pannettone schrieb:warst du schon mal bei einem stundenlangen verhör bei der kripo dabei?
War es ein stundenlanges Verhör? Dazu habe ich nichts gefunden. Gab es Folgeverhöre? Wie war die Verhörsituation (*) Was viele hier nicht auf dem Schirm haben ist, dass die Akte nach 3 Monaten zugemacht wurde, für einen Mord ziemlich schnell. Daher kann man meines Erachtens nicht alle Erfahrungen aus anderen Ermittlungsverfahren rund um einen Mord hier drauf legen. Zudem war der Mord bei der Bundeswehr. Was mir im Zusammenhang dann mit dem äusserst kurzen Ermittlungszeitraum auch Gedanken bringt.
Gedanken, wie Einflussnahme, Druck aus dem BMVG, Mauern hochziehen bei der Bundeswehr. Ist es nicht seltsam, dass man bei der Hälfte der damaligen Soldaten die dort stationiert hat, aufgehört hat mit Befragen usw? Ich hätte den Faktor Zeit verstanden, aber die Kaserne war allgemein nicht eine der größten und in vielen Mordfällen ermittelt man viel länger als drei Monate. Da hätte man ohne weiteres noch die andere Hälfte befragen können. Es ist ja nicht bekannt, welche weiteren Soldaten, ausser denen aus Norberts Kompanie, das Wachpersonal und die Soldaten, die die offene Tür gemeldet haben, man verhört hat und wie diese ausgewählt wurden.
(*) Zur Verhörsituation: Weiß man, dass die damaligen Ermittler gute Verhörer waren? Nein. Weiß man wer alles anwesend war dabei? Schütze Weber wurde damals schnell ausgeschlossen. Ermittler Weber sagt, heute liegt alles wieder auf dem Tisch. Meinst du nicht, er hat genau die gleichen Gedanken gehabt wie du und
@Coscoroba, dass Schütze Weber niemals einem Verhör hätte standhalten können, aber durch die Erfahrungen, 36 Jahre später, aus 36 Jahre zusätzliche Kriminalgeschichte und Kriminalpsychologie, dass es doch möglich sein kann? Warum schließt er dann nicht auch jetzt Schütze Weber definitiv aus? (Der eine oder andere Cold Case zeigt halt, dass es doch möglich war, dass auch ein junger Mensch, den man auf den Schirm hatte, durchkam, viele Jahre.)
Mir erweckt die damalige kurzweilige Ermittlung, zusammen mit den Aussagen von Ermittler Weber den Anschein, dass nach erster Sichtung der Spuren und der ersten Befragung Schütze Webers und einem Teil der Soldaten, die Ermittler nicht wirklich mehr viel Energie und "Schweiß" in die Ermittlung gesteckt haben. Entweder aus der Sicht heraus einem toten Pferd nachzulaufen oder weil irgendwas anderes dafür Sorge getragen hat, dass da Hürden kommen.
pannettone schrieb:und natürlich wurde auch schon für 5,-€ gemordet
Ja, das war zur Deutlichmachung, dass es solche Menschen eben gibt. Nur weil man sich das nicht vorstellen kann, muss das eben nicht heißen, dass es das nicht gibt. Auch ein Gespräch was sich rund um solch eine Straftat drehen kann, kann zu einem hochemotionalen Mord führen, zu etwas persönlichem. Hier muss dem Mörder nur die stete Korrekheit, die Norbert nachgesagt wurde, schon vor der Begegnung ein Dorn im Auge gewesen sein. Dieser Dorn muss ja im Kasernenalltag nicht weh getan, so nicht gestört haben. Aber dann kam ein Problem, und die Korrekheit führte zum Auslöser, der Draht fliegt aus der Mütze und bum Overkill.
Nur weil es ein Overkill war, kann man durch die Mangellage an Spuren eben nicht einzelnes definitiv ausschließen.