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Die Plaza Frau

6.333 Beiträge, Schlüsselwörter: Norwegen, Unbekannte Tote, 1995, Oslo

Die Plaza Frau

03.01.2019 um 16:35
@JosephConrad

Also würde mich schon ein wenig verwundern, sollte JF die Waffe aus dem Besitz eines ihr näher bekannten entwendet haben. Und dann noch nach Norwegen geschmuggelt haben. Und an den Zufall, dass JF in Norwegen bekannte hat mag ich nicht glauben. Auch dürfte da zu erwarten sein, dass mal ein anonymer Hinweis zur Identifizierung von JF bei der Polizei einging.


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03.01.2019 um 16:36
schluesselbund schrieb:Bei der Auffindung von JF soll die Hand auf dem Oberschenkel gelegen haben
Das höre ich zum ersten Mal. Wo steht das? Die tatortfotos sagen etwas anderes.


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03.01.2019 um 16:37
schluesselbund schrieb:Und dann noch nach Norwegen geschmuggelt haben.
Woher weisst Du, dass sie nicht in Norwegen lebte? Das ist doch sehr wohl möglich.

Edit: Oder in Dänemark oder Schweden, da gibt es ja schon lang keine Grenzkontrollen mehr.

Die Nordische Passunion ist eine Übereinkunft der nordischen Länder zur Erleichterung des grenzüberschreitenden Verkehrs zwischen den beteiligten Staaten.
Wikipedia: Nordische_Passunion


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03.01.2019 um 16:43
emodul schrieb:Es spricht nichts gegen Suizid, eher im Gegenteil. Allerdings gibt es wohl auch Fälle, bei denen der "Dead Man's Grip" vorgetäuscht wurde.
Ok, das war jetzt etwas unschön formuliert. Das sollte natürlich heissen: Es spricht nichts daran gegen Suizid, eher im Gegenteil.
Diese Aussage bezieht sich jetzt aber nur auf den "Dead Man's Grip". Was den Fall selbst betrifft, da gibt es schon ein paar Punkte, die nicht unbedingt zu einem Suizid passen.

emodul


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03.01.2019 um 16:45
was mir heute noch einmal sehr durch den Kopf ging, JF hatte sich ja die Kleidung die sie zum Auffindezeitpunkt anhatte, wohl selbst angezogen..also BH, Höschen , halterlose Strümpfe, Hemdbluse..Schuhe !...die Schuhe, tja..um größer zu erscheinen ? also nicht jeder zieht bei dieser Kleidung - für ein Date - noch diese Schuhe an ..
die sehen auch getragen aus, wurden wohl im Alltag viel verwendet..

wollte sie mit dieser Kleiderauswahl Suizid begehen ?
gut kann sein...
mit Schuhen ?
und selbst ihre Beine, lagen akurat gleichmäßig nebeneinander...
also hätten sowohl die Arme, die Hände, die Finger , die Beine, die Füße...alle nicht reagiert,
das kann man schwer glauben...
absolut kein Körperteil, liegt irgendwie anders...nach rechts, nach links wie auch immer..
das ist mir zu perfekt...

Muskeln so denke ich - wieder als Laie - lassen sich doch nicht so kontrollieren...

sollte es Suizid gewesen sein - immer möglich - !!
dann die Frage, sie musste doch bis zum Schluß damit rechnen, dass jemand an der Hotelzimmertür klopft...Mitarbeiter vom Hotel wie auch immer...
sie hatte nur diese Kleidung an, in der sie aufgefunden wurde...
was hätte sie dann gemacht ?
schnell den Bademantel drübergezogen ?
oder so die Tür aufgemacht ?

sie konnte doch nie !! sicher sein, dass sie nicht gestört wird...

und aus welchem Grund sollte sie bei Suizid...Hosen, Rock...was auch immer sie dabei hatte entsorgen...? restliche Kleidung - im Schrank hängend , und in der türkisen Tasche aber nicht ?


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03.01.2019 um 16:58
emodul schrieb:Was den Fall selbst betrifft, da gibt es schon ein paar Punkte, die nicht unbedingt zu einem Suizid passen.
Bei einem Suizid gibt sehr häufig Umstände, die vermeintlich nicht zu einem Suizid passen. Man muss sich damit abfinden. Ein Suizid lässt sich rational nicht erklären und es gibt immer wieder Todesumstände, bei denen man es kaum für möglich hält, dass sich ein Mensch das selbst angetan haben kann.

Ein Suizid ist immer ein gewaltsamer Tod. Und gerade weil diese Gewalt gegen sich selbst für viele Menschen so unverständlich ist, wird noch immer von Selbst"Mord" gesprochen, obwohl es selbstverständlich kein Mord ist. Man liest auch oft vom "Freitod". Aber was kann an einem solchen Tod frei sein, wenn der Suizident unter einer psychischen Erkrankung litt?

Es ist erstaunlich, wie oft man auch im Jahr 2018/ 2019 auf Menschen trifft, die bei einem Suizid in der Familie diesen vollständig verdrängen (und ich meine nicht, dass sie verständlicherweise nicht darüber reden möchten).

Im Gegensatz zu vielen anderen hier, meine ich bei diesem Fall sehr viele durchaus typische Aspekte eines Suizids zu erkennen. Die vollständige Auslöschung der Identität; das Verbringen von Zeit im Hotel bis zum Suizid; die Art der Tötung, die effektiv, aber unbeholfen war; der potentielle Versuch Normalität bei der Anmeldung vorzutäuschen.


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03.01.2019 um 17:09
@überführtes

Ob das tatsächlich original Tatortfotos sind scheint eher zweifelhaft. Siehe Bild 84 und den Kommentar des Einstellers. Im weitern meine ich gelesen zu haben, dass die Hand auf dem Oberschenkel lag.

@JosephConrad

Also sollte JF in Norwegen gelebt haben und auch die Sprache nicht sprechen wäre es schon eine Überraschung. Auch gibt die Isotopenanalyse dies nicht her. Reisende mit Flugzeug oder Schiff wurden schon Kontrolliert. Mit Bahn eventuell weniger genau. Und mit Auto besteht immer eine Möglichkeit in eine Kontrolle zu geraten. Das muss auch nicht am Zoll sein.


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03.01.2019 um 17:25
Lichtenberg schrieb:Im Gegensatz zu vielen anderen hier, meine ich bei diesem Fall sehr viele durchaus typische Aspekte eines Suizids zu erkennen. Die vollständige Auslöschung der Identität; das Verbringen von Zeit im Hotel bis zum Suizid; die Art der Tötung, die effektiv, aber unbeholfen war; der potentielle Versuch Normalität bei der Anmeldung vorzutäuschen.
Deine Meinung (gute Ansätze) und sie wird natürlich auch respektiert.
Ja auch ich weiß von Suiziden, die grausam sind / waren..vor die S-Bahn legen, mit einem Bolzenschußapparat töten von einer 40 m hohen Brücke springen..usw.

die meisten Suizide geschehen aber - so mein Kenntnisstand - im familiären Umfeld (aufgehängt im Keller / Zuhause), oder völlig anonym.. im Wald, im Steinbruch...
sie war aber eine junge Frau , die wenn es stimmt - ca. 1971 geboren wurde -
was auch immer sie bei einem Selbstmord bewegt haben könnte - dann auf so eine Art und Weise ?
Frauen bringen sich laut Statistik eher mit Schlaftabletten usw. um...
dann wäre sie schon eine sehr außergewöhnliche junge Frau gewesen..
und warum dann im Hotel ?
dann gäbe es doch bessere Plätze.um sich zu erschießen..

hier hätte sie doch immer damit rechnen müssen, vorher gestört zu werden..
alleine die mehrmalige Aufforderung sich mit dem Kassierer in Verbindung zu setzen...

wollte sie , diese Ungewöhnlichkeit ? wollte sie das Plaza Hotel schädigen (Ruf ?)...

so eine junge Frau, dann diese Heimlichtuerei, Glück gehabt dass es nicht vorher aufgeflogen ist...
warum dann so viele Patronen ? ..gab es die auf dem schwarzmarkt..einfach als Paket dazu ?

und warum hätte sie dann ihre Kleidung entsorgen sollen ?


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03.01.2019 um 17:42
in der Nachbarschaft hat sich ein Mann erhängt, im eigenen Haus..das Schlimmste war u.a. für die Angehörigen nicht zu wissen warum , kein Abschiedsbrief gar nichts..und natürlich der Schock über den Tod des Mannes..dann kam heraus, er war sehr krank, und hatte seiner Familie es nicht gesagt..
es gibt - doch unerwartet - viele Menschen die sich vor den Zug werfen - soll wohl schnell gehen - keine Ahnung - es sind aber fast immer Männer..

es gibt auch hier im Umfeld eine junge Frau, die sich in ihren Fahrlehrer verliebt hatte, als er ablehnte, drückte sie aufs Gaspedal und fuhr frontal gegen eine Betonmauer..(das könnte ich mir vorgestellt haben - nein, nicht Off-Topic. , nur teilweise, soll ja das Verhaltensmuster versucht werden zu erklären , deswegen gehört es hier zum Fall..-

wenn ich jetzt an JF Stelle gewesen wäre, was hätte ich gemacht ?
niemals mit so einer Waffe erschießen..warum ?
das Risiko , dass ich etwas falsch mache (falls ich mich mit Waffen und deren Handhabung nicht auskenne) ist viel zu groß...ich könnte überleben !! und dann jahrelang, vor mich hin vegetieren..
ich würde eine sichere Methode wählen..entweder einen Ort, wo mich keiner finden kann....Wald...oder Medikamente in hohen Dosen..auch an einem Ort der sicher ist...

das Hotelzimmer..und diese Waffe..irgendwie passt das nicht...

und wenn sie sich umbringen wollte, warum hat sie so lange gewartet ? musste sie erst die Waffe besorgen ?...warum war sie dann 24 h weg ?

nee sorry, irgendwie passt hier vieles nicht.
Wenn der Fall jemals geklärt wird, lasse ich mich aber gerne belehren.

Du hast auch eine Frage nicht beantwortet ? was hättest du als Ermittler 1995 unternommen um ihre Identität festzustellen ?
Gruß


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03.01.2019 um 17:45
liebe Moderatoren..sorry..mein Pc..macht heute wieder Mucken...
immer wieder zwischendrin kein Internet..bis es abgeschickt ist, dann erscheint es auf einmal 2 x.
"Sch..." Technik ...
jetzt wieder zu JF


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03.01.2019 um 18:11
JosephConrad schrieb:Letztendlich führen Spekulationen über die Waffe solange nicht weiter, wie man die Identität der Toten nicht kennt.

Stimmt. Vielleicht war sie auch in dem besagten Waffengeschäft im schweizerischen Winterthur und hat nach einer Waffe gefragt, deren Herkunft man nicht zurückverfolgen kann, vielleicht hat sie die Waffe mitsamt Munition geerbt oder aus einem kriminellen Umfeld, in dem sie sich bewegt hat, geklaut. Vielleicht hat sie die Waffe zunächst nur zu ihrem Schutz haben wollen, vielleicht wollte sie auch ein Attentat verüben, hat sich dann aber auf Selbstmord beschränkt.

Der Fantasie sind ja hier echt kaum Grenzen gesetzt.
Musikengel schrieb:wenn ich jetzt an JF Stelle gewesen wäre, was hätte ich gemacht ?
Ich würde mir auch niemals so das Leben nehmen. Aber kann das wirklich ein Hinweis darauf sein, dass es kein Selbstmord gewesen ist?
Musikengel schrieb:wollte sie , diese Ungewöhnlichkeit ?
Wollte sie wohl. Auch wenn ich nicht nachvollziehen kann, warum. Muss ich aber ja auch nicht nachvollziehen können.


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03.01.2019 um 18:26
schluesselbund schrieb:Natürlich erwirbt ein Suizident die Waffe welche im Angeboten sind. Nur diese Waffe wurde mit grösster wahrscheinlichkeit auf dem Schwarzmärt verkauft. Eine Waffe die so päpariet wurde, dass die Nummer nicht wieder ersichtlich gemacht werden kann, und vermutlich noch nie bei einer Tat zu Anwendung gelangte, wird doch vom Abnehemer in Autrag gegeben. Ich bezweifle stark dass das die unbekannte Tote war.
Ein mMn sehr wichtiger Punkt. Bei dieser Waffe wurde eine Rückverfolgung bestmöglich und sehr professionell verschleiert. Eine in der Art veränderte Waffe wurde zur fraglichen Zeit sicherlich nicht von irgendeinem Dealer in einer dunklen Straßenecke verkauft.
schluesselbund schrieb:Also würde mich schon ein wenig verwundern, sollte JF die Waffe aus dem Besitz eines ihr näher bekannten entwendet haben. Und dann noch nach Norwegen geschmuggelt haben. Und an den Zufall, dass JF in Norwegen bekannte hat mag ich nicht glauben. Auch dürfte da zu erwarten sein, dass mal ein anonymer Hinweis zur Identifizierung von JF bei der Polizei einging.
Das ist ist auch meine Folgerung aus der Art der Veränderung. Angenommen, die Waffe konnte so nicht kurzfristig bei einem zufällig entdeckten Schwarzhändler in Oslo erworben werden. Wie kam sie in den Besitz der JF ? Natürlich kann sie die Waffe geschmuggelt haben. Doch das Risiko war mMn recht hoch und das Ganze unpraktisch. Die Waffe selbst war groß und schwer. Zudem waren noch zig Patronen dabei. Sie hätte sich also mit wesentlich kleinerem Risiko entweder eine Waffe aus dem Angebot in Oslo erwerben oder eine andere Tötungsart (z.B. Tablettenintox/Strangulation usw.) wählen können. Warum unbedingt so eine unpraktisch große Waffe schmuggeln ? Nicht zu vergessen der ominöse "Testschuß" im Zimmer... Sie mußte damit rechnen, entsprechende Aufmerksamkeit damit zu erregen und setzte sich damit auch selbst unnötig unter Druck. Zuvor hatte sie sich offensichtlich sehr bemüht, möglichst unauffällig zu sein und ganau das zu vermeiden. Natürlich ist das alles kein Beweis. Doch die Liste der ziemlich auffälligen Merkmale ist da schon sehr lang.


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03.01.2019 um 19:19
Slaterator schrieb:Bei dieser Waffe wurde eine Rückverfolgung bestmöglich und sehr professionell verschleiert
Warum ist diese gute Umsetzung uns unbekannter Ziele einem Fremden eher zuzutrauen als der (uns ebenfalls fremden) toten Frau?
Weil einem Unbekannten eine höhere Motivation zu unterstellen ist? Aber woher kennt man die denn? Und war sie so wichtig, dass er (oder sie) diesen Aufwand betrieb? Wenn sie für andere so wichtig war, warum kennt sie dann keiner?


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03.01.2019 um 19:28
Slaterator schrieb:Doch die Liste der ziemlich auffälligen Merkmale ist da schon sehr lang.
So etwas gibt es eben manchmal. Ich vermute wenn es Selbstmord war und die Identität der Toten geklärt wäre, so würden die Auffäligkeiten relativiert.

Der im Thread erwähnte Peter-Bergmann-Fall ist misteriös, da seine Identität bis heute nicht geklärt werden konnte.
Ein "Peter Bergmann" aus Wien reiste im Juni 2009 nach Sligo (Irland), checkte in einem Hotel ein und wurde drei Tage später am Strand gefunden – tot.
Die Polizei fand heraus, dass die angegebene Adresse in Wien ein unbebautes Grundstück war, bei der Leiche fand sich kein Ausweis, selbst die Etiketten der Kleidung waren herausgeschnitten.

https://www.heute.at/oesterreich/wien/story/Raetsel-um-Tod-eines-Wieners-wird-verfilmt-17930825

Beim Fall von Ulrich Sattler hingegen hatten sich alle Auffälligkeiten relativiert nachdem man man ihn Identifizieren konnte und erkannte, dass es sich um einen Eigenbrödler handelte, der skurril Selbstmord begangen hatte.
... Gegen 8.30 Uhr an einem Donnerstagmorgen holte ein Angler die Leiche bei Moorfleet im Südosten Hamburgs ans Elbufer - sie steckte in einer mit Kabelbindern verschnürten Segeltuchplane. Sattler war durch einen Kopfschuss gestorben, ein bis zwei Wochen könnte er in der Elbe gelegen haben. Der Tote trug Arbeitskleidung, Sicherheitsschuhe, eine dunkle Kapuzenjacke und Handschuhe. Außerdem hatte Sattler eine Umhängetasche geschultert, in der sich mehrere Steine befanden - offenbar sollte das zusätzliche Gewicht die Leiche untergehen lassen.
...
Die Identität des Opfers blieb daher zunächst unbekannt. Die Polizei wandte sich Anfang Juli mit ersten Details an die Öffentlichkeit: Der Tote rauchte vermutlich selbstgedrehte Zigaretten, trug ein auffälliges Ketten-Tattoo auf der Schulter, war am rechten Oberschenkel und an der rechten Seite des Schädels operiert worden. Doch schon damals blieben entscheidende Hinweise aus.
...
Die Identifizierung gelang auf anderem Wege: Rechtsmediziner konnten die Fingerabdrücke des Toten sichern. Ein Abgleich mit der Datenbank des Bundeskriminalamts ergab einen Treffer. 2003 war Sattler wegen Körperverletzung in Berlin registriert worden. Doch die Identifizierung warf mehr Fragen auf, als sie beantwortete.
...
Die Beamten fuhren zur Wohnung des Toten. Sie war verschlossen, es gab keine Spuren eines Einbruchs. In dem frisch renovierten Ein-Zimmer-Apartment fanden die Polizisten: nichts. Kein Bett, kein Schrank, keinen Teppich, keine Kleidung. Eine Einbau-Küche vom Vermieter. Hat der Mörder die Wohnung gesäubert? Hat Sattler alle Spuren selbst verwischt? Die Polizei kann nicht ausschließen, dass das Zimmer vor kurzem noch leergeräumt wurde.
...
Im Keller fanden die Polizisten einen PC und einen Karton mit persönlichen Gegenständen Sattlers. Alles sei fein säuberlich geordnet gewesen. Hinweise auf den Hintergrund des mutmaßlichen Mordes lieferten auch diese Funde nicht.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/tot-in-der-elbe-hamburger-polizei-raetselt-ueber-tod-von-ulrich-sattler-a-848895.h...


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03.01.2019 um 19:53
Seps13 schrieb:Warum ist diese gute Umsetzung uns unbekannter Ziele einem Fremden eher zuzutrauen als der (uns ebenfalls fremden) toten Frau?
Weil einem Unbekannten eine höhere Motivation zu unterstellen ist? (...)
Ist ein durchaus interessanter Standpunkt. Den kann ich auch nachvollziehen. Faktisch können wir nur unterstellen und/oder mutmaßen. Es fehlen ja Beweise. Aber es ist eben nicht nur diese ungewöhnlich bearbeitete Waffe. Da kommt auch eben nicht jeder dran. Und warum sollte sie diesen Riesenprügel schmuggeln, wenn es doch auch jede kleine Massenwaffe aus dem illegalen Millieu vor Ort getan hätte ? Oder Tabletten ? Das ist hier ohnehin nichts mit Beweiskraft. Aber eben bemerkenswert ungewöhnlich.
JosephConrad schrieb:So etwas gibt es eben manchmal. Ich vermute wenn es Selbstmord war und die Identität der Toten geklärt wäre, so würden die Auffäligkeiten relativiert.
Umgekehrt wären im Falle einer nachgewiesenen Tat auch die Anhaltspunkte für einen Suizid relativiert. Mal vlt. ganz grundsätzlich: Ich ganz persönlich bin offen für alle Ansätze und auch Ergebnisse in diesem Fall. Und ja, die Polizei hat ein Ergebnis vorgebracht und den Fall damit abgeschlossen. Wenn man nun -so wie ich- die wirklich sehr lange Liste an merkwürdigen Dingen betrachtet, kann man durchaus den Eindruck gewinnen, dass die Ermittler -aus welchen individuellen Gründen auch immer- zu einem falschen Ermittlungsergebnis gelangt sein könnten. Ich unterstelle da nichts. Das Ermittlungsergebnis kann durchaus stimmen. Die Untersuchungen zur Todesfallermittlung -gerade auch am Tatort- waren mMn recht schnell erledigt. Es wurde nichts dauerhaft asserviert. Die Waffe wurde auch nicht für Beschusstests verwendet. Das die Waffe überhaupt noch existiert, ist einem Zufall zu verdanken. Es ist daher auch -für mich persönlich (!)- nicht von der Hand zu weisen, dass eine Fremdbeteiligung nicht ganz unwahrscheinlich ist. Zumindest mal gehört dieser Fall zu den -von den Umständen her- merkwürdigsten Suiziden, von denen ich je gehört habe.


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03.01.2019 um 20:11
Slaterator schrieb:... Ich ganz persönlich bin offen für alle Ansätze und auch Ergebnisse in diesem Fall.
... Es ist daher auch -für mich persönlich (!)- nicht von der Hand zu weisen, dass eine Fremdbeteiligung nicht ganz unwahrscheinlich ist. Zumindest mal gehört dieser Fall zu den -von den Umständen her- merkwürdigsten Suiziden, von denen ich je gehört habe.
Das sehe ich genau wie Du, abgesehen davon, dass ich eher an Selbstmord glaube. Aber das mag daran liegen, dass ich im Falle eines Geschehens ohne Zeugen immer zur "einfacheren" Lösung tendiere, da man einen Selbstmord ohne Zeugen ähnlich wie einen Unfall ohne Zeugen (Du weisst ja noch: der Fall Tanja Gräff) nicht beweisen kann, da es immer die Tat des großen Unbekannten gewesen sein könnte, der alles so gedreht hat, dass es wie ein Unfall oder Selbstmord aussieht.

Egal welche Theorie man hier hat, gerade weil alles so misteriös ist, wird der Fall ja auch mit Recht kontrovers diskutiert :-)


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03.01.2019 um 20:30
JosephConrad schrieb:Das sehe ich genau wie Du, abgesehen davon, dass ich eher an Selbstmord glaube. Aber das mag daran liegen, dass ich im Falle eines Geschehens ohne Zeugen immer zur "einfacheren" Lösung tendiere, da man einen Selbstmord ohne Zeugen ähnlich wie einen Unfall ohne Zeugen (Du weisst ja noch: der Fall Tanja Gräff) nicht beweisen kann, da es immer die Tat des großen Unbekannten gewesen sein könnte, der alles so gedreht hat, dass es wie ein Unfall oder Selbstmord aussieht.
Es ist schwieriger etwas bereits von Behördenwegen feststehendes anzuzweifeln, als dafür zu plädieren. Und die "einfacheren" Lösungen sind auch oft der Fall. Wobei ich beide Theorien vollkommen nachvollziehen kann. Egal was man nun vorzieht: Am Ende liegt die Wahrscheinlichkeit für oder gegen eine Theorie ohnehin im Auge des Betrachters, solange keine Beweise vorliegen. Doch im hier vorliegenden Fall lohnt sich meines Erachtens, auch über ein mögliches Kapitaldelikt nachzudenken. Zumindest anhand der Informationen, die uns zur Verfügung stehen. In die Ermittlungsakten kann man ja nicht schauen. Denn es gibt wirklich vieles was hier zusammenkommt. Und vieles das nur äußerst selten vorkommt.


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03.01.2019 um 20:37
Slaterator schrieb:die wirklich sehr lange Liste an merkwürdigen Dingen
Die Liste der Auffälligkeiten setzt sich womöglich nur zusammen aus dem, was die Tote an (unüblicher) Energie und Kreativität in die Todesumstände hineingesteckt hat, ein paar Zufällen und unseren Fantasievorstellungen.

Aufgrund unserer Medienerfahrung mit Spionage-Terroristen-und Mörder-Geschichten erscheint uns eine solche Realität vertrauter und daher wahrscheinlicher als eine skurrile Suizid-Variante.

Ich bin mir auch nicht endgültig sicher, aber ich kann mir gut vorstellen, dass wir hier einer (Selbst-)Täuschung erliegen, wenn wir den Unbekannten suchen, der eben diese geheimnisvollen Waffenhändlerkontakte, Motive und Fähigkeiten besitzt, die wir ihr absprechen.

Die Story mit allem Drum und Dran wird nicht weniger spektakulär, wenn wir einen Unbekannten ins Spiel bringen. Im Gegenteil. Trotzdem sagt uns unser Kopf, es wäre viel sinnvoller , dass jemand die junge Frau auf diese sagenhafte Weise umbringen wollte. Mit dieser auffällig unkenntlich gemachten Waffe, im Hotel, mit verschlossener Tür, mit der falschen Identität, mit einem unbekannten Lois als Begleitung auf dem Papier usw...


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03.01.2019 um 21:00
Seps13 schrieb:Die Liste der Auffälligkeiten setzt sich womöglich nur zusammen aus dem, was die Tote an (unüblicher) Energie und Kreativität in die Todesumstände hineingesteckt hat, ein paar Zufällen und unseren Fantasievorstellungen.
Seps13 schrieb:Ich bin mir auch nicht endgültig sicher, aber ich kann mir gut vorstellen, dass wir hier einer (Selbst-)Täuschung erliegen, wenn wir den Unbekannten suchen, der eben diese geheimnisvollen Waffenhändlerkontakte, Motive und Fähigkeiten besitzt, die wir ihr absprechen.
Na ja, ganz sooo einfach ist dann vlt. doch nicht. Natürlich sind 1,2,3 Umstände allein und auch ggf. zusammen noch einigermaßen gut erklärbar, können noch mit messbarer Wahrscheinlichkeit zusammen eintreten und sind somit relativ problemlos mit dem offiziellen Ermittlungsergebnis vereinbar. Hier haben wir neben den 1,2,3 Umständen auch noch 4,5,6 und zusätzliche -ich nenne sie mal semiprofessionell- "weiche" Faktoren. Alle diese Dinge kamen hier scheinbar zusammen. Und darüber hinaus gelang es den Ermittlern in -von mir gefühlt- relativ kurzer Zeit zu dem uns bekannten Ergebnis zu kommen. Was hat die Ermittler -trotz solch seltener Umstände- so sicher gemacht ? Wo doch die Wahrscheinlichkeit für all diese Faktoren gleichzeitig ziemlich gering sein dürfte ?

Ja, vieles an Dingen klingt hier gerne mal nach Agentenroman oder Räuberpistole. Und ja, manche Gedankenspiele sind auch etwas zu weit gegriffen. Doch was, wenn hier doch etwas dran ist ? Wenn ein Kapitalverbrechen tatsächlich stattgefunden hat ? Vlt. nicht von Super-MfS-Agenten verübt. Aber ich persönlich finde, hier war ziemlich viel "Energie" im Spiel. Mehr, als ich einer alleinreisenden Frau mit dem bekannten Vortatverhalten und Tatverhalten persönlich zutrauen würde. Und ich kann es leider nur persönlich bewerten. Beweise sind ja für eine Tatbeteiligung Dritter nie erbracht worden.


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03.01.2019 um 21:12
Slaterator schrieb:Eine in der Art veränderte Waffe wurde zur fraglichen Zeit sicherlich nicht von irgendeinem Dealer in einer dunklen Straßenecke verkauft.
Wie kommst Du zu der Annahme? Eine solche (und ausweislich der Fotos) zudem ziemlich abgewrackte Waffe ist genau das, was man von "irgendeinem Dealer in einer dunklen Straße" erwarten würde. Deine Annahme könnte ich navollziehen, wenn es sich bei der Waffe um ein hochwertiges Produkt von Glock, SigSauer oder Beretta handeln würde. Die Entfernung der Seriennummer halte ich auch nicht (auch nicht der beschriebenen Weise) für eine besondere Fertigkeit oder Sachkunde.
Slaterator schrieb:Und warum sollte sie diesen Riesenprügel schmuggeln, wenn es doch auch jede kleine Massenwaffe aus dem illegalen Millieu vor Ort getan hätte ?
Kurz zur verwendeten Waffe: Das ist(!) ein Massenprodukt. Die Antwort auf Deine Frage ist daher einfach: Sie war verfügbar und sie war mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit günstig.

Es sei auch die Frage gestattet: Woher weißt Du, was sonst noch so in einem illegalen Milleu vor Ort zu bekommen gewesen wäre?
Slaterator schrieb:Und ja, die Polizei hat ein Ergebnis vorgebracht und den Fall damit abgeschlossen. Wenn man nun -so wie ich- die wirklich sehr lange Liste an merkwürdigen Dingen betrachtet, kann man durchaus den Eindruck gewinnen, dass die Ermittler -aus welchen individuellen Gründen auch immer- zu einem falschen Ermittlungsergebnis gelangt sein könnten.
Sicher ist das möglich. Die Wahrscheinlichkeit halte ich allerdings für sehr gering. Das was Du "die wirklich sehr lange Liste an merkwürdigen Dingen" nennst, hat mehr damit zu tun, dass Du dich (ich möchte nichts Böses unterstellen) mit derartigen Ermittlungen nicht auskennst. Auch die Wahrscheinlichkeit halte ich (entschuldige bitte) für größer, als dass die ermittelnden Beamten nicht sauber ermittelt haben.
Slaterator schrieb:Zumindest mal gehört dieser Fall zu den -von den Umständen her- merkwürdigsten Suiziden, von denen ich je gehört habe.
"Gehört habe" heißt so viel wie "in der Zeitung gelesen"? Oder hast Du derartige Suizide un- oder mittelbar, zumindest aber direkt mitverfolgt? Oder konntest Du Einsicht in verschiedne Akten nehmen?

@Seps13
Die Ansätze und Überlegungen, die Du hier zum Besten gibst, halte ich für durchdacht und schlüssig. Du solltest eine Weiterarbeit am halbfertigen Roman ernsthaft in Betracht ziehen.


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