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Wer ermordete Daphne Caruana Galizia?

Wer ermordete Daphne Caruana Galizia?

29.01.2018 um 07:07
@OpLibelle

Vielen Dank auch von mir für die Bilder ! Der "Krater" ist wirklich minimal. Die gesamte Wirkung ist also nach oben gerichtet. Alles sieht ziemlich professionell aus. Ich vermute überigens nicht, dass jener Posten schwierigkeiten mit dem Gewicht eines Fernglases gehabt haben dürfte. Er brauchte nur das Fzg. grob erkennen können und wissen, dass die Zielperson drin ist. Dafür benötigt man mMn keinen hochpräzisen Feldstecher für Scharfschützen. Ein einfaches Zoomglas und ein zweiter Posten, welcher die Abfahrt der Zielperson durchgibt, reichen.


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Wer ermordete Daphne Caruana Galizia?

30.01.2018 um 18:52
@OpLibelle

Vielen Dank für die sehr engagierte und persönliche Führung dieses Threads und das "Greifbarmachen" dieses Verbrechens an einem Ort, der sonst so unauffällig und von der Welt recht unbeobachtet daherkommt.

Was Deine Annahme bzgl. eines leistungsstarken Fernglases und seines Gewichtes angeht, könnten sich die Täter auch eines sogenannten Spektivs auf einem Stativ bedient haben. Wird von Natur- und sonstigen Beobachtern gerne für ermüdungsfreie Langzeitbeobachtungen eingesetzt.
Wikipedia: Spektiv
Wenn ich den Beobachtungsstandort richtig begriffen habe ( alte Artilleriestellung mit guter Aussicht ), dann würde so ein Gerät dort auch kaum auffallen.

Für die Tat selbst halte ich @Slaterator´s Annahme aus Sicherheitsgründen für sehr wahrscheinlich.
Slaterator schrieb: zweiter Posten, welcher die Abfahrt der Zielperson durchgibt, reichen.
In der Durchführung treffen hochgenaue Planung und derber Dilettantismus heftig aufeinander und das finde ich zumindest bemerkenswert.

Aus den von Dir vorgestellten Details geht z. B. für mich hervor, dass die Prepaidhandies vorher getestet wurden, um der Funktion sicher zu sein. Und das so oft, dass, als es drauf ankam erst umständlich ein Guthaben "aufgespielt" werden musste.

Im Threadverlauf sind noch mehr Beispiele genannt, über die man lachen müsste, wenn das ein Film wäre und nicht die traurige Realität.


Die Täter haben ihr Opfer ausgiebig beobachtet und ihren Plan sehr genau angepasst. Es konnte kein Zeitzünder oder eine an die Elektronik des Autos gekoppelte Zündvorrichtung verwendet werden, weil das Auto nicht nur von ihrer Zielperson benutzt wurde.

Dass der Sprengsatz innerhalb des Wagens angebracht war, rückt für mich die Werkstatt wieder ins Blickfeld. Die im thread erwähnten Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit dem Werkstattaufenthalt geben mir sehr zu denken.

Dass an den Schlüsseln keine Spuren für eine Nachfertigung zu sehen waren, sagt doch nichts. Klar, beim Kopierschleifen hinterlässt der Taststift der Schleifmaschine Spuren am Original.
Aber wer braucht das heute noch zwingend? Dasselbe gilt für Abdrücke von Schlüsseln.
Und hätte auch nur Sinn, wenn nicht im Schlüssel noch elektronische Gimmicks drin wären, um die Wegfahrsperre zu deaktivieren.
Inwiefern eine Alarmanlage montiert war, die auch ausgeschaltet werden musste, weiss ich nicht.


Alles nicht mehr so einfach im Zeitalter der Elektronik.
Und heutzutage, wo man der Bordelektronik sogar einen Leuchtmittelwechsel eingeben muss, wie soll da ein Schlüssel in die Hände der Täter gekommen sein? Oder die Täter ohne Schlüssel unbemerkt ins Auto?

Wenn die Täter aber entsprechende Kontakte zur Werkstatt ( alternativ Leihwagenfirma ) haben, lässt sich doch über die Fahrzeug-Ident.-Nr. jederzeit ein Schlüssel bestellen, ohne dass ein Täter den Originalschlüssel jemals in die Finger kriegte.

Schlimmstenfalls wurde der Sprengsatz gleich in der Werkstatt fachgerecht montiert, während die Belegschaft angestrengt Mittagspause machte...

@Slaterator

Zum Sprengsatz hast Du schon einige recht zutreffende Aussagen gemacht. Was die Dosierung angeht, sehe ich das ähnlich. Genug um in Bezug auf Wirkung sicher zu gehen. Die Obergrenze wurde nicht nur von einer gewissen Vernunft diktiert, sondern auch vom zur Verfügung stehenden Platz.
Der ist unterm Sitz begrenzt und auffallen durfte die Ladung auch nicht.

Die gerichtet erscheinende Wirkung, also kaum Schaden auf der Straße bei einer sichtbaren und ungleichmäßigen Verformung des Daches lässt mich an eine improvisierte Hohlladung denken, die in dem Fall ohne Projektil auskommen konnte, weil es keine Panzerung zu durchbrechen gab. Der durch die Form des Sprengstoffes gerichtete Strahl reichte.
Zum Prinzip hier:
Wikipedia: Hohlladung

Mit einem plastischen Sprengstoff lässt sich sowas erschreckend leicht selbst bauen. War in den späten 80ern Thema bei der Reserveoffiziersausbildung der BW.

Was mich etwas irritiert, sind die von Zeugen berichteten zwei Explosionen. Normalerweise erfolgt die Detonation der eigentlichen Ladung zeitgleich mit der des Zünders. Der Zünder hat eine ähnliche Brisanz wie der Sprengstoff und zündet alles auf einmal.
Es geht also nicht der Zünder hoch und bringt den eigentlichen Sprengstoff langsam in Gange.

Eine zusätzliche, und vor allen schwächere, Detonation vor der eigentlichen wäre demnach rein technisch nicht nötig gewesen. Wozu hätte der beobachtete weiße Rauch dienen können oder sollen?

Mir fällt da nur eine ziemlich üble Erklärung ein, wenn man mal einen technischen Defekt beiseitelässt und die erste Detonation gewollt war.

Die Täter wollten, dass das Opfer mitkriegt, was passiert. Bei einer Sprengung der Größenordnung, wie sie das Auto zerrissen hat, ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Explosionsgase deutlich schneller, als die Reizleitung von Nerven oder die Verarbeitung der Wahrnehmung im Gehirn. Man ist also zerstört ( mir fällt da nichts anderes ein ), bevor man es merken kann.
Die erste geschilderte Detonation kann also eine Rauchgranate o. Ä. gewesen sein.

Wer sowas in Auftrag gibt, oder einen solchen Auftrag mit einem solchen Detail versieht, muss, neben der rein praktischen Wirkung, noch einen gewaltigen Hass gehabt haben.

Ich hoffe sehr, dass die Ermittler nicht nachlassen und dass sie die Verantwortlichen kriegen.

MfG

Dew


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30.01.2018 um 22:13
@Dew
Willkomen in der Diskussion.
Dew schrieb:Dass der Sprengsatz innerhalb des Wagens angebracht war, rückt für mich die Werkstatt wieder ins Blickfeld. Die im thread erwähnten Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit dem Werkstattaufenthalt geben mir sehr zu denken.
Die Leihwagenfirma war die Percius Ltd. Nette Webseite: http://www.percius.com/

Die Malta Today schrieb in ihrem Bericht über die Vorverhandlung zu den Schlüsseln:

The vehicle leasing company which owned the rental car had told police that Caruana Galizia had changed her car and was about to lease a vehicle for 5 years. She had been given a temporary car in the interim. There was a board with all spare keys to the rental vehicles in the rental office. CCTV from the office was analysed. The hire company had agreed with Caruana Galizia that they would collect her car before she went abroad and carry out repairs. Police also investigated a panel beater who had been given the spare key, but it emerged that the key had been dropped off at the wrong person. Police had traced the movements of the spare key as it was repaired between the 16 and 23 September. The vehicle was returned to Caruana Galizia on September 25.

http://www.maltatoday.com.mt/news/court_and_police/83223/daphne_caruana_galizia_murder__police_to_continue_testifying_on...
Dew schrieb:Was mich etwas irritiert, sind die von Zeugen berichteten zwei Explosionen. Normalerweise erfolgt die Detonation der eigentlichen Ladung zeitgleich mit der des Zünders. Der Zünder hat eine ähnliche Brisanz wie der Sprengstoff und zündet alles auf einmal.
Meine Erfahrung mit Sprengstoffen ist zwar in etwa Null, aber dass die Verzögerung zwischen der Explosion eines Initialsprengstoffes und der eigentlichen Ladung nicht wahrnehmbar ist, davon bin ich auch ausgegangen. Aber wir haben zwei Augen- und wohl auch einige Ohrenzeugen für die zwei Explosionen. Vielleicht ein ganz primitiver Mechanismus?


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31.01.2018 um 07:20
Dew schrieb:Dass der Sprengsatz innerhalb des Wagens angebracht war, rückt für mich die Werkstatt wieder ins Blickfeld. Die im thread erwähnten Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit dem Werkstattaufenthalt geben mir sehr zu denken.
Ich vermute in diesem Zusammenhang keine Beteiligung von Werkstattpersonal oder das "unbemerkte" Einbauen des Sprengsatzes durch Dritte während des Werkstattaufenthaltes. Das Risiko der Entdeckung, sichere Planbarkeit, unnötige Mitwisserschaft weiterer Personen usw. sprechen mMn dagegen. Ich persönlich würde diese Option nur dann für wahrscheinlich halten, hätte es einen Bezug zwischen Werkstatt und Tatverdächtigen gegeben. Z.B. wenn dort einer der mutmaßlichen Täter gearbeitet hätte und/oder die Werkstatt einem/mehreren Tatverdächtigen gehört hätte. Das ist aber -glaube ich- nicht der Fall. Zumindest habe ich nichts davon gelesen.
Dew schrieb:(...) Und heutzutage, wo man der Bordelektronik sogar einen Leuchtmittelwechsel eingeben muss, wie soll da ein Schlüssel in die Hände der Täter gekommen sein? Oder die Täter ohne Schlüssel unbemerkt ins Auto?
Das ist (leider) keine große Kunst. Viele Autodiebe nutzen sogar die Elektronik, um ein Auto schneller und einfacher zu öffnen. Es gibt da Sicherheitslücken groß wie Scheunentore, die eine Öffnung problemlos ermöglichen, sofern man sich ein wenig auskennt und über die entsprechende Ausrüstung dafür verfügt. Letztere ist via Internet und über "Szenekontakte" sicher, schnell und günstig zu beschaffen.
Dew schrieb:Die gerichtet erscheinende Wirkung, also kaum Schaden auf der Straße bei einer sichtbaren und ungleichmäßigen Verformung des Daches lässt mich an eine improvisierte Hohlladung denken, die in dem Fall ohne Projektil auskommen konnte, weil es keine Panzerung zu durchbrechen gab. Der durch die Form des Sprengstoffes gerichtete Strahl reichte.
Ja, so hatte ich mir das auch vorgestellt. Der Sprengsatz könnte z.B. auf einer Art "Grundträger" z.B. aus Stahl montiert gewesen sein, der die Wirkung nach oben konzentrierte. Im Prinzip so wie bei einer M18A1 Claymore. Die typisch kegelförmige Metalleinlage zur Projektilbildung war -wie Du auch geschrieben hast- in diesem Falle völlig unnötig. Diesem Prinzip folgend, wäre die Bombe kompakt genug und sehr wirkungsvoll gewesen. Die am Fahrzeug und auf der Straße sichtbaren Spuren passen mMn dazu.

Wikipedia: M18_Claymore
Dew schrieb:Was mich etwas irritiert, sind die von Zeugen berichteten zwei Explosionen. Normalerweise erfolgt die Detonation der eigentlichen Ladung zeitgleich mit der des Zünders. Der Zünder hat eine ähnliche Brisanz wie der Sprengstoff und zündet alles auf einmal.
Es geht also nicht der Zünder hoch und bringt den eigentlichen Sprengstoff langsam in Gange.
Das ist in der Tat eine interessante und bemerkenswerte Beobachtung, zu der ich keine wirklich gute Erklärung habe. Sollte es sich um einen Sprengsatz gehandelt haben, wie ich ihn mir vorstelle (s.o.), hätte es keine zwei Detonationen gegeben. Eine Fehlzündung/Teilzündung wäre auch äußerst unwahrscheinlich. Ich weiß von zu Rohrbomben umgebauten Granaten, deren Zünder eine kleine Detonation und Rauchentwicklung vor der eigentlichen "großen" Detonation verursachten. Allerdings passt mMn weder die sichtbare Wirkung an Fzg./Straße, noch der verwendete Fernzündungsmechanismus via Mobiltelefon zu so einem Sprengsatz.

Möglicherweise haben wir es sogar mit zwei Sprengsätzen zu tun, die unterschiedliche Wirkungen erzielen sollten. Z.B. ein kleiner Sprengsatz an der Lenksäule oder Pedallerie, um das Fahrzeug unsteuerbar und/oder die Bremsen unbrauchbar zu machen und der "Hauptsprengsatz" um das eigentliche Ziel, die Tötung der Zielperson, zu erreichen. Wie gesagt, ich habe auch keine wirklich schlüssige Erklärung dafür.
Dew schrieb:Die Täter wollten, dass das Opfer mitkriegt, was passiert. Bei einer Sprengung der Größenordnung, wie sie das Auto zerrissen hat, ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Explosionsgase deutlich schneller, als die Reizleitung von Nerven oder die Verarbeitung der Wahrnehmung im Gehirn. (...) Die erste geschilderte Detonation kann also eine Rauchgranate o. Ä. gewesen sein.

Wer sowas in Auftrag gibt, oder einen solchen Auftrag mit einem solchen Detail versieht, muss, neben der rein praktischen Wirkung, noch einen gewaltigen Hass gehabt haben.
Denkbar ist das natürlich auch. Ich persönlich vermute/spekuliere jedoch, dass die Täter weniger darauf hinarbeiteten, die Hinrichtung mit zusätzlichen, sadistischen Details zu versehen. Wäre dieses Vorgehen Teil des ohnehin heimtückischen Planes gewesen, hätten sich andere Tötungsmethoden eher angeboten. Ich möchte dazu garnicht weiter ausholen, denn das Verbrechen ist auch so schon mehr als wiederlich.


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Wer ermordete Daphne Caruana Galizia?

01.02.2018 um 22:24
Auf Malta ist heute die (Vor-)Verhandlung gegen die drei (Haupt-)Täter fortgesetzt worden.

Um es etwas spannend zu machen: Es gibt einen ersten Hinweis auf einen Tatbeteiligten außerhalb der Bande um die Angeklagten. Und um die Erwartung dann auch gleich wieder zu dämpfen: Es ist nicht gerade viel, was da zu erfahren war.

Zunächst zum Formalen: Bisher ging es in der Vorverhandlung darum, dass das Gericht zu prüfen hatte, ob genug Beweise für die Eröffnung eines Hauptverfahrens vorliegen. Diese Frage hatte das Gericht schon vor Weihnachten bejaht.

Damit hat die Staatsanwaltschaft jetzt jederzeit drei Optionen: Sie kann das Verfahren vor einem Einzelrichter eröffnen, der maximal Strafen bis 25 Jahre Gefängnis verhängen kann, sie kann das Verfahren vor einer Jury eröffnen, die auch auf lebenslange Freiheitsstrafe erkennen kann. Oder sie kann die Vorverhandlung fortsetzen und weiteres Beweismaterial präsentieren. Eben dafür hat sich der Generalstaatsanwalt entschieden. Warum dies prozessual notwendig oder vorteilhaft für die Anklage ist, weiß ich nicht. Vielleicht möchte man, dass die Zeugen so früh wie möglich vernommen werden, damit die Erinnerung möglichst frisch sind.

Die drei maltesischen Zeitungen haben wieder live im Chat-Stil berichtet, aber wieder ab und an mit kleinen Widersprüchen. Ich fasse mal zusammen:

1.)
Beamte, die mit als erstes am Tatort waren, sagten aus. Der erste Notruf ging bei der Polizei um 15:02 Uhr ein. Die ersten Kräfte waren um 15:10 Uhr vor Ort. Zu diesem Zeitpunkt brannte das Fahrzeug lichterloh. Der Wagen hatte auch einiges Gestrüpp in Brand gesetzt.

Daphne Körper befand sich auf der Beifahrerseite, gegen die Tür gelehnt. Zwei ihrer Extremitäten waren bei der Explosion aus dem Fahrzeug geschleudert worden.

Am Tatort befanden sich einer der Söhne von Daphne und ein PKW-Fahrer, der angehalten hatten. Die beiden stritten heftig, weil Daphnes Sohn glaubte, der Fahrer habe mit seinem Handy Fotos gemacht. Tatsächlich hatte er das nicht, sondern nur die Polizei gerufen.

2.)
Auch die Frage der Fahrzeugschlüssel wurde diskutiert. Der Geschäftsführer der Leih-/Leasingwagenfirma sagte aus, zu Daphnes Wagen habe es zwei Schlüssel gegeben: Einer mit integrierter Funkfernbedienung, der sich die ganze Zeit bei Daphne befand und ein zweiter, rein mechanischer, der bei der Leihwagenfirma geblieben sei. Zu den Zweitschlüsseln dort hätten insgesamt sieben Mitarbeiter Zugang. Das gesamte Firmengelände sei Videoüberwacht.

Unter Verwendung des Zweitschlüssel hätte ein Mitarbeiter der Leihwagenfirma das Auto bei Daphne abgeholt, nachdem sie einen kleineren Blechschaden nach einem Auffahrunfall gemeldet hatte. Der Wagen wurde direkt in eine Karosserie-Werkstatt gebracht. Nachdem die ihre Arbeiten beendet hatten, sei der Wagen dann von einem KFZ-Lackierer abgeholt worden, der ihn seinerseits wieder zur Leihwagenfirma gebracht hätte. Dort habe er über ein Wochenende - videoüberwacht - gestanden, bevor er wieder zu Daphne zurückgebracht worden wäre.

Wann und wo es jetzt hier zu Verwechslungen oder sonstigen Problemen mit den Schlüsseln gekommen sein soll, blieb offen.

3.)
Dann wurde ein Zeuge vernommen, den die Staatsanwaltschaft extra belehrte, dass sie gegen ihn ermittelt habe, dass nunmehr aber keine Verdachtsmomente gegen ihn bestehen würden und er also kein generelles Aussageverweigerungsrecht habe, sich aber natürlich auch nicht selbst belasten müsse.

Der Zeuge, der in einer Filiale des örtlichen Mobilfunkanbieters GoMobile arbeitet, gab an, mit den Tätern lose befreundet zu sein. Er wäre mehrfach mit George Degiorgio zusammen auf dessen Boot zum Fischen gefahren. Am Tattag sei er ebenfalls mit George recht früh morgens - um 5:30 Uhr - zum Fischen verabredet gewesen. George wäre jedoch nicht gekommen, habe aber gegen 6:15 Uhr eine SMS geschickt, dass ihm etwas dazwischengekommen wäre.

Gegen Mittag habe ihn George gebeten ihm bei der Aufladung eines Vodafone-Prepaid-Handys zu helfen. Er habe daraufhin die Code-Nummer von einer Guthabenkarte freigerubbelt und die Nummer per SMS an George gesendet.

4.)
Am interessantesten war wohl die Aussage eines Ehepaares, dessen Namen und genaue Wohnanschrift die Presse auf Verfügung des Gerichts nicht nennen darf. Sie wohnen in der Nähe der als Beobachtungsposten vermuteten, alten Artilleriestellung.

Die beiden sagten aus, in den zwei bis drei Wochen vor der Tat, sein ihnen an fünf oder sechs Tagen ein weißer Kleinwagen in der Nähe ihres Hauses aufgefallen. Nach der Tat hätten sie den Wagen nie wieder gesehen.

Es hätte sich um einen KIA Picanto oder ein ähnlich aussehendes Fahrzeug gehandelt. Am Heck habe sich der Aufkleber einer Leasingfirma befunden (welche wurde nicht gesagt). Die beiden letzten Buchstaben des Kennzeichens wären QZ gewesen, möglicherweise DQZ (maltesische Kennzeichen bestehen üblicherweise aus drei Buchstaben gefolgt von drei Ziffern, also z.B. "DQZ 123".

Es habe stets die gleiche Person am Steuer gesessen: Ein Mann mit dunklem Teint und insgesamt arabischen Aussehen, möglicherweise ein Libyer. Mit Sicherheit hätte es sich um keinen der drei Angeklagten gehandelt. Dies ist der erste "offizielle" Hinweis auf einen weiteren Tatbeteiligten.

Am Tattag wurde der Fahrer nicht gesehen, wohl aber der Wagen, nämlich gegen 9:30 Uhr von der Frau, als sie aus dem Haus ging. Ihr Mann sah den Wagen am Tattag um 14:30 Uhr - also etwa 30 Minuten vor der Explosion -, als er zum Briefkasten ging, als er aber kurz nach der Explosion aus dem Haus ging, um zu sehen, was passiert war, war der Wagen weg.

Weiter offen blieb, ob die Polizei nun den Wagen identifiziert hat oder nicht. Interessant finde ich, dass die Zeugen überhaupt von der Staatsanwaltschaft in das Verfahren eingeführt wurden, denn sie tragen ja zur Anklage gegen die drei Haupttäter nichts bei. Möglicherweise gibt es da im Laufe der Verhandlung ja noch eine Überraschung.

Die Verhandlung wird am Mittwoch, den 7. Februar 2018 fortgesetzt.

Quellen:
http://www.maltatoday.com.mt/news/court_and_police/84133/watch_daphne_caruana_galizia_murder_compilation_of_evidence_con...

https://www.timesofmalta.com/articles/view/20180201/local/live-caruana-galizia-murder-case-back-in-court.669462?utm_sour...

http://www.independent.com.mt/articles/2018-02-01/local-news/Live-Daphne-s-murder-Compilation-of-evidence-continues-toda...


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02.02.2018 um 07:05
OpLibelle schrieb:(...) Daphne Körper befand sich auf der Beifahrerseite, gegen die Tür gelehnt. Zwei ihrer Extremitäten waren bei der Explosion aus dem Fahrzeug geschleudert worden.
Ich denke auch dieses makabere Detail passt zu der Vermutung, dass es sich um eine Vorrichtung im Stile einer zielgerichteten Sprengladung gehandelt haben könnte, deren Wirkung hauptsächlich nach oben konzentriert war. Die besagte Wirkung dürfte dabei sofort tödlich gewesen sein.
OpLibelle schrieb:(...) Einer mit integrierter Funkfernbedienung, der sich die ganze Zeit bei Daphne befand und ein zweiter, rein mechanischer, der bei der Leihwagenfirma geblieben sei.
Ich persönlich vermute in der Fernbedienbarkeit des Schlosses die Methode, wie sich der/die Täter Zugang zum Fahrzeug verschaffte(n). Ein Schlüssel (im herkömlichen Sinn) wäre dann nicht notwendig.
OpLibelle schrieb:Die beiden sagten aus, in den zwei bis drei Wochen vor der Tat, sein ihnen an fünf oder sechs Tagen ein weißer Kleinwagen in der Nähe ihres Hauses aufgefallen. Nach der Tat hätten sie den Wagen nie wieder gesehen.

Es hätte sich um einen KIA Picanto oder ein ähnlich aussehendes Fahrzeug gehandelt. (...)

Es habe stets die gleiche Person am Steuer gesessen: Ein Mann mit dunklem Teint und insgesamt arabischen Aussehen, möglicherweise ein Libyer. Mit Sicherheit hätte es sich um keinen der drei Angeklagten gehandelt. (...)
Eine spannende Beobachtung. Sollte das Fzg. tatsächlich mit dem Attentat zusammenhängen, ist das für mich ein weiterer Hinweis auf einen professionellen Hintergrund und eine weitläufige Verstrickung über verschiedene Ebenen der "Gesellschaft". Mal abwarten, ob und wenn ja was da noch zu herausgefunden wird.


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02.02.2018 um 10:55
@OpLibelle
OpLibelle schrieb:@Dew Willkomen in der Diskussion.
Danke für die freundliche Begrüßung, das Eingehen auf meinen Beitrag und natürlich für die Fortsetzung.
OpLibelle schrieb:Damit hat die Staatsanwaltschaft jetzt jederzeit drei Optionen: Sie kann das Verfahren vor einem Einzelrichter eröffnen, der maximal Strafen bis 25 Jahre Gefängnis verhängen kann, sie kann das Verfahren vor einer Jury eröffnen, die auch auf lebenslange Freiheitsstrafe erkennen kann. Oder sie kann die Vorverhandlung fortsetzen und weiteres Beweismaterial präsentieren. Eben dafür hat sich der Generalstaatsanwalt entschieden. Warum dies prozessual notwendig oder vorteilhaft für die Anklage ist, weiß ich nicht. Vielleicht möchte man, dass die Zeugen so früh wie möglich vernommen werden, damit die Erinnerung möglichst frisch sind.
Wenn ich das richtig verstehe, denke ich, dass man es nicht bei der reinen Verurteilung der ausführenden Täter belassen will, sondern über die Fortführung der Vorverhandlung mit weiterem Beweismaterial noch weitere Beteiligte aufdecken und für ihre Beteiligung bestrafen will.

Je "frischer" die Zeugen, desto besser, das kommt auf jeden Fall noch mit dazu.

@Slaterator hatte mich bzgl. der Autoelektronik freundlicherweise upgedatet. Das Zeug, was ich fahre, stammt aus einer anderen Zeit...
Slaterator schrieb:Dew schrieb:()... Und heutzutage, wo man der Bordelektronik sogar einen Leuchtmittelwechsel eingeben muss, wie soll da ein Schlüssel in die Hände der Täter gekommen sein? Oder die Täter ohne Schlüssel unbemerkt ins Auto?Das ist (leider) keine große Kunst. Viele Autodiebe nutzen sogar die Elektronik, um ein Auto schneller und einfacher zu öffnen. Es gibt da Sicherheitslücken groß wie Scheunentore, die eine Öffnung problemlos ermöglichen, sofern man sich ein wenig auskennt und über die entsprechende Ausrüstung dafür verfügt. Letztere ist via Internet und über "Szenekontakte" sicher, schnell und günstig zu beschaffen.
Trotzdem bleibt die Sache mit dem Werkstattaufenthalt in mittlerweile zwei Werkstätten für mich auffällig.
OpLibelle schrieb:Unter Verwendung des Zweitschlüssel hätte ein Mitarbeiter der Leihwagenfirma das Auto bei Daphne abgeholt, nachdem sie einen kleineren Blechschaden nach einem Auffahrunfall gemeldet hatte. Der Wagen wurde direkt in eine Karosserie-Werkstatt gebracht. Nachdem die ihre Arbeiten beendet hatten, sei der Wagen dann von einem KFZ-Lackierer abgeholt worden, der ihn seinerseits wieder zur Leihwagenfirma gebracht
Ich rekapituliere mal, wie ich das sehe:

DCG hatte einen Leihwagen von einer Firma, die sicher nicht nur diesen einen Wagen hatte.

Dieser Wagen war eine Zwischenlösung, da sie ein anderes Fahrzeug leasen wollte.

Mit dem Leihwagen ereignet sich ein Unfall.
War das schon eine Maßnahme ihrer Feinde, um an den Wagen dranzukommen?
Denn das weitere Prozedere erscheint mir unnötig umständlich.

Anstatt ihr einfach einen anderen Wagen vom Hof zu geben, und sie damit weiter fahren zu lassen, bis ihr Leasingauto zur Verfügung stand, holte man den beschädigten ab, ließ ihn offenbar erst ausbeulen, dann lackieren und dann gab man ihn ihr wieder.
War sie in der Zwischenzeit ohne Auto?
Oder hatte sie einen Ersatzwagen?

Das sieht für mich nach ´ner Menge unnötiger Rumgurkerei aus. Eine Leihwagenfirma arbeitet normalerweise mit Ziel effiziente Auslastung des Fuhrparks. Und die ist nicht gegeben, wenn irgendwelche Mitarbeiter oder Fremdfirmen mit den Autos rumcariolen.
Da liegt für mich noch einiges im Dunklen und der Wagen ging mir durch zu viele Hände, um das nicht verdächtig zu finden.

Denn was haben wir als nächste interessante Info:
OpLibelle schrieb:Der Zeuge, der in einer Filiale des örtlichen Mobilfunkanbieters GoMobile arbeitet, gab an, mit den Tätern lose befreundet zu sein. Er wäre mehrfach mit George Degiorgio zusammen auf dessen Boot zum Fischen gefahren.
So funktionieren diese Strukturen/"Familienunternehmen". Die eigentlichen Verbrecher haben Freunde und Bekannte, die sie mit oder ohne deren Wissen mit einspannen für irgendwelche Sonderaktionen, deren illegaler Charakter für die Leute nicht erkennbar sein muss.

Eine ähnliche Konfiguration könnte ich mir in der Leihwagenfirma oder in den Werkstätten vorstellen. Wollte das schon spekulativ in die Diskussion werfen, obwohl es keinen direkten Hinweis darauf gab aber mit dieser ( möglichen ) Parallele drängt es sich mir geradezu auf.

Auf die anderen Punkte komme ich noch.

MfG

Dew


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02.02.2018 um 11:53
@Dew
Zu deiner Frage:
Dew schrieb:War sie in der Zwischenzeit ohne Auto?
Oder hatte sie einen Ersatzwagen?
Konnte ich das finden:
OpLibelle schrieb:The hire company had agreed with Caruana Galizia that they would collect her car before she went abroad and carry out repairs.
http://www.maltatoday.com.mt/news/court_and_police/83223/daphne_caruana_galizia_murder__police_to_continue_testifying_on...

Also war Daphne wohl ausser Landes und hatte deshalb der Reparatur zugestimmt, da soe den Wagen in ihrer Abwesenheit sowieso nicht benötigt hätte.

Aber trotz allem schon komisch, aber vielleicht einfach nur "maltesisch"


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02.02.2018 um 13:52
@citybird

Danke für den Hinweis. Hatte ich übersehen.

Demnach wurde die Reparatur in Karosseriebetrieb und Lackiererei ausgeführt, als sie nicht zu Hause war. Da macht das Vorgehen insgesamt schon eher Sinn.

Da ihr Sohn das Auto aber auch benutzte, war der dann ohne?

Trotzdem bleiben zwei Betriebe zusätzlich zur Leihwagenfirma, die Zugriff auf das Auto hatten. Um am Unfallschaden arbeiten zu können, brauchte man den Schlüssel. Dann kamen noch die Fahrten von DCG´s Wohnort zur Karrosseriewerkstatt, von da zur Lackiererei, von da zur Leihwagenfirma.
Ob am Abschleppwagen, auf dem Autotransporter oder eigener Achse:
alles Wege und Zeiten ohne Videoüberwachung, zu denen der Sprengsatz hätte montiert/platziert werden können.

Ich denke nicht, dass sich vor ihrer Wohnung jemand an ihrem Auto zu schaffen gemacht hätte.
citybird schrieb:vielleicht einfach nur "maltesisch"
Die Möglichkeit besteht natürlich auch noch.

@OpLibelle
OpLibelle schrieb:Es habe stets die gleiche Person am Steuer gesessen: Ein Mann mit dunklem Teint und insgesamt arabischen Aussehen, möglicherweise ein Libyer. Mit Sicherheit hätte es sich um keinen der drei Angeklagten gehandelt. Dies ist der erste "offizielle" Hinweis auf einen weiteren Tatbeteiligten.
Beteiligter? Leiter der Aktion? Beobachter, ob die Tat ausgeführt wurde? Für einen Zufall, finde ich, war das Auto zu oft da.
OpLibelle schrieb:Am Heck habe sich der Aufkleber einer Leasingfirma befunden (welche wurde nicht gesagt).
OpLibelle schrieb:Die beiden letzten Buchstaben des Kennzeichens wären QZ gewesen, möglicherweise DQZ
Das klingt immerhin vielversprechend.

Nochmals danke für die Infos.

@Slaterator
Slaterator schrieb:Das ist in der Tat eine interessante und bemerkenswerte Beobachtung, zu der ich keine wirklich gute Erklärung habe. Sollte es sich um einen Sprengsatz gehandelt haben, wie ich ihn mir vorstelle (s.o.), hätte es keine zwei Detonationen gegeben. Eine Fehlzündung/Teilzündung wäre auch äußerst unwahrscheinlich.
.......
Slaterator schrieb:Möglicherweise haben wir es sogar mit zwei Sprengsätzen zu tun, die unterschiedliche Wirkungen erzielen sollten. Z.B. ein kleiner Sprengsatz an der Lenksäule oder Pedallerie, um das Fahrzeug unsteuerbar und/oder die Bremsen unbrauchbar zu machen und der "Hauptsprengsatz" um das eigentliche Ziel, die Tötung der Zielperson, zu erreichen. Wie gesagt, ich habe auch keine wirklich schlüssige Erklärung dafür.
Hervorhebung von mir.

Das wäre eine Möglichkeit. In dem Fall wäre eine Rauchentwicklung ( entweder durch den Sprengsatz, der den ersten Knall verursachte oder durch eine Rauchladung ) eine zusätzliche Maßnahme gewesen, um DCG die Kontrolle über das Fahrzeug und/oder die Orientierung zu nehmen.
Slaterator schrieb:Ich denke auch dieses makabere Detail passt zu der Vermutung, dass es sich um eine Vorrichtung im Stile einer zielgerichteten Sprengladung gehandelt haben könnte, deren Wirkung hauptsächlich nach oben konzentriert war. Die besagte Wirkung dürfte dabei sofort tödlich gewesen sein.
Das scheint sich immer mehr herauszukristallisieren. Für das Opfer kann man nur nachträglich hoffen, dass es schnell ging...
Slaterator schrieb:Ich persönlich vermute in der Fernbedienbarkeit des Schlosses die Methode, wie sich der/die Täter Zugang zum Fahrzeug verschaffte(n). Ein Schlüssel (im herkömlichen Sinn) wäre dann nicht notwendig.
Was die Installation des Sprengsatzes ( oder der zwei Ladungen ) angeht, frage ich mich allerdings zunehmend, wie lange es dauert, so eine Vorrichtung mit recht gezielter Wirkung in einem Fahrzeug an- oder unterzubringen. Macht man sowas bei Nacht und Nebel vor dem Haus des Opfers?

Oder hat die professionell anmutende Planung,...
Slaterator schrieb: weiterer Hinweis auf einen professionellen Hintergrund und eine weitläufige Verstrickung über verschiedene Ebenen der "Gesellschaft".
..., die ich auch zu sehen meine, schon mit dem Auffahrunfall begonnen, der DCG`s Wagen in die Werkstatt brachte? Wo man in Ruhe montieren konnte.
So eine Vorrichtung soll ja nicht nur funktionieren, sie soll einem bei der Montage auch nicht um die Ohren fliegen.

Wie im Zusammenhang mit dem Telefon könnte da auch der Schwager eines Kumpels oder so jemand sitzen, den man mal um einen "Gefallen" bitten konnte.
OpLibelle schrieb:Der Zeuge, der in einer Filiale des örtlichen Mobilfunkanbieters GoMobile arbeitet, gab an, mit den Tätern lose befreundet zu sein.
Ich besteh´ nicht drauf, halte es aber für möglich. Und solche Verbindungen sind schwer aufzuklären.
Slaterator schrieb:Mal abwarten, ob und wenn ja was da noch zu herausgefunden wird.
Da schließe ich mich an.

MfG

Dew


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02.02.2018 um 14:49
Dew schrieb:Da ihr Sohn das Auto aber auch benutzte, war der dann ohne?
Aus der Erinnerung und daher jetzt ohne jeden Beleg meine ich, dass der fragliche Sohn grundsätzlich in London lebt oder zumindest die meiste Zeit da verbringt und deswegen auf Malta kein eigenes Auto hat und eben deshalb das von seiner Mutter benutzt hat, wenn er da war. Falls Daphne im fraglichen Zeitraum auf Gegenbesuch in England war, wäre das alles logisch.

Vor Gericht gehört wurden gestern überigens der Geschäftsführer der Leihwagenfirma, der Angestellt, der den Wagen abgeholt und der Lackierer. Es ging der Polizei wohl darum, den Weg des Zweitschlüssels zu dokumentieren.
Dew schrieb:Macht man sowas bei Nacht und Nebel vor dem Haus des Opfers?
Das Handy, dass die Explosion auslöste, ging am Tattag um 01:44 Uhr ans Netz. Das war ja auch im Auto und muss ja auch irgendwie eingschaltet worden sein. Auch das kann man natürlich über irgendeine Fernbedienung lösen. Aber anderseits, diese blöden Fehler, sich mit den eigenen Handys am Tatort rumtrieben usw. usf. und dann so ein komplexer Sprengsatz?
Dew schrieb:Beteiligter? Leiter der Aktion? Beobachter, ob die Tat ausgeführt wurde? Für einen Zufall, finde ich, war das Auto zu oft da.
Mit Sicherheit kein Zufall.

Laut Malta Times sagte der Zeuge wörtich:
"The man in the car looked like an Arab, like a Libyan. Dark skinned... He seemed stiff that's why it seemed suspicious. Also, it's not a traffic-heavy area. If somebody comes to the area its for a reason".

Im Independent liest sich das:
"The impression I had at the time was that the man in the car was Arab looking, possibly Libyan but I only spotted him for a few moments. I found him suspicious because he seemed stiff. Also, it's not a traffic-heavy area. If somebody comes to the area its for a reason".

Und laut Malta Today, waren die Worte:
"The man in the car looked like an Arab, like a Libyan. Dark skinned. It’s not a traffic heavy area. When someone goes there, it’s for a purpose”

So sehe ich das auch. Ich war je gerade vor zwei Wochen ungefähr da, wo der Mann sein Haus haben muss. Entweder man wohn tda, besucht jemanden oder will zu diesem Gemüsehöker, den ich fotographiert habe. Einen Grund sich da länger als aufzuhalten, gibt es nicht.


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Wer ermordete Daphne Caruana Galizia?

02.02.2018 um 16:35
@OpLibelle

Das mit dem Sohn klingt nachvollziehbar, ich suche aber auch noch mal im thread. Denn irgendwie macht´s auch wiederum kaum Sinn, ihn als Autonutzer zu erwähnen, wenn er doch nicht oder selten da war.
Und kaum Sinn, sicher sein zu wollen, dass DCG das Auto auch fuhr, wenn sonst nicht noch jemand damit unterwegs sein konnte.

Den Weg des Autoschlüssels zu verfolgen mag ja der Vollständigkeit halber o.k. sein, aber explodiert ist das Auto.
Wenn wir @Slaterator folgen, dann war das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein des Schlüssels für die Täter kein Problem.
Slaterator schrieb:Das ist (leider) keine große Kunst. Viele Autodiebe nutzen sogar die Elektronik, um ein Auto schneller und einfacher zu öffnen. Es gibt da Sicherheitslücken groß wie Scheunentore, die eine Öffnung problemlos ermöglichen, sofern man sich ein wenig auskennt und über die entsprechende Ausrüstung dafür verfügt. Letztere ist via Internet und über "Szenekontakte" sicher, schnell und günstig zu beschaffen.
Es bleibt verwirrend, dieses ( scheinbare? ) Zusammenlaufen von hoher Komplexität und "blöden Fehlern".
OpLibelle schrieb:Das Handy, dass die Explosion auslöste, ging am Tattag um 01:44 Uhr ans Netz. Das war ja auch im Auto und muss ja auch irgendwie eingschaltet worden sein. Auch das kann man natürlich über irgendeine Fernbedienung lösen. Aber anderseits, diese blöden Fehler, sich mit den eigenen Handys am Tatort rumtrieben usw. usf. und dann so ein komplexer Sprengsatz?
Auch der Akku musste fit sein. Von daher Montage kurz vor dem Einsatz. Verringerte auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Sprengsatz zufällig gefunden wurde.

Andererseits zumindest augenscheinlich von der Wirkung her ein sorgfältig platzierter Sprengsatz. Aber nachts vor dem Haus des Opfers? Wie leicht verwechselt man da den roten und den grünen Draht?

Montage Sprengsatz während des Werkstattaufenthaltes, Einsetzen Zünder und Handy "an" nachts vor der Tat? Vielleicht auch eine Möglichkeit. Ich wird´ nicht recht schlau draus.

Der "Libyer" ist höchst verdächtig.

Was meinte der Zeuge nach Deiner Malta-Kenntnis in dem Zusammenhang wohl mit "stiff"?
Dass Der "Libyer" steif im Sinne von ( geh- ) behindert war oder dass er da rumstakte, wie der Storch im Salat, wo er eigentlich nicht hingehört?

MfG

Dew


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02.02.2018 um 17:11
Dew schrieb:Denn irgendwie macht´s auch wiederum kaum Sinn, ihn als Autonutzer zu erwähnen, wenn er doch nicht oder selten da war.
Insofern, als er der letzte war, der den Wagen am Tag vor der Tat fuhr und ihn abends vor dem Haus geparkt hatte.
Dew schrieb:Was meinte der Zeuge nach Deiner Malta-Kenntnis in dem Zusammenhang wohl mit "stiff"?
Ich habe das als bewegungsloses Herumsitzen im Wagen interpretiert; vielleicht auch als Vemeiden von Augenkontakt.
Dew schrieb: Aber nachts vor dem Haus des Opfers?
Fraglich, in der Tat. Schau Dir meine Bilder von der Gegend an. Oder weiter oben die Sat-Bilder von Google. Ich würde da ganz bestimmt nicht nachts herumstolpern, wenn ich einen Mord plane. Einerseits stockdunkel und anderseits nichts, wo man Deckung suchen kann, wenn man über die Felder tappert und ins Schweinwerferlicht eines dann doch vorbeifahrenden Autos gerät. Und das eigene Auto unauffällig parken geht auch nicht.

P.S.: Gerade nachgeschaut: Der 16.10.2017 war zwei Tage vor Neumond, von oben also auch kein Licht.


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02.02.2018 um 18:13
@OpLibelle
OpLibelle schrieb:Insofern, als er der letzte war, der den Wagen am Tag vor der Tat fuhr und ihn abends vor dem Haus geparkt hatte.
Manchmal steh´ ich auf der Leitung...
Also zum Zeitpunkt der Reparatur war er nicht auf Malta, seine Mutter auch nicht und so fehlte das Auto niemandem, als es in der Werkstatt war.

OpLibelle schrieb:Dew schrieb:Was meinte der Zeuge nach Deiner Malta-Kenntnis in dem Zusammenhang wohl mit "stiff"?
.........
Ich habe das als bewegungsloses Herumsitzen im Wagen interpretiert; vielleicht auch als Vemeiden von Augenkontakt.
Ich hab´ nochmal nachgelesen, das könnte im Zusammenhang stimmen.
Malta today aus Deinem Beitrag:
•On the day of the murder the white car was there but unlike previous occasions the driver was not inside
OpLibelle schrieb:Fraglich, in der Tat. Schau Dir meine Bilder von der Gegend an. Oder weiter oben die Sat-Bilder von Google. Ich würde da ganz bestimmt nicht nachts herumstolpern, wenn ich einen Mord plane. Einerseits stockdunkel und anderseits nichts, wo man Deckung suchen kann, wenn man über die Felder tappert und ins Schweinwerferlicht eines dann doch vorbeifahrenden Autos gerät. Und das eigene Auto unauffällig parken geht auch nicht.
Hab´ die Bilder gesehen und gerade nochmal angeschaut. Du hast natürlich den Vorteil dagewesen zu sein, aber ich fand das Gelände nicht zu deckungslos. Gebüsche, Hecken, Mauern. Nachts hört man Autos weit. Sich da von Deckung zu Deckung zu arbeiten erscheint mir zumindest machbar.

Bewegungseinschränkend könnte ich mir eher den fertiggestellten Sprengsatz vorstellen. Der Sprengstoff ist zwar an sich nicht spontanzündend aber der Apparat in seiner Gesamtheit sollte nicht zu sehr durchgeschüttelt werden. Nicht, weil er sonst plötzlich hochginge, sondern weil schon die Form die Wirkung mit bestimmt.

Auto aufmachen, den Sprengsatz anbringen, Funktionen sicherstellen und "scharf" machen, Auto wieder zu und weg.
Das rote fände ich im Dunklen kritisch. Vor allem nach einer gedeckten Annäherung von Busch zu Busch.

Das mit dem Parken kommt noch dazu, das konnte ich nicht so recht sehen/beurteilen. Naja, der "Libyer" wurde auch gesehen. Eine gedecktere Farbe des Autos hätte da wohl wenig genützt. Das war aber tagsüber.

Ich kann´s nicht ändern, das mit dem Einbau des Sprengsatzes ins Auto ist mir noch nicht klar.
Vielleicht stelle ich mir das aber zu kompliziert vor und verdächtige die Werkstätten zu Unrecht.

MfG

Dew


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02.02.2018 um 21:30
Ihr könnt die Gegend übrigens mit Google-Streetview selber erkunden. Der folgende Link stellt Euch direkt vor die Zufahrt zu Daphnes Haus. Richtung Tatort geht es dann nach rechts, immer dem LKW hinterher:

https://www.google.de/maps/@35.9216187,14.4051086,3a,60y,90h,85.96t/data=!3m6!1e1!3m4!1suTmxtamMDS5hOIHHBtonwg!2e0!7i133...

Wenn Ihr die Straße hinter dem Explosionsort wieder bergauf weiter bis zur nächsten Kreuzung fahrt und dann rechts abbiegt, seht Ihr den Gemüsemann. Ihr seit dann unterhalb der Artilleriestellung / Beobachtungsposten.

Nach oben auf die Stellung zu kommen, ist etwas abenteuerlicher, was die Straßen betrifft: Statt rechts zum Gemüsestand, links abbiegen und dann nach einiger Zeit einen scharfen U-Turn nach rechts-oben machen. Der Holperweg bringt Euch dann hier hin:

https://www.google.de/maps/@35.9158557,14.4091677,3a,75y,90t/data=!3m6!1e1!3m4!1sclaAQQH-AzXTpNitlY7o_w!2e0!7i13312!8i66...

Die Gegend um das Lagerhaus, in der die Bande ihren "Sitz" hatte, findet Ihr hier:

https://www.google.de/maps/@35.8835068,14.4993185,3a,75y,90h,90t/data=!3m6!1e1!3m4!1sbeibJNfVswIaKoL2md8odg!2e0!7i13312!...

Und schön vorsichtig fahren, ist Linksverkehr ;-)


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03.02.2018 um 08:36
Dew schrieb:(...) Das Zeug, was ich fahre, stammt aus einer anderen Zeit...
So ein "Zeug" fahre ich aber auch gerne.... :D Nur so nebenbei.
Dew schrieb:Mit dem Leihwagen ereignet sich ein Unfall.
War das schon eine Maßnahme ihrer Feinde, um an den Wagen dranzukommen?
Denn das weitere Prozedere erscheint mir unnötig umständlich.
Natürlich ist es möglich, dass die Täter ggf. über einen Werkstattaufenthalt dem Fahrzeug habhaft werden wollten. Keine Frage. Allerdings halte ich genau diese Möglichkeit für zu umständlich. Ein provozierter Unfall, dann ein möglichst unbemerkter Einbau, dann muß exakt DIESES Fahrzeug auch an die Zielperson zurück... Für meinen persönlichen Geschmack zu viele nicht wirklich planbare Risiken, die eher in das Vorgehensschema von Geheimdiensten passen würde. Die könnten aber auch ganz einfach das Fahrzeug stehlen, präparieren und dann wieder "finden" lassen. So eine Masche gab es mal bei Drogenschmugglern. In den 80´er Jahren klauten diese Banden die Autos von Urlaubern. Sie versteckten die Drogen und ließen die Fahrzeuge dann wieder "auftauchen". Dann fuhren die ahnungslosen Urlauber damit über die Grenze. Hinter der Grenze wurden dann die Fahrzeuge ein weiteres Mal geklaut und die Drogen entfernt.

Ich persönlich meine, ein Einbau der Bombe(n) vor Ort war zwar auch nicht ohne Risiko, mit der richtigen Ausrüstung und einer entsprechenden vorbereitung aber relativ schnell und gut machbar. Ist jetzt meine persönliche Meinung.
Dew schrieb:Was die Installation des Sprengsatzes ( oder der zwei Ladungen ) angeht, frage ich mich allerdings zunehmend, wie lange es dauert, so eine Vorrichtung mit recht gezielter Wirkung in einem Fahrzeug an- oder unterzubringen. Macht man sowas bei Nacht und Nebel vor dem Haus des Opfers?

Oder hat die professionell anmutende Planung,...
Ich habe mit dem Bau von Bomben und deren Installation in einem Fzg. natürlich keine Erfahrung. Ich vermute allerdings, dass ein entsprechend vorbereiteter Sprengsatz/Sprengsätze recht schnell verstaut sind. Es mußte ja auch nicht zwingend etwas verdrahtet werden. Der/die Sprengsatz/Sprengsätze wurden mutmaßlich per Handy ferngezündet. Also nur eine oberflächlich getarnte Unterbringung an der "richtigen" Stelle und das wars. Ich denke nicht, dass hier ein stundenlanger Einbau nötig war. Eher ein paar Minuten.

Die Professionalität liegt für mich eher in der Herstellung der Sprengvorrichtung(en). Das waren sicher keine kompletten Amateure.
Dew schrieb:Auch der Akku musste fit sein. Von daher Montage kurz vor dem Einsatz. Verringerte auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Sprengsatz zufällig gefunden wurde.

Andererseits zumindest augenscheinlich von der Wirkung her ein sorgfältig platzierter Sprengsatz. Aber nachts vor dem Haus des Opfers? Wie leicht verwechselt man da den roten und den grünen Draht?
Ich denke, es war eben nichts zu verdrahten und kompliziert zu aktivieren. Die Sprengvorrichtung könnte bereits einsatzfähig und "scharf" gewesen sein. Sie hätte dann nur an der richtigen Stelle versteckt werden müssen. Der Rest war schon vorher einsatzfähig. Von daher eine einfache Installation, die sich auch bei Nacht und im Nebel machen lässt. Wie gesagt: Alles nur Spekulation.


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03.02.2018 um 12:28
Ich habe nach Bildern vom Innenraum eines Peugot 108 gegoogelt. Also hier sieht es aus, als könnte die Installation einer Bombe blitzschnell gehen:

ruecksitz

Hintere Tür auf (Daphne Wagen war ein 4-Türer), Paket unter den Fahrersitz schieben, Tür wieder zu und weg. Viel Platz ist unter dem Sitz aber nicht:

fahrersitz

Es bleibt zwiespältig: Einerseits ist das Kaff nachts mit Sicherheit wie ausgestorben. Denn schon als ich da, an einem Werktag, so zwischen 17 und 18 Uhr, also theoretisch während des Berufsverkehrs, fuhr bestenfalls alle paar Minuten ein Auto durch den Ort. Und andererseits, eben weil es so abgelegen ist, fällt man dann auch wirklich auif, wenn denn einer einen sieht.

Hier eine Ausschnittvergrößerung von dem Blick in die Einfahrt. Da musste der Täter hin. Da sieht man nachts die Hand vor den Augen nicht. (Ja, da steht eine Laterne am Wegrand, aber auf Malta - nochzu auf den Dörfern - brennen die eher nicht die Nacht durch). Alternativ zum Weg kommt man das über das Feld hin.

einfahrt2


Bisher haben wir in der Verhandlung so gut wie nichts über den Sprengstoff und Details über die Bombe erfahren. Auch nciht über die Herkrunft und Beschaffungswege des Sprengstoffs. Die Anklage lautet aber nicht nur auf Mord, sondern auch auf Besitz von Sprengstoff. Im Lagerhaus sollen ja angeblich Gegenstände zum Bombenbau gefunden worden sein. Ich hoffe, da kommt noch etwas in der Verhandlung. Vielleicht hat die Staatsanwaltschaft das bewußt nach hinten geschoben, um weiter in Ruhe nach den Lieferanten fahnden zu können.

Gehe ich recht in der Annahme, dass man über eine Isotopenanalyse und dergl. auf mögliche Hersteller schließen kann? Sprengstoff wird ja nicht hochrein, wie Medikamente, produziert.


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03.02.2018 um 12:43
OpLibelle schrieb:Ich habe nach Bildern vom Innenraum eines Peugot 108 gegoogelt. Also hier sieht es aus, als könnte es die Installation einer Bombe blitzschnell gehen
Genau so hatte ich mir das vorgestellt. Tür auf, Sprengsatz unter den Sitz, Tür zu und schnell weg. Bauen, aktivieren usw. könnte man vorher erledigen, da die mutmaßliche Zündvorrichtung (Mobiltelefon) über eine eigene Stromversorgung (Akku) verfügte und daher nichts mit dem Auto verbunden werden mußte.
OpLibelle schrieb:(...) Einerseits ist das Kaff nachts mit Sicherheit wie ausgestorben. Denn schon als ich da, an einem Werktag, so zwischen 17 und 18 Uhr, also theoretisch während des Berufsverkehrs, fuhr bestenfalls alle paar Minuten ein Auto durch den Ort. Und andererseits, eben weil es so abgelegen ist, fällt man dann auch wirklich auif, wenn denn einer einen sieht.
Genau diese Einsamkeit/Dunkelheit ist von Vorteil. Sofern das Gelände nicht durch Bewegungsmelder, Hunde etc. gesichert war, könnte sich ein Täter ja ungesehen, ungehört und damit unbemerkt nähern. Gerade auch zu dieser Uhrzeit. Ohne Informationen über Größe und Bauart des Sprengsatzes ist das alles aber spekulativ.
OpLibelle schrieb:Gehe ich recht in der Annahme, dass man über eine Isotopenanalyse und dergl. auf mögliche Hersteller schließen kann? Sprengstoff wird ja nicht hochrein, wie Medikamente, produziert.
Na ja, wenn genug davon für Untersuchungen übrig ist.... Und dann ist auch die Frage, wo er herkam. Militärisch oder zivil ? Da gibt es in der Reinheit -glaube ich- auch Unterschiede.


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03.02.2018 um 14:40
Slaterator schrieb:Und dann ist auch die Frage, wo er herkam.
Ich weiß, dass das Reichskriminalamt 1944 unter Wikipedia: Albert_Widmann in der Lage war, die Fabrik und sogar die Charge zu bestimmen, aus der der Sprengstoff für Stauffenbergs Bombe vom 20. Juli stammte. Das war aus zwei Gründen relativ einfach: Zum einen hatte Stauffenberg ein Paket von dem Sprengstoff in der Wolfsschanze gelassen und zum anderen waren die dt. Sprengstofffabriken aus Rohstoffmangel damals gezwungen, immer wieder die Zusammensetzung leicht zu verändern.

Andererseits haben wir heute ja ganz andere Labormöglichkeiten als 1944.


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04.02.2018 um 06:40
OpLibelle schrieb:(...) waren die dt. Sprengstofffabriken aus Rohstoffmangel damals gezwungen, immer wieder die Zusammensetzung leicht zu verändern.

Andererseits haben wir heute ja ganz andere Labormöglichkeiten als 1944.
Ich vermute auch, dass die Zusammensetzung von Sprengstoff ggf. von Hersteller zu Hersteller minimal variieren mag, im Großen und Ganzen jedoch sehr ähnlich ist. Möglicherweise sind die anderen für die Bombe verwendeten Materialien -sollte man ausreichend gefunden haben- sogar aufschlussreicher. Es sollen ja Reste des Bombenbaus bei den Verdächtigen gefunden worden sein. Möglicherweise ist da auch ein Vergleich möglich, um den Sprengsatz zuordnen zu können. Das wäre ein Anfang.


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04.02.2018 um 11:54
Zwei Kleinigkeiten:

Vince Muscat, einer drei Angeklegten, wurde mit Brustschmerzen in ein Krankenhaus eingeliefert. Es soll sich um ein orthopädisches Problem handeln. Er war vor einigen Jahren bei einer Auseinandersetzung unter Kriminellen mehrfach angeschossen worden.

Quelle:
http://www.maltatoday.com.mt/news/national/84219/vince_muscat_ilkohhu_admitted_to_hospital

Ich denke, wir sind uns einig, dass wir ihm eine baldige Genesung wünschen. Wir wollen doch nicht, dass der für Mittwoch angesetzte, nächste Verhandlungstermin abgesegt werden muss, weil er verhandlungsunfähig ist.

---

In Vallettas Fußgängerzone hat sich eine unbekannte Frau den Zorn der sozialen Medien zugezogen, nachdem sie die zahlreichen Blumen und Kerzen niedergerissen hat, die dort zum Andenken an Daphne aufgestellt sind. Ihr Motiv ist unklar. Die Malteser hatten den Fuß eines Denkmals, dass an die Belagerung Maltas 1565 durch die Osmanen erinnert (Wikipedia: Great_Siege_Monument), zu einem Gedenkort für Daphne umfunktioniert.

Quelle nebst Handy-Clip von der Aktion:
https://www.timesofmalta.com/articles/view/20180202/local/watch-video-emerges-of-woman-who-cleared-daphne-caruana-galizi...

Vor drei Wochen sah es so aus:

denkmal


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