Kielius schrieb:Dass NS eine Beziehung gehabt haben könnte, die einerseits komplett unter dem Radar geblieben sein soll, aber andererseits trotzdem irgendjemanden so aufgebracht hat, dass er NS an seinem Arbeitsplatz in der Kaserne aufsuchte und ihn umbrachte, halte ich für ziemlich unrealistisch.
Beziehungsgeschichten halte ich persönlich eher für möglich als Drogenring und Materialklau.
(was ich natürlich auch nicht ausschließe)
Ich denke, dass es gerade während der BW-Zeit (und damals ohne Handy und WhatsUp) deutlich einfacher war eine Beziehung zu verstecken, da der Freundes/Bekanntenkeis ja nicht mit dem Bundewehrkameradenkreis i.d.R übereinstimmte. Da konnte man schön jeden gegen jeden auspielen.
NS bei Anette, Eltern wo warst du? NS: Hatte länger Dienst, hab mich verquatscht, hab den Müller noch was geholfen etc. Das prüft doch kein Elternteil bei einem 19 jährigen nach........ wozu auch?
Im Allgemeinen muss das ja eigentlich auch keine Liebesbeziehung gewesen sein. Vielleicht war da auch (noch) nichts von Anette und NS.
Entscheidend ist es aber, wie es eine mögliche
"dritte" Person gesehen, aufgenommen oder wahrgenommen hat.Bei uns in der Stadt gab es vor 20 Jahren in der einer Disko auch mal den Vorfall, dass einer einen vermeintlichen Kontrahenten mit über 15 Messerstichen getötet hat. Später hatte es sich heruasgestellt, dass da im Grunde "nix" vorgefallen ist, einfach die Falsche angetanzt und angeflirtet....
Aber egal bei welchen Motiv: Ich denke da sind wir uns alle einig:
Die "Zünschnur" muss schon extrem kurz gewesen sein beim Täter.
Da die Eltern wohl diese Anette nicht kannten, muss diese ja irgendwo her NS gekannt haben.
Der Bruder und die Eltern konnten wohl mit dem Namen nichts anfangen.
Damit dürfte der Familienkreis und der gemeinsame Freundeskreis von NS und seinem Bruder auch ausfallen.
Die entscheidende Frage:
Wurden den überhaupt so weit ermittelt:
- Schule, besonders die ehemaligen Jahrgänge/Klassen unter NS?
- Die kirchlichen Sachen bei denen NS aktiv war?
- Die Vereine wo er aktiv war....
Im Jahr 1989 hat man seine erste Freundinnen ja eher über Schule/Ausbildung/Kumpels/Umfeld/Dorf/Vereine kennengelernt.
Ich habe meine Frau damals auch durch einen Mitspieler in meinen Fußballverein kennengelernt.
Ich bin damals gewechselt zu einen anderen Verein, er war auch neu in der Stadt und auf seiner Geburtstagsparty habe ich dann seine Schwester kennengelernt......... (ich gerade noch 17, paar Wochen später 18, sie zwei Jahre jünger).
Meine Eltern und Verwandten kannten sie und ihre Familie nicht, aufgrund ihrer damaligen 16 Jahre wurde unser "Anbandeln" auch eher stillschweigend nach außen kommuniziert. Zu ihrer "Sicherheit" habe ich auch auf unnötige Informationen und gepose verzichtet.
Mein Mitspieler (also ihr Bruder) hat sich wochenlang immer gewundert, dass seine Schwester plötzlich zu seinem (unseren) Training und Spielen kam
:)Nach 5-6 Wochen hat es mein und ihr engerer Kreis dann schon gemerkt, dass bei beiden ein Faktor X im Spiel ist. Aber die Verbindung konnte zu diesem Zeitpunkt keiner erkennen.
Also ich halte so eine Liebschaft oder Kennelernphase für sehr gut möglich.
Wenn ich heute nun erfahre bzw. was nach einigen Jahren so durchsickert, was meine Töchter sich da manchmal mit 15/16/17 "geleistet" haben und ich/wir nichts mitbekommen haben bzw sehr spät, muss ich (zum Glück) heute eher Schmunzeln. Aber da liefen einige Sachen definitiv unter meinem Radar. Jetzt könnte man sagen schlechter Daddy, aber wenn eine 16 Jährige will dass sie einige Wochen/Monate ihren Freund geheimhalten will, dann schaft sie das auch. Welcher Vater was anderes behauptet, hat keinen "gesunden" Umgang oder will es nicht wissen. Und glaubt ja nicht, die erzählt euch in diesem Alter alles....... lol
Klar kann auch später eine Anette einen Brief geschrieben haben ohne Bezug zu NS gehabt zu haben. Will ich gar nicht ausschließen.
Aber warum der Zufall wieder bei einen ungelösten Mordfall......
Und jetzt die ganze Krux and er Geschichte:
So eine Eifersuchtstat muss ja noch nicht mal was mit NS zu tun gehabt, sondern wie sein Bruder bereits aussagte, es war eine Verwechslung.
Oder, was bisher noch gar nicht auftauchte,
dass sich NS den Telefonpostendienst (TP) geholt weil er sich sicher in der Kaserne fühlte.
Nicht dass er eine Vorahnung hatte dass es am Freitagabend "scheppern" könnte und er sich lieber den sicheren TP-Job angelte.
(ist zwar auch sehr weit hergeholt, aber zumindest theoretisch möglich, glaub ich zwar auch nicht, aber der vollständigkeitshalber)
Jetzt käme dazu die Frage: warum hat er keine Hilfe geholt oder es jemanden erzählt....... Naja falsch eingeschätzt, die "Minderjährige" nicht gefährden.....
Nach dieser Theorie müsste der Täter aber Kenntnisse über Bundeswehr und der Kaserne gehabt haben, oder wie die Polizei auch vermutet, es gibt Leute, die Zusammenhänge zum Täter erkennen könnten oder haben. Auch da könnte eine Frau im Spiel gewesen sein, in welcher Form auch immer.