darkstar69 schrieb:Nein, ich meinte Daten in einer Vermisstendatenbank, die eben nicht DNA sind. Man gibt doch auch Daten ein, wie zB Größe oder Geschlecht und andere Merkmale. Diese müsste die Datenbank dann doch erfassen, abgleichen und finden? Das scheint aber ja nicht erfolgreich gewesen zu sein, trotz Abgleich.
Aber genau diese Merkmal hatte man 2001 doch eben nicht, sondern nur eine ungefähr errechnete Körpergröße und das Geschlecht, weil man ja nur die Beine und das Becken gefunden hatte und der Rest des Körpers fehlte. Damals war es noch nicht möglich, Merkmale wie Augen-, Haut- und Haarfarbe sowie Alter aus der DNA zu lesen. Und als es möglich war, war es lange Jahre in Deutschland nicht erlaubt und steht den Ermittlern deshalb erst seit 2020 überhaupt zur Verfügung.
Martina Sch., die seit 37 Jahren als vermisst galt, war tatsächlich 170 cm groß, hatte blaue Augen, mittelblonde Haare und einen hellen Hauttyp. Exakt diese Parameter hatten die durch die Ermittlungsgruppe Cold Case veranlassten, erweiterten molekulargenetischen Untersuchungen ergeben.
Ich gehe davon aus, dass der Fall von Martina Sch. schon damals, direkt nach ihrem Verschwinden 1988 als Suizid ohne gefundene Leiche eingestuft wurd (auch wenn sich das in der PM eher uneindeutig ließt) und dass man sich bei dem Fall der Leiche aus dem Höxteraner See ziemlich sicher war, dass es sich um ein Tötungsdelikt handelt, weil man diese Schnur um die Beine gefunden hatte, was nach einer Fesselung aussah (die sie ja wohl auch war, nur eben nicht durch eine andere Person). Und weil man nur wenige Teile der Leiche gefunden hatte, so dass es zumindest möglich war, dass ein Täter die Leiche zerteilt und die einzelnen Teile an verschiedenen Orten entsorgt bzw. versteckt hatte.
Da wäre dann schon mal eher ein Ausschlusskriterium bei einer Suche in der Datenbank.
Und dann kam noch der lange zeitliche Abstand zwischen dem Verschwinden von Martina Sch. und dem Fund der Leiche dazu. In dem Podcast wurde meine ich gesagt, dass die Gerichtsmediziner davon ausgingen, dass die Leiche mind. einige Monate im See gelegen hatte, vielleicht aber auch deutlich länger. Schließlich lagen 13 Jahre dazwischen.
Ich gehe davon aus, dass dies einer der Cold Cases ist, den die BAO ColdCases in NRW analysiert hat und bei dem sie potential für weitere Ermittlungen gesehen hat, eben weil heute die technische und juristische Möglichkeit der DBA-Phänotypisierung besteht. Das war ja genau die Aufgabe dieser Ermittler: zu schauen, in welchen Fällen es durch technischen Fortschritt und moderne Ermittlungsmethoden neue Ermittlungsansätze geben könnte.