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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

4.006 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Köln, Cold Case ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

04.08.2026 um 10:57
Zitat von out_siderout_sider schrieb:Zu sagen ein 19 Jähriger kann nicht kackendreist eine MoKo derart an der Nase rumführen, dass diese das nicht checken, ohne die Person zu kennen, bringt nicht viel. Schütze Weber wurde als "Schräger Vogel" beschrieben. Es wird nirgendwo klar was ihn denn zum "schrägen Vogel" macht. Da könnte irgendwas dahinterstecken emotional, seine Psyche, fehlende Empathie. Sachen die ihm dann im Verhör "geholfen" haben könnten.

Ohne Kenntnis der Gesamtverfassung am Tattag, ist der pauschale Ausschluss eines "Bestehens" des Verhöhrs, durch eine MoKo, genauso ins Reich der Spekulationen zu stecken, wie ein schiefgelaufenes Date, eine homosexuelle Episode mit tödlichem Ausgang, ein Schmugglerring, ein Psychopath der töten wollte, Waffenbeschaffung oder eine Verdeckungstat.

Man kann nicht einfach das eine ausschließen, weil nichts dafür spricht, aber dann felsenfest sagen, ein 19jähriger kann kein Verhör bestehen, ohne Kenntnis der Person.
Wieder ein sehr schön ausgeführter Beitrag von Dir. Ich sehe das exakt so wie Du. Allein schon die Tatsache, dass dieser "schräge Vogel" mit einer Strafmaßnahme seitens seines Disziplinarvorgesetzten belegt war zeigt doch schon auf, dass er nicht so ein mustergültiger Wehrdienstleistender war wie das Opfer. Auch hier sei wieder auf das bekannte Ockhams Razor Prinzip verwiesen. Wer war in unmittelbarer Tatortnähe zur Tatzeit präsent? Wie war die Beziehung zwischen dieser Person und dem Opfer? Welche Möglichkeiten zur (unentdeckten) Tatbegehung hatte diese Person aufgrund seiner Kenntnisse zur Tatorträumlichkeit und diesbezüglicher Dienstabläufe? Wer hat damals noch das Geräusch der zuschlagenden Tür vernommen und konnte das bezeugen usw. ? Für mich als Laien spricht eben sehr vieles für W.. Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Tat jahrelang unaufgeklärt blieb weil man ganz zu Anfang der Ermittlungen "auf´s falsche Gleis abgebogen ist" und diese Route beharrlich weiter weiterverfolgt hat ohne diesen Ansatz gedanklich zu revidieren. Genau dies tun aber Cold-Case-Ermittler und noch dazu mit den technischen Möglichkeiten der Jetztzeit. Ich sehe die Sache noch nicht verloren -zumal wie schon in anderen Fällen- Beziehungen über die Jahre nicht statisch an einem Punkt verharrren, sondern sich dynamisch entwickeln. Auch zum Nachteil des Täters und dann plaudert eben ein Mitwisser...


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

04.08.2026 um 11:24
Zitat von FreewingFreewing schrieb:Allein schon die Tatsache, dass dieser "schräge Vogel" mit einer Strafmaßnahme seitens seines Disziplinarvorgesetzten belegt war zeigt doch schon auf, dass er nicht so ein mustergültiger Wehrdienstleistender war wie das Opfer.
Man kann doch nicht schlussfolgern, dass jemandem, der nicht mustergültig seinen Wehrdienst geleistet hat, eher ein Mord zuzutrauen ist als jemand, der bes. pflichtbewusst seinen Dienst geleistet hat.....
Zitat von FreewingFreewing schrieb:dann plaudert eben ein Mitwisser...
Wenn es den hier gibt.....
Zitat von pannettonepannettone schrieb:weber kommt von der partynacht in zivil zurück. raus ist er durch die von ihm offen gehaltene untere türe, zurück kann er so nicht, da ns die inzwischen versperrt hat. er muss läuten, ns lässt ihn auf socken rein „freundchen, das gibt eine meldung“,
Was waere denn die Konsequenz einer solchen Meldung?
Haette Weber das gejuckt?

Irgenwie kann ich mir nicht vorstellen, dass dies zu einer derartigen Eskalation geführt hätte.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

04.08.2026 um 12:07
Wenn man mal unterstellt/annimmt, dass ein 19jähriger einem langen, harten Verhör gewiefter Ermittler nicht dauerhaft standhalten kann: dann würde ein unschuldiger „Schütze Weber“ dem genauso nicht gewachsen sein wie ein Täter „Schütze Weber“.

Übertreibt es die Polizei, gesteht jeder alles, unabhängig von der tatsächlichen Täterschaft.

Ein unschuldiger „Schütze Weber“ dürfte auch nicht per se sicherer aufgetreten sein als der wahre Mörder, denn ihm musste klar sein, dass er zunächst als (dringend) tatverdächtig betrachtet wird.

Eine gewisse Nervosität und „Ungereimtheiten“ wären auch normal weil die Frage im Kopf ist: was wäre eigentlich gewesen wenn der Täter meine Anwesenheit im Gebäude bemerkt hätte?

Gerade als Unschuldiger achtet man nicht auf lückenlose Alibis, perfekte Darstellung etc. Eine lückenlose und scheinbar unangreifbare Alibikette hat der wahre Mörder vermutlich viel eher parat als jemand, der sich keine Gedanken darüber gemacht hat, wie er sich später erklären kann.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

04.08.2026 um 12:30
@Volvic
Das sind gute, nachvollziehbare Aussagen. Wegen eines Verhör, in dem Schütze Weber seine Unschuld beteuert, wird er wohl kaum den Stand des Tätverdächtigen verloren haben. Ergo muss da etwas handfestes, Greifbares sein warum er ausgeschlossen wurde. Zudem kann es aber auch nicht 100% fix sein, sonst wäre er heute nicht wieder Teil der erneuten Ermittlungen bzw. Prüfung der alten Sachlage.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

04.08.2026 um 17:48
Ich denke, ein wichtiger Punkt wurde in den Beiträgen zum Thema "Wenn Schütze Weber der Mörder wäre, hätten ihn die erfahrenen Ermittler schon weichgeklopft" übersehen:

Je einfacher eine Aussage ist, desto einfacher kann man sie im Verhör durchhalten. Nun war die Aussage von "Weber" zum Tat-Zeitraum: Ich lag in meinem Bett, hatte die Kopfhörer auf, konnte nichts hören und habe geschlafen.

Ich würde mir auch als 19-Jähriger zutrauen, sogar in einem von Spitzenermittlern geführtem Verhör diese Aussage durchzuhalten und mich dabei nicht in Widersprüche zu verwickeln. Warum? Weil es keine Ansätze für Widersprüche gibt. Und ich kann euch versichern, ich bin kein hartgesottener Straftäter mit Vernehmungserfahrung.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

04.08.2026 um 18:33
@out_sider

Ich finde deine Überlegungen sehr gut.

Beitrag von out_sider (Seite 195)

Beitrag von out_sider (Seite 195)

Gerade diese sehr schnelle Einstellung der Ermittlungen nach gerade mal 3 Monaten, ist für mich auch so ein Punkt ....


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

04.08.2026 um 19:11
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Man kann doch nicht schlussfolgern, dass jemandem, der nicht mustergültig seinen Wehrdienst geleistet hat, eher ein Mord zuzutrauen ist als jemand, der bes. pflichtbewusst seinen Dienst geleistet hat.....
Vor allem waren die Vergehen lt den Ermittlern Kleinkram. Mal zu spät gekommen oder sowas.
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Was waere denn die Konsequenz einer solchen Meldung?
Haette Weber das gejuckt?
Er war Wehrpflichtiger und scheinbar nicht sonderlich motiviert, danach länger zu bleiben.
Er hatte vermutlich keinen "Stubenarrest", sondern durfte die Kaserne nicht verlassen.
Hätte er gesagt, er sei zur Kellertür raus rauchen und klingelte dann an der Haustür für rein...
Meldung? Und dann zwei Wochen Café Viereck? Die nächsten Wochen Wache schieben?
Edeka wäre nur für Zeitsoldaten gewesen. Wie lange ging sein Wehrdienst noch?
Jedenfalls kein Grund für Mord


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

04.08.2026 um 21:41
Zitat von abberlineabberline schrieb:Jedenfalls kein Grund für Mord
Mit dieser Feststellung kann ich persönlich nicht viel anfangen.
Das ist mir zu statisch und eindimensional gedacht.
Als ob jemand einen Grund haben könnte, jemand anders zu ermorden...

Mir fällt von den hier im Forum diskutierten Kriminalfällen kein einziger ein, in dem ein Mörder einen Grund gehabt hätte, sein Opfer umzubringen.

Es gibt keinen Grund, einen anderen Menschen umzubringen. Die Suche nach dem Grund für einen Mord führt also nicht weiter.

Es gibt höchstens eine Erklärung für einen Mord. Und in dieser Erklärung spielen oft mehrere Faktoren eine Rolle: die Persönlichkeiten von Täter und Opfer, die Beziehung zwischen ihnen, die Situation in der sie sich befinden, die Dynamik, die sich zwischen Täter und Opfer in der Situation entwickelt, und anderes mehr.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

04.08.2026 um 22:47
@Kielius
Gut, dann halt "normalerweise kein Grund für einen Mord". Es wären ihm nichts passiert, das irgendwie existenzbedrohend gewesen wäre, er war kein Zeitsoldat oder Berufssoldat
Dass der Mord dennoch stattfand, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Nur "Weber" wurde eben ausgeschlossen. Dass jetzt alle Optionen nochmal durchgegangen werden,dürfte bei Cold Case normal sein


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

04.08.2026 um 23:31
Zitat von abberlineabberline schrieb:Es wären ihm nichts passiert, das irgendwie existenzbedrohend gewesen wäre, er war kein Zeitsoldat oder Berufssoldat
Du suchst ja immer noch nach einem Grund für einen Mord, also nach einer eindimensionalen Erklärung. Das wird dich nicht weiterbringen.
Zitat von abberlineabberline schrieb:Nur "Weber" wurde eben ausgeschlossen.
Sieh an, das ist ja mal interessant...
Wie könnte "Schütze Weber" denn deiner Meinung nach damals ausgeschlossen worden sein?
Zitat von abberlineabberline schrieb:Dass jetzt alle Optionen nochmal durchgegangen werden,dürfte bei Cold Case normal sein
Das wird ja immer interessanter...
Es ist also deiner Ansicht nach normal, dass Optionen durchgegangen werden, die mit Sicherheit ausgeschlossen werden können.
Was für eine Zeitverschwendung...


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

04.08.2026 um 23:59
jetzt mal kein sarkasmus lieber @kielius. unser problem ist doch, wir alle kennen den nebulösen ausschlussgrund nicht.
wurde schütze weber aufgrund harter fakten ausgeschlossen (also zb falsche blutgruppe) oder aufgrund weicher, weil er standhaft zb sagte „nö, ich wars nicht“.
natürlich sollte man auch harte fakten nach einmal überprüfen (zb war der richtige aufkleber auf der dna probe?) aber wie gesagt, rein spekulativ…

und@Sherlock_H auf die idee muss man als 19 jähriger erst einmal kommen, nach unserer grundstruktur neigen wir dazu, uns erst einmal zu rechtfertigen


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

05.08.2026 um 00:15
Zitat von KieliusKielius schrieb:Du suchst ja immer noch nach einem Grund für einen Mord, also nach einer eindimensionalen Erklärung. Das wird dich nicht weiterbringen.
Ohne jetzt alles zum x-ten mal zu wiederholen - es gab vermutlich einen Grund für den Mord und es werden diverse Szenarien diskutiert. Nicht mehr, nicht weniger. Warum "Weber" damals ausgeschlossen wurde, wurde nicht bekannt gegeben. Es war so und es wird vermutlich einen Grund gegeben haben. Dass heute andere Ermittler wieder von vorne an alles herangehen, dürfte bei Cold Cases nicht unüblich sein. Auch dafür wird es vermutlich Gründe geben.
Dass hier in unserer Diskussion alles immer nur Spekulation ist, ist auch logisch.
Zitat von KieliusKielius schrieb:Das wird ja immer interessanter...
Es ist also deiner Ansicht nach normal, dass Optionen durchgegangen werden, die mit Sicherheit ausgeschlossen werden können.
Was für eine Zeitverschwendung
Soll vorkommen bei Cold Cases. Ob das Zeitverschwendung ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

05.08.2026 um 00:22
Zitat von pannettonepannettone schrieb:jetzt mal kein sarkasmus lieber @kielius.
Ich habe versucht, lieber @pannettone , ein paar Dinge deutlicher zu machen...
Zitat von pannettonepannettone schrieb:wurde schütze weber aufgrund harter fakten ausgeschlossen (also zb falsche blutgruppe) oder aufgrund weicher, weil er standhaft zb sagte „nö, ich wars nicht“.
Während einige weiterhin glauben, "Schütze Weber" sei als Täter ausgeschlossen, bin ich, so glaube zumindest, schon einen Schritt weiter, wenn ich sage: "Schütze Weber" kann überhaupt nicht als Täter usgeschlossen sein.

Ich weiß, dass es damals hieß, er sei ausgeschlossen. Als Tatverdächtiger wurde er damals recht bald ausgeschlossen, das ist wohl richtig.
Als Täter konnte und kann man ihn nach allem, was wir wissen, nicht ausschließen.

Warum kann er sls Täter nicht ausgeschlossen sein?

Nicht nur, weil sämtliche Szenarien nach Aussage des Cold Case Ermittlers auf dem Prüfstand sind.
Nicht nur weil "Schütze Weber" im Mittelpunkt des XY-Films stand (was alles andere als zielführend gewesen wäre, wenn er ausgeschlossen wäre und man wüsste, dass man jemand ganz anderes sucht).
Sondern vor allem, weil er kein Alibi haben kann (er war nach eigener Aussage im Gebäude) und weil es keine Zeugen gibt, die ihn entlasten könnten.
Und weil die Spurenlage damals wie heute keinen Ausschluss ermöglicht.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

05.08.2026 um 00:36
Zitat von abberlineabberline schrieb:Ohne jetzt alles zum x-ten mal zu wiederholen -
Vor allem: Durch Wiederholen wird es ja auch nicht richtiger...
Zitat von abberlineabberline schrieb:es gab vermutlich einen Grund für den Mord
Es gibt keinen Grund, einen anderen Menschen zu ermorden.
Es gibt eine Erklärung, wie es zu einem Mord kam. Das ist etwas völlig anderes.

Aber solange du immer noch nach einem "Grund für einen Mord" suchst, werden wir in dieser Frage nicht zusammenkommen.
Zitat von abberlineabberline schrieb:Dass heute andere Ermittler wieder von vorne an alles herangehen, dürfte bei Cold Cases nicht unüblich sein. Auch dafür wird es vermutlich Gründe geben.
Oh ja, ich sehe mich gerade bestätigt, dass du nach Gründen suchst...

Leider ist die Realität nicht so einfach.
Die Realität ist komplex und dynamisch, und es spielen viele Faktoren hinein.

Kein Wunder also, wenn wir zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen kommen.
Zitat von abberlineabberline schrieb:Ob das Zeitverschwendung ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Oh nein.
Sich mit einer Unmöglichkeit zu beschäftigen, ist selbstverständlich Zeitverschwendung. Wie könnte es darüber zwei Meinungen geben?


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

05.08.2026 um 00:41
Zitat von KieliusKielius schrieb:Als Täter konnte und kann man ihn nach allem, was wir wissen, nicht ausschließen.
Nach allen, was wir wissen. Und wir wissen nicht, warum er damals(!) von den Ermittlern ausgeschlossen wurde.
Das kann man jetzt im Kreis diskutieren


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

05.08.2026 um 00:44
Zitat von abberlineabberline schrieb:Nach allen, was wir wissen. Und wir wissen nicht, warum er damals(!) von den Ermittlern ausgeschlossen wurde.
Das brauchen wir auch gar nicht zu wissen.
Es spielt nämlich keine Rolle.
Und warum spielt es keine Rolle?
Das hatte ich schon erläutert:
Zitat von KieliusKielius schrieb:Warum kann er als Täter nicht ausgeschlossen sein?

Nicht nur, weil sämtliche Szenarien nach Aussage des Cold Case Ermittlers auf dem Prüfstand sind.
Nicht nur weil "Schütze Weber" im Mittelpunkt des XY-Films stand (was alles andere als zielführend gewesen wäre, wenn er ausgeschlossen wäre und man wüsste, dass man jemand ganz anderes sucht).
Sondern vor allem, weil er kein Alibi haben kann (er war nach eigener Aussage im Gebäude) und weil es keine Zeugen gibt, die ihn entlasten könnten.
Und weil die Spurenlage damals wie heute keinen Ausschluss ermöglicht.



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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

05.08.2026 um 12:53
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Je einfacher eine Aussage ist, desto einfacher kann man sie im Verhör durchhalten. Nun war die Aussage von "Weber" zum Tat-Zeitraum: Ich lag in meinem Bett, hatte die Kopfhörer auf, konnte nichts hören und habe geschlafen.

Ich würde mir auch als 19-Jähriger zutrauen, sogar in einem von Spitzenermittlern geführtem Verhör diese Aussage durchzuhalten und mich dabei nicht in Widersprüche zu verwickeln. Warum? Weil es keine Ansätze für Widersprüche gibt. Und ich kann euch versichern, ich bin kein hartgesottener Straftäter mit Vernehmungserfahrung.
Da stellst du dir die Verhörsituation zu einfach vor. Natürlich kann jeder halbwegs normale Mensch eine bestimmte Aussage tätigen und konsequent durchhalten.

Die Polizei wird aber nicht nur bei dem einen Thema bleiben, wo man wie eine hängen geblieben Schallplatte immer dieselbe Aussage wiederholt.

Die Polizei wird auch sehr viel allgemein erfragen, was gar nicht mit der Tat zu tun hat. Früher oder später werden sie auch Schwächen und Ungenauigkeiten finden oder den einen wunden Punkt einer Person. Da werden sie den Verhörten verunsichern und zermürben.

D. h. es MUSS und wird nicht immer klappen, jemanden provokant aus der Reserve zu locken. Oft geht die Taktik aber auf. Wer in Rage ist wird unüberlegt…


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

05.08.2026 um 13:58
Eigentlich ist der frühere „Ausschluss“ des damaligen TV „Weber“ gar nicht so mysteriös. Wichtige Anhaltspunkte dazu findet man z.B. in dem alten Zeitungsartikel „Mord in Kaserne: Einzige Spur ein Fingerabdruck“, den @HolzaugeSHK vor längerer Zeit hier in die Bildergalerie eingestellt hatte ( https://www.allmystery.de/bilder/km172001-id3245475 ).

Im Artikel heißt es, dass die Ermittler damals in diesem Fall auf keine der üblichen Fragen eine Antwort fanden, z.B.: „Wie kam der Mörder auf das Kasernengelände? War es ein Kamerad? Wurde Stolz Opfer eines Einbrechers? Wo blieb das Tatmesser?“

Einen Einbruch hielten die Ermittler damals schon für nicht sehr wahrscheinlich. Und obwohl schon seinerzeit 3.000 DM Belohnung ausgelobt waren, kamen keine Hinweise, „weder zum Motiv noch zum Täter“.

Im Verdacht hatten die damaligen Ermittler laut Artikel zwar von Anfang an den anderen Soldaten, der sich am Tatwochenende neben Norbert Stolz als Einziger in der Kaserne aufhielt, also „Weber“. Doch da sich keine der oben zitierten Fragen beantworten ließ und „Weber“ [der fast die ganze Zeit auf seiner Stube mit Kopfhörern Musik gehört / geschlafen und nichts mitbekommen haben will] nichts nachgewiesen werden konnte, kamen die Ermittler zu dem Schluss: „In diesem Fall sind wir chancenlos.“
_____________

Das heißt, die Probleme der Ermittler waren damals, vor 37 Jahren, im Prinzip schon die gleichen, denen auch die heutigen Ermittler noch gegenüberstehen. Die offenen Fragen konnten bis heute nicht sicher beantwortet werden, weil die Gesamtumstände der Tat und die fehlenden Zeugen die Aufklärung verhinderten, zumindest bisher. Der Verdacht gegen den früheren TV „Weber“ ließ sich nicht erhärten, und ein anderer TV fand sich anscheinend bis heute nicht. Aber die Ermittler gehen offenbar davon aus, dass der Fall, vielleicht auch mit den heutigen, verbesserten Möglichkeiten der Kriminaltechnik, noch lösbar sein könnte, sonst hätten sie ihn sicher nicht aufgearbeitet und in „Aktenzeichen XY“ vorgestellt.

(Alle wörtlichen Zitate im Beitrag oben sind dem verlinkten Artikel „Mord in Kaserne: Einzige Spur ein Fingerabdruck“ entnommen; aus dem PDF kann nicht kopiert werden.)


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

05.08.2026 um 13:58
Zitat von VolvicVolvic schrieb:Die Polizei wird auch sehr viel allgemein erfragen, was gar nicht mit der Tat zu tun hat. Früher oder später werden sie auch Schwächen und Ungenauigkeiten finden oder den einen wunden Punkt einer Person. Da werden sie den Verhörten verunsichern und zermürben.
So lange man als Zeuge geführt wird, muss man ja auch bei der Wahrheit bleiben. Dazu gehört auch, dass man Dinge, von denen man offensichtlich weiß oder wissen muss, wahrheitsgemäß beantwortet. Wenn man da schon abblockt, wird es vermutlich schnell darauf hinauslaufen, dass man unter Verdacht gerät.

Dann muss man sich allerdings zur Sache nicht mehr äußern.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

05.08.2026 um 15:34
In beiden Fällen wird man aber gezwungen sich zu positionieren und nicht nur stumpf seine immer gleiche Aussage zu wiederholen.

Warum sollte ein unschuldiger Zeuge nicht unbedarft über alles mit der Polizei „plaudern“?

Wie kann ein Täter, der aber gegenüber der Polizei unbedarft wirken will, Themen abblocken? Wenn er das aber nicht macht läuft er wiederum Gefahr mit der teilweise erdachten Geschichte aufzufallen.

Das „Problem“ vieler Täter ist ja nicht, dass ihre Geschichte schlecht durchdacht und nicht wasserdicht ist. Eher ist alles zu wasserdicht.

Ich müsste ziemlich überlegen wo ich vorgestern Abend zwischen 18 und 20 Uhr war und möglicherweise habe ich kein Alibi. Den Kassenbon vom Aldi habe ich weggeworfen oder gar nicht mitgenommen…

Täter haben aber oft auf jede Frage eine Antwort und natürlich ist der Kassenbon noch da oder sie haben sich so umfangreich mit dem Tankwart unterhalten, dass der bestimmt noch genau von der Begegnung weiß…

In dem Bestreben ein Alibi bieten zu können oder ganz unbedarft zu erscheinen verrennt sich fast jeder, das schafft kaum jemand so überzeugend und doch „zufällig“, dass erfahrene Ermittler keine Verdachtsmomente spüren.

„Weber“ wurde damals als Täter ausgeschlossen, aber vielleicht auch aufgrund mangelnder Indizien nie wirklich in die Mangel genommen. Außer seiner Anwesenheit zur Tatzeit am Tatort gab es, nach damaliger Bewertung, keine Umstände, die ihn in einen zwielichtigen Bereich brachten…


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