Harald111 schrieb:Sehe ich jetzt anders, für mich ist das eigentlich einer der Punkte die die Glaubwürdigkeit von "Weber" endscheiten.
Das sehe ich ähnlich, und das habe ich auch gar nicht in Frage gestellt.
Mein Punkt war, dass Überlegungen zu den beiden unterschiedlichen publik gewordenen Versionen
Shiloh schrieb:die Version "Die verlangte 22 Uhr Unterschrift wurde von Stolz auf später vertröstet" für mich genauso merkwürdig wie "Stolz saß um 22 Uhr alleine vorm Fernseher und nahm "Weber" im Vorbeilaufen nicht wahr".
nicht weiterführen, da sie nicht ansatzweise überprüfbar sind und nur auf nicht verizierbare Aussagen von "Weber" zurückgehen können.
Selbst wenn "Weber" auch noch eine dritte - von mir hier jetzt nur frei erfundene - Version geäußert hätte, dass z.B. "er schon vor 22 Uhr auf seinem Zimmer in den Tiefschlaf gefallen wäre und deswegen die 22-Unterschrift am nächsten Morgen fehlte", wäre die Beschäftigung mit der Frage, welche der drei Versionen stimmen könnte, im Hinblick auf die Frage, was in der Tatnacht geschah, nicht weiterführend.
Harald111 schrieb:Hätte "Weber" die 22 Uhr Unterschrift würde ich ihm das geschlafen nichts gehört glauben, aber so eigentlich nicht.
Sherlock_H schrieb:Ich nehme auch an, dass "Weber" in dem Punkt "22-Uhr-Unterschrift" unglaubwürdig ist.
Ganz genau. Das Entscheidende (weil gesicherte Tatsache) ist, dass die 22-Uhr-Unterschrift am nächsten Morgen fehlte.
Shiloh schrieb:Daher finde ich deine Aussage, dass bestimmte Beschäftigungen mit bestimmten Fragen "nicht einen Millimeter weiterführen können" schon etwas befremdlich - oder warst du dabei?
Bitte nicht falsch verstehen - die Beschäftigung mit allen Fragestellungen ist selbstverständlich "erlaubt"...
Es gibt aber nun mal Fragen, die sich nicht beantworten lassen (weil sie nicht überprüfbar sind - auch für die Kripo nicht). Und es gibt Fragen, die für die Aufklärung eines Falls irrelevant sind, also keine Bedeutung haben. Um das feststellen zu können, muss man nicht bei der Tat dabei gewesen sein....
rattich schrieb:Mit der (mutmaßlich falschen) Behauptung, Norbert hätte ihm um 22 Uhr die Unterschrift verweigert, wäre „Weber“ also ein großes Risiko eingegangen. Demnach wusste er vermutlich, dass Norbert um 22 Uhr noch lebte.
Das finde ich eine sehr clevere Überlegung, die ich sofort teilen würde.
rattich schrieb:Aber woher?
Die bösartige Antwort auf diese Frage wäre natürlich "weil er den wahren (späteren) Todeszeitpunkt von NS kannte"...
Krimi_Kalle schrieb:Sicherlich nicht wie im Splatter-Movie, aber doch genug, dass die Kleidung verschwinden muss.
Ich vermute auch, dass Kleidungsstücke verschwinden mussten, um Spuren zu beseitigen. Auch die Tatwaffe musste verschwinden.
Beides sollte im Rahmen des Möglichen und auch Machbaren gewesen sein
Krimi_Kalle schrieb:Die Blutspur am Fenster zeigt auch, dass der Täter nicht der komplett berechnende eiskalte Killer gewesen sein wird.
Die Einschätzung teile ich.
Ich vermute, dass der Täter nach dem Mord an NS nie wieder getötet hat. Das kann ich aber natürlich nicht belegen.
Krimi_Kalle schrieb:Die Option dass er extra mit blutigen Händen noch das Fenster geöffnet hat um eine Spur zu legen, wäre dann wieder sehr kaltblütig und bedarf fast einer Planung oder sehr sehr kühlem Kopf
Ich halte es auch für unwahrscheinlich, dass diese Spur mit Kalkül bewusst gelegt wurde.
Gast_01 schrieb:Ich für mich kann jedenfalls nicht nachvollziehen, mit welch rheinischer Lockerheit der von mir sonst sehr geschätzte Ermittler Weber für die fehlende Unterschrift ein "das passt schon" zusammenbastelt.
Man sollte vielleicht im Hinterkopf behalten, dass auch der in der Öffentlichkeit scheinbar jovial daherredende Rheinländer, der ja als Cold Case Ermittler die Aufgabe verfolgt, den Fall noch zu klären, eine "Agenda" hat...
Shiloh schrieb:"Weber" ist eventuell Mitwisser aber nicht Mittäter? Deckt er eventuell eine "dritte Person", die sich laut eines Anrufers während der XY-Sendung zusätzlich neben Stolz und "Weber" im Gebäude am besagten Abend aufgehalten haben soll?
Dass "Weber" in der Tatnacht einen "Besucher" gehabt haben könnte, ist ein sehr interessanter Ansatz, der einige offene Fragen beantworten könnte, aber zugleich neue Fragen aufwerfen würde.
Shiloh schrieb:Der Abgleich mit den bisher vorliegenden DNA-Proben ergab laut Ermittler Weber keinen Treffer.
Die DNA von Weber dürfte wohl als Allererstes abgeglichen worden sein. Falls dies "unter dem Radar" geschah, weil es in einem freiwilligen Verfahren nicht möglich war, durfte sich der Ermittler im Podcast natürlich keineswegs etwas anmerken lassen...