Alice2024 schrieb:Kann ein 7-Jähriger noch nicht kombinieren, wenn er so etwas Schreckliches gesehen hat und kurze Zeit später erfährt, dass der Vater wegen Mordes im Gefängnis sitzt und er ihn deshalb nicht mehr sehen kann - dass er damals einen Mord gesehen hat?
Ich glaube dem Jungen. Für ihn war die Story zunächst schlüssig, dass VvM das Haus mit den Wagen verlassen hat. Der Vater sagte zu ihm, sie wäre weg. Die Zeugen im Gericht vermitteln das Bild vom Angeklagten, dass häusliche Gewalt ausgehend vom Angeklagten eher die Regel als die Ausnahme war. Von daher war es für den Jungen schlüssig, dass VvM nach dem, was er als "Auseinandersetzung/häusliche Gewalt" interpretierte, das Haus selbständig verlassen hatte, um dem Streit aus dem Weg zu gehen. Wie es vielleicht vorher auch schon vorgekommen war.
Alice2024 schrieb:Und wenn der Vater bei ihm im Bett war als Valerie angeblich weggefahren ist, ist dann noch ein zweiter Täter involviert?
Das ist eine spannende Frage. Ja, das halte ich für möglich, dass jemand VvMs Fahrzeug zu den Pferden gefahren hat. Der Angeklagte gibt an, ihre Schuhe sowie (eigene/ihre?) Handschuhe getragen zu haben. Aber ist das überhaupt realistisch?
Wenn kein weiterer Täter involviert war, vermute ich gaslighting gegenüber dem Jungen. Womöglich so: "Hast du das Auto gehört? Sie ist weg gefahren." Damit die Story zu dem passte, was der Angeklagte später auch ggü. der Polizei zunächst behauptet hatte. Und die Geschichte für das Kind stimmig war und es die Ereignisse zunächst nicht einordnen konnte.