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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

3.882 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Köln, Cold Case ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 10:57
Zitat von out_siderout_sider schrieb:Zu sagen ein 19 Jähriger kann nicht kackendreist eine MoKo derart an der Nase rumführen, dass diese das nicht checken, ohne die Person zu kennen, bringt nicht viel. Schütze Weber wurde als "Schräger Vogel" beschrieben. Es wird nirgendwo klar was ihn denn zum "schrägen Vogel" macht. Da könnte irgendwas dahinterstecken emotional, seine Psyche, fehlende Empathie. Sachen die ihm dann im Verhör "geholfen" haben könnten.

Ohne Kenntnis der Gesamtverfassung am Tattag, ist der pauschale Ausschluss eines "Bestehens" des Verhöhrs, durch eine MoKo, genauso ins Reich der Spekulationen zu stecken, wie ein schiefgelaufenes Date, eine homosexuelle Episode mit tödlichem Ausgang, ein Schmugglerring, ein Psychopath der töten wollte, Waffenbeschaffung oder eine Verdeckungstat.

Man kann nicht einfach das eine ausschließen, weil nichts dafür spricht, aber dann felsenfest sagen, ein 19jähriger kann kein Verhör bestehen, ohne Kenntnis der Person.
Wieder ein sehr schön ausgeführter Beitrag von Dir. Ich sehe das exakt so wie Du. Allein schon die Tatsache, dass dieser "schräge Vogel" mit einer Strafmaßnahme seitens seines Disziplinarvorgesetzten belegt war zeigt doch schon auf, dass er nicht so ein mustergültiger Wehrdienstleistender war wie das Opfer. Auch hier sei wieder auf das bekannte Ockhams Razor Prinzip verwiesen. Wer war in unmittelbarer Tatortnähe zur Tatzeit präsent? Wie war die Beziehung zwischen dieser Person und dem Opfer? Welche Möglichkeiten zur (unentdeckten) Tatbegehung hatte diese Person aufgrund seiner Kenntnisse zur Tatorträumlichkeit und diesbezüglicher Dienstabläufe? Wer hat damals noch das Geräusch der zuschlagenden Tür vernommen und konnte das bezeugen usw. ? Für mich als Laien spricht eben sehr vieles für W.. Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Tat jahrelang unaufgeklärt blieb weil man ganz zu Anfang der Ermittlungen "auf´s falsche Gleis abgebogen ist" und diese Route beharrlich weiter weiterverfolgt hat ohne diesen Ansatz gedanklich zu revidieren. Genau dies tun aber Cold-Case-Ermittler und noch dazu mit den technischen Möglichkeiten der Jetztzeit. Ich sehe die Sache noch nicht verloren -zumal wie schon in anderen Fällen- Beziehungen über die Jahre nicht statisch an einem Punkt verharrren, sondern sich dynamisch entwickeln. Auch zum Nachteil des Täters und dann plaudert eben ein Mitwisser...


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 11:24
Zitat von FreewingFreewing schrieb:Allein schon die Tatsache, dass dieser "schräge Vogel" mit einer Strafmaßnahme seitens seines Disziplinarvorgesetzten belegt war zeigt doch schon auf, dass er nicht so ein mustergültiger Wehrdienstleistender war wie das Opfer.
Man kann doch nicht schlussfolgern, dass jemandem, der nicht mustergültig seinen Wehrdienst geleistet hat, eher ein Mord zuzutrauen ist als jemand, der bes. pflichtbewusst seinen Dienst geleistet hat.....
Zitat von FreewingFreewing schrieb:dann plaudert eben ein Mitwisser...
Wenn es den hier gibt.....
Zitat von pannettonepannettone schrieb:weber kommt von der partynacht in zivil zurück. raus ist er durch die von ihm offen gehaltene untere türe, zurück kann er so nicht, da ns die inzwischen versperrt hat. er muss läuten, ns lässt ihn auf socken rein „freundchen, das gibt eine meldung“,
Was waere denn die Konsequenz einer solchen Meldung?
Haette Weber das gejuckt?

Irgenwie kann ich mir nicht vorstellen, dass dies zu einer derartigen Eskalation geführt hätte.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 12:07
Wenn man mal unterstellt/annimmt, dass ein 19jähriger einem langen, harten Verhör gewiefter Ermittler nicht dauerhaft standhalten kann: dann würde ein unschuldiger „Schütze Weber“ dem genauso nicht gewachsen sein wie ein Täter „Schütze Weber“.

Übertreibt es die Polizei, gesteht jeder alles, unabhängig von der tatsächlichen Täterschaft.

Ein unschuldiger „Schütze Weber“ dürfte auch nicht per se sicherer aufgetreten sein als der wahre Mörder, denn ihm musste klar sein, dass er zunächst als (dringend) tatverdächtig betrachtet wird.

Eine gewisse Nervosität und „Ungereimtheiten“ wären auch normal weil die Frage im Kopf ist: was wäre eigentlich gewesen wenn der Täter meine Anwesenheit im Gebäude bemerkt hätte?

Gerade als Unschuldiger achtet man nicht auf lückenlose Alibis, perfekte Darstellung etc. Eine lückenlose und scheinbar unangreifbare Alibikette hat der wahre Mörder vermutlich viel eher parat als jemand, der sich keine Gedanken darüber gemacht hat, wie er sich später erklären kann.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 12:30
@Volvic
Das sind gute, nachvollziehbare Aussagen. Wegen eines Verhör, in dem Schütze Weber seine Unschuld beteuert, wird er wohl kaum den Stand des Tätverdächtigen verloren haben. Ergo muss da etwas handfestes, Greifbares sein warum er ausgeschlossen wurde. Zudem kann es aber auch nicht 100% fix sein, sonst wäre er heute nicht wieder Teil der erneuten Ermittlungen bzw. Prüfung der alten Sachlage.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 17:48
Ich denke, ein wichtiger Punkt wurde in den Beiträgen zum Thema "Wenn Schütze Weber der Mörder wäre, hätten ihn die erfahrenen Ermittler schon weichgeklopft" übersehen:

Je einfacher eine Aussage ist, desto einfacher kann man sie im Verhör durchhalten. Nun war die Aussage von "Weber" zum Tat-Zeitraum: Ich lag in meinem Bett, hatte die Kopfhörer auf, konnte nichts hören und habe geschlafen.

Ich würde mir auch als 19-Jähriger zutrauen, sogar in einem von Spitzenermittlern geführtem Verhör diese Aussage durchzuhalten und mich dabei nicht in Widersprüche zu verwickeln. Warum? Weil es keine Ansätze für Widersprüche gibt. Und ich kann euch versichern, ich bin kein hartgesottener Straftäter mit Vernehmungserfahrung.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 18:33
@out_sider

Ich finde deine Überlegungen sehr gut.

Beitrag von out_sider (Seite 195)

Beitrag von out_sider (Seite 195)

Gerade diese sehr schnelle Einstellung der Ermittlungen nach gerade mal 3 Monaten, ist für mich auch so ein Punkt ....


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 19:11
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Man kann doch nicht schlussfolgern, dass jemandem, der nicht mustergültig seinen Wehrdienst geleistet hat, eher ein Mord zuzutrauen ist als jemand, der bes. pflichtbewusst seinen Dienst geleistet hat.....
Vor allem waren die Vergehen lt den Ermittlern Kleinkram. Mal zu spät gekommen oder sowas.
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Was waere denn die Konsequenz einer solchen Meldung?
Haette Weber das gejuckt?
Er war Wehrpflichtiger und scheinbar nicht sonderlich motiviert, danach länger zu bleiben.
Er hatte vermutlich keinen "Stubenarrest", sondern durfte die Kaserne nicht verlassen.
Hätte er gesagt, er sei zur Kellertür raus rauchen und klingelte dann an der Haustür für rein...
Meldung? Und dann zwei Wochen Café Viereck? Die nächsten Wochen Wache schieben?
Edeka wäre nur für Zeitsoldaten gewesen. Wie lange ging sein Wehrdienst noch?
Jedenfalls kein Grund für Mord


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 21:41
Zitat von abberlineabberline schrieb:Jedenfalls kein Grund für Mord
Mit dieser Feststellung kann ich persönlich nicht viel anfangen.
Das ist mir zu statisch und eindimensional gedacht.
Als ob jemand einen Grund haben könnte, jemand anders zu ermorden...

Mir fällt von den hier im Forum diskutierten Kriminalfällen kein einziger ein, in dem ein Mörder einen Grund gehabt hätte, sein Opfer umzubringen.

Es gibt keinen Grund, einen anderen Menschen umzubringen. Die Suche nach dem Grund für einen Mord führt also nicht weiter.

Es gibt höchstens eine Erklärung für einen Mord. Und in dieser Erklärung spielen oft mehrere Faktoren eine Rolle: die Persönlichkeiten von Täter und Opfer, die Beziehung zwischen ihnen, die Situation in der sie sich befinden, die Dynamik, die sich zwischen Täter und Opfer in der Situation entwickelt, und anderes mehr.


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