Kriminalfälle
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

3.423 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Köln, Cold Case ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

13.03.2026 um 21:10
Zitat von rattichrattich schrieb:Mit der (mutmaßlich falschen) Behauptung, Norbert hätte ihm um 22 Uhr die Unterschrift verweigert, wäre „Weber“ also ein großes Risiko eingegangen. Demnach wusste er vermutlich, dass Norbert um 22 Uhr noch lebte. Aber woher?
@rattich
Sehr interessante Überlegung, finde ich.

Ich habe mich in diesem Zusammenhang gefragt, warum "Weber" so eine riskante und unwahrscheinliche Erklärung für die fehlende Unterschrift liefert. Wenn ich der Täter gewesen wäre, hätte ich einfach angegeben, ich wäre eingeschlafen und wäre erst viel später wieder aufgewacht.

Warum hat "Weber" das nicht so angegeben? Zwei Möglichkeiten sehe ich:

1. Es hat sich tatsächlich so zugetragen, wie "Weber" es geschildert hat, er hat also die Wahrheit gesagt.
oder
2. Es hat sich so zugetragen, wie hier schon skizziert, nämlich, es gab eine Eskalation aufgrund dessen, dass "Weber" nicht um 22 Uhr bei NSt war und er NSt gedrängt hat, seine Unterschrift nachträglich zu leisten. Wenn es so war, dann wollte "Weber" vielleicht nicht zugeben, dass er tatsächlich nicht pünktlich um 22 Uhr bei NSt war, um nicht die Ermittler auf die richtige Spur zu bringen.

Die 3. Möglichkeit, nämlich, dass "Weber" nichts mit dem Mord zu tun hat und nur gelogen hat, um einer weiteren Diszi zu entgehen, halte ich für unwahrscheinlich. Es wäre immerhin eine falsche Aussage in einer Ermittlung zu einem Tötungsdelikt.


1x zitiertmelden

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

13.03.2026 um 21:26
Ich finde es interessant, dass vor einiger Zeit von einigen Diskussionsteilnehmern die Anwesenheit einer weiteren Person bei Norbert im UvD-Zimmer vehement als unrealistisch verworfen wurde, während so ein Besuch inzwischen wieder von manchen nicht völlig ausgeschlossen wird, nur dass es sich nun nicht mehr um einen Freund handeln soll, sondern um ein Person, die ihn bedrohte. Daraus ergeben sich m.M.n aber noch mehr Probleme, als wenn man an einen einvernehmlichen Besuch denkt.


melden

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

13.03.2026 um 22:46
Zitat von Krimi_KalleKrimi_Kalle schrieb:Die Unterschrift ist sicherlich merkwürdig, aber aus anderen Nachtschichten kann ich sagen, dass man, wenn man es schafft mal ein wenig die Augen zu schließen, froh ist, wenn das so bleibt und man nicht für eine "Lappalie" wieder aufstehen muss und erneut versuchen muss Ruhe zu finden, damit man einschlafen kann.
Bei Nachtschichten wie in deinem Fall ist das sicherlich richtig.
Aber hier bewirkt das ja fast das Gegenteil, ab 22:00 Uhr hätte NS ja schlafen dürfen. Und da unterschreibe ich doch lieber um 22:00 Uhr, als das nach Hinten zu verschieben, wenn ich dann theoretisch 8 Stunden durchschlafen hätte können. Hätte er eine klassische Wache gehabt, wo er alle 2 Std aufstehen musste, dann könnte ich das noch verstehen.

Ich kann mich aus meiner Zeit erinnern, da ist man zu den Typen sogar hin und hat sich die Unterschrift früher geben lassen, damit man eher ins Bett gehen konnte.

Außer NS war zu dem Tag vielleicht "kränklich", Sommergrippe oder ähnliches, so dass er halt wirklich einfach Platt war.
Aber dann hätte er wohl nicht den Dienst getauscht, oder Weber wäre das vielleicht auch aufgefallen.


melden

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

13.03.2026 um 23:31
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:2. Es hat sich so zugetragen, wie hier schon skizziert, nämlich, es gab eine Eskalation aufgrund dessen, dass "Weber" nicht um 22 Uhr bei NSt war und er NSt gedrängt hat, seine Unterschrift nachträglich zu leisten.
M.E. wäre es durchaus denkbar, dass „Weber“ der Täter ist. Vielleicht kam er ja tatsächlich zu spät zum GvD-Zimmer. Das allein wäre vermutlich noch nicht ganz so schlimm gewesen, wenn er z.B. einfach verschlafen hätte. Aber es könnte ja auch sein, dass er während seines Arrests wirklich einen „Ausflug“ gemacht hatte, wie hier schon vermutet wurde. Der XY-FF liefert auch Anhaltspunkte für diese Version: Als „Weber“ mit seiner Freundin telefoniert (ab Min. 30), sagt er, ihm sei „langweilig“, weil er „nichts zu tun“ hätte. Und fragt dann: „Machst Du heut‘ Abend was?“, und kurz darauf: „Hm, klingt ja nach ‘nem guten Plan.“ Offenbar hat die Freundin also etwas vor. Wenn „Weber“ es mit den Regeln bei der Bundeswehr grundsätzlich nicht so genau nahm, warum sollte er da nicht auf die Idee gekommen sein, sich gemeinsam mit seiner Freundin zu amüsieren?

Außer dem GvD Norbert war sonst niemand im Gebäude. Vielleicht kannte „Weber“ Möglichkeiten, wie er unbemerkt aus dem Gebäude hinaus- und auch wieder hineinkommen könnte. Evtl. durch den Keller oder durch ein Fenster im EG, möglicherweise sogar durch das spätere „Fluchtfenster“?

Aber dann ging wohl etwas schief. Es könnte z.B. so gewesen sein: Als „Weber“ abends heimlich wieder ins Gebäude und in seine Stube will, ist sein geplanter Rückweg versperrt. Der pflichtbewusste Norbert hat bei seinem Rundgang die Kellertür / das Fenster geschlossen. „Weber“ bleibt nichts anderes übrig, als zu klingeln und sich von Norbert öffnen zu lassen. Norbert lässt ihn ein und sagt, dass er das Verlassen der Kaserne während des Arrests melden müsse. Es kommt zum Streit. „Weber“, vielleicht angetrunken, versetzt Norbert einen Schlag ins Gesicht und folgt ihm ins GvD-Zimmer. Als Norbert dort tatsächlich zum Telefonhörer greift, rastet „Weber“ völlig aus. Er zieht sein Messer (oder ein anderes, das im Zimmer liegt) und sticht auf Norbert ein.

Nach der Tat und im ersten Schock flüchtet „Weber“ zunächst durch das EG-Fenster (und hinterlässt dabei die Blutspur am Fensterrahmen). Aber nach einiger Zeit wird er ruhiger und beginnt zu überlegen. Norbert und er waren allein im Gebäude, der Verdacht würde sofort auf ihn fallen. Er steigt durch das Fenster zurück ins Gebäude. Dort versucht er, falsche Spuren zu legen, indem er z.B. die Kellertür wieder öffnet. Seine Zivilkleidung mit den Blutspuren und das Messer entsorgt er später in der Nacht irgendwo außerhalb der Kaserne. Er weiß, dass er bis zum Morgen Zeit hat. Dann legt er sich wieder ins Bett, setzt seine Kopfhörer auf und denkt über eine glaubhafte Geschichte nach, bis am Morgen der Feldwebel kommt.

Das ist natürlich ein fiktives Szenario, aber so in etwa könnte ich mir den Tathergang inzwischen vorstellen.


3x zitiertmelden

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.03.2026 um 00:19
Zitat von rattichrattich schrieb:Außer dem GvD Norbert war sonst niemand im Gebäude. Vielleicht kannte „Weber“ Möglichkeiten, wie er unbemerkt aus dem Gebäude hinaus- und auch wieder hineinkommen könnte. Evtl. durch den Keller oder durch ein Fenster im EG, möglicherweise sogar durch das spätere „Fluchtfenster“?
"Weber" hatte Stolz am Freitag Nachmittag, als dieser wegen des Staplerscheins beim Umladen helfen musste, als GvD vertreten. Genug Zeit und Gelegenheit hätte er also gehabt, entsprechende Vorbereitungen zu treffen, beispielsweise Türen zu öffnen, die verschlossen zu sein pflegten (z. B. Kellertür, falls Stolz diese bereits geschlossen hatte, würde Stolz wohl nicht auf die Idee kommen, diese ein weiteres Mal zu kontrollieren)...


1x zitiertmelden

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.03.2026 um 06:55
Ich glaube langsam auch, dass der Grund für die damalige schnelle Entlastung von 'Weber" in seinem Vertretungs-GvD-Dienst von ca. 14-17 Uhr gelegen haben kann. Diverse Spuren von ihm im Gebäude könnten so durch einen eventuell für Stolz in dieser Zeit durchgeführten Rundgang erklärt worden sein.


melden

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.03.2026 um 08:44
Zitat von Harald111Harald111 schrieb:Sehe ich jetzt anders, für mich ist das eigentlich einer der Punkte die die Glaubwürdigkeit von "Weber" endscheiten.
Das sehe ich ähnlich, und das habe ich auch gar nicht in Frage gestellt.

Mein Punkt war, dass Überlegungen zu den beiden unterschiedlichen publik gewordenen Versionen
Zitat von ShilohShiloh schrieb:die Version "Die verlangte 22 Uhr Unterschrift wurde von Stolz auf später vertröstet" für mich genauso merkwürdig wie "Stolz saß um 22 Uhr alleine vorm Fernseher und nahm "Weber" im Vorbeilaufen nicht wahr".
nicht weiterführen, da sie nicht ansatzweise überprüfbar sind und nur auf nicht verizierbare Aussagen von "Weber" zurückgehen können.
Selbst wenn "Weber" auch noch eine dritte - von mir hier jetzt nur frei erfundene - Version geäußert hätte, dass z.B. "er schon vor 22 Uhr auf seinem Zimmer in den Tiefschlaf gefallen wäre und deswegen die 22-Unterschrift am nächsten Morgen fehlte", wäre die Beschäftigung mit der Frage, welche der drei Versionen stimmen könnte, im Hinblick auf die Frage, was in der Tatnacht geschah, nicht weiterführend.
Zitat von Harald111Harald111 schrieb:Hätte "Weber" die 22 Uhr Unterschrift würde ich ihm das geschlafen nichts gehört glauben, aber so eigentlich nicht.
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Ich nehme auch an, dass "Weber" in dem Punkt "22-Uhr-Unterschrift" unglaubwürdig ist.
Ganz genau. Das Entscheidende (weil gesicherte Tatsache) ist, dass die 22-Uhr-Unterschrift am nächsten Morgen fehlte.
Zitat von ShilohShiloh schrieb:Daher finde ich deine Aussage, dass bestimmte Beschäftigungen mit bestimmten Fragen "nicht einen Millimeter weiterführen können" schon etwas befremdlich - oder warst du dabei?
Bitte nicht falsch verstehen - die Beschäftigung mit allen Fragestellungen ist selbstverständlich "erlaubt"...
Es gibt aber nun mal Fragen, die sich nicht beantworten lassen (weil sie nicht überprüfbar sind - auch für die Kripo nicht). Und es gibt Fragen, die für die Aufklärung eines Falls irrelevant sind, also keine Bedeutung haben. Um das feststellen zu können, muss man nicht bei der Tat dabei gewesen sein....
Zitat von rattichrattich schrieb:Mit der (mutmaßlich falschen) Behauptung, Norbert hätte ihm um 22 Uhr die Unterschrift verweigert, wäre „Weber“ also ein großes Risiko eingegangen. Demnach wusste er vermutlich, dass Norbert um 22 Uhr noch lebte.
Das finde ich eine sehr clevere Überlegung, die ich sofort teilen würde.
Zitat von rattichrattich schrieb:Aber woher?
Die bösartige Antwort auf diese Frage wäre natürlich "weil er den wahren (späteren) Todeszeitpunkt von NS kannte"...
Zitat von Krimi_KalleKrimi_Kalle schrieb:Sicherlich nicht wie im Splatter-Movie, aber doch genug, dass die Kleidung verschwinden muss.
Ich vermute auch, dass Kleidungsstücke verschwinden mussten, um Spuren zu beseitigen. Auch die Tatwaffe musste verschwinden.
Beides sollte im Rahmen des Möglichen und auch Machbaren gewesen sein
Zitat von Krimi_KalleKrimi_Kalle schrieb:Die Blutspur am Fenster zeigt auch, dass der Täter nicht der komplett berechnende eiskalte Killer gewesen sein wird.
Die Einschätzung teile ich.
Ich vermute, dass der Täter nach dem Mord an NS nie wieder getötet hat. Das kann ich aber natürlich nicht belegen.
Zitat von Krimi_KalleKrimi_Kalle schrieb:Die Option dass er extra mit blutigen Händen noch das Fenster geöffnet hat um eine Spur zu legen, wäre dann wieder sehr kaltblütig und bedarf fast einer Planung oder sehr sehr kühlem Kopf
Ich halte es auch für unwahrscheinlich, dass diese Spur mit Kalkül bewusst gelegt wurde.
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Ich für mich kann jedenfalls nicht nachvollziehen, mit welch rheinischer Lockerheit der von mir sonst sehr geschätzte Ermittler Weber für die fehlende Unterschrift ein "das passt schon" zusammenbastelt.
Man sollte vielleicht im Hinterkopf behalten, dass auch der in der Öffentlichkeit scheinbar jovial daherredende Rheinländer, der ja als Cold Case Ermittler die Aufgabe verfolgt, den Fall noch zu klären, eine "Agenda" hat...
Zitat von ShilohShiloh schrieb:"Weber" ist eventuell Mitwisser aber nicht Mittäter? Deckt er eventuell eine "dritte Person", die sich laut eines Anrufers während der XY-Sendung zusätzlich neben Stolz und "Weber" im Gebäude am besagten Abend aufgehalten haben soll?
Dass "Weber" in der Tatnacht einen "Besucher" gehabt haben könnte, ist ein sehr interessanter Ansatz, der einige offene Fragen beantworten könnte, aber zugleich neue Fragen aufwerfen würde.
Zitat von ShilohShiloh schrieb:Der Abgleich mit den bisher vorliegenden DNA-Proben ergab laut Ermittler Weber keinen Treffer.
Die DNA von Weber dürfte wohl als Allererstes abgeglichen worden sein. Falls dies "unter dem Radar" geschah, weil es in einem freiwilligen Verfahren nicht möglich war, durfte sich der Ermittler im Podcast natürlich keineswegs etwas anmerken lassen...


2x zitiertmelden

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.03.2026 um 08:57
Zitat von rattichrattich schrieb:Das ist natürlich ein fiktives Szenario, aber so in etwa könnte ich mir den Tathergang inzwischen vorstellen.
Danke für die detaillierte Beschreibung dieses fiktiven Szenarios. Ich denke auch, dass es so abgelaufen sein könnte.
Bin gespannt, ob noch Einwände geäußert werden. Ich habe jedenfalls keine.
Zitat von sören42sören42 schrieb:Genug Zeit und Gelegenheit hätte er also gehabt, entsprechende Vorbereitungen zu treffen, beispielsweise Türen zu öffnen, die verschlossen zu sein pflegten (z. B. Kellertür, falls Stolz diese bereits geschlossen hatte,
Prima Gedanke, der das zuvor geschilderte fiktive Szenario wunderbar ergänzen würde.


melden

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.03.2026 um 09:13
Zitat von rattichrattich schrieb:Nach der Tat und im ersten Schock flüchtet „Weber“ zunächst durch das EG-Fenster (und hinterlässt dabei die Blutspur am Fensterrahmen).
Zitat von KieliusKielius schrieb:Die DNA von Weber dürfte wohl als Allererstes abgeglichen worden sein. Falls dies "unter dem Radar" geschah, weil es in einem freiwilligen Verfahren nicht möglich war, durfte sich der Ermittler im Podcast natürlich keineswegs etwas anmerken lassen...
Wäre "Weber" dann anhand seiner DNA (Blutspur vom Fensterrahmen) nicht bereits als Täter überführt gewesen?


2x zitiertmelden

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.03.2026 um 09:15
Zitat von KieliusKielius schrieb:Man sollte vielleicht im Hinterkopf behalten, dass auch der in der Öffentlichkeit scheinbar jovial daherredende Rheinländer, der ja als Cold Case Ermittler die Aufgabe verfolgt, den Fall noch zu klären, eine "Agenda" hat...
Der hier ansonsten nicht relevante Fall des Mordes an der amerikanischen Touristin Amy Lopez, ebenfalls kürzlich in Aktenzeichen XY vorgestellt, und inzwischen mit einer Festnahme möglicherweise abgeschlossen, lässt mich die Fahndungssendung und die dort getätigten Äußerungen inzwischen in einem anderen Licht erscheinen.

Die Agenda des Kommissars könnte also durchaus auch in diesem Fall darin bestehen, nicht etwa den "großen Unbekannten" per Fernsehfahndung zu ermitteln, sondern vielmehr einen bereits weitgehend ausermittelten Fall durch öffentliche Präsenz in der populären Sendung vorzustellen und sozusagen flankierend zu wirken.

Natürlich darf eine irgendwo in den Akten als möglicher Täter erkannte Person nicht in der Sendung als Täter vorverurteilt werden. Vielmehr erhofft man sich vielleicht noch den einen oder anderen Hinweis, aber es kann sein, dass der Drops im Grunde längst gelutscht ist.

Wenn es so wäre, wäre der Fall für mich einigermaßen klar.


2x zitiertmelden

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.03.2026 um 13:41
Zitat von ShilohShiloh schrieb:Wäre "Weber" dann anhand seiner DNA (Blutspur vom Fensterrahmen) nicht bereits als Täter überführt gewesen?
Ich nehme an, dass die Blutspur am Fenster eine Mischspur ist, die nicht eindeutig zugeordnet werden kann. Sonst wäre „Weber“ wohl tatsächlich schon überführt.
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Natürlich darf eine irgendwo in den Akten als möglicher Täter erkannte Person nicht in der Sendung als Täter vorverurteilt werden. Vielmehr erhofft man sich vielleicht noch den einen oder anderen Hinweis, aber es kann sein, dass der Drops im Grunde längst gelutscht ist.
Ja, das denke ich auch. Der FF ist ganz auf „Weber“ ausgerichtet. Der Film schildert den Verlauf des Abends nach den Aussagen „Webers“, stellt ihn dabei aber als Person sehr unvorteilhaft dar. Norbert und „Weber“ erscheinen als sehr gegensätzliche Charaktere, und es ist auch offensichtlich, dass der lässige „Weber“ den akkuraten Norbert anscheinend nicht mochte.

Deutlich wird das vor allem in dem ersten kurzen Aufeinandertreffen der beiden im FF (ab Min. 27:55):
„Weber“ spricht Norbert nur mit Nachnamen an, während Norbert ihn korrekt „Schütze Weber“ nennt. Als „Weber“ Norbert die Gründe für seinen Stubenarrest erläutert, macht er entschuldigend auf Mitleid: „Vorletzte Woche, da … gings mir nicht so gut, und da bin ich zwei Tage länger zu Hause geblieben.“
Solange „Weber“ etwas von Norbert will (hier die Unterschrift auf dem Meldezettel), ist er betont freundlich. Kaum hat er jedoch den unterschriebenen Meldezettel zurück, verschwindet sein Lächeln, und er äfft Norberts zackige Sprechweise nach: „Dan-kä!“
Norbert dagegen ignoriert die latente Aggressivität „Webers“ und bleibt freundlich-neutral.

Es ist für mich gut vorstellbar, dass die (im FF dargestellten) Aversionen „Webers“ gegen Norbert sich unter den Bedingungen der Tatnacht (mutmaßlich: Verschwinden „Webers“ während des Arrests, verspätete Rückkehr unter Alkoholeinfluss, bevorstehende Meldung durch Norbert, drohende verschärfte Disziplinarmaßnahmen gegen „Weber“) zu einem tödlichen Angriff steigerten.

Im XY-Studiogespräch (ab Min. 40:29) fragt KHK Weber auch nach möglichen Zeugen von damals, die in der Kaserne „etwas mitbekommen oder bemerkt haben, das uns vielleicht noch weiterhelfen könnte“. Dabei denkt er vermutlich auch an weitere „Dialoge“ oder andere Vorfälle zwischen „Weber“ und Norbert, aus denen ggf. die im FF angedeutete Feindseligkeit oder evtl. sogar Drohungen „Webers“ gegen Norbert hervorgehen könnten.


7x zitiert1x verlinktmelden

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.03.2026 um 14:14
Zitat von ShilohShiloh schrieb:Wäre "Weber" dann anhand seiner DNA (Blutspur vom Fensterrahmen) nicht bereits als Täter überführt gewesen?
Zitat von rattichrattich schrieb:Ich nehme an, dass die Blutspur am Fenster eine Mischspur ist, die nicht eindeutig zugeordnet werden kann. Sonst wäre „Weber“ wohl tatsächlich schon überführt.
Ermittler Weber sprach ja im podcast davon, dass solche Opfer-Täter-Mischspuren wie hier am Fensterrahmen grundsätzlich schwierig zu untersuchen sind. Und die in dem Zusammenhang gewählte Formlierung von "ersten" Ergebnissen könnte womöglich darauf hindeuten, dass die DNA-Untersuchungen noch gar nicht vollständig abgeschlossen sind, "Weber" somit immer noch als Täter in Frage kommen kann.

Es wurde laut Podcast auch Täter-DNA an der Kleidung von Norbert Stolz gefunden. Ob es sich hier auch um eine Mischspur handelt oder nicht, wurde allerdings nicht kommuniziert.


melden

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.03.2026 um 14:23
Zitat von rattichrattich schrieb:Der Film schildert den Verlauf des Abends nach den Aussagen „Webers“, stellt ihn dabei aber als Person sehr unvorteilhaft dar.
Das stimmt. Und das dürfte auch von den Drehbuchautoren so gemacht worden sein.
Zitat von rattichrattich schrieb:Weber“ spricht Norbert nur mit Nachnamen an, während Norbert ihn korrekt „Schütze Weber“ nennt.
Allein das dürfte bewusst so dargestellt worden sein, denn (abgesehen davon, dass niemand dabei war) Mannschaftsdienstgrade nach der Grundi haben sich doch nie so angesprochen. Nicht einmal ein Oberst oder Oberstleutnant, mit denen man täglich zu tun hatte, wären bei uns auf die Idee gekommen. Außer bei förmlichen Anlässen, bei Soldaten, mit denen sie sonst nichts zu tun hatten, oder wenn man Mist gebaut hat "Obergefreiter, was ist das denn?". Aber Mannis untereinander? Das hab ich noch nie gehört.

Im Podcast hingegen wird "Weber" als jemand dargestellt, dessen Vergehen nur Kleinkram wären. Kam mal zu spät oder sowas.


1x zitiertmelden

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.03.2026 um 14:34
Zitat von rattichrattich schrieb:Ich nehme an, dass die Blutspur am Fenster eine Mischspur ist, die nicht eindeutig zugeordnet werden kann
Mir kam der Gedanke, dass der Täter dort nur seine beschmutzte (Ober-) Bekleidung ausgezogen und aus dem Fenster geworfen hat.
Dann unter die Dusche, Trainingsanzug an und mit Ns Schlüssel raus, um die Kleidung zu entsorgen. Später mit Ns Schlüssel wieder rein. Falls der Täter aus dem Inneren des Gebäudes kam (Weber oder "Besuch" oder anderer Soldat aus dem Gebäude).


melden

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.03.2026 um 15:03
Zitat von abberlineabberline schrieb:
Zitat von rattichrattich schrieb:Weber“ spricht Norbert nur mit Nachnamen an, während Norbert ihn korrekt „Schütze Weber“ nennt.
Allein das dürfte bewusst so dargestellt worden sein, denn (abgesehen davon, dass niemand dabei war) Mannschaftsdienstgrade nach der Grundi haben sich doch nie so angesprochen. Nicht einmal ein Oberst oder Oberstleutnant, mit denen man täglich zu tun hatte, wären bei uns auf die Idee gekommen. Außer bei förmlichen Anlässen, bei Soldaten, mit denen sie sonst nichts zu tun hatten, oder wenn man Mist gebaut hat "Obergefreiter, was ist das denn?". Aber Mannis untereinander? Das hab ich noch nie gehört.

Im Podcast hingegen wird "Weber" als jemand dargestellt, dessen Vergehen nur Kleinkram wären. Kam mal zu spät oder sowas.
Die Ansprache kam mir auch komisch vor. Ich war mir aber nicht sicher, ob ich das den künstlerischen Freiheiten beim Filmfall zuordnen soll, oder nicht. Der Filmfall ist bei der Erstellung jedenfalls von jemand begleitet worden, der einen OGUA vom HG unterscheiden kann.


melden

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

15.03.2026 um 00:11
Ergänzend: Mit dem durchgeschnittenen Telefonkabel hat sich der Täter auch Zeit verschafft. Denn er musste mindestens das Messer, sicherlich auch seine Kleidung entsorgen und sich irgendwie abreagieren. Wäre das Telefon intakt geblieben, dann wäre im Zweifel sehr schnell Alarm in der Kaserne gewesen. Dem Täter dürfte dabei zu pass gekommen sein, dass "Weber" an dem Wochenende zufällig Arrest hatte. So war klar, dass der Verdacht erstmal auf den "Weber" fällt und der Täter konnte von sich ablenken.


1x zitiertmelden

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

15.03.2026 um 00:34
Zitat von DewDew schrieb:Ich gehe davon aus, dass der Täter wusste, dass sich "Weber" im Gebäude aufhält.
In meinen Augen eine ziemlich gewagte Ausgangsposition...
Ich kann nicht erkennen, worauf diese deine Annahme beruht und halte sie für hochspekulativ.
Zitat von DewDew schrieb:Wäre "Weber" der Täter, hätte der sich diese Mühe nicht machen müssen
Das überzeugt mich nicht, denn "Weber" als Täter hätte das Telefonkabel aus gutem Grund durchschnitten haben können, um sicher zu gehen, dass der durch die Messerattacke schwerstverletzte NS über das Telefon keine Hilfe mehr holen konnte.
Zitat von MeaMea schrieb:Dem Täter dürfte dabei zu pass gekommen sein, dass "Weber" an dem Wochenende zufällig Arrest hatte. So war klar, dass der Verdacht erstmal auf den "Weber" fällt und der Täter konnte von sich ablenken.
Also ich weiß nicht...
Was du beschreibst, setzt ja einen Täter voraus, der die Interna der Kaserne aktuell sehr genau kannte und einschätzen konnte, der aber nicht identisch mit der Person "Weber" ist. An wen denkst du? Da entstehen bei mir Zweifel, dass es so gewesen sein könnte.


melden

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

15.03.2026 um 00:51
Zitat von rattichrattich schrieb:fragt KHK Weber auch nach möglichen Zeugen von damals, die in der Kaserne „etwas mitbekommen oder bemerkt haben, das uns vielleicht noch weiterhelfen könnte“
Ja, und wenn es nicht nur die Verladeaktion am Freitag gab, sondern vielleicht noch weitere, dann müssen das zwangsläufig andere Person mitbekommen haben.

Vielleicht hat der Täter ja vorher schon mal mit einem anderen Kameraden Ärger gehabt aus dem gleichen Grund. Norbert S. war vielleicht nur deutlicher und hatte halt auch einen Vater bei der Standortverwaltung.
Das ist ein Aspekt, an dem ich zwischendurch immer hängen bleibe, weil ich das Gefühl habe, das spielt mit rein.


2x zitiertmelden