Sherlock_H schrieb:2. Es hat sich so zugetragen, wie hier schon skizziert, nämlich, es gab eine Eskalation aufgrund dessen, dass "Weber" nicht um 22 Uhr bei NSt war und er NSt gedrängt hat, seine Unterschrift nachträglich zu leisten.
M.E. wäre es durchaus denkbar, dass „Weber“ der Täter ist. Vielleicht kam er ja tatsächlich zu spät zum GvD-Zimmer. Das allein wäre vermutlich noch nicht ganz so schlimm gewesen, wenn er z.B. einfach verschlafen hätte. Aber es könnte ja auch sein, dass er während seines Arrests wirklich einen „Ausflug“ gemacht hatte, wie hier schon vermutet wurde. Der XY-FF liefert auch Anhaltspunkte für diese Version: Als „Weber“ mit seiner Freundin telefoniert (ab Min. 30), sagt er, ihm sei „langweilig“, weil er „nichts zu tun“ hätte. Und fragt dann: „Machst Du heut‘ Abend was?“, und kurz darauf: „Hm, klingt ja nach ‘nem guten Plan.“ Offenbar hat die Freundin also etwas vor. Wenn „Weber“ es mit den Regeln bei der Bundeswehr grundsätzlich nicht so genau nahm, warum sollte er da nicht auf die Idee gekommen sein, sich gemeinsam mit seiner Freundin zu amüsieren?
Außer dem GvD Norbert war sonst niemand im Gebäude. Vielleicht kannte „Weber“ Möglichkeiten, wie er unbemerkt aus dem Gebäude hinaus- und auch wieder hineinkommen könnte. Evtl. durch den Keller oder durch ein Fenster im EG, möglicherweise sogar durch das spätere „Fluchtfenster“?
Aber dann ging wohl etwas schief. Es könnte z.B. so gewesen sein: Als „Weber“ abends heimlich wieder ins Gebäude und in seine Stube will, ist sein geplanter Rückweg versperrt. Der pflichtbewusste Norbert hat bei seinem Rundgang die Kellertür / das Fenster geschlossen. „Weber“ bleibt nichts anderes übrig, als zu klingeln und sich von Norbert öffnen zu lassen. Norbert lässt ihn ein und sagt, dass er das Verlassen der Kaserne während des Arrests melden müsse. Es kommt zum Streit. „Weber“, vielleicht angetrunken, versetzt Norbert einen Schlag ins Gesicht und folgt ihm ins GvD-Zimmer. Als Norbert dort tatsächlich zum Telefonhörer greift, rastet „Weber“ völlig aus. Er zieht sein Messer (oder ein anderes, das im Zimmer liegt) und sticht auf Norbert ein.
Nach der Tat und im ersten Schock flüchtet „Weber“ zunächst durch das EG-Fenster (und hinterlässt dabei die Blutspur am Fensterrahmen). Aber nach einiger Zeit wird er ruhiger und beginnt zu überlegen. Norbert und er waren allein im Gebäude, der Verdacht würde sofort auf ihn fallen. Er steigt durch das Fenster zurück ins Gebäude. Dort versucht er, falsche Spuren zu legen, indem er z.B. die Kellertür wieder öffnet. Seine Zivilkleidung mit den Blutspuren und das Messer entsorgt er später in der Nacht irgendwo außerhalb der Kaserne. Er weiß, dass er bis zum Morgen Zeit hat. Dann legt er sich wieder ins Bett, setzt seine Kopfhörer auf und denkt über eine glaubhafte Geschichte nach, bis am Morgen der Feldwebel kommt.
Das ist natürlich ein fiktives Szenario, aber so in etwa könnte ich mir den Tathergang inzwischen vorstellen.