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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

774 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Bayern, Restaurant, ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

18.12.2025 um 21:23
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Es fruchtet nicht, irgendeinem der Beteiligten eine Teil- oder Mitverantwortung aufbürden zu wollen.
Sagen wir so, es kamen hier unglückliche Umstände zusammen, dass soviele Menschen von dem Zeug probiert haben (schummriges Licht, dunkle undurchsichtige Gläser, ein voller Laden, in dem es sicherlich laut war).
In einem anderen Setting hätte es evtl. nur eine Person betroffen. Aber selbst wenn man gleich beim Einschenken bemerkt hätte, dass etwas nicht stimmt - man hätte dennoch evtl genippt oder Zunge reingehalten.
Wenn noch kein Fall vorher bekannt geworden war, kann doch einfach niemand damit rechnen, in einer versiegelten Originalflasche eines renommierten Herstellers konzentriertes Rauschgift vorzufinden, das bereits in minimaler Dosis tödlich ist.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

18.12.2025 um 21:24
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:aber bei zweifelhaften Eigenschaften hätte ich das Mehl entsorgt.
Das ist doch genau mein Argument.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

18.12.2025 um 21:35
Zitat von Holt2Holt2 schrieb:Das ist doch genau mein Argument.
Richtig. Aber beim auf Vorrat gekauften Mehl hatte ich ja gerade damit gerechnet, dass es nach Ablauf des MHD vielleicht verdorben sein konnte.

Beim Champagner rechnete niemand damit, dass das Zeug hochgiftig ist.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

18.12.2025 um 21:41
Richtig, vor dem Öffnen nicht. Aber als das zschhhh und der Druck des Korkens im Handballen des Kellners nach dem aufziehen unterblieb, hätte er sein Gehirn einschalten müssen. Da konnte was nicht stimmen. Und anstatt dem nachzugehen wurde die rötlich braune Plörre frisch fromm fröhlich frei in die bereitgestellten blickdichten Imperial Ice Gläser eingeschenkt. Herrlich. Ich wäre zu gerne dabeigewesen beim Öffnen. Man kann es sich nicht vorstellen.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

18.12.2025 um 22:15
Zitat von Holt2Holt2 schrieb:Du sollst zwar den Korken nicht knallen lassen, aber sowohl eine Sekt als auch eine Champagnerflasche stehen unter hohem Druck. Warum hast du wohl dieses spezielle Flaschendesign und den Sicherungskorb.
Könnte es sein, dass du noch nicht allzu oft Champagner-Flaschen geöffnet hast, insbesonders in der Gastronomie?
Der Drahtkorb sichert den Korken bei der Flaschengärung.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

18.12.2025 um 22:16
Zitat von Holt2Holt2 schrieb:...hätte er sein Gehirn einschalten müssen. Da konnte was nicht stimmen.
Hätte, hätte.

Sorry, das ist Blödsinn. Du wirfst hier jemandem vor, er hätte sein Gehirn nicht eingeschaltet und das hätte er müssen.

Lassen wir doch das Gericht darüber entscheiden, das weiß mehr als die "Experten" zu Hause an ihrer Tastatur.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

18.12.2025 um 22:20
Zitat von emzemz schrieb:Könnte es sein, dass du noch nicht allzu oft Champagner-Flaschen geöffnet hast, insbesonders in der Gastronomie?
Der Drahtkorb sichert den Korken bei der Flaschengärung.
Mit Gastro habe ich nichts zu tun, Gott bewahre. Ich wollte damit eigentlich nur sagen, dass ein Sekt resp. Champagner unter hohem Druck steht.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

18.12.2025 um 22:52
Zitat von Holt2Holt2 schrieb:Ich wollte damit eigentlich nur sagen, dass ein Sekt resp. Champagner unter hohem Druck steht.
So wie Mineralwasser, Cola usw. auch.

Der Druck hängt davon ab, wie hoch die Temperatur ist und die Flasche geschüttelt wurde, ob's dann knallt, zischt oder gar nichts tut.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

19.12.2025 um 14:36
Zitat von emzemz schrieb:Der Druck hängt davon ab, wie hoch die Temperatur ist und die Flasche geschüttelt wurde, ob's dann knallt, zischt oder gar nichts tut.
Ja - man kann Sektflaschen problemlos ohne Knall öffnen und Champagner "perlt" nunmal, als dass er "sprudelt".

Das hier war - mit Verlaub - wohl eher eine Szene Gastro, als ein auf Champagner spezialisierter Betrieb. Der hätte auch keine Flasche bei einem Privatmann gekauft, wo die Lagerung hinsichtlich der Qualitätssicherung des Produkts überhaupt nicht nachzuvollziehen ist.
Einem fachmännischen (ausgebildeten) Kellner wäre das evtl aufgefallen - der hätte die Flasche aber auch lautlos aufgekriegt und der hätte auch nicht die Show Gläser benutzt.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

26.12.2025 um 15:29
https://www.ardmediathek.de/video/abendschau-der-sueden/live-aus-weiden-fortsetzung-im-champagner-prozess/br/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9GMjAyNFdPMDE3Mzc4QTAvc2VjdGlvbi9mMjcxNzBjZC1lODRhLTRiNGQtOTQ2Yy1iNDlmN2FhZjExMjE
verfügbar bis 29.12.2025

Am vergangenen, dem dritten Verhandlungstag kamen ausschließlich Zeugen zu Wort.
Am 09.01.2026 geht der Prozess weiter.
Mit einem Urteil wird Mitte März gerechnet.
Die Frage, warum nur ein Angeklagter vor Gericht steht, bleibt offen.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

12.01.2026 um 12:36
https://oberpfalzecho.de/blaulicht/take-me-out-party-endet-mit-tod-des-besten-freundes-kandidat-sagt-im-champagner-prozess-aus

Der Kanditat aus der Datingshow schildert, wie er den Abend erlebt hat.

Erschreckend ist, wie wenig es brauchte, um schwere Vergiftungserscheinungen hervorzurufen.
„Hä? Der Moet soll doch kristallfarben oder bläulich sein“, rief ein Kumpel (48). „Ist das ein Sondermodell?“ Er trank nicht, aber die Lippen waren schon benetzt – das reichte aus. Restaurantleiterin Franziska Voigt nippte und spuckte sofort in die Spüle aus. Sie nahm an, der Schampus sei gekippt. Sekunden später drehte sich bei allen das Leben auf links. Wirtin „Franzi“ fiel in ein schwarzes Loch, wie sie es beschreibt. „Ich dachte: So. Jetzt bist du tot.“ Sie wachte erst am nächsten Tag im Klinikum Amberg wieder auf.
Was die Zeugen aus dem Ausland anbelangt, die scheinen kein Interesse an einer Aussage zu haben.
Dagegen kann das deutsche Gericht wohl wenig ausrichten.
Keine guten Nachrichten hatte Vorsitzender Richter Peter Werner, was die Auslandszeugen anbelangt. Enorm wichtig wären die zwei Hauptbelastungszeugen. Aber es gibt ein Problem mit der Zustellung der Ladung an den damaligen Lagerverwalter Patrick B. aus Arnheim. Er soll die MDMA-Flaschen aus der Lagerbox von Theo G. entnommen haben, um sie zu verhökern – im Glauben, es handle sich um echten Champagner.

Außerdem liegt ein Schreiben des zweiten Hauptbelastungszeugen Jacek G. vor, der nicht nach Weiden kommen will. Er wäre aber für eine Videovernehmung in seinem Heimatland bereit. Jacek G., der zeitweise in Deutschland in Haft saß, hat Theo G. erheblich belastet und ihm die Flaschen zugeordnet.

Die Strafkammer will auf diese beiden Zeugen nicht verzichten, betonte Vorsitzender Richter Werner. Es gibt jetzt mehrere Möglichkeiten. Das könnten beispielsweise eine Videovernehmung oder eine kommissarische Vernehmung durch einen Richter vor Ort sein. Denkbar ist auch, dass die Strafkammer des Landgerichts Weiden nach Polen reist und Jacek N. dort selbst vernimmt.

Von weiteren sieben Zeugen aus den Niederlanden hat man entweder keine Reaktion auf die Ladung erhalten oder sie haben mitgeteilt, nicht kommen zu wollen. Darunter ist beispielsweise der Weinhändler, der vor acht Jahren die Original-Drei-Liter-Flaschen verkauft hatte. Der Käufer, ein Niederländer, lebt nicht mehr.
Bedeutet das, dass irgendwo noch 12 Faschen mit dem hochgiftigen Inhalt in Umlauf sind?
Insgesamt sollen es 20 Flaschen dieser einen Charge gewesen sein, die als Drogendepot missbraucht wurden. Acht konnte die Zollfahndung orten und teilweise sicherstellen, darunter die Flasche aus Weiden und eine, die in Rotterdam geöffnet wurde. Es gab 2022 einen internationalen Such-Aufruf zu den Flaschen.



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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

12.01.2026 um 12:43
Und ja, das wird am Freitag vor Gericht an mehreren Stellen deutlich: Es haben doch einige der Umstehenden gemerkt, dass da kein Champagner im Glas war. Die Flüssigkeit sah aus wie Rotwein.
Quelle: s.o.

Mir waere dies nicht aufgefallen - ich haette da auch eher an eine Sonderedition gedacht.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

12.01.2026 um 17:36
@Justsaying
dito

Ich bin außerdem kein Champagner - Kenner. Wäre ich einer, wäre es gut möglich, dass ich im Kreise meiner Freunde, mich angeregt unterhalte. Dann hätte es gut sein können, dass ich derart abgelenkt bin und einfach getrunken hätte.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

12.01.2026 um 18:04
@Holt2
Zitat von Holt2Holt2 schrieb am 18.12.2025:Dieses typische Einschenkgeräusch von Sekt/Champagner ist unvwechselbar. Das muss flüssig-schaumig laufen. Hier muss das wellenhaft ölig gewesen sein.
Weil?

Ich denke, dass das MDMA als Gemisch mit irgendwelchen organischen Loesungsmitteln in die Flaschen abgefuellt worden ist - vielleicht erfaehrt man dazu mal mehr.

Der Geruch wird ja mit "Anis" beschrieben - das klingt ja jetzt nicht nach ungeniessbar. Rotbraun kann auch so bernsteinfarben sein, und warum sollte es neben Weiss-, Rot- und Roseweinen nicht auch entsprechende Champagner geben?
Im Glas schäume die Flüssigkeit nicht, das MDMA habe eine rotbraune Farbe, die sich mit der Zeit verdunkle, und rieche nach Anis,
Quelle:
Beitrag von emz (Seite 22)


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

13.01.2026 um 00:39
Zitat von AnalystAnalyst schrieb:Ich bin außerdem kein Champagner - Kenner. Wäre ich einer, wäre es gut möglich, dass ich im Kreise meiner Freunde, mich angeregt unterhalte. Dann hätte es gut sein können, dass ich derart abgelenkt bin und einfach getrunken hätte.
Erst kürzlich hat sich ein Unglück in Schleswig-Holstein ereignet. bei dem an Gäste versehentlich Putzmittel ausgeschenkt wurde. Ich vermute, dass die wenigsten Menschen jedes Getränk auf Geruch, Farbe und Konsistenz prüfen, bevor sie den ersten Schluck nehmen.
Zehn Rettungswagen, zwei Notärzte und die Freiwillige Feuerwehr sind am Neujahrsabend kurz nach 20 Uhr zu einem Restaurant in Timmendorfer Strand (Kreis Ostholstein) gerufen worden. Wie die Betreiber der Gaststätte in einer Pressemitteilung schreiben, sei "eine leere Ausschankflasche für Marillenschnaps versehentlich mit einer Reinigungslösung für eine Spülmaschine der Bar aufgefüllt" worden. Demnach ähneln sich die Nachfüllbehälter für Schnaps und Reinigungsmittel in der Farbe. Die Betreiber sprechen von einem "menschlichen Augenblickversagen". Das Restaurant sei zu diesem Zeitpunkt voll belegt gewesen.
Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/luebeck_herzogtum-lauenburg_ostholstein/timmendorfer-strand-notarzteinsatz-in-restaurant,regionluebecknews-1306.html

Hier liegt aber mMn nicht nur ein Augenblicksversagen vor, wenn sich eine Ausschankflasche (was immer das ist) und ein Behälter für Reinigungsmittel so sehr ähneln, dass man sie verwechseln kann. Gerade in der Gastronomie brennt ja in Stoßzeiten die Luft, und das Personal muss allerhand Handgriffe und Verrichtungen unter großem Druck verrichten, daneben noch Bestellungen aufnehmen, kassieren und so weiter.

Im vorliegenden Weidener Fall wurde das Getränk aber sogar aus einer scheinbaren Originalflasche ausgeschenkt, so dass es aus Sicht eines ahnungslosen Gastes nochmals unwahrscheinlicher ist, statt des Getränks Gift zu erhalten.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

13.01.2026 um 09:24
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Hier liegt aber mMn nicht nur ein Augenblicksversagen vor, wenn sich eine Ausschankflasche (was immer das ist) und ein Behälter für Reinigungsmittel so sehr ähneln, dass man sie verwechseln kann.
Ich denke nicht, daß sich die Flaschen als solche derart ähneln, daß man sie verwechseln kann.
Der Fehler dürfte beim Auffüllen der Ausschankflasche aus dem Großbehälter passiert sein. Die Ausschankflasche ist die handliche Flasche, mit der am Tresen ausgeschenkt wird. Je nach Getränke-Umsatz in einem Lokal ist das nicht jedesmal eine originale handelsübliche 0,7 Liter-Flasche, sondern wird aus größeren Behältern ab- bzw. aufgefüllt.
Zum Auffüllen der Marillenschnapsflasche wurde versehentlich der Großbehälter mit Reinigungsmittel verwendet. So lese ich den oben verlinkten Artikel vom NDR.

Der "Abfüller" hätte das während des Abfüllvorgangs riechen müssen.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

13.01.2026 um 09:47
Zitat von tombarnabytombarnaby schrieb:Zum Auffüllen der Marillenschnapsflasche wurde versehentlich der Großbehälter mit Reinigungsmittel verwendet. So lese ich den oben verlinkten Artikel vom NDR.
Stimmt, da habe ich die Situation am Tresen falsch dargestellt. Das Personal dort konnte nicht ahnen, dass sich in der richtigen Ausschankflasche die falsche Flüssigkeit befindet.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

16.01.2026 um 16:33
https://www.otv.de/amp/mediathek/video/champagnerprozess-tragoedie-haette-noch-groesser-sein-koennen/

Zunächst berichtet als Zeuge der ursprüngliche Eigentümer des Champagners.

Sorry, aber das glaube ich jetzt nicht:
Die beiden Verteidiger stellten zudem am Vormittag den Antrag auf Haftprüfung. Ihrer Meinung nach sehe die Strafprozessordnung nicht vor, einen Hauptbelastungszeugen per Video zu vernehmen. Zudem sei der Zeuge nicht glaubwürdig, weil dieser selbst Drogen zu sich nehme und hirnorganische Schäden nicht auszuschließen seien, so Verteidiger Dr. Alexander Stevens.

In einer gesonderten Verhandlung abseits der Hauptverhandlung soll demnächst über den Antrag auf Haftprüfung entschieden werden.
So, wie ich es verstehe, geht es hierbei um den Zeugen, der zunächst in Weiden in U-Haft saß und sich nunmehr wieder in seinem Heimatland Polen aufhält.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

21.01.2026 um 15:23
https://oberpfalzecho.de/blaulicht/fuenfter-tag-champagner-prozess-arzt-des-klinikums-schildert-kampf-um-das-leben-der-vergifteten
Aktualisiert:15. Januar 2026, 14:07 Uhr

Zunächst berichtet der Arzt über die Einlieferung der vergifteten Personen.
Dann erklärt der vorangegangene Eigentümer der besagten Champagnerflasche, wie er in in deren Besitz gekommen war.
Die Verteidiger von Theo G. schießen indessen scharf gegen die Staatsanwaltschaft. Weil der polnische Hauptbelastungszeuge nicht zur Aussage kommen will, fordert Verteidiger Alexander Stevens die Entlassung des Niederländers aus der Untersuchungshaft. Verteidiger Philip Müller widersprach indessen einer kommissarischen Vernehmung des polnischen Zeugen im Heimatland bzw. einer Videovernehmung. Dies widerspreche dem Unmittelbarkeitsprinzip: Im deutschen Strafrecht müssen verfügbare Zeugen persönlich erscheinen.

Staatsanwalt Christoph-Alexander May kündigt für Nachmittag, 14 Uhr, eine Stellungnahme an. Ausführlicher Bericht folgt.
fehlt bislang noch im Netz.
Acht Auslandszeugen haben indessen dem Gericht einen Korb gegeben. Bei manchen schlugen die Ladungen fehl. Einige haben geschrieben, dass sie nicht zur Aussage nach Weiden anreisen wollen. Darunter sind zwei Hauptbelastungszeugen. Zum einen der Verwalter des Lagers. Zum anderen ein Bekannter des Angeklagten, ein polnischer Staatsangehöriger, der Theo G. in mehreren Aussagen den Besitz der Flaschen zuschreibt. Ohnehin zweifelt die Verteidigung die Glaubwürdigkeit dieser Zeugen – beide mit Verbindung in die Drogenszene – stark an.
Ab nächster Woche dürfte es aus Sicht der Staatsanwaltschaft wieder besser laufen. Ab Dienstag sind als Zeugen die Ermittler aus Deutschland geladen. In Weiden ermittelte zunächst die Kriminalpolizei Weiden, dann übernahmen die Zollfahnder. In der Woche ab Montag, 26. Februar, werden dann die Ermittler aus den Niederlanden erwartet, außerdem mehrere Sachverständige.



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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

22.01.2026 um 14:55
https://oberpfalzecho.de/blaulicht/toedlicher-champagner-zeugen-aus-niederlande-kommen-nicht-aber-geben-interviews
Aktualisiert:19. Januar 2026, 21:50 Uhr

Was mich einigermaßen beruhigt, ist, dass, so es der Wahrheit entspricht, nur noch zwei mit mdma befüllte Flaschen irgendwo unterwegs sind.
Ob Stevens versuchen wird, auch die Vernehmung des niederländischen Zeugen zu verhindern?
Brisante Aussagen liefert ein Hauptbelastungszeuge anderswo: in der niederländischen Presse.

Die 1. große Strafkammer organisiert derzeit per Rechtshilfe seine Vernehmung in den Niederlanden, voraussichtlich im März. In seinem Heimatland hat der Mann der niederländischen Regionalzeitung „De Stentor“ schon im Dezember ein Interview gegeben. Er packt darin bereitwillig aus.

In seinem Lager – dem „Multi Storage Arnhem“ – soll der Weidener Angeklagte Theo G. den Drogen-Champagner deponiert haben. Patrick B. klaute die Flaschen und verhökerte sie im Internet – ohne vom tatsächlichen Inhalt zu ahnen. Er sagt: „Hätte ich vom Inhalt gewusst, hätte ich viel mehr dafür bekommen können als die paar hundert Euro.“ Der Wert der sichergestellten Drei-Liter-Flaschen war fünfstellig. ...

Es war unglaublich. Plötzlich war mein Haus voller Polizisten. Sie hatten herausgefunden, dass ich die Champagnerflaschen online verkauft hatte.
Lager-Manager Patrick B.

Der Lagerverwalter war nach dem Todesfall in Weiden (13. Februar 2022) im August 2023 zunächst selbst verhaftet worden. „Es war unglaublich. Plötzlich war mein Haus voller Polizisten. Sie hatten herausgefunden, dass ich die Champagnerflaschen online verkauft hatte.“ Der Zugriff erfolgte aufgrund der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der Zollfahnder aus Weiden. ...

Insgesamt waren es 20 Flaschen

Und genau hier, auf dieser Halbinsel im Rhein, sollen 2019 die 20 „Moet“-Flaschen, gefüllt mit MDMA-Base, eingelagert worden sein. Die Lagerboxen kann man mieten. Wer groß genug ist, kann von oben in die Verschläge gucken. Im Interview berichtet Patrick B., wie er entdeckte, dass einer der Räume illegal genutzt wurde. Auf einer Palette stand eine Kiste. Er habe eine Nachricht an der Tür mit der Bitte auf Räumung hinterlassen. Als nichts geschah, sei er sechs Monate später selbst zur Tat geschritten.

Er holte die 20 versiegelten Champagner-Flaschen, ordentlich verpackt in Holzkisten, aus der Lagerbox. Die Zeitung zitiert ihn: „Ich habe sie verkauft, um die ausstehende Miete zu begleichen.“ Online habe er gesehen, dass für vergleichbare Doppel-Magnums „Moet & Chandon Imperial Ice“ etwa 300 Euro verlangt werden. „So sind einige der Flaschen nach Deutschland gelangt.“

Patrick B. handelte sich dabei durchaus Ärger ein. Zehn Flaschen hatte er an einen Spirituosen-Händler in Amsterdam verkauft. Dieser reklamierte sofort, als er beim Öffnen die rotbraune Flüssigkeit bemerkte. Der Lager-Verwalter nahm die Flaschen zurück. „Ich dachte der Inhalt sei verdorben und leerte die zehn Flaschen in die Toilette. Ich ahnte ja nicht, was noch kommen würde.“

Ich nahm die Flaschen zurück. Ich dachte der Inhalt sei verdorben und leerte die zehn Flaschen in die Toilette. Ich ahnte ja nicht, was noch kommen würde.“
Lager-Manager Patrick B.

Damit reduziert sich die Zahl der möglicherweise vergifteten Flaschen, die noch im Umlauf sind, auf zwei. Ursprünglich sollen 20 im Lager gewesen sein. Sechs Flaschen konnten Staatsanwaltschaft und Zoll in Weiden sicherstellen, von zweien weiß man, dass sie nicht mehr existieren.
...
Patrick B. kam im Sommer 2023 nach wenigen Stunden wieder auf freien Fuß. Man glaubte ihm. Kurz darauf kam es zu einer weiteren Festnahme: Diesmal handelte es sich um den polnischen Staatsangehörigen Jacek G., der ebenfalls dem Umfeld des „Multi Storage“ zuzurechnen ist. Dieser Mann beschuldigte Theo G.

Daraufhin erfolgte im Juni 2024 die dritte Festnahme: von Theo G. In seinem Haus in Arnheim fand die Polizei 17 Kilogramm Cannabis, 4.000 Joints und mehrere tausend Euro Bargeld.
17 Kilo Cannabis und 4.000 Joints: Auf Theo G. wartet in Niederlanden weiterer Prozess
...
Am Montag, dem siebten Verhandlungstag, saß überraschend dann doch ein ziviler Zeuge aus den Niederlanden vor der Strafkammer. Dabei handelte es sich um den früheren Besitzer (55) des „Multi Storage“, inzwischen in der Schweiz wohnhaft.

Seine Aussagen: wenig hilfreich. Die Verwaltung lag in den Händen von Mitarbeitern. ... Den Angeklagten habe er dort nie gesehen. ...

Den Lagerverwalter Patrick B. kennt er indessen sehr gut, sogar schon dessen Vater.... Aber: Der Lager-Manager sei auch ein „notorischer Lügner“, durchaus mit Kontakt zum Drogenmilieu.

Für nächste Woche sind wieder Niederländer geladen ... Es handelt sich um Ermittler aus Kerkrade und Arnheim.
Bei der Fortsetzung am morgigen Dienstag, 20. Januar, werden ab 11 Uhr Beamte der Polizei Weiden angehört.



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