Slaterator schrieb:Man sollte ja nicht vergessen, dass wegen Frauen schon Kriege geführt wurden und Eifersucht oder Beziehungskrisen schon immer ein Mordmotiv waren...
Zu dieser "Annette" wurde ja schon recht früh im Thread fast alles gesagt, was man darüber sagen kann:
peoplesplace schrieb am 05.03.2025:Annette, die sich seinen Eltern gegenüber in dem Brief als seine Freundin vorstellte. Weder die Eltern noch die Brüder von Norbert scheinen diese Annette zu kennen. Könnte sein, dass die Liebschaft noch relativ frisch war und es auf der anderen Seite einen verlassenen, eifersüchtigen Ex-Freund gegeben hat.
Sollte es diese "Annette", oder wie auch immer sie tatsächlich geheißen haben mag, tatsächlich gegeben haben, stellen sich doch einige Fragen:
1. Wie tief, andauernd oder bedeutsam kann die Beziehung zu "Annette" gewesen sein, wenn niemand im Umkreis auch nur andeutungsweise davon wusste ("Ich habe da jemand ganz Tolles kennengelernt...")?
2. Wie kann jemand, der (durch die Zeitung ?) vom Mord an dem jungen Mann erfahren hat, die Eltern anschreiben und um ein Foto bitten, ohne zugleich plausibel zu machen, welcher Art die Freundschaft war, dass sie den Wunsch nach einem Erinnerungsfoto begründet?
("Sie wundern sich vielleicht, dass ich Sie in ihrem Schmerz störe, aber N. und ich hatten uns erst kurz vor der Tat kennengelernt. Ich gehe noch zur Schule, deshalb sollte niemand von unserer Freundschaft erfahren...")
Ich halte es für möglich, dass es "Annette" vielleicht gar nicht gegeben hat, und der Brief eine falsche Spur legen sollte.
Es gab doch auch in Kreisen gläubiger, praktizierender Katholiken jener Zeit keinen Grund, dass ein junger Mann die Freundschaft zu einer Frau geheim hält. Man hätte sich ja z.B. verloben können.
Denkbar, das wurde hier auch schon gesagt, dass es sich um eine rein einseitige Schwärmerei handelte, oder dass Annette vielleicht sehr jung war - aber das ist reine Spekulation.
Wenn es die vorgebliche "Annette" aber gar nicht gab, könnte das Schreiben den Verdacht von jemandem weggelenkt haben, der eben nicht Annette hieß, sondern vielleicht Andreas, Arnold oder Klaus. Und den gleichfalls niemand im Umfeld kannte, sonst hätte das Schreiben ja nicht funktionieren können.