einem sehr kurzem Intervall zugeschlagen hat oder die Vorstellung von zwei unabhängig operierenden Tätern in einem geographisch relativ kleinem Gebiet . kann ich mich nur anschließen, wobei zwei Täter schwerer zu fassen sind als einer.
Viele Grüße
Ludwig