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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

Frauenmorde in Münster und Heidelberg

22.01.2020 um 15:15
Es soll ja auch ein Spielfilm über den Fall Birgit M. und Herrn Sielaff , inkl. Göhrde-Morde,
gedreht worden sein- oder noch gedreht werden ? !


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

11.06.2020 um 23:24
GonzoX
schrieb am 23.08.2018:
Diese Variante: Täter gleichzeitig Serienkiller und Terrorist (und Drogenhändler) finde ich reizvoll.
Beitrag von GonzoX, Seite 17


Jene These und Argumentation steht für mich immer noch.

Durch das Einbeziehen des Falles Iris Schwarz (Hamburg, 1980) in die GROSSE SERIE ergaben sich ganz neue Ansätze.
Auch hier erscheint eine politische Komponente denkbar.
Der Täter hätte allerdings eindeutig aus rechtsradikaler Motivation gehandelt.

Diskussion: Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden (Beitrag von GonzoX)

Was die "Reviere" Rhein-/Neckar und Norddeutschland angeht, existierte damals eine Verbindung der an beiden Orten aktiven linksradikalen Revolutionären Zellen.
https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14340716.html

Das erscheint zunächst deutlich widersprüchlich.
Allerdings gab es damals - anders als heute - durchaus Gemeinsamkeiten bzw. Berührungspunkte beider Gruppierungen (Links- und Rechtsradikaler):
- der Anti-Amerikanismus
- Anti-Zionismus, Anti-Semitismus
- Zusammenarbeit mit palästinensischen Gruppen, Aufenthalt in deren Ausbildungslagern im Libanon

Möglicherweise ging es dem Täter auch einfach vor allem darum seine Gewaltphantasien auszuleben - und mit dem politischen Deckmäntelchen zu legitimieren.

Vor kurzem lief im SFB eine hochinteressante Doku über das Heidelberger "Sozialistische Patientenkollektiv".
Dieses war in den 70ern eine bedeutende Keimzelle und Rekrutierungsgrund für spätere RAF-Kämpfer.
Wikipedia: Sozialistisches_Patientenkollektiv

Ich könnte mir durchaus vorstellen, das "unser Mann" auch damit in Kontakt kam, sei es als "Patient", Student, Pfleger oder sogar Arzt.

Wer in die damalige Zeit eintauchen möchte, dem bietet sich gerade die Möglichkeit diese hochinteressante Doku "SPK-Komplex" in der ARD-Mediathek anzusehen. (nur noch für ein paar Tage).
https://www.ardmediathek.de/ard/video/dokumentation-und-reportage/spk-komplex/rbb-fernsehen/Y3JpZDovL3JiYi1vbmxpbmUuZGUv...


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18.07.2020 um 19:20
GonzoX
schrieb am 11.06.2020:
Möglicherweise ging es dem Täter auch einfach vor allem darum seine Gewaltphantasien auszuleben - und mit dem politischen Deckmäntelchen zu legitimieren.
Dies würde m E beispielsweise evtl auch auf KWW zutreffen, wobei man sich in Bezug auf KWWs "rechte Gesinnung" ja nicht so sicher sein kann, denn von den Büchern rechter Coleur, die im Hause Wichmann gefunden wurden, sind zumindest zwei wohl erst nach dem Tode KWWs erschienen, war hier im KWW - Thread auch schon Thema.
Man könnte bzgl der "Gesinnung" KWWs auch vermuten, dass der neue Lebensgefährte seiner Frau, der nach dem Tode KWWs in das Wichmann-Haus einzog, diese besagten Bücher in das Regal gestellt haben könnte.
Andererseits gab es wohl aber auch (Zeugen-)Aussagen, dass KWW auf seinem Grundstück die Reichskriegsflagge gehisst haben soll.


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19.07.2020 um 12:27
Ein Täter oder eine Tätergruppe müssten ja ihre Gewaltphantasien gar nicht unbedingt politisch legitimieren. Es kann ja auch parallel laufen. Jemand, der eine politische Gesinnung hat kann eben auch ein gewisse sexuelle Gewaltphantasie haben und ausleben. Eine Persona kann ja politisch und beruflich und privat unterschiedliche Facetten besitzen, die sich durchaus ergänzen können. Und dies kann ebenso auch auf eine kleine Gruppe zutreffen.

Bei KWW ist dann eben dir Frage, hat er Ausgang während seiner Haft gehabt oder berufliche Rehabilitation, um an der münsteraner Serie beteiligt gewesen sein zu können. Oder hat er indirekt Beteiligung dazu gehabt? Kam er erst als Mittäter der heidelberger Serie dazu und gibt es deswegen die Bezüge beider Serien zueinander?


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

21.07.2020 um 15:03
Hallo @ThoFra und @darkstar69 ,

was KWW betrifft, gibt es einige Kriterien die gut auf ihn passen (was diese Serie angeht), allerdings bleibt das meiste doch im Status des ungewissen.
So ist es auch mit seiner scheinbar RECHTEN Gesinnung.
Durch meinen neuen Ansatz, den Moralapostel und internationalen Strippenzieher unter den Nachkriegs-Nazis - Manfred Roeder - in unser Sudoku-Rätsel mit einzubeziehen, könnte man einen etwas konkreteren Nachweis führen.

Hier noch mal meine Herleitung für die Roeder-These:
(aus der Irene-Schwarz-Diskussion, deren Fall die Hamburger Kriminalisten der "Norddeutschen Disko-Serie" zugehörig sehen)
Diskussion: Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden (Beitrag von GonzoX)

Das verbindende Element KWW / Röder könnte, meiner Meinung nach, ein gewisser Datums-Kult sein, den man bei beiden - aber auch vor allem in den norddeutschen Fällen findet.

KWW bewahrte in einem nagelneuen Ford Probe, den er in seinem Garten vergraben hatte vier Ausgaben der Hamburger Morgenpost (1989-1992) auf mit dem Datum 24. August.

Passend dazu die Mord-Tage, oder besser gesagt -Nächte dieser (norddeutschen) Opfer:

23./24.08.81 Swanhild Starke
23.08.84 Irma Busch
23./24.08.86 Irene Warnke
23.08.86 Elsbeth Meier
23./24.08.87 Sonja Ady


Von Roeder wissen wir, dass er bei seinen Aktionen auch einen historischen Hintergrund berücksichtigte - und dafür symbolträchtige Daten wählte:

Wikipedia: Manfred_Roeder_(Rechtsextremist)
Bildschirmfoto 2020-07-21 um 14.24.47

Am 23. Mai 1945 (genau 30 Jahre zuvor) endete Dönitz' kurze Ära als "Reichs-Präsident" mit der Verhaftung durch die Allierten - in Flensburg.


Das Ereignis weswegen Roeder von 1980 bis 1990 im Gefängnis saß, der Brandanschlag auf ein Ausländerwohnheim in Hamburg, spielte sich in der Nacht vom 21. / 22.08.1980 ab.
https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/Deutsche-Aktion-Toedlicher-Neonazi-Terror-1980,anschlag185.html

Genau 12 Jahre später ereignete sich ein ganz ähnliches Ereignis in Rostock-Lichtenhagen.
Die Ausschreitungen und Angriffe auf die ZAST vom 22.-26.08.1992 mit Brandanschlag am 24.08.92.
Die Bewohnerschaft bestand wiederum aus Sinti / Roma und Vietnamesen.
Wikipedia: Ausschreitungen_in_Rostock-Lichtenhagen

Eingeleitet wurde dieses unter anderen vom damaligen Hamburger NPD-Politiker Andrejewski.

Wikipedia: Michael_Andrejewski
Bildschirmfoto 2020-07-21 um 14.45.59

An diesem Ort wollte Roeder 1998 als NPD-Bundestagskandidat 1998 eine Rede halten.

https://www.conne-island.de/nf/47/14.html
Bildschirmfoto 2020-07-21 um 14.53.22


.........Fortsetzung folgt.........


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23.07.2020 um 02:02
darkstar69
schrieb am 19.07.2020:
Es kann ja auch parallel laufen. Jemand, der eine politische Gesinnung hat kann eben auch ein gewisse sexuelle Gewaltphantasie haben und ausleben.
Bisher hatten wir hier vermutet der vermeintliche Täter und Verursacher der hypothetischen Serie könnte gleichzeitig Serienmörder und (Links- oder Rechts-)Radikaler sein.
Vor allem weil dieser die ermordete Maria-Theresia Majer mit zwei in die Haut eingeritzten "Balkenkreuzen" auf einem Feld nahe der B3 - quasi zur Schau gestellt - zurückließ.
Ausgerechnet am Tag des Urteils im jahrelang intensiv von der Presse verfolgten Stammheimer "Baader-Meinhof-Prozess".
Mit der These Roeder könnte man nun noch einen Schritt weiter gehen und darüber nachdenken, ob nicht die gesamte Anhalterinnen- bzw. Disco-Mordserie einen terroristischen Charakter gehabt hatte.
Roeder lebte Anfang der 70er in Bensheim an der Bergstraße (der B3) an der sich zwischen Heidelberg und Hemsbach die Serie abspielte.
Er hatte hier die "Kampfgruppe Roeder" gegründet und war Aktivist der evangelikalen Vereinigung "Moralische Aufrüstung".
https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7870264.html
Bildschirmfoto 2020-07-23 um 01.33.21

In seinem Kulturkampf ging er gegen Porno-Magazine und Kinos vor:
https://www.webcitation.org/6Uxx4wwKf?url=http://www.morgenweb.de/pdf/ba/175_Schlagzeilen.pdf
Bildschirmfoto 2020-07-23 um 01.40.55Original anzeigen (0,4 MB)

Dabei initiierte er auch eine Flugblattaktion die sich gegen Beziehungen von deutschen Frauen mit Gastarbeitern aussprach.
Wir erinnern uns: Die 1976 ermordete, stadtbekannte Heidelberger Schönheit Monika Pfeifer, war mit einem Türken liiert. (AZ-XY-Beitrag)
Wird hier also ein Motiv erkennbar? Die seit 1980 vermisste Andrea Martens war die Freundin eines US-Soldaten.

Eine solche "kulturelle Konter-Revolution" als rechtsradikale Terrorserie hatte es zeitnah tatsächlich gegeben: Die deutsch-italienische (völlig in Vergessenheit geratene) Gruppe Ludwig.
Wikipedia: Gruppe_Ludwig
Deren erstes Opfer war ein drogenhandelnder Sinto am 25.08.1977 in Verona.

Es war der Namenstag des Heiligen Ludwigs, nach dem sich die Gruppe benannt hatte.
Wikipedia: Ludwig_IX._(Frankreich)
Bildschirmfoto 2020-07-23 um 01.52.50


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29.07.2020 um 12:58
Durch meine neue Stoßrichtung hinter dieser Serie eine gemeinsame rechtsradikale / christlich-fundamentalistische Motivation (des oder der Täter) zu sehen, sind auch wieder die beiden Stuttgarter Fälle Anja A. (1987) + Sybille G. (1983) in meinen Fokus gerückt.
Denn diese beiden waren genauso "Kirchenmäuse" wie mehrere der norddeutschen Opfer.

Diese beiden Fälle kann man anhand mehrerer Kriterien recht gut mit der "Großen Serie" vergleichen.
Interessant finde ich in diesem Zusammenhang das:
JestersTear
schrieb am 07.03.2020:
Der 06.03. war halt nicht irgendein Datum, sondern das Datum der wahrscheinlich polariesierendsten Bundestagswahl ever ( vielleicht kommt die "Mehr Demokratie wagen"-Wahl von 69 da noch dran!).

In diesen hoch politisierten Zeiten sprachen auch Jugendliche darüber,was sie an diesem Tag vor hatten.
Es erinnert mich an den Tag, an dem 1977 Maria Theresia M. in Heidelberg ermordet wurde.
Am Vormittag des 28.04.77 wurde etwas neckaraufwärts in Stuttgart-Stammheim das Urteil im jahrelang vielbeachteten RAF-Prozess gesprochen.
Am Abend dieses Tages legte der Täter das Opfer mit zwei in die Haut geritzten "Balkenkreuzen" auf einer Wiese an einen Baum gelehnt ab.
Es erscheint also plausibel, dass der Täter mit diesem Vorgehen auf das Geschehen in Stammheim Bezug nahm.
Beitrag von GonzoX, Seite 15

Gut denkbar, dass auch der Mord an Sibylle G. am 06.03.83 nicht zufällig mit dem sehr wichtigen und bewegenden politischen Ereignis zusammenfiel.
Der Täter hat möglicherweise emotional stark auf derartige Ereignisse reagiert, ließ sich vielleicht davon in Erregung versetzen.
Oder aber setzte er ganz eiskalt sein politisches statement??


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29.07.2020 um 13:22
GonzoX
schrieb:
urch meine neue Stoßrichtung hinter dieser Serie eine gemeinsame rechtsradikale / christlich-fundamentalistische Motivation (des oder der Täter) zu sehen, sind auch wieder die beiden Stuttgarter Fälle Anja A. (1987) + Sybille G. (1983) in meinen Fokus gerückt.
Denn diese beiden waren genauso "Kirchenmäuse" wie mehrere der norddeutschen Opfer.

Diese beiden Fälle kann man anhand mehrerer Kriterien recht gut mit der "Großen Serie" vergleichen.
Interessant finde ich in diesem Zusammenhang das:

JestersTear schrieb am 07.03.2020:
Der 06.03. war halt nicht irgendein Datum, sondern das Datum der wahrscheinlich polariesierendsten Bundestagswahl ever ( vielleicht kommt die "Mehr Demokratie wagen"-Wahl von 69 da noch dran!).

In diesen hoch politisierten Zeiten sprachen auch Jugendliche darüber,was sie an diesem Tag vor hatten.
Es ehrt mich,wenn du meine Zitate von eigentlich ganz woanders rüber in diesen Thread ziehst, über den ich keinerlei Wissen habe.. ;-))))

Wenn es zur Erhellung beitragen könnte:

das wahrscheinlichste Szenario im Anja-Fall dürfte eine aus dem Ruder gelaufene Anmache zweier (!) Jugendlicher gewesen sein, die anschließend mit der Situation so überfordert waren, daß Papi (oder sonst ein Erwachsener) kommen und Spuren beseitigen mußte.

Der Täter im Fall Sybille soll um die 20 gewesen sein. Obwohl man bis auf einen ausführlichen Artikel nur rudimentäre Infos zu diesem Fall bekommt, glaube ich hier am ehesten an eine Beziehungstat.

Ob das jetzt zu einem bundesweit agierenden...
GonzoX
schrieb:
e rechtsradikale / christlich-fundamentalistische
...Täter oder gar Netzwerk passen könnte, musst du beurteilen .


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

29.07.2020 um 20:10
Hallo @JestersTear ,

ich hatte Deinen Beitrag hier rübergezogen, um dort nicht die Diskussion zu torpedieren.
Hier geht es ja von Anfang an um vergleichende Fallanalyse. Da sind meine Überlegungen besser aufgehoben..

Ich sehe die beiden Stuttgarter Fälle zusammengehörig (wie es auch die meiste Zeit Tendenz in der Diskussion war) und mittlerweile auch deutlich verwandt der hier besprochenen "Großen Serie":

1) dieses interessante Datum (Fall Sybille) hatte ich ja schon erwähnt.
Man findet ähnliche Ereignisse - die unseren Täter in Erregung hätten versetzen können - auch noch zeitgleich zu weiteren Fällen - sicher aber nicht bei allen.
Anja Beggers verschwand beispielsweise 1977 in der heißesten Phase des Deutschen Herbstes, ausgerechnent an dem Abend als das von der Radikalen Szene gehasste AZ-XY im Fernsehen lief.
Wikipedia: Deutscher_Herbst

Barbara Storm wurde (am 15.05.72) ermordet, als die RAF gerade ihre "Mai-Offensive" gestartet hatte.
Wikipedia: Mai-Offensive_der_Rote_Armee_Fraktion
Der RAF-Prozess in Stammheim hatte vor allem diese Anschlags-Serie zum Inhalt.

(Diese Recherche, Mordfällen der Serie derlei Ereignisse zuzuordnen, habe ich aber noch nicht abgeschlossen.)

2) Sowohl Anja, Sybille und mindestens drei der norddeutschen Opfer (Swanhilt St., Christina B. und Uta Fl.) waren in kirchlichen Gruppen aktiv.
In diesem Buch, welches sich mit den spektakulärsten AZXY-Fällen beschäftigt, wird berichtet, Swanhilt habe sich damals - bevor sie ermordet wurde - als Zeugin bei der Polizei gemeldet und wollte eine Zeugenaussage bezüglich der beiden seit 1978 und 1979 vermissten Cuxhavenerinnen machen. Dabei sollte es um eine Sekte gehen.
Diskussion: Frauenmorde im Elbe-/Weserraum (Beitrag von GonzoX)

3) Im Fall Sybille und in der Münsterländer Serie spielte jeweils ein Mercedes mit Heckflosse eine Rolle.

4) Dieses Verfahren: Überfall + schnelle Tötung (Sybille) erinnert ebenfalls an die Münsterländer Fälle, wo der Täter noch mit den Leichen auf dem Beifahrer-Sitz durch die Gegend fuhr..

5) auf eine religiöse Ader oder gar Motivation des Täters könnte man bei Anja Aichele aufgrund der peniblen Bestattung schließen.
Die Opfer der Münsteraner und Heidelberger Serie wurden meist mit ausgebreiteten Armen aufgefunden, so als hätte man sie gekreuzigt:
Beitrag von kaietan, Seite 6

6) Sibylle kam wie viele der nordeutschen Opfer aus einer Disco.
Auch die Heidelberger Ermordeten galten als regelmäßige Disco-Gängerinnen (allerdings nicht am Tag bzw. Abend des Verschwindens)
Bei den Stuttgarter Fällen spielten mehrere Discos eine Rolle:
Diskussion: Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G. (Beitrag von armleuchter)
Interessant wäre hier noch zu erfahren, ob es auch solche waren in denen sich die Happy-Kiffer-Szene traf - oder aber man einen US-Soldaten kennenlernen konnte.

7) Noch etwas sehr spezielles:
Bei mehreren Fällen war mir aufgefallen, dass sich der vermeintliche Täter als (Leichen-)Ablageort mehrfach einen Platz suchte, in deren unmittelbarer Nähe potentielle Terrorziele zu finden waren:
- Fall Uta Flemming:
Diskussion: Iris Schwarz 1980 in Hamburg verschwunden (Beitrag von GonzoX)
- Fälle Monika Sorn und Mara Else Scholte:
Beitrag von GonzoX, Seite 17
- Iris Schwarz
Ihre Utensilien (Ausweis, Kleidung) wurden 1980 nahe der Einfahrt zu einem in Hamburg als Sinti/Roma-Lager bekannten Wohn-Komplex gefunden (Berzeliusstraße).
Ganz in der Nähe hatten Manfred Roeders "Deutsche Aktionsgruppen" einige Monate später einen tödlichen Anschlag auf ein charakterlich ähnliches Flüchtlings-Wohnheim begangen.

Dieser Aufzählung möchte ich nun auch noch den "Bestattungs-Ort" Anja Aicheles hinzufügen.
Jener Schrebergarten befand sich in Sicht- und Rufweite zum Wohnhaus des bekannten rustikalen Politikers Gerhard Mayer-Vorfelder.
Wenn man bedenkt, wer alles in seiner Stadt verurteilt und lange im Gefängnis saß, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass auch er ins Visier von sowohl Links- als auch Rechts-Terroristen geraten sein könnte.
Auch der Neonazi-Prozess um Manfred Roeder fand ab 1982 in Stuttgart-Stammheim statt. Ich weiß allerdings nicht, in welchem Knast er einsaß.


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29.07.2020 um 20:34
GonzoX
schrieb:
Hallo @JestersTear ,

ich hatte Deinen Beitrag hier rübergezogen, um dort nicht die Diskussion zu torpedieren.
Hier geht es ja von Anfang an um vergleichende Fallanalyse. Da sind meine Überlegungen besser aufgehoben..

Ich sehe die beiden Stuttgarter Fälle zusammengehörig
Ich hatte damals geschrieben, daß ich den Zusammenhang für nicht sehr wahrscheinlich, aber im Gegensatz zu den meisten Mitschreibern im Thread zumindest nicht für ausgeschlossen halte.

Sollte er existieren, könnte (Konjunktiv) der Bezug der beiden Mädchen zur evangelischen Kirche das Bindeglied gewesen sein, obwohl da auch noch andere Dinge in Frage gekommen wären.

Da dachte ich aber weniger an einen fundamentalistischen "man on a mission" , sondern eher an so einen Gestörten mit massiven Problemen mit Frauen, der ausrastet , wenn sich die Dinge nicht so wie gewünscht entwickeln.

Ich finde ich deine Ausführungen total spannend und vor allem fundiert , was man hier auch nicht immer geboten kriegt :-)

Was du schreibst , ist allerdings schon ein dicker Hund, da hat´s bestimmt auch eine Menge Gegenwind gegeben, oder?

Und jetzt verziehe ich mich schnell wieder, bevor es zu sehr OT wird


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30.07.2020 um 09:02
GonzoX
schrieb:
Der Täter hat möglicherweise emotional stark auf derartige Ereignisse reagiert, ließ sich vielleicht davon in Erregung versetzen.
Oder aber setzte er ganz eiskalt sein politisches statement??
Finde generell beide Varianten grundsätzlich vorstellbar, vll auch eine Art Kombination aus beiden Punkten: Evtl plante der/die Täter schön länger an einem derartigen "politischen Statement" und das jeweilige aktuelle Ereignis brachte für ihn (oder eine eventuelle Gruppe) sozusagen "das Fass zum über laufen" bzw war vll der "konkrete Anlass" nun die (jeweilige) Planung in die Tat umzusetzen...
GonzoX
schrieb:
n diesem Buch, welches sich mit den spektakulärsten AZXY-Fällen beschäftigt, wird berichtet, Swanhilt habe sich damals - bevor sie ermordet wurde - als Zeugin bei der Polizei gemeldet und wollte eine Zeugenaussage bezüglich der beiden seit 1978 und 1979 vermissten Cuxhavenerinnen machen. Dabei sollte es um eine Sekte gehen.
Sehr interessanter Punkt, der mir bisher vollkommen unbekannt war, obwohl ich mich auch schon etwas länger mit den sog. "Disko-Morden" bzw den drei Serien beschäftige.
In diesem Punkt weiter zu recherchieren, wäre sicherlich sehr aufschlussreich - nur wo und wie ansetzen nach all der Zeit, die vergangen ist?
Selbst von den damaligen Ermittlern dürfte der Großteil mittlerweile wohl verstorben sein und Akten in Vermisstenfällen müssen meines Wissens nach - korrigiert mich bitte, wenn meine Infos diesbezüglich falsch sein sollten - auch nur 30 Jahre lang aufbewahrt / archiviert werden.
GonzoX
schrieb:
Im Fall Sybille und in der Münsterländer Serie spielte jeweils ein Mercedes mit Heckflosse eine Rolle.
...was allerdings zur damaligen Zeit ein recht Verbreitetes und beliebtes Fahrzeug gewesen ist, daher finde ich es fraglich, ob dieses Indiz allein ausreicht, um daraus auf eine Verbindung der Fälle zu schließen.
Ich persönlich würde Anja A und Sybille G nicht unbedingt der Mordserie zurechnen sondern gehe auch eher von einem Szenario aus, wie @JestersTear
es beschrieb.


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02.08.2020 um 22:59
JestersTear
schrieb am 29.07.2020:
Sollte er existieren, könnte (Konjunktiv) der Bezug der beiden Mädchen zur evangelischen Kirche das Bindeglied gewesen sein, obwohl da auch noch andere Dinge in Frage gekommen wären.

Da dachte ich aber weniger an einen fundamentalistischen "man on a mission" ,
An einen solchen missionary man hatte ich hier schon mal vor acht Jahren gedacht:
Diskussion: Frauenmorde im Elbe-/Weserraum (Beitrag von GonzoX)

Mit Roeder ist in unserem Kriminalrätsel nun tatsächlich jemand aufgetaucht, der gleichzeitig fundamentaler Christ und verurteilter Rechts-Terrorist war.
Ich bezweifle aber stark, dass die Polizei jemals in Reihen der christlichen Szene ermittelt hat
(weder in Norddeutschland noch in Stuttgart).

Zur Klarstellung: Ich vermute nicht, dass Roeder der Tramperinnen-Disco-Killer war. Dafür war er 20 Jahre zu alt. Außerdem saß er ständig im Knast.
Ich könnte ihn mir aber sehr gut als Ideologen, Manipulator und Strippenzieher im Hintergrund vorstellen.


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02.08.2020 um 23:14
ThoFra
schrieb am 30.07.2020:
Sehr interessanter Punkt, der mir bisher vollkommen unbekannt war, obwohl ich mich auch schon etwas länger mit den sog. "Disko-Morden" bzw den drei Serien beschäftige.
In diesem Punkt weiter zu recherchieren, wäre sicherlich sehr aufschlussreich - nur wo und wie ansetzen nach all der Zeit, die vergangen ist?
Von Swanhilt S. (die anscheinend diese Zeugenaussage machen wollte) wissen wir, dass sie damals in einer kirchlichen Jugendgruppe aktiv war, die zumindest eine evangelikale Tendenz hatte.
http://niederelbe-forum.de/archiv/thread.php?threadid=1529&sid=c8f2d685e573a14ac0a1d5aa5290d433

Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie in diesem Zusammenhang von einer "Sekte" sprach.
Man wüsste nun natürlich gern, ob es auch in Anja Aicheles Jugendgruppe eine solche Tendenz gab.

Überhaupt wissen wir von den meisten Opfern nur sehr wenig.
Waren sie ebenfalls kirchlich aktiv? Gab es einen ausländischen Freund? Wie war die politische Einstellung? Standen sie der Happy-Kiffer-Szene nah?

Vielleicht liest ja mal irgendwann jemand mit und kann uns Auskunft geben.....


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

03.08.2020 um 17:33
@GonzoX

Hallo! Liebe/r GonzoX, auf der einen Seite finde ich die Ausarbeitung deiner Theorie einen Applaus wert, auf der anderen Seite muß ich Dir leider sagen, daß Du dich in Teilen verrannt und in deine Theorie verliebt hast.
Während ich z.B. deine Idee, daß bei der norddeutschen Serie eventuell Boote und Kanäle zum Transport der Opfer genutzt wurden, für bemerkenswert halte, sind einige Teile deiner großen Theorie dermaßen an den Haaren herbeigezogen, daß man deren Schreie noch 5 Straßen weiter hören kann!

Einige Anmerkungen
Fall Anja A: Streich diesen Fall komplett aus deiner Theorie! Ich weiß nicht, wo Du wohnst und wie stark du den Fall verfolgst, aber als Jemand aus dem Südwesten, der auch Freunde in Stuttgart hat, bin ich relativ gut informiert was den Fall betrifft. Das war eine äußerst lokale Sache. Der Fall ist nur noch nicht aufgeklärt, weil die Stuttgarter Polizei keine Möglichkeit hatte, den Muckensturm komplett auf den Kopf zu stellen und bis heute niemand aus der Familie des Mörders geredet hat.
Was bis heute an die Öffentlichkeit gelangte, ist ziemlich eindeutig. Die Beweislage stellt klar, daß Opfer, Täter (egal ob man an den Halbstarken- oder doch eher Erwachsenentäter glaubt) und eventl. Helfer im gleichen, kleinen Stadtteil wohnten und Einheimischenortskenntnisse offensichtlich sind. Darüber hinaus hält bis heute eine, eventuell zwei, Familie dicht. Der Mörder muß, nicht kann, aufgefallen sein und seine Familie schützt ihn bis heute.

Fall Sybille G: Auch diesen Fall solltest Du streichen! Höchstens könnte man einen möglichen, aber zweifelhaften, Zusammenhang der Fälle A und G konstruieren. Aber beide Stuttgarter Fälle sind zu lokal und anders gelagert, um auch nur im Entferntesten etwas mit den 3 Mordserien (Münster, Heidelberg, Weser-Elbe) zu tun zu haben. Wenn Du ehrlich zu Dir selbst bist wirst du sehen, daß du dafür banale Gemeinsamkeiten bemühst.

Fall M van Gahlen: Ich denke ich habe diesen Fall bereits früher einmal erwähnt. Ein Mordfall aus Wuppertal im Jahr 1970. Diese Tat hat bedeutnend mehr Ähnlichkeiten mit der Münsterland Serie, womöglich ist es gar der erste Fall dieses gefährlichen Mörders, damals noch unsicher. Zeitlich passt er in das Schema der Müster/Heidelbergserie. Das Opfer wird wie im Fall Pfeiffer in Heidelberg in den Fluß geworfen, an beiden Tagen war hundsmiserabeles Wetter, daher auch nicht die Ablage im Wald wie sonst.
Die Stelle, an der Marlies in den Fluß geworfen wurde, liegt auf dem Weg von Wuppertal nach Münster! Das Opfer passt relativ gut ins "Beuteschema" des Anhalterinnenmörders, wird binnen Stunden getötet und "entsorgt", auch nimmt der Täter eine Trophäe mit, in derselben Art wie es später der Münster/Heidelbergtäter tun wird.
Es gibt hinsichtlich des Falls Pfeiffer (auch teilweise wie bei Barbara S) eine weitere Parallele, Vorverabredung. Im Fall Pfeiffer bekam das Opfer an seinem Todestag bei miesem Wetter in einem abgelegenen Stadteil nachgewiesen dermaßen schnell eine Mitfahrgelegenheit, daß man von einer Vorverabredung ausgehen kann, womöglich gar muß. Im Fall van Gahlen hatte das Opfer längeren Ausgang als üblich, brach aber dennoch zur normalen Zeit auf und wollte unbedingt alleine gehen. Sowohl P als auch vG trafen dann auf der Strecke zur nächsten ÖNV-Haltestelle auf ihren Mörder.
Den Fall van Gahlen kam auch in XY, ist auf Youtube ab und an einsehbar.

Serien: Die Fälle aus Münster und Heidelberg sind sicher das Werk eines Täters, die Hinweislage ist da so eindeutig, daß dies bereits in den 70ern mit nur rudimentärer Täteranalyse klar war. Und was bis heute weiter von der Polizei bekannt gegeben wurde, macht klar, daß trotz gelegentlicher leichter Variationen der komplette MO des Täter außerst distinktiv ist. Die Polizei war ihm auch stellenweise dicht auf den Fersen, denn wie XY damals in den Reaktionen vermeldete, hatte der Mörder Teile seiner Trophäensammlung und eigene Dinge verbrannt, bevor er aus Münster nach Heidelberg ging. Nur diese Ortsveränderung hat ihn wohl gerettet. Und auch in Heidelberg muß man ihm nahe gekommen sein, denn wie in Münster bricht die Serie schlagartig ab, als eine Leichenablage fast schiefgeht.

Obwohl die Weser-Elbeserie als Gedankenspiel hin und wieder zu Münster/Heidelberg theoretisiert wird, u.a. von Ede Zimmermann, sind da durchaus Zweifel, ob es wirklich die "große" Serie gibt. Es ist nicht einmal sicher, ob Weser-Elbe wirklich alle die Taten eines Täters sind. Aber unabhängig davon, wie kurz oder lang die Weser-Elbe letztlich ist, gibt es mehr oder weniger subtile Unterschiede zur Münsterland-Heidelbergserie. Ich glaube, daß es zwei unterschiedliche Serien sind, Münsterland-Heidelberg auf der einen, Weser-Elbe auf der anderen Seite, besonders da es Anfang der 80er iim Raum Heidelberg einen Mord gibt, der frappierend an den alten Serientäter erinnert, etzt aber versucht, den Ball flacher zu halten. Schließlich muß er nach dem 8. Mord bei der "mißglückten" Leichenablage nur knapp Entdeckung und Fstnahme entgangen sein. Damals lehnte das tote Opfer achtlos an einem Baum anstatt der geradezu ritualisierten Ablage (Ausnahme Fall Pfeiffer wegen Wetter) wie in den anderen Fällen. Der Typ muß nur um Haaresbreite entkommen sein, was für ein Pech für die Polizei.

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04.08.2020 um 22:16
Hallo @Höhenburg ,

erstmal vielen Dank für Deinen ausführlichen Beitrag.

Mit den Stuttgarter Fällen hatte ich mich durchaus intensiv beschäftigt.
Mein erster Beitrag in der zugehörigen Diskussion ist von 2012:
Diskussion: Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G. (Beitrag von GonzoX)

So wie ich es damals beschrieben habe, sehe ich es im wesentlichen noch immer. Nun sogar verstärkt, weil jetzt auch der Nazi-Christ Roeder mit im Spiel ist.
Zum damaligen Diskussionsleiter @armleuchter hatte ich übrigens auch immer einen guten Draht.

Ich hatte bisher 7 Punkte angeführt, weswegen ich die diese Fälle mit zur Großen Serie zähle:
Beitrag von GonzoX, Seite 19

Noch hinzufügen möchte ich:

8) In der Großen Serie bestehen noch zeitliche Lücken, die man gut mit den Stuttgarter Fällen füllen könnte: 1983 und 1987.

9) Fast alle Orte der Serie haben eine potentielle Anwesenheit amerikanischer Soldaten, so auch Stuttgart
Diskussion: Frauenmorde im Elbe-/Weserraum (Beitrag von GonzoX)

10) in der Münsterländer und Stuttgarter Serie galt damals bei den Ermittlern als gesetzt, dass man es mit einem "Lustmörder" und nicht mit einem gewöhnlichen Sexualtäter zu tun hatte.
Also jemand dem das Töten selbst Lust und Befriedigung verschafft.
Bei keinem der Fälle fand eine Vergewaltigung, also Penetration der Opfer statt.

Der von Dir aufgeführte Fall M. von Galen ist zwar interessant, aber der Täter scheint hier nicht auf diese Penetration verzichtet zu haben.
Ich würde ihn von daher nicht zur übergreifenden Serie zählen.

Was Monika Pfeiffer betrifft, tendiere ich auch dazu zu glauben, dass sie kein zufälliges Tramperinnen-Opfer war.
Analog zu meiner neuen Theorie kann ich mir vorstellen, dass der Täter sie verfolgte, ihr auflauerte (bzw. zuuuufällig gerade mit seinem Auto vorbeikam als sie sich zum Trampen aufstellte). Ich vermute, sie ist wegen ihres türkischen Freundes in den Fokus des Täters oder seiner Gruppe geraten.

Den Zusammenhang der Serien Münsterland und Heidelberg sehe ich ähnlich wie Du.
Ich würde mich auch nicht wundern, wenn es eine identische DNA-Spur gibt, die aber aus taktischen Gründen der Öffentlichkeit vorenthalten wird.

Auch die Zugehörigkeit der norddeutschen Fälle zur GROßEN SERIE hat sich bei mir immer weiter verfestigt. Mittlerweile könnte ich mir aber vorstellen, dass nicht alle Taten einem einzigen Akteur zuzuschreiben sind - ein Zusammenhang aber in der identischen Ideologie und deren Mentor besteht.


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04.08.2020 um 23:16
GonzoX
schrieb:
Mittlerweile könnte ich mir aber vorstellen, dass nicht alle Taten einem einzigen Akteur zuzuschreiben sind - ein Zusammenhang aber in der identischen Ideologie und deren Mentor besteht.
Interessant! Erklär mal bitte genauer
Höhenburg
schrieb:
Die Polizei war ihm auch stellenweise dicht auf den Fersen, denn wie XY damals in den Reaktionen vermeldete, hatte der Mörder Teile seiner Trophäensammlung und eigene Dinge verbrannt, bevor er aus Münster nach Heidelberg ging. Nur diese Ortsveränderung hat ihn wohl gerettet. Und auch in Heidelberg muß man ihm nahe gekommen sein, denn wie in Münster bricht die Serie schlagartig ab, als eine Leichenablage fast schiefgeht.
Und wohin ging er dann und wo lebte er seinen Drang weiter aus?
Höhenburg
schrieb:
Aber unabhängig davon, wie kurz oder lang die Weser-Elbe letztlich ist, gibt es mehr oder weniger subtile Unterschiede zur Münsterland-Heidelbergserie.
Kann im Laufe der Jahre ein sich entwickelnder Täter und lernender Täter, gerade wenn ihm die Polizei sehr dicht auf den Fersen ist, seine Handlungen, Modi operandi, Vorgehensweisen, Vor- und Nachtatverhalten, uvm nicht ändern? Kann er nicht gerade deswegen immer vorsichtiger und "besser" werden? Und seine Lust und seine Interessen und seine Bedürfnisse am Töten können sich ja auch weiter entwickeln, oder?

Wenn man sich die Zeit ansieht, über die die Serie oder Serien verliefen, entwickelt sich jeder Mensch weiter. Auch Mörder.


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

05.08.2020 um 01:15
darkstar69
schrieb:
Kann im Laufe der Jahre ein sich entwickelnder Täter und lernender Täter, gerade wenn ihm die Polizei sehr dicht auf den Fersen ist, seine Handlungen, Modi operandi, Vorgehensweisen, Vor- und Nachtatverhalten, uvm nicht ändern? Kann er nicht gerade deswegen immer vorsichtiger und "besser" werden? Und seine Lust und seine Interessen und seine Bedürfnisse am Töten können sich ja auch weiter entwickeln, oder?
Wenn man sich die Zeit ansieht, über die die Serie oder Serien verliefen, entwickelt sich jeder Mensch weiter. Auch Mörder.
Muß morgen zeitig raus, daher nur kurz. Mehr bei Gelegenheit.
Ja, manche Täter entwickeln sich weiter oder verfeinern ihr altes Konzept. Beispiele gibt es genug, wie Little, BTK oder auch der historische Jack the Ripper. Aber bei aller Weiterentwicklung gibt es Punkte, die für die Motivation entscheidend sind, die "sein müssen". Für den Münsterland-Heidelbergtäter war die ritualisierte Ablage der Opfer und spätere, aber gesicherte Auffindung, um sich einen "Nachschlagskick" zu geben, fast so wichtig wie der Mord selbst. Nur schwerwiegende Umstände, wie das ausnehmend schlechte Wetter um den Mordtag von M. Pfeiffer herum, konnten ihn davon abhalten.
Von solchen Fetischen läßt ein Lustmörder nicht einfach ab. Das ist Teil des Kicks. Münster und Heidelberg haben über die Jahre natürlich nicht alles preisgegeben, aber es ist ersichtlich, daß die elaborierte Ablage der Opfer und an Orten, daß sie nicht gleich, aber früher oder später doch gefunden werden, ein wichtiger Teil des Ganzen sind.
Die Weser-Elbe-Opfer sind bis heute nicht gefunden. Das halte ich nicht für eine logische Fortentwicklung bei einem solch starken Fetisch. Ich denke eher, daß Weser-Elbe ein anderer Täter ist, der nur ein ähnliches "Jagdgebiet", nämlich Diskos, abgeklappert hat.
darkstar69
schrieb:
Und wohin ging er dann und wo lebte er seinen Drang weiter aus?
Obwohl die meisten Triebtäter nicht ablassen können, gibt es Beispiele für lange Pausen oder komplettes Aufhören. BTK und der Golden State Killer sind dafür Paradebeispiele. Der Golden State Killer hörte nach mindestens 13 Morden und über 50 Vergewaltigungen einfach auf.


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

05.08.2020 um 22:05
Höhenburg
schrieb:
Für den Münsterland-Heidelbergtäter war die ritualisierte Ablage der Opfer und spätere, aber gesicherte Auffindung, um sich einen "Nachschlagskick" zu geben, fast so wichtig wie der Mord selbst. Nur schwerwiegende Umstände, wie das ausnehmend schlechte Wetter um den Mordtag von M. Pfeiffer herum, konnten ihn davon abhalten.
Von solchen Fetischen läßt ein Lustmörder nicht einfach ab. Das ist Teil des Kicks. Münster und Heidelberg haben über die Jahre natürlich nicht alles preisgegeben, aber es ist ersichtlich, daß die elaborierte Ablage der Opfer und an Orten, daß sie nicht gleich, aber früher oder später doch gefunden werden, ein wichtiger Teil des Ganzen sind.
Die Weser-Elbe-Opfer sind bis heute nicht gefunden. Das halte ich nicht für eine logische Fortentwicklung bei einem solch starken Fetisch.
Ich sehe das sehr ähnlich wie Du. Allerdings deute ich die Zusammenhänge etwas anders.
Ich denke, dass die einzelnen unterschiedlichen Vorgehensweisen auch in der Münsterland-Heidelberg-Serie Anzeichen von Machtspielen sind. Wenn ein Täter sich noch mit den lebenden Opfern zeigt, wenn er mit den toten Opfern umherfährt, wenn er sie dann in spezieller Weise ablegt und präsentiert, wenn er sie lebendig und tot noch verletzt, usw dann sehe ich darin einerseits die Lust am Töten und ggf auch Lust am Quälen und Foltern, aber andererseits vor allem die Lust an der Macht. Macht über die Opfer, macht über die Zeugen und die Polizei. Letztlich sogar Macht über die Medien wie XY.

Er wurde eventuell fast gefasst und wechselte seine Vorgehensweise teilweise, seine Umgebung und sein Handlungsfeld radikal. Er könnte bei einem weiteren Ortswechsel auch die Macht über die Leichen weiter entwickelt haben. Ggf sogar die Macht über die lebenden Opfer, wenn er sie zunächst gefangen hielt. Aber dadurch, dass die Leichen eben (überwiegend) nicht gefunden wurden, hat er die Macht über die Opfer, die Angehörigen, die Polizei und die Medien noch gesteigert. Da hat er ja seinen Kick. Darauf kann er sich noch lange seine Höhepunkte holen.

Ich kann mir allerdings auch vorstellen, dass es eben eine Tätergemeinschaft war. Da können unterschiedliche Vorgehensweisen eben auch auf unterschiedliche Personen und Persönlichkeiten zurückgehen. Aber auch da sehe ich die Lust an der Macht als zentrales Element.


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heute um 01:35
darkstar69
schrieb am 04.08.2020:
Interessant! Erklär mal bitte genauer
Hallo @darkstar69 ,

wenn man sich nur mal die 23. August-Taten ansieht........

23./24.08.81 Swanhild Starke
23.08.84 Irma Busch
23./24.08.86 Irene Warnke
23.08.86 Elsbeth Meier
23./24.08.87 Sonja Ady

......passen Elsbeth und Irene wirklich sehr gut zu KWW. Man nur denke an seine Mopo-Sammlung und das identische Tatmuster, welches an die Göhrde-Morde erinnert.

Einer der weiteren Morde (Irene) fand aber genau am gleichen Tag wie der an Elsbeth hat.
KWW hat dann dafür sozusagen ein Alibi.
Für den Mord an Swanhilt wurde mit DNA-Nachweis Ferdinand H. verurteilt.

Wäre es also nicht ganz undenkbar, dass sie beide unter dem Einfluss der gleichen Gruppe oder Organisation oder Ideologie handelten??

Falls es sich bei den Vermisstenfällen tatsächlich um kidnappings per Boot handeln sollte (wie ich in der Irene Schwarz-Diskussion versucht habe herzuleiten), müssten an einer solchen Aktion auch immer eine ganze Reihe Akteure beteiligt gewesen sein.

Und Barbara Storm wird (laut AZ-XY-Beitrag) während ihrer kidnapping-Zeit (?) in Begleitung verschiedener Männer gesehen:
GonzoX
schrieb am 29.04.2016:
Auch anlässlich dieses Spiegel-Artikels finde ich es interessant, den Fall Barbara Storm noch mal etwas genauer zu betrachten. Dieser ist ja alles andere als ein klassischer Tramperinnen-Mord.

13.05.1972 19:30 (Samstag) Schüttorf - steht als Tramperin an Straße Richtung Rheine
------------------------------------Rheine----- besucht Disco Tenne , Übernachtungsort unbekannt
14.05.1972---------(Sonntag) Rheine------ Disco Tenne----------, Übernachtungsort unbekannt
15.05.1972 ca15:00(Montag)--------------- ruft bei ihrer Bank in Schüttorf an
---------------abends-------------Rheine------ Disco Tenne, wird dabei mit dem blonden gescheitelten jungen Mann gesehen
16.05.1972---------(Dienstag) Schüttorf---- wird mit Mann auf Straße gesehen, schlank Narbengesicht
(könnte auch schon Montag gewesen sein)
17.05.1972---------(Mittwoch) Stroemfeld-- Leichenfund


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

heute um 01:46
Das Thema "24. August" kam übrigens auch im Stammheimer Neonazi-Prozess 1982 auf:

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14345350.html

Bildschirmfoto 2020-08-08 um 01.41.15


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