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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

Frauenmorde in Münster und Heidelberg

11.12.2019 um 04:34
In der Stern crime nr 28 werden erneut die heidelberger Morde mit KWW in Zusammenhang gebracht.

Ich mache mir Gedanken, inwiefern diese Taten mit KWW und evtl seinem sozialen Umfeld sowie anderen Taten in Kontext stehen könnten. In dieser Zeit lebte KWW ja in der Nähe von Karlsruhe. Inwiefern hatte er hier auch Besuch aus Adendorf oder Lüneburg und Umgebung?

Welche Fälle kämen noch in Frage, die zu dieser Zeit stattfanden? Wann genau zog KWW zurück nach Adendorf ins Streitmoor? Und welche Möglichkeiten oder Anlässe hatten KWW und/oder sein soziales Umfeld, nach Münster zu kommen?


Passen die Mordfälle Andrea Lenz und Ramona Schardt auch? und was ist mit dem Fall Erika Handschuh? Und die Tat an Gudrun Thomé?
Diskussion: Mordfälle Andrea Lenz & Ramona Schardt (Beitrag von Tom_Ripley)

Diskussion: Mordfall Erika Handschuh - "Opelwiese" (Beitrag von MSVFan)

Diese taten passen schon alle in eine Reihe und nachdem KWW Anfang der 80er (wann genau?) wieder aus Karlsruhe wegzog, endeten die taten dort in der Nähe offenbar.

Ich frage mich ja noch, weshalb die Crime den Fall von Maria Majer auslässt.


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

18.12.2019 um 03:25
Ich überlege erneut, inwiefern die heidelberger Serie ggf noch größer sein könnte als allgemein veröffentlicht. Und wenn sie aus mindestens diesen ug sechs Fällen bestehen sollte, weshalb gibt es diese "Pause" von 2,5 Jahren? (Hier wäre mglw wieder interessant, dass im Elbe-Weser-Raum zw `77 und `80 vier Mädchen verschwanden).

KWW soll lt Crime bis Anfang der 80er Jahre in Karlsruhe gemeldet gewesen und dann zurück zu seinen Eltern nach Adendorf geogen sein. Wann genau, müsste nochmal recherchiert werden. Dann wäre er ab 1975 bis eben Anfang der 80er in Karlsruhe gewesen und die Wege nach Heidelberg und Landau sind nicht weit. Selbst nach Bad Kreuznach ist es nicht übermäßig weit weg. Dies sind die Tat-/Fundorte der ug Fälle/Frauen.

13.9.1975 Monika Sorn
30.4.1976 Maria-Elsa Scholte
11.10.1976 Monika Pfeifer
28.4.1977 Maria Theresia Majer

27.11.1980 Erika Handschuh

20.7.1981 Ramona Schardt und Andrea Lenz

Die Mädchen waren, wie Gerichtsmediziner ermittelten, mit Faustschlägen traktiert und gewürgt worden. Die Leiche Ramonas hatte Stichverletzungen an der Brust und im linken Gesäßbereich, die Leiche Andreas sechs Stiche auf der linken Rückenseite, Tatwerkzeug: ein Taschen- oder Küchenmesser. Mit einem Stein waren schließlich die Gesichter der Mädchen zerschlagen worden. Anhaltspunkte für ein Sexualverbrechen fanden die Gerichtsmediziner nicht.

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13508458.html


Kann das ein Täter alleine gemacht haben? Ich habe da meine Zweifel. Das könnte da erneut den gesuchten Kumpanen des KWW ins Spiel bringen.

Es ist ja bekannt, dass KWW sehr viel umherfuhr und auch nicht vor längeren Strecken zurückschreckte. So besuchte er eben beispielsweise auch spontan die ehemalige Nachbarin der Birgit M. in Köln. Denkbar ist es also durchaus, dass KWW (und ggf Kumpan/e) auf dem Weg zwischen Karlsruhe und Adendorf irgendwie im Cuxland herumcruiste, Kontakte pflegte, beruflich zu tun hatte, (kriminelle) Geschäfte tätigte oder sonstwas. Nach der Rückkehr des KWW nach Adendorf, in etwa soweit bekannt, verschwanden übrigens wieder Mädchen im Weser-/Elbe-Raum. (siehe Seite 1 in diesem Thread) Wechselte der Täter immer nach einiger Zeit seine Cruisingorte, um Verdacht zu vermeiden oder wechselten seine privaten/geschäftlichen Bezugsorte?

(In diesem Kontext wäre es noch immer spannend, zu wissen, ob KWW Ausgang aus der Haft hatte z.B. zur Integration oder weil er Arbeitsaufträge während der Haft außerhalb des Gefängnisses erhielt usw und somit für die münsteraner Serie in Frage käme. Diese wurde ja lange von der Polizei in Zusammenhang zur heidelberger Serie gebracht). s. S 1


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

21.12.2019 um 14:33
darkstar69
schrieb am 18.12.2019:
Wechselte der Täter immer nach einiger Zeit seine Cruisingorte, um Verdacht zu vermeiden oder wechselten seine privaten/geschäftlichen Bezugsorte?
Würde das eher als ein 'und' anstatt eines 'oder' sehen.
Also seine privaten und geschäftlichen Bezugsorte wechselten (so trennte sich KWW ja z B nach drei Jahren von der Karlsruher Ex-Zahnarztgattin) und somit schlug er 'zwei Fliegen mit einer Klappe', indem er sein Cruising-Gebiet wechselte, vermied er es auch gleichzeitig, in Verdacht zu geraten.

Vermute auch, dass KWW - sollte er denn tatsächlich der Täter gewesen sein - zumindest nicht alle Taten alleine beging, sondern zumindest bei der ein oder anderen Tat 'Hilfe' seines Komplizen/Kumpanen/Bruders (?) hatte bzw die Taten von beiden als 'Täter-Duo' begangen worden sein könnten.
darkstar69
schrieb am 18.12.2019:
Anhaltspunkte für ein Sexualverbrechen fanden die Gerichtsmediziner nicht.
Das wundert mich jedoch, die meisten derartigen Taten werden aus einem sexuellen Motiv heraus begangen.
Wobei man diese Aussage auch so verstehen kann, dass es keine Anhaltspunkte wie z B Spermaspuren gab, die auf ein Sexualverbrechen hingedeutet hätten.
Dies kann jedoch auch der Leichen-Liegedauer geschuldet sein oder aber es kam nicht im 'klassischen Sinne' zum Geschlechtsverkehr/zur Penetration, was aber m E nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass man ein sexuelles Motiv (sicher) ausschließen kann.


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21.12.2019 um 16:17
darkstar69
schrieb am 18.12.2019:
(In diesem Kontext wäre es noch immer spannend, zu wissen, ob KWW Ausgang aus der Haft hatte z.B. zur Integration oder weil er Arbeitsaufträge während der Haft außerhalb des Gefängnisses erhielt usw und somit für die münsteraner Serie in Frage käme. Diese wurde ja lange von der Polizei in Zusammenhang zur heidelberger Serie gebracht). s. S 1
Hallo!
Da merkt man das "Alter" bestimmter Mitdiskutanten ganz deutlich. Anfang der 70er, als Wichmann einsaß, galt noch weitgehend das harte, alte Strafrecht, teils von der Jahrhundertwende. Die großen Strafrechtsreformen der rotgelben Koalition mit ihren Luxusknastanlagen, viel Freigang und lachhaft billigen Strafen für Schwerverbrechen (schaut mal in die Tagespresse zum Fall der Gruppenvergewaltigung) liefen da erst an.
Freigang war damals viel stärker an hohe Feiertage und penibel eingehaltene Arbeitsaufträge geknüpft als heute. Schnell ins Münsterland gedüst, teilweise ein paar Tage geblieben(wie im Fall 2 der Münsterlandserie), ohne das es aufgefallen wäre, war damals nicht drin. Rückmelde- und Reisemeldepflicht wurden bei Sträflingen damals stramm durchgezogen. Wichmanns Haft war unauffällig, sie wäre es nicht gewesen, hätte man ihn ständig wegen Bruchs der Auflagen bemerkt.
Fürs Münsterland als Verdächtiger ist KWW fast sicher draußen und damit auch für Heidelberg. Egal was einige Zeitschriften und Zeitungen da veröffentlichen, manche sind in ihre Funde so verliebt, daß sie andere Fakten und Beweise schlicht übersehen.

Überprüfungen von neuen Verdächtigen bei Altfällen ist Standard und Wichmann ist hauptsächlich wegen seines damaligen Wohnsitzes in Karlsruhe auf der Liste denn des MOs. Der MO im Falle der Münsterland- und Heidelbergserie ist dermaßen distinktiv (einige der nichtöffentlichen Be- und Hinweise müssen sehr selten sein), daß man schon in den 70ern, ganz ohne Profiler und Co, nur mit den damaligen Mitteln, den Zusammenhang beider Serien erkennen konnte.
Da man bei den Überprüfungen von Altfällen keine Fehler begehen will, werden eben auch Verdächtige überprüft, die man rasch für bestimmte Fälle ausschließen kann. Wichmann ist z.B. auch auf der Prüfliste im Mordfall Aichele in Stuttgart, obwohl bekannt ist, daß der/die Täter so gute Ortskenntnisse hatte, die selbst der reiselustige KWW nicht haben konnte. Trotzdem wird er überprüft, um Fehler auszuschließen.


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21.12.2019 um 17:33
Höhenburg
schrieb:
a merkt man das "Alter" bestimmter Mitdiskutanten ganz deutlich. Anfang der 70er, als Wichmann einsaß, galt noch weitgehend das harte, alte Strafrecht, teils von der Jahrhundertwende. Die großen Strafrechtsreformen der rotgelben Koalition mit ihren Luxusknastanlagen, viel Freigang und lachhaft billigen Strafen für Schwerverbrechen (schaut mal in die Tagespresse zum Fall der Gruppenvergewaltigung) liefen da erst an. Freigang war damals viel stärker an hohe Feiertage und penibel eingehaltene Arbeitsaufträge geknüpft als heute. Schnell ins Münsterland gedüst, teilweise ein paar Tage geblieben(wie im Fall 2 der Münsterlandserie), ohne das es aufgefallen wäre, war damals nicht drin. Rückmelde- und Reisemeldepflicht wurden bei Sträflingen damals stramm durchgezogen. Wichmanns Haft war unauffällig, sie wäre es nicht gewesen, hätte man ihn ständig wegen Bruchs der Auflagen bemerkt.Fürs Münsterland als Verdächtiger ist KWW fast sicher draußen und damit auch für Heidelberg. Egal was einige Zeitschriften und Zeitungen da veröffentlichen, manche sind in ihre Funde so verliebt, daß sie andere Fakten und Beweise schlicht übersehen.
Ich gebe Dir Recht. Es ist mehr als unwahrscheinlich, dass KWW während seiner Haftzeit in Wolfenbüttel überhaupt in die Nähe von Münster reisen konnte. In keinem Fall glaube ich an einen Hafturlaub, den KWW in Münster verbracht hat.
Für mich war KWW nie ein Kandidat für die Münsterland Fälle, aus den oben genannten Gründen.
Er hatte keine Bezüge nach Münster vorzuweisen.
Allenfalls bekam er Hafturlaub an besagten, hohen Feiertagen und diese durfte er dann evtl. in seinem Elternhaus in Lüneburg, oder gg.falls bei der zukünftigen Lebenspartnerin aus Karlsruhe verbringen. Soweit sich die geschiedene Zahnarztgattin bei der JVA Leitung für ihn eingesetzt hat.
Was sie offenbar getan hat, denn dank guter Führung und positiver Sozialprognose durfte er ja ein Jahr vor Ablauf der regulären Haftzeit, bei der Dame in Karlsruhe einziehen.
Höhenburg
schrieb:
Da man bei den Überprüfungen von Altfällen keine Fehler begehen will, werden eben auch Verdächtige überprüft, die man rasch für bestimmte Fälle ausschließen kann
Naja, das ist aber nun keine 100% ige Sicherheit. Das ist bereits in Sachen Göhrde Morde für Kurt- Werner W. und die Kripo LG, bewiesen, dass man sich da geirrt hatte. Wie aus der Presse bekannt ist, wurde Kurt Werner W. für die Göhrde Morde nur deshalb 1989 von der Kripo LG, nicht näher in Betracht gezogen, weil er Brillenträger war.
Bei einer Überprüfung kann er theoretisch auch, aus welchen Gründen auch immer, in Karlsruhe durchgerutscht sein.

Allerdings glaube ich inzwischen auch, dass KWW weder für Münster noch für Heidelberg in Betracht kommt. Denn seit Kurt- Werner W. als Mörder der Birgit M., Göhrde- Mörder durch die Presse gereicht wird, kam bisher nie eine Meldung der Presse der Badischen Neuesten Nachrichten, Karlsruher Zeitung etc. über eine wahrscheinliche Täterschaft des Kurt Werner W. bezüglich der Heidelberg- Serie.
Daher gehe ich davon aus, dass die Ermittler dort keine wirklichen Anhaltspunkte für eine Täterschaft des KWW gefunden haben.


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

21.12.2019 um 18:18
@Höhenburg: danke für die interessanten Details aus der Ära von KWWs Haftzeit in Wolfen-
büttel ! Bei etwaigem Hafturlaub, der ja sicherlich immer nur wenige Tage betrug, hätte er
ja zudem ohne den Führerschein bereits wieder zu besitzen, auch einen PKW und womöglich
Fahrer haben müssen. Der Bruder kam wohl damals kaum infrage, schon aufgrund des jugend-
lichen Alters. So einiges im Falle Wichmann scheint mir doch recht konstruiert zu sein, so unter
dem Motto: was nicht passt, wird passend gemacht...


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

21.12.2019 um 18:56
Ich gehe davon aus, dass KWW wegen guter Führung ein Hafturlaub zu hohen Feiertagen, nach einiger Haftzeit, gestattet wurde. Und da braucht es m.E. auch gar keinen eigenen PKW.
Evtl. durfte er nach unbegleitetem Ausgang, der bis dato positiv verlief, auch mit der Bahn in den Hafturlaub fahren. Oder er wurde von einem Elternteil, bzw. der Dame aus Karlsruhe per Bahn oder Auto abgeholt.
Da reichte es doch, wenn Elternteil oder die Dame aus Karlsruhe, über einen Führerschein verfügten, sofern der Hafturlaub nicht per Bahn angetreten wurde.
Wolfenbüttel hat ja einen Bahnhof- nach Hannover geht es da immer, da kann man in H nach Süddeutschland in die Fernzüge umsteigen, oder eben auch in einen Nahverkehrszug nach Lüneburg.


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

21.12.2019 um 21:05
@Höhenburg

Danke für die detaillierte und informative Zusammenfassung.

@all

Was mir noch einfällt: als er mit 16 Jahren die Radfahrerin sexuell belästigte, brachte ihm das sechs Monate Jugendstrafe auf Bewährung.

Die Bewährungszeit ist viel weiter ausgelegt als die Haftstrafe, da man ja lernen soll, sich in der Gesellschaft straffrei zu führen.

1967, also mit 18 Jahren bedrohte er Polizisten mit einer Kleinkaliberwaffe und wurde zu einem Jahr Jugendstrafe verurteilt, von Bewährung ist das nirgends die Rede.

Da er schon auf Bewährung draußen war, wurde diese widerrufen und KWW saß somit 18 Monate in Haft. Somit ist es eher fraglich, ob er für den Mord an Ilse Gerkens in Frage kommt. Sie wurde vor Ostern 1968 ermordet, Ostern, genauer der Ostersonntag, fiel 1968 auf den 14. April.


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

21.12.2019 um 22:35
ThoFra
schrieb:
Das wundert mich jedoch, die meisten derartigen Taten werden aus einem sexuellen Motiv heraus begangen.
Es gibt diverse Taten, die eben keine Sexualmorde sondern Lustmorde sind. Sowohl, um beim Thema dieses Threads zu bleiben, in der münsteraner wie auch der heidelberger Serie wurden Taten ohne Vergewaltigung und Sexualmord vorgefunden sondern Lustmorde. Dies schließt nicht aus, dass ein Serientäter mal so und mal so agiert. Auf einen sadistisch-narzisstischen Serientäter passt es sehr gut, Lustmorde anstatt Sexualmorde zu vollziehen. Und auch andere taten, die bzgl KWW geprüft werden, inklusive der Göhrde-Morde, waren keine Sexualmorde. Wenn dann waren sie Lustmorde, also Morde aus Lust am Morden.
Höhenburg
schrieb:
Freigang war damals viel stärker an hohe Feiertage und penibel eingehaltene Arbeitsaufträge geknüpft als heute. Schnell ins Münsterland gedüst, teilweise ein paar Tage geblieben(wie im Fall 2 der Münsterlandserie), ohne das es aufgefallen wäre, war damals nicht drin. Rückmelde- und Reisemeldepflicht wurden bei Sträflingen damals stramm durchgezogen. Wichmanns Haft war unauffällig, sie wäre es nicht gewesen, hätte man ihn ständig wegen Bruchs der Auflagen bemerkt.
Woher weißt Du das? Ist das dokumentiert? KWW wurde nach Jugendstrafrecht verurteilt, galt das da auch so? In den 70er Jahren wurden sehr viele integrative und resozialisierende Konzepte umgesetzt. Das ist alles möglich, deswegen hatte ich das ja auch in Klammern gesetzt. Allerdings wird KWW eben offiziell als potentieller Täter für die heidelberger Serie gehandelt und daher müsste r theoretisch ja auch für die münsteraner Serie geprüft werden. KWW hat während der Haft zuvor eine Elektrikerausbildung begonnen. Vielleicht hat er in dieser eine andere, z.B. zum Gärtner absolviert. Vielleicht hatte er Freunde und Bekannte im münsteraner Raum? Vielleicht fuhr er Auto, obwohl er keinen Führerschein besaß? Ich wüsste gerne, was die Polizei dazu ermittelte.
Höhenburg
schrieb:
Fürs Münsterland als Verdächtiger ist KWW fast sicher draußen und damit auch für Heidelberg. Egal was einige Zeitschriften und Zeitungen da veröffentlichen, manche sind in ihre Funde so verliebt, daß sie andere Fakten und Beweise schlicht übersehen.
KWW wurde offiziell von der Polizei als potentieller Täter für die heidelberger Serie angebracht und die Medien griffen das natürlich auf.
MissHudson
schrieb:
Da er schon auf Bewährung draußen war, wurde diese widerrufen und KWW saß somit 18 Monate in Haft. Somit ist es eher fraglich, ob er für den Mord an Ilse Gerkens in Frage kommt. Sie wurde vor Ostern 1968 ermordet, Ostern, genauer der Ostersonntag, fiel 1968 auf den 14. April.
Auch die Polizei prüfte das ja. Sie wird vermutlich wissen, wann er in Haft war und nicht in Frage kommt. Dieser Fall wurde aber offiziell genannt. Daher war er doch nicht in Haft? Das gehört aber eher in den anderen Thread. Hat er nicht während dieser Haft auch seine Ausbildung gemacht? Dann wird er Ausgang gehabt haben und Resozialisation zu Ostern, also Besuch bei den Eltern?


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

21.12.2019 um 22:35
@MissHudson

Eine interessante Beobachtung bzw ein interessantes Detail, das mir bisher noch nicht aufgefallen ist.

Selbst wenn die Bedrohung der Polizisten durch KWW bereits im Januar 1967 erfolgt sein sollte (stand eigentlich irgendwo, wann genau er die Polizisten bedrohte?) wäre er im April 1968 bei einer 18-monatigen Haftstrafe noch nicht wieder auf freiem Fuß gewesen und würde somit wohl auch nicht als Täter für den Mord an Ilse Gerkens in Frage kommen.

Es wundert mich allerdings, dass Wolfgang Sielaff recht überzeugt davon scheint, dass KWW Ilse Gerkens ermordet hat - er wird doch sicherlich die Haftzeiten KWWs mit den Daten der Taten für die KWW in Frage kommen könnte abgeglichen haben!?


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21.12.2019 um 22:48
darkstar69
schrieb am 18.12.2019:
So besuchte er eben beispielsweise auch spontan die ehemalige Nachbarin der Birgit M. in Köln.
Woher weißt Du das, welche Quelle gibt es dazu, dass KWW tatsächlich die ehemalige Nachbarin in Köln besuchte?
darkstar69
schrieb:
Dann wird er Ausgang gehabt haben und Resozialisation zu Ostern, also Besuch bei den Eltern?
Das wäre doch gut vorstellbar. Osterbesuch bei den Eltern in Adendorf.
ThoFra
schrieb:
Es wundert mich allerdings, dass Wolfgang Sielaff recht überzeugt davon scheint, dass KWW Ilse Gerkens ermordet hat - er wird doch sicherlich die Haftzeiten KWWs mit den Daten der Taten für die KWW in Frage kommen könnte abgeglichen haben!?
Dass KWW zum Zeitpunkt des Mordes an Ilse Gerkens nicht in Haft war, sondern evtl. in Hafturlaub oder vorzeitig entlassen ist für mich gesetzt. Sonst hätte man sich in der NDR Doku die Szene mit RA Strate und deren Tochter Anke Gerkens im Café sparen können, wo Strate der Anke Gerkens sagt, dass er überzeugt sei, dass KWW auch ihre Mutter erschossen hat. RA Strate hat ein Mandat erteilt bekommen von Anke Gerkens. RA Strate hat natürlich im Vorfeld des Drehs, den Todeszeitpunkt der Ilse G. mit den Haftzeiten des KWW abgeglichen, bevor er in einer solchen Szene mitwirkt. Der Mann ist ein absoluter Profi, der weiß schon was er sagt.

Hingegen ist die Presse bezüglich der Nennung etwaiger Haftzeiten des KWW weitaus weniger genau. Das sind Journalisten, da recherchiert nicht jeder gleich sorgfältig. Sie haben auch keine Mandatierung, die Akten einzusehen.


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

21.12.2019 um 22:54
Rotmilan
schrieb:
Woher weißt Du das, welche Quelle gibt es dazu, dass KWW tatsächlich die ehemalige Nachbarin in Köln besuchte?
Das steht in der Crime oder Zeit-Verbrechen, darf hier aber nicht als Quelle verlinkt werden.

Da er mal eben nach Köln fuhr, um eine ihm nicht so viel näher bekannte Frau zu besuchen und er uns ja als Cruiser bekannt ist, bestätigt dies den Eindruck, dass er eben sehr viel unterwegs war und auch sehr weite Wege in Kauf nahm. Und es zeigt, dass er eben womöglich auch wegen nicht allzu vertieften Bekanntschaften weite Wege unternahm. Er kann also in ganz Deutschland, Mittel- und Norddeutschland sehr gut wegen unbedeutender Bekanntschaften oder seiner Callboy Aktivitäten oder anderer Interessen, Aufträge usw unterwegs gewesen sein.


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22.12.2019 um 10:15
darkstar69
schrieb:
Da er mal eben nach Köln fuhr, um eine ihm nicht so viel näher bekannte Frau zu besuchen und er uns ja als Cruiser bekannt ist, bestätigt dies den Eindruck, dass er eben sehr viel unterwegs war und auch sehr weite Wege in Kauf nahm. Und es zeigt, dass er eben womöglich auch wegen nicht allzu vertieften Bekanntschaften weite Wege unternahm.
Dem cruisen würde ich nicht allzuviel Bedeutung beimessen, ebenso dem besagten Besuch, es war damals eine andere Zeit. Benzin war günstig und cruisen, ja, das machten viele, auch ich. Was heute der Billigflug nach XYZ ist, war damals das cruisen. Und man besuchte Freunde und Bekannte, das Internet steckte noch in den Kindersöckchen, heute ist das viel bequemer. Da kam man viel herum, wenn ich daran denke, wieviele tausend Kilometer ich verfahren habe... :)


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

22.12.2019 um 15:16
Weiß jemand, wie lange Gefängnisse Unterlagen, Berichte u.a. über Hafturlaube, Freigang u.s.w.
aufbewahren müssen ? Es gibt ja zu fast allem bürokratische Procedere und Fristen, was Unter-
lagen angeht. Also z.B. 20 Jahre Aufbewahrung für Jahrgang soundso ( der anwesenden Häftlinge,
nicht deren Alter); dass alles unbegrenzt und für jeden Häftling "personalisiert" aufbewahrt wird,
kann ich mir nicht vorstellen.


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22.12.2019 um 16:45
@AnneOnedin

Leider kann ich Dir die Frage, wie lange solche Dokumentationen über Hafturlaube, Freigänge etc aufbewahrt werden müssen, auch nicht beantworten.

Habe aber im Internet etwas zum Hafturlaub im Allgemeinen gefunden:
§ 13 Urlaub aus der Haft

(1) Ein Gefangener kann bis zu einundzwanzig Kalendertagen in einem Jahr aus der Haft beurlaubt werden. § 11 Abs. 2 gilt entsprechend.
(2) Der Urlaub soll in der Regel erst gewährt werden, wenn der Gefangene sich mindestens sechs Monate im Strafvollzug befunden hat.
(3) Ein zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilter Gefangener kann beurlaubt werden, wenn er sich einschließlich einer vorhergehenden Untersuchungshaft oder einer anderen Freiheitsentziehung zehn Jahre im Vollzug befunden hat oder wenn er in den offenen Vollzug überwiesen ist.
(4) Gefangenen, die sich für den offenen Vollzug eignen, aus besonderen Gründen aber in einer geschlossenen Anstalt untergebracht sind, kann nach den für den offenen Vollzug geltenden Vorschriften Urlaub erteilt werden.
(5) Durch den Urlaub wird die Strafvollstreckung nicht unterbrochen.
Hervorhebung von mir eingefügt.

Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/stvollzg/BJNR005810976.html

Diese Quelle finde ich insgesamt recht aufschlussreich, was Vollzug anbelangt, auch wenn es natürlich sehr viel Text ist.

Interessant finde ich auch, dass Hafturlaub erst nach sechs Monaten Vollzug möglich ist - wäre es also demnach dann denkbar, dass KWW tatsächlich an Ostern 1968 seine Familie/ Eltern in Adendorf besuchen durfte?


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22.12.2019 um 20:43
Danke für die Infos ThoFra !
KWW war damals ja in Jugendhaft, es ist anzunehmen das da mildere Voraussetzungen für
einen Hafturlaub herrschten. Diese Gesetze stammen aus dem Jahr 1976, evtl. war es Ende
der 60 er noch strenger, wie schon beschrieben. Möglich wäre es wahrscheinlich, dass W. damals
ein paar Tage Hafturlaub erhielt. Aber seine Täterschaft vor allem aus Zeitungsauschnitten abzu-
leiten, die er (oder die Mutter, der Vater ?!) in einer Mappe sammelten, finde ich zu wenig.

Es sollen ja aus der Akte Papiere verschwunden sein die sich mit KWW beschäftigten, bzw. dem
Tatverdacht; das ist wirklich seltsam. Es sei denn er konnte als Täter ausgeschlossen werden, weil
er z.B. keinen Hafturlaub hatte.


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24.12.2019 um 10:06
AnneOnedin
schrieb:
Es sollen ja aus der Akte Papiere verschwunden sein die sich mit KWW beschäftigten, bzw. dem
Tatverdacht; das ist wirklich seltsam. Es sei denn er konnte als Täter ausgeschlossen werden, weil
er z.B. keinen Hafturlaub hatte.
Aber würde man nicht auch dann, wenn KWW als Täter ausgeschlossen werden konnte, diese Papiere/Dokumente in der Akte belassen, zwecks Dokumentation (der Ermittlungsmaßnahmen)?
Sonst müsste dies in anderen Fällen ja ebenfalls so gehandhabt werden, kann ich mir kaum vorstellen?
AnneOnedin
schrieb:
KWW war damals ja in Jugendhaft, es ist anzunehmen das da mildere Voraussetzungen für
einen Hafturlaub herrschten.
Oder sogar noch sterngere Regelungen?
Werde, wenn der 'Weihnachtsstress' hinter uns allen liegt, nochmal schauen, was sich diesbzgl im Internet finden lässt.


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07.01.2020 um 14:18
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/Goehrde-Morde-Intensive-Ermittlungen-vor-dem-Aus,...

Es wird nicht konkret darauf eingegangen, aber es konnten offenbar bislang keine Zusammenhänge bzgl. KWW und verschiedenen Cold Cases und Prüffällen hergestellt werden. Das könnte heißen, dass man die "fette" DNA-Spur und verschiedene Indizien in der münsteraner und heidelberger Serie auf Zusammenhang zu KWW geprüft hat und nichts dabei raus kam. Man weiß eben leider nicht, was schon untersucht wurde und was nicht.


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08.01.2020 um 07:54
@darkstar69

Bisher sollen ja auch erst die Hälfte aller Aservate, die im Zusammenhang mit KWW sichergestellt worden - sowie ich es verstanden habe, v a bei der (erneuten) Durchsuchung seines (ehemaligen) Grundstückes/Hauses im Streitmoor - untersucht worden sein, d h es könnte also durchaus noch ein 'Treffer' kommen.
Irgendwoher müssen ja die ganzen Handtaschen, Schuhe etc, die bei KWW auf dem Grundstück vergraben waren, stammen.
Wenn diese Gegenstände 'harmlos' wären, hätte es wohl keinen Grund gegeben, diese dort zu vergraben - oder sollte dies einfach ein 'spezieller Fetisch' des KWW gewesen sein?
Kann ich mir nicht so recht vorstellen, wobei: es gibt wohl nichts, das es nicht gibt...


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21.01.2020 um 21:15
das wird interessant:

im Münsterland wird gerade ein Spielfilm zu der dortigen Mordserie gedreht.

https://www.facebook.com/akte916/videos/2451658311776033/


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