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Zwei Säuglinge ermordet - Dortmund u. Krefeld

144 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Baby, Dortmund, Ermordet ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Zwei Säuglinge ermordet - Dortmund u. Krefeld

09.06.2026 um 01:04
Zitat von MehlfensMehlfens schrieb:Ich kenne kein Statement der Ermittlungsbehörden zur Verfasserin der Briefe. Ich kenne lediglich zwei unscharfe Aussagen auf einer Seite des ZDF:
Also, was ist denn da unscharf:

In dem ersten Zitat heißt es:
gab vor, die Mutter des Babys zu sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass dies stimmen könnte.
Quelle: https://www.zdfheute.de/panorama/kriminalitaet/aktenzeichen-xy-juni-2026-tote-babys-dortmund-krefeld-100.html

Also: Da steht ganz klar, dass die Frau angibt, die Mutter des Babys zu sein und nicht die Mutter von irgendwem.

Und das zweite bezieht sich logischerweise auf das erste:
Schriftprobe von einem der anonymen Briefe, die möglicherweise von der Mutter verfasst wurden.
Quelle: wie oben

Die Einschränkung "möglicherweise" bezieht sich darauf, dass man für die Aussage der Schreiberin, dass sie die Mutter des Babys ist, natürlich außer diesen Brief keine Beweise gibt. Aber es bedeutet nicht, dass sie behauptet, die Mutter von irgendwem zu sein.

Es ist also ganz klar zu sehen, dass die Verfasserin schreibt, sie sei die Mutter des Babys.


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Zwei Säuglinge ermordet - Dortmund u. Krefeld

09.06.2026 um 01:34
Wenn das einzige „Problem“ wäre, dass True Crime-Fans weniger zu diskutieren haben weil die Briefe nicht veröffentlicht wurden, wäre das völlig okay und hinnehmbar.

Tatsächlich erfährt die Öffentlichkeit aber so gut wie nichts über die Mutter - also auch nichts, was potentiellen Zeugen womöglich helfen könnte die Frau zu identifizieren.

Man weiß nur, dass sie mindestens 2 Schwangerschaften hatte aber später keine Kinder. Und das wahrscheinlich an unterschiedlichen Orten mit mehrjährigem Abstand. Dazu Papier aus der DDR und eine Handschrift.

Selbst wenn man in der Umgebung der genannten Orte jemanden kennt, der schwanger war und später doch kein Kind hatte, wäre das mit „Schwangerschaftskomplikationen“ ausreichend erklärt. Das ist obendrein ein Tabuthema, wo keiner näher nachfragt.
Durch den örtlichen und zeitlichen Abstand zwischen den beiden Babys weiß womöglich auch keiner der beiden sozialen Umfelder von der anderen Schwangerschaft. Da war jemand einmal schwanger - passt also nicht weil man nichts von der anderen Schwangerschaft weiß…

Ich gehe mal davon aus, dass die Polizei Gründe für diese äußerst sparsame Informationspolitik hat. Aber ob man nicht doch einige zusätzliche Infos geben sollte - es müssen ja nicht ganze Briefe bekannt gemacht werden - ist eine berechtigte Frage.


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Zwei Säuglinge ermordet - Dortmund u. Krefeld

09.06.2026 um 02:09
man man, der @Mehlfens ist aber auch hartnäckig.

Die Verfasserin der Briefe meint, sie ist die Mutter des Babys und meint nicht, sie ist die Mutter der Mutter des Babys.

Die wenigen klaren Tatsachen müssen nicht auch noch vertratscht werden


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Zwei Säuglinge ermordet - Dortmund u. Krefeld

09.06.2026 um 07:41
Zitat von VolvicVolvic schrieb:Wenn das einzige „Problem“ wäre, dass True Crime-Fans weniger zu diskutieren haben weil die Briefe nicht veröffentlicht wurden, wäre das völlig okay und hinnehmbar.
Dazu kommt aber noch ein zweites Problem: Die True-Crime-Fans gehen offensichtlich davon aus, wunders welche tollen und vor allem für Außenstehende auch leicht wiedererkennbaren Fakten in dem Brief drin sein müssen.

Das ist aber doch überhaupt nicht gesagt, dass da irgendwelche Dinge geschrieben wurde, wo dann irgendwer vom heimischen Sofa aufspringt und ruft: "Oh, Mensch, dass muss doch die XY sein, da rufe ich gleich mal an!"

Ich empfehle als Vergleich mal einen Blick in die Diskussion wo alle paar Seiten wie von einem trotzigen Kind in der Süßigkeitenabteilung gefordert wird, die Polizei solle doch endlich mal Bilder von den "Gegenständen" veröffentlichen, die man am Fundort der Leiche gefunden hat. Dass "Gegenstände" aber z. B. auch Stücke von (Achtung, fiktives Beispiel!) blauer Plastikwäscheleine sein können, die man von Flensburg bis München in jedem Baumarkt kaufen kann, wo es also keinerlei individuelle, wiedererkennbare Merkmale gibt. Wo dann also zehntausende von Leuten sagen könnten: "Ja, so eine Wäscheleine hat mein Nachbar, überprüfen sie den mal!"

Übertragen auf den Brief kann das bedeuten, dass da sonst nur Dinge erzählt werden, die keine definitiven Rückschlüsse zulassen. Also z. B. wenn die Frau schreibt (auch wieder ein fiktives Beispiel!): "Ich habe als Verkäuferin gearbeitet!" - ja, super, gibt ja kaum Frauen, die als Verkäuferin gearbeitet haben. Da kommen dann im schlimmsten Falle auch tausend und ein Anruf, wo irgendwelche Frauen aus der DDR benannt werden, die man sich doch ml ansehen müsste, weil die doch als Verkäuferin gearbeitet hätten.


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Zwei Säuglinge ermordet - Dortmund u. Krefeld

09.06.2026 um 09:29
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Übertragen auf den Brief kann das bedeuten, dass da sonst nur Dinge erzählt werden, die keine definitiven Rückschlüsse zulassen. Also z. B. wenn die Frau schreibt (auch wieder ein fiktives Beispiel!): "Ich habe als Verkäuferin gearbeitet!" - ja, super, gibt ja kaum Frauen, die als Verkäuferin gearbeitet haben.
Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich.

Die Forderung, im Fall Birgit Ameis (diskutiert hier im Forum, auf den Du Dich offenbar beziehst) nach Jahren der erfolglosen Tätersuche etwas mehr Einzelheiten bekannt zu geben, u.a. auch Gegenstände zu benennen, die am Tatort gefunden und aus polizeilicher Sicht dem Täter zuzuordnen sind, ist doch ganz etwas anderes, und wird im zugehörigen Thread diskutiert.

Bei den drei Briefen in diesem Fall hier, aus denen die Polizei ja immerhin so etwas wie einen DDR-Hintergrund schließt, handelt es sich ja offenbar um handschriftliche Briefe.

Ein winziges Fragment ("Ich bin die Mutter, wenn Sie Brief erhalten") wird dem Publikum präsentiert - um eine Person, die man als Zeuge benennen könnte, zu identifizieren, ist das etwas mager.

Nach wie vor finde ich es kaum nachvollziehbar, warum sich die Frau als Täterin mit der Polizei in Verbindung setzen sollte. Dennoch scheint die Polizei die Briefe als authentisch einzuschätzen - von DNA an Brief oder Postwertzeichen, oder enthaltenem Täterwissen, hört man gleichwohl nichts.

Ich denke, hinter der Forderung nach mehr veröffentlichtem Briefinhalt steht in diesem Fall auch der Wunsch, die Logik der Tat, und die des Fahndungsansatzes, besser zu verstehen.

Mögliches Motiv der Fahnder: Druck auf die Täterschaft aufbauen, oder auch auf Mitwisser/Mittäter, da man ja nicht wissen kann, was über letztere im Brief ausgesagt wurde.

Bei Mord wäre ja Beihilfe gerade nicht verjährt.


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Zwei Säuglinge ermordet - Dortmund u. Krefeld

09.06.2026 um 09:30
@brigittsche

Ich verstehe deinen Punkt. Zugleich ist aber fast jedes einzelne Faktum ein weiterer Hinweis - von der Kategorie „blaue Wäscheleinen“ mal abgesehen.

Wenn da also stehen würde „Ich bin Verkäuferin“ bedeutet das nicht, dass Tausende in Frage kommen. Es heißt vielmehr, dass Hunderttausende nicht in Frage kommen weil sie eben keine Verkäuferinnen sind.

Und so komplett nichtssagend, dass man wirklich gar nichts Richtungsweisendes aus den Briefen entnehmen kann, werden/können diese nicht sein.

Von daher frage ich mich schon warum man nach einer Frau fahndet aber wirklich gar nichts über sie aussagt. Da die beiden Schwangerschaften zeitlichen Abstand hatten und womöglich auch an unterschiedlichen Orten stattfanden könnte dem regionalen Umfeld nicht mal bekannt sein, dass jemand gleich 2 Kinder „verloren“ hat.


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Zwei Säuglinge ermordet - Dortmund u. Krefeld

09.06.2026 um 11:19
Zitat von TheGardensTaleTheGardensTale schrieb am 24.04.2024:„Ich bin die Mutter, wenn Sie Brief erhalten …“
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Ein winziges Fragment ("Ich bin die Mutter, wenn Sie Brief erhalten") wird dem Publikum präsentiert
Und selbst dieses winzige Fragment wird hier nicht korrekt gelesen und wiedergegeben. Da steht eindeutig

Ich bin die Mutter, wenn sie Brief erhalteX

wobei "sie" fälschlicherweise klein geschrieben ist und das X in "erhalteX" weder das n aus "bin" oder "wenn" ist, noch das r aus "Mutter".

briefausschnitt

Da sind mir dann solche Sprüche wie hier
Zitat von TotaleinfallTotaleinfall schrieb:Die Verfasserin der Briefe meint, sie ist die Mutter des Babys und meint nicht, sie ist die Mutter der Mutter des Babys. Die wenigen klaren Tatsachen müssen nicht auch noch vertratscht werden
unverständlich. Hier ist meiner Meinung nach gar nichts klar, wenn man genau genug hinschaut.


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Zwei Säuglinge ermordet - Dortmund u. Krefeld

09.06.2026 um 11:55
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Ein winziges Fragment ("Ich bin die Mutter, wenn Sie Brief erhalten") wird dem Publikum präsentiert - um eine Person, die man als Zeuge benennen könnte, zu identifizieren, ist das etwas mager.
Natürlich. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass der Rest des Briefes mehr enthält das für eine Identifizierung dienlich ist.
Zitat von VolvicVolvic schrieb:Und so komplett nichtssagend, dass man wirklich gar nichts Richtungsweisendes aus den Briefen entnehmen kann, werden/können diese nicht sein.
Woher willst Du das wissen? Wie gesagt: Wir kennen den Brief nicht. Aber das bedeutet eben auch, dass diese Vorstellung, mit der hier einige Leute offenbar herumlaufen, nichtzutreffend sein muss. Das könnte (!!) eine Erklärung sein, warum man eben nicht mehr veröffentlicht.
Zitat von VolvicVolvic schrieb:Es heißt vielmehr, dass Hunderttausende nicht in Frage kommen weil sie eben keine Verkäuferinnen sind.
Ja, genau. Und es ist ja überhaupt kein Problem, Frauen in der Größenordnung von hunderttausenden zu überprüfen. Ganz easy. Das macht man mal schnell zwischen Frühstück und Mittagspause. Und juristisch ist es auch überhaupt kein Problem, jede Frau die in der DDR mal als Verkäuferin gearbeitet hat durch die Mangel zu drehen. Weil sie ja als Verkäuferin in der DDR gearbeitet hat. "Ja, meine Nachbarin damals in Karl-Marx-Stadt in der Friedrich-Engels-Alle, die war Verkäuferin bei uns im Konsum, die müssen Sie sich mal anschauen, das könnte die Mutter sein!"
Zitat von MehlfensMehlfens schrieb:Hier ist meiner Meinung nach gar nichts klar, wenn man genau genug hinschaut.
Ja, wenn man nur auf diesen einen Satz schaut. Aber dieser Brief besteht nicht nur aus dem einen Satz. Und da die Ermittler den ganzen Brief kennen, ist es mehr als wahrscheinlich, dass die Angabe, dass die Frau sich als Mutter des Babys bezeichnet, nicht nur an dem einen Satz festgemacht wird.


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Zwei Säuglinge ermordet - Dortmund u. Krefeld

09.06.2026 um 12:15
Zitat von MehlfensMehlfens schrieb:Und selbst dieses winzige Fragment wird hier nicht korrekt gelesen und wiedergegeben. Da steht eindeutig

Ich bin die Mutter, wenn sie Brief erhalteX
Ja mei, ich schreibe halt automatisch das Anredepronomen "Sie" groß, weil es so korrekt ist. Ob es sich bei dem letzten Buchstaben wirklich um ein X handelt, und nicht doch um ein abgeschnittenes "n", sei einmal dahingestellt.

Natürlich werden die Kriminalisten gründlich gearbeitet haben, und deren Experten ebenso. Was aber Handschriften anbelangt, so steht der DDR-"Schulausgangsschrift" (SAS) beispielsweise die westliche "Vereinfachte Ausgangsschrift" (VA) entgegen, die in großen Teilen das Gleiche ist, aber aus ideologischen/politischen Gründen halt anders heißen musste. Im "föderalen Flickenteppich" der Bildung in Westdeutschland gibt es eine solche Vielzahl von Wegen (und auch Irrwegen), wie Kinder das Schreiben lernen (oder eben auch nicht), dass ich die Herkunftsermittlung einer Person anhand deren Handschrift, wie sagt man heute, schon etwas "sportlich" finde.

Meiner eigenen Handschrift sieht man vermutlich heute noch an, dass ich in Baden-Württemberg in der ersten Klasse mit der Lateinischen Ausgangsschrift das verbundene Schreiben gelernt habe - und zwar gleich nach der Einschulung. Heute ist man ja teils froh, wenn Kinder nach den ersten beiden Jahren leidlich in Blockschrift buchstabieren können.

Aber was bringt das alles für diesen Fall - nicht viel, fürchte ich. Die Polizei hat ihren Ansatz der Öffentlichkeitsfahndung vermutlich bewusst auf die bekannte Art und Weise gewählt. Warum, wird sie uns allenfalls im Nachgang erläutern - wenn überhaupt.

Es bezieht sich nicht nur auf diesen Fall, sondern auf die Fernsehsendung Aktenzeichen XY insgesamt - ganz viele Fälle kommen bereits mehr oder weniger gelöst auf unseren Bildschirm, man sucht nur noch ein Quäntchen an Beweisen, oder man richtet sich von vornherein nur an Mitwisser, Insider oder Helfer, deren Taten bereits verjährt sind.

Was bleibt, ist ein einst bahnbrechendes und revolutionäres Sendungskonzept, das mit zahlreichen Spinoffs ("gelöst", "Betrug", "vermisst" usw.) verwässert und letztendlich zu Tode geritten wird.

Da kommt dann ein Fall, der besonders ans Herz geht, weil er von toten Kindern handelt, und man hat das Gefühl, sie wissen auch in diesem Fall bereits alles - oder auch gar nichts.


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09.06.2026 um 12:18
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Aber das bedeutet noch lange nicht, dass der Rest des Briefes mehr enthält das für eine Identifizierung dienlich ist.
Das wissen wir nicht, ohne die Briefe (es sollen drei sein) zu kennen. Es ist aber ziemlich unwahrscheinlich, dass ein Mensch soviel Mitteilungsbedürfnis hat, drei Briefe an die Polizei zu schreiben und dabei nichts über sich preiszugeben.
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Und da die Ermittler den ganzen Brief kennen, ist es mehr als wahrscheinlich, dass die Angabe, dass die Frau sich als Mutter des Babys bezeichnet, nicht nur an dem einen Satz festgemacht wird.
Vielleicht. Offensichtlich haben die Cops und Rentner-Cops aber volle 27 Jahre im Dunkeln getappt, sind nun auf die Hilfe der Öffentlichkeit angewiesen und dennoch immer noch nicht bereit, diese tatsächlich einzubinden.
Es gibt ein eigenes Ermittlerteam beim Polizeipräsidium Dortmund. Und zwar die "Ermittlungsgruppe Cold Cases". Aktuell besteht die aus drei Polizisten und zwei Rentner-Cops, die sich ausschließlich mit Cold Cases aus NRW beschäftigen und auch diesen Fall bearbeiten.
Quelle: https://www1.wdr.de/freizeit/true-crime/toter-saeugling-dortmund-krefeld-cold-case-100.html
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Natürlich werden die Kriminalisten gründlich gearbeitet haben, und deren Experten ebenso.
Euer uneingeschränktes Vertrauen in Gottes Ohr.


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Zwei Säuglinge ermordet - Dortmund u. Krefeld

09.06.2026 um 12:27
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Was aber Handschriften anbelangt, so steht der DDR-"Schulausgangsschrift" (SAS) beispielsweise die westliche "Vereinfachte Ausgangsschrift" (VA) entgegen, die in großen Teilen das Gleiche ist, aber aus ideologischen/politischen Gründen halt anders heißen musste.
Für mich ist auf den ersten Blick klar, dass sich das gezeigte Handschriftsmuster weit von der SAS entfernt hat (kein Aufstrich beim d, keine Spitzen beim M, wesentlich härtere Konturen, ...). Ich halte das insbesondere nicht für die Schrift einer jungen Frau.


Ausgangsschrift der DDR 1958Original anzeigen (0,7 MB)


Quelle: Wikipedia: Schulausgangsschrift#/media/Datei:Ausgangsschrift der DDR 1958.png


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Zwei Säuglinge ermordet - Dortmund u. Krefeld

09.06.2026 um 12:47
Zitat von MehlfensMehlfens schrieb:Ich halte das insbesondere nicht für die Schrift einer jungen Frau.
Zumindest die Schreibweise des kleinen "n" durch eine Folge von Auf- und Abstrichen erinnert mich ein wenig an die Schrift von älteren Menschen, die noch mit Deutscher Schrift oder Sütterlin das Schreiben gelernt haben, insofern gebe ich Dir Recht. Allerdings würden solche Schreiber evtl. auch das kleine "e" ähnlich schreiben, nur enger zusammen.

Letztlich ist es zu einem gewissen Grad auch das Lesen im Kaffeesatz (wenn auch interessant). Die Schrift der meisten Menschen verändert sich in Jugend und Erwachsenenalter; bei einigen regiert purer Pragmatismus, um z.B. schneller schreiben zu können (Weglassen von Schnörkeln und Verzierungen), wieder andere arbeiten an einer Schrift, die sie besonders schön finden, und folgen z.T. auch dem Vorbild anderer.

Auch wenn die Äußerungen der Polizei sich auf die Mutter (des Kindes) festlegen, finde ich die (Groß-) Mutter als Verfasserin des Schreibens einen interessanten Gedanken. Aber dann hätte die Polizei einen anderen Abschnitt des Textes gezeigt, und vielleicht von einer "Person aus dem Umfeld" als Verfasser gesprochen.

Schließlich und endlich finde ich die Schriftprobe relativ nichtssagend - vermutlich hat jeder schon einmal eine ähnliche Handschrift irgendwo gesehen. Wenn es wirklich um die Identifizierung einer konkreten Person anhand der Handschrift ginge, dann müsste man mMn Auffälligkeiten und Besonderheiten der Schrift kenntlich machen und hervorheben.

Dann könnte jemand, der eine Handschrift zu erkennen glaubt, die Schriftprobe mit einem Brief o.ä. der Person vergleichen und eben auf ein bestimmtes Merkmal hin abgleichen.

Aber ehrlich - außer uns Foristen macht doch da draußen niemand so etwas. Außer, es quält jemanden ein Verdacht.


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Zwei Säuglinge ermordet - Dortmund u. Krefeld

09.06.2026 um 13:05
Ich sehe es so:

Die Polizei geht davon aus, dass die Briefe von der Mutter der beiden Babys geschrieben wurde. Dafür kann es unterschiedliche Begründungen geben. Sofern es keine DNA Spur an Brief gab (wir wissen nichts davon), bleibt aber auch eine Unsicherheit, dass die Briefe nicht von der Mutter der Babys, sondern von Mutter, Tante, Freundin oder jemand gänzlich unbeteiligtem geschrieben wurde. Nützt ja aber alles nichts. Dennoch bleiben die Briefe eine wichtige Spur, der nachgegangen werden muss.


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Zwei Säuglinge ermordet - Dortmund u. Krefeld

09.06.2026 um 13:15
@sallomaeander, da stimme ich Dir in allen Punkten weitgehend zu.

Deswegen frage ich mich gerade, warum tatsächlich die Ermittlungsbehörden mit einem derart minimalen und daher kaum aussagekräftigen Detail an die Öffentlichkeit gehen.

Bemerkenswert ist dann eben auch, dass selbst dieses "Fitzelchen" dann schon Widersprüche aufwirft. Die Mehrheit der Foristen hier teilt die Einschätzung, dass die Handschrift eher von einer älteren Frau stammt. Mehrere Schreibfehler strafen die These Lügen, dass es eine Muttersprachlerin war - schon gar nicht aus einer Kultur, die Schönschrift und korrektes Deutsch weit höher gehalten hat, als das heute in unseren Grund- und Hauptschulen der Fall zu sein scheint.

Deswegen sagte ich - da passt bei näherem Hinsehen vieles nicht zusammen.

Wir wissen leider nicht, woher der Zuschauer die Information nahm, das Jäckchen mit den Bären stamme aus der DDR. Ich habe ähnliche Sticker z.B. auf Etsy gefunden

https://www.etsy.com/de/listing/1187058113/teddy-aufnaher-mit-zahl-applikation

aber der Clou bei dieser Jacke ist, dass die Zahl der Bärchen mit der gezeigten Ziffer übereinstimmt (1 - ein Bärchen, 2 - zwei Bärchen usw). Eigentlich würde man dahinter einen didaktischen Gedanken vermuten (ein Kind zählen lehren), aber dann eben doch nicht auf einem Strampelanzug für Säuglinge.

Screenshot 20260609 131410 Chrome

Quelle: https://www.zdfheute.de/panorama/kriminalitaet/aktenzeichen-xy-juni-2026-tote-babys-dortmund-krefeld-100.html

Auch zum Label "viaggio Collection" bin ich leider überhaupt nicht fündig geworden.


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09.06.2026 um 16:26
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:
Zitat von VolvicVolvic schrieb:Und so komplett nichtssagend, dass man wirklich gar nichts Richtungsweisendes aus den Briefen entnehmen kann, werden/können diese nicht sein.
Woher willst Du das wissen? Wie gesagt: Wir kennen den Brief nicht.
Solange im Brief nicht nur 100x steht „Ich darf keine Kinder töten“ oder „Ich bin die Mutter wenn Sie Brief erhalten“ wird es wohl zwangsläufig irgendwelche weitergehenden Informationen geben.
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Ja, genau. Und es ist ja überhaupt kein Problem, Frauen in der Größenordnung von hunderttausenden zu überprüfen. Ganz easy. Das macht man mal schnell zwischen Frühstück und Mittagspause. Und juristisch ist es auch überhaupt kein Problem, jede Frau die in der DDR mal als Verkäuferin gearbeitet hat durch die Mangel zu drehen. Weil sie ja als Verkäuferin in der DDR gearbeitet hat. "Ja, meine Nachbarin damals in Karl-Marx-Stadt in der Friedrich-Engels-Alle, die war Verkäuferin bei uns im Konsum, die müssen Sie sich mal anschauen, das könnte die Mutter sein!"
Wir kennen die Ablageorte der Kinder und interpretieren sie als Ankerpunkte. Es wird ein Bezug der Mutter in die DDR vermutet.

Wenn dann 1 oder 2 weitere Aspekte dazu kämen, in deinem Beispiel „Beruf Verkäuferin“, würde das den Kreis der potentiellen Mütter schon sehr deutlich eingrenzen und es auch potentiellen Zeugen viel einfacher machen. Weil z. B. jede Arzthelferin, die in den Westen rübergebracht hat, eher nicht mehr in Frage kommt. Das erleichtert die Suche weniger der Polizei, hilft aber eventuellen Zeugen.

Wie Mehlfens richtig schrieb: man geht mit XY nach Jahrzehnten erfolgloser Ermittlungen nochmal in eine großangelegte Öffentlichkeitsfahndung und teilt dem Publikum dann aber so gut wie nichts über die gesuchte Person mit. Wie will man dann Zeugen erreichen?

Zumal wenn die überhaupt veröffentlichten Fakten nicht so recht zusammenpassen wollen: die Schrift wirkt wie die einer alten Frau, der Satzbau klingt nicht nach einer Muttersprachlerin.

Wenn die Gesuchte wenig Kontakte in der Umgebung hatte gibt es auch keinen, der wenigstens eine Frau mit Bezügen zu den örtlichen Ankerpunkten kennt.

Vielleicht will man nur sehr gezielt einzelne Mitwisser ansprechen - aber das wird dann normalerweise auch so gesagt. Hier erscheint es so als tappe man im Dunklen und hoffe eigentlich auf Beobachtungen der Bevölkerung.

Grundsätzlich bin ich immer geneigt, der Polizei gute Arbeit und überlegtes Handeln zu unterstellen. Man weiß aus dem Arbeitsleben, als Kunde und Bürger aber auch, dass es überall fähige und unfähige Mitarbeiter gibt. Das wird bei der Polizei nicht anders sein.

Natürlich kann ich das im Einzelfall, z. B. hier, nicht beurteilen, ob da fähige Leute am Werk sind.

Aber man bleibt ratlos weil nicht klar ist, wen die Polizei eigentlich sucht. Eine Mutter mit 2 Schwangerschaften, die keine Kinder hat - was aber durch Umzüge ggf. niemandem aufgefallen ist… wie soll das zum Erfolg führen?


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Zwei Säuglinge ermordet - Dortmund u. Krefeld

09.06.2026 um 17:21
Danke @Volvic!

Übrigens - mir bislang entgangen: in dem "DDR"-Strampelanzug ist das Einnähetikett noch vorhanden. Ob da nun "Made in GDR" draufsteht oder nicht, wäre das nicht ein Detail, das man nahezu zwingend mit Foto von Vorder- und Rückseite an die Öffentlichkeit geben müsste, wenn man die Jacke schon präsentiert? Und was bedeutet der orangene Pfeil rechts davon?


Screenshot 20260609 131410 ChromeOriginal anzeigen (0,9 MB)

Quelle: https://www.zdfheute.de/panorama/kriminalitaet/aktenzeichen-xy-juni-2026-tote-babys-dortmund-krefeld-100.html


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Zwei Säuglinge ermordet - Dortmund u. Krefeld

09.06.2026 um 17:54
Die schärfste Version dieses Bildes habe ich auf der Seite der Polizei NRW gefunden.

Offensichtlich ist die Aufschrift in Niederländisch ("WASSEN"), Deutsch ("SEPARAT WASCHEN") und Französisch ("LAVER SÉPARÉMENT").

Screenshot 20260609 174134 GoogleOriginal anzeigen (0,8 MB)

Quelle Originalbild: https://polizei.nrw/fahndung/205394


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09.06.2026 um 18:05
KI (Claude) sagt dazu:
Drei Sprachen: Deutsch + Französisch + Niederländisch
Das ist ein klassisches Muster für Marken, die primär in der DACH + Benelux-Region verkaufen. Typischerweise findet man diese Kombination bei:

H&M (schwedisch, aber starke DACH/Benelux-Präsenz)
C&A (niederländisch-belgischer Ursprung, sehr typisch für diese Sprachkombination!)
Zara / Inditex (europaweit einheitliche Etiketten)
s.Oliver, Tom Tailor, Esprit (deutsche Marken mit Benelux-Vertrieb)
Tchibo, Takko, KiK (Discounter mit DACH+Benelux-Präsenz)

C&A wäre mein erster Verdacht, da:

Niederländisch-belgischer Ursprung
Seit Jahrzehnten starke Präsenz in genau diesen Märkten
Typischerweise mehrsprachige Etiketten in genau dieser Kombination

**Scheiden aus (oder unwahrscheinlich vor 1999):**
- **Zara** — in DACH/Benelux erst ab Ende der 1990er / frühen 2000er wirklich präsent
- **Esprit** — hatte vor 1999 in Europa noch keine so flächendeckende Etikettierung in dieser Sprachkombination
- **Takko, KiK** — eher unwahrscheinlich, da in den 90ern noch nicht so etabliert

**Bleiben plausibel:**
- **C&A** ✓ — seit Jahrzehnten in genau diesen Märkten, sehr wahrscheinlich
- **H&M** ✓ — war in DACH und Benelux bereits in den 1980ern/90ern stark vertreten
- **s.Oliver** ✓ — deutsche Marke, bereits vor 1999 mit Benelux-Vertrieb
- **Tchibo** ✓ — verkaufte bereits in den 90ern Kleidung in DACH+Benelux

**Mein stärkster Verdacht bleibt C&A**, da die Kombination Deutsch/Französisch/Niederländisch quasi ihr "Heimatmarkt-Dreieck" ist und sie diese Etikettierung seit den 1970ern verwenden.
Quelle: https://claude.ai/chat/


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09.06.2026 um 18:18
C&A hat unter anderem aus Brandenburg an der Havel Kinderkleidung bezogen, so dass sich die Informationen nicht widersprechen.
die Kinderkleidung aus Brandenburg war ein Exportschlager der damaligen DDR. Ehemalige leitende Frauen schätzen, dass zwischen 50 bis 80 Prozent der Kleidung ins Ausland ging. Und wer sich lieber damals von der Rentneroma aus Westberlin eine C&A-Hose mitbringen ließ, kann spätestens jetzt nachlesen, dass die durchaus in der Heimat hergestellt sein konnte.
Quelle: https://www.maz-online.de/lokales/brandenburg-havel/c-und-a-hose-aus-brandenburg-7LPP7Q5V7SQOLCJP4WSQ5HU5O4.html
VEB Brandenburger Kinderbekleidung, kurz Braki, war ein volkseigener Betrieb in Brandenburg an der Havel und wurde im Mai 1956 offiziell gegründet.

Braki verfügte über ein erfahrenes, „gefestigtes Kollektiv“ von Facharbeiterinnen. Man erweiterte sich über Außenstellen, etwa in Ziesar und Lehnin – auch wenn es oft an Material wie Stoffen oder Reißverschlüssen mangelte, was kreative Lösungskompetenz erforderte.

Die Kindermode aus Brandenburg gehörte zu den Exportschlagern der DDR: Zwischen 50 % und 80 % der Fertigung wurden exportiert. Sogar C&A-Hosen enthielten nicht selten Textilien aus diesem Betrieb.
Quelle: https://ddr-werbefiguren-welt.de/ddr-sammlungen/braki-brandenburger-kinderbekleidung/

Aber vielleicht lässt sich aus den Bildern auch noch mehr herauslesen und/oder die Herkunft der Gegenstände eingrenzen.


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Zwei Säuglinge ermordet - Dortmund u. Krefeld

09.06.2026 um 21:26
Zitat von MehlfensMehlfens schrieb:C&A hat unter anderem aus Brandenburg an der Havel Kinderkleidung bezogen, so dass sich die Informationen nicht widersprechen.
Ich habe mir gerade ml die Mühe gemacht, einen mi zufällig bekannten Zeitzeugen anzurufen, der in einem Kleider-VEB gearbeitet hat (aber in Thüringen). Und der sagte mir auch, dass die damals für C&A produziert haben, aber (und das ist der interessante Punkt): Da stand dann nicht drin, dass das in der DDR produziert wurde und man hat auch gleich die C&A-Etiketten eingenäht.

Er meinte aber auch, dass es manche Produkte gab (aber nur wenige) die dann ohne die C&A-Etiketten auch in der DDR verkauft wurden.

Möglicherweise ist das hier so ein Fall: Eigentlich für den Export produziert, dann aber doch in der DDR verkauft.

(Ich kann natürlich nur wiedergeben was mein Bekannter mir sagt, überprüfen kann ich es nicht...)


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