Silverwind schrieb:Auffällig ist vor allem, dass der Mann keinerlei Gegenstände bei sich trug, die eine Identifizierung ermöglicht hätten: weder Ausweisdokumente noch Geldbeutel, Handy oder eine Uhr. Auch ein Fitness-Tracker fehlte, obwohl sich diese Geräte seit ihrer Markteinführung um 2012 gerade unter Joggern stark verbreitet haben. Zudem führte er weder Schlüssel noch markante, leicht identifizierbare Laufschuhe mit sich.
Nun ja, das spricht für mich dafür, dass keine natürliche Todesursache vorlag. Ihr schreibt schon alle richtig: Wer in den Wald geht und dort an Erschöpfung oder Ähnlichem verstirbt, der hat eben zumindestens Schlüssel und/oder Handy, Kleingeld, Fitnesstracker... dabei. Wird jemand aber dort von dritter Hand getötet oder dorthin verbracht, würde der Täter doch alles mitnehmen, was einen Anhaltspunkt auf die Identität geben würde. Und selbst nach zweimaligem Lesen des Threads habe ich nicht gefunden, dass ein Verbrechen inzwischen ausgeschlossen würde.
MarliPub schrieb am 04.12.2019:Wie die Saarbrücker Zeitung berichtet, habe neben der Leiche auch ein Personalausweis gelegen – offenbar gehört der einer Frau aus Finnland. Ob der Ausweis aber auch tatsächlich der gefundenen Person gehört hat, ist noch unklar.
Interessant - aus zwei Gründen!
Zum Einen ist ein Ausweis nun nichts, was einem einfach aus der Tasche fällt, eben, weil man ihn in der Regel nicht einfach in seiner Tasche aufbewahrt. Kleingeld, Schlüssel, Ohrring, Talisman... aber doch kein Ausweis. Der steckt in der Regel in der Brieftasche. Auch wenn der Verstorbene männlich ist, kann der finnische Ausweis einer Frau ein Indiz sein.
Zum Anderen finde ich als Finnlandliebhaberin aber auch, dass der Mann, insbesondere auf dem von
@Silverwind dankenswerterweise eingestellten KI Foto, ziemlich typisch finnisch aussieht. Die mittel- bis dunkelblonden Haare, die recht kantigen Gesichtszüge mit eher hohen Wangenknochen... (Würde aber auch ins angrenzende Baltikum passen. Oder einfach nur Zufall sein.)
Dazu kommt, dass Finnen eine etwas anderen Haltung zu "alleine im Wald" haben als die meisten Leute in Deutschland. Grade die Sommerhütten liegen wirklich im absoluten Nichts und dass man von da aus in eine Flora wandert, die für uns als halber Urwald gelten würde, ist nichts besonderes. Auch in die Pilze oder zum Beerensammeln geht man dort ins gefühlte "Nichts".
Ich habe mal mitten in Lappland vom Auto aus auf einer Landstraße, die durch dichten Wald ging, einen Radfahrer bei Regen gesehen, der da fuhr, als sei das nichts besonderes. Ich hätte mir da alleine wahrscheinlich in die Hosen gemacht: Weit und breit kein Haus und kein Mensch. Wenn einem da plötzlich ein Elch gegenüber stünde...
Lichtgestählt schrieb am 30.11.2020:Was die Ermittler jetzt noch tun könnten, wäre eine Isotopenanalyse. Dazu wären Zähne, Knochen, Haare und Nägel des unbekannten Toten hilfreich.
Ich nehme ohnehin an, dass als erstes die Kleidung untersucht wurde. Zu Beispiel, in welcher Sprache die Etiketten beschriftet waren (Zu den Kleidern gibt es gar keine Hinweise, oder habe ich da etwas verpasst?). Oder in welchen Ketten die Modelle vertrieben wurden.
Eine Isotopenanalyse würde definitiv Licht ins Dunkel bringen. Wie gesagt, bisher habe ich nur gelesen, dass keine Spuren eines Verbrechens am Skelett nachgewiesen werden konnten (was ja bei mehreren Todesarten unter Fremdeinwirkung möglich ist). Die Möglichkeit eines Verbrechens ist aber noch nicht vom Tisch, oder?