in1968 schrieb:Wenn Weber wirklich die Tat begangen haben sollte stellt sich mir die Frage wo er denn schon alleine seine blutverschmierten Kleidung hätte entsorgen wollen?
Wir wissen nicht genau, wie die Kleidung des Täters nach der Messerattacke auf NS ausgesehen hat. Nach den bekannt gewordenen Informationen wird der Täter Blut an mindestens einer Hand gehabt haben, vermutlich an der messerführenden Hand.
Ob auch seine Kleidung beeinträchtigt war, und falls ja wie stark, das wissen wir nicht. Unter den Schuhen wird der Täter jedenfalls kein Blut gehabt haben, da von Spuren in Bezug auf Sohlenabdrücke oder einer durch Blutspuren nachvollziehbaren Fluchtrichtung keine Rede war.
Letzteres lässt mich davon ausgehen, dass die Messerattacke auf NS überfallartig erfolgte und innerhalb kürzester Zeit (Größenordnung z.B. anderthalb Minuten, also alle 9 Sekunden ein Stich) ablief und dass der Täter das Dienstzimmer nach den Stichen und dem Durchtrennen der Telefonleitung wieder verließ.
Durch die Stiche verursachte Sickerblutungen unter der Kleidung des Opfers hätten den Täter und dessen Kleidung in dieser kurzen Zeit nicht oder nicht sonderlich in Mitleidenschaft gezogen.
Diese Annahme ist auch stimmig mit der dürftigen Spurenlage, denn ein mit Opferblut besudelter Täter hätte auch auf seiner Flucht vom Tatort (abgesehen von Telefonkabel und Fenster) weitere (Blut-)Spuren hinterlassen. Davon war aber keine Rede.
(Und jetzt bitte nicht wieder mit dem "kecken" Hinweis kommen,
Dew schrieb:Ermittlungsergebnisse werden nun mal nicht immer im Detail bekanntgegeben.
denn die Vermutung, dass derartige Informationen in einem 37 Jahre alten Cold Case von der Kripo zurückgehalten werden könnten, ist unglaubhaft. Schließlich verfolgt die Kripo gerade ihre allerletzte Chance, diesen Altfall doch noch zu lösen. Gleiches gilt übrigens für hier immer mal wieder ins Feld geführte Behauptungen, es existierten "faktische Ausschlussgründe" einer potenziellen Täterschaft von "Weber".). Das ist allein schon deshalb falsch, weil der verantwortliche Cold Case Ermittler selbst Szenarien, bei denen "Weber" die Rolle der Täterschaft zukommt, ausdrücklich nicht ausschließt.)
in1968 schrieb:Ich denke das hat 1989 auch mit dazu geführt ihn recht schnell als dringend tatverdächtig auszuschließen.
Für diese deine Vermutung gibt es keine Anhaltspunkte. Sie ist "aus der Luft gegriffen", denn es deutet nicht das Geringste darauf hin, dass "Überlegungen der Ermittler bezüglich der Täterkleidung" damit zu hätten, dass der Tatverdacht gegen "Weber" damals fallen gelassen wurde.
Dew schrieb:Das sich der Täter verletzt haben "muss" ist alleine auf Deinem Mist gewachsen, ich habe das nicht behauptet.
Na ja, "auf meinem Mist" gewachsen ist das nicht, denn du warst es, der geschrieben hat:
Dew schrieb:Man dürfte "Schütze Weber" demnach schon angesehen haben, dass er nicht in die Auseinandersitzung mit tödlichem Ausgang für N.S. verwickelt war.
Daraus geht klar hervor, dass du das Vorhandensein eines nicht zu übersehenden Verletzungsbildes beim Täter im Anschluss an die Tat unterstellst.