@inkaspesbach @Pesca @Agrimony @Mantua @Playtecci Herzlich willkommen im Thread! Schön das ihr dabei seid.
:Y:
inkaspesbach schrieb:Mal ehrlich, wer erinnert sich Tage oder Wochen später in einem solchen Detailgrad an ein Auto, an dem er in der Nacht vorbeigefahren ist? Selbst wenn es ihn geblendet hat.
Man darf ja nicht vergessen, dass es hier besonders auffällige Merkmale bei den Autos gab. Beim VW waren es die amerikanischen Kennzeichen, die zwar im Großraum Nürnberg wegen der dort stationierten US-Streitkräfte nicht selten waren, dennoch aber natürlich aus der Masse hervorstachen. Der Porsche hatte gleich mehrere Merkmale die sehr auffällig waren. Zunächst ist ein gelber 911 Targa in der damaligen Zeit natürlich besonders. Die charakteristische Form, der breite, silberne Targabügel (B-Säule). Dann gleich 4(!) Zusatzscheinwerfer und die ungewöhnliche Dachantenne. Das war natürlich sehr auffällig. Zudem stand das Fahrzeug entgegen der Fahrtrichtung, weswegen der Zeuge geblendet wurde und ausweichen musste. Schlussendlich dann noch der Kampf im Inneren des Fahrzeuges. Ich persönlich denke das so eine Situation schon ziemlich einprägsam ist.
HolzaugeSHK schrieb:Ist das jetzt Zufall, der gelbe Porsche, welcher in Wien ab Juli 1973 stand, hatte ein Nürnberger Kennzeichen!? Was ist überhaupt aus dieser Spur geworden? Konnte der Halter damals ermittelt werden?
Das habe ich mich allerdings auch gefragt. Was hat es mit diesem Hinweis auf sich? Natürlich sind die deutschen EB nicht in Österreich zuständig und benötigen Amtshilfe. War der Porsche da schon weg? Konnten die österreichischen EB noch irgendetwas dazu herausfinden? Man weiß es nicht. Vielleicht gibt ja die morgige Ausgabe von Aktenzeichen Xy Aufschluss darüber, auch wenn ich das persönlich nicht glaube.
Corydalis schrieb:möglich ist trotz allem auch, dass weder der VW noch der Porsche einen Zusammenhang mit der Tat haben.
Da hast du natürlich Recht. Allerdings ist es natürlich ein enormer Zufall, wenn ein Mann und eine Frau im Auto kämpfend genau an der Stelle gesehen werden, wo dann später die Leiche von Marion Baier gefunden wird, sie aber nichts mit dem Mordfall zu tun haben. Wenn sie aus der Region gekommen sein sollten und der Mordfall "Tagesgespräch" war, hätten die sich ebenfalls melden können. Es wäre ja klar gewesen das -gerade wegen des Autos- definitiv sie beobachtet wurden.
Was den VW angeht, so messe ich diesem eher weniger Bedeutung zu. Man müsste den genauen Todeszeitpunkt kennen, um das näher eingrenzen zu können. Schließlich war die VW-Sichtung gegen 23 Uhr, die des Porsche erst gegen 02:30 Uhr.
Corydalis schrieb:Und wenn man die ominöse Parallele, die lt. Ermittlern zu dem Kemptener Fall bestehen soll, mal außen vor lässt, deutet eigentlich vieles darauf hin, dass Marion bei einem aus dem Ruder gelaufenen Date getötet wurde: die Turnschuhspuren und die blauen Fasern (Jeansstoff), die gefunden wurden, lassen einen eher jungen Täter vermuten. Der Ablauf - mit einem Stein erschlagen - sieht nach spontaner Tat aus. Ich nehme an, es wurde ein zufällig auf der Baustelle herumliegender Stein verwendet, also kein vorgefasster Plan des Täters. Und der Hergang wie er immer wieder vorkommt: der männliche Part wird zudringlich, sie will nicht und wehrt sich, sie schreit, die Situation eskaliert
Es ist aus meiner Sicht schon anzunehmen, dass diese "Parallelen" zwischen den beiden Kapitaldelikten nicht nur Kleinigkeiten sind. Denn wenn man sich die Mühe macht, extra deswegen neue Aufrufe zu starten und Aktenzeichen Xy ungelöst zu bemühen, dann muss da mMn schon etwas dran sein. Auch wenn ich mir (noch) nicht vorstellen kann, was konkret.
Allerdings habe ich natürlich auch über die naheliegendste Möglichkeit nachgedacht, dass es ein aus dem Ruder gelaufenes Date gewesen sein könnte. Was mich an diesem Gedanken allerdings irritiert ist der Ort. Wenn wir davon ausgehen, dass Marion und "Chris(sy)" auf dem Moped unterwegs waren, warum fahren die für den möglichen Austausch von Zärtlichkeiten ausgerechnet auf eine sandige, steinige Baustelle? Wären sie in einen Neubau gegangen, hätte ich das ja noch verstanden. Aber draußen auf der Brachfläche? Nicht gerade ein geeigneter, "romantischer" Ort oder? Da setzt man sich doch nicht in die Baugrube?! Das passt für mich nicht.
Pesca schrieb:Grundsätzlich würde ich schon vermuten, dass jemand, der gewaltbereit in der einen Situation reagiert hat (und damit unentdeckt durchkam), auch erneut wenig Skrupel hat gewalttätig zu sein.
Die Polizei sagt ja in dem oben von Fürth aktuell verlinkten Video
Absolut. Wenn erst einmal "rote Linien" überschritten sind, fallen in anderen, späteren Situationen schneller die Hemmungen den Willen mit Gewalt durchzusetzen. Es können deshalb durchaus auch noch andere Straftaten losgelöst von Sexualdelikten gefolgt sein.
Rick_Blaine schrieb:
Agrimony schrieb:War es denn nicht möglich über die KFZ-Zulassung herauszufinden, ob so ein Porsche im fränkischen Raum angemeldet war.
Ist ja doch eher selten dieses Fahrzeug.
Doch, das ist sicherlich möglich gewesen und vermutlich auch getan worden. Nur sollte man nicht unterschätzen, wie viele solche Fahrzeuge es im Grossraum Nürnberg gegeben hat, das werden schon einige gewesen sein.
Ja natürlich kann man vieles über die Zulassung herausfinden. Aber das Problem ist ja, ob und wenn ja wie eine mögliche Suche dann gestaltet wurde. Wurde nur im Raum Nürnberg gesucht? Weitete man die Suche auf das gesamte Bundesland oder sogar auf das gesamte Westdeutschland aus? Sollte sich der Zeuge mit dem Kennzeichen geirrt haben, hätte da schnell etwas übersehen werden können. Was die Menge der Fahrzeuge angeht, gehe ich jetzt nicht von allzu großen Stückzahlen aus. Die Polizei fahndet ja nach Typ und kennt auch die Farbe. Ein gelber 911 Targa war da sicher kein Brot und Butter Auto, welches an jeder zweiten Straßenecke steht. Ich denke, es war überschaubar.
Rick_Blaine schrieb:Und Chris...s und Mopeds wird es auch einige tausende gegeben haben. Das ist das Problem, die bisher bekannten Spuren sind zu vage.
Mopeds gab es zu Tausenden. Personen deren Vornamen sich auf "Chris(sy)" abkürzen lassen sicher auch. Aber da gab es ja noch Körpergröße, mutmaßliches Alter, Haarfarbe, Frisur UND noch den Sprachfehler. Also ich finde schon das diese Beschreibung recht genau ist. Wer ihn kennt, sollte wissen wer gemeint ist. Sollte er nicht aus der Großstadt sondern der unmittelbaren, (ländlichen) Umgebung gekommen sein, dann erst recht. Schon komisch, dass er nicht gefunden wurde.
Rick_Blaine schrieb:Beide Taten wurden im Zusammenhang mit Volksfesten begangen. Und da findet sich immer auch ein Rummelplatz mit fahrenden Schaustellern...
Klar, ist natürlich auch eine Möglichkeit. Kein schlechter Ansatz.
Mantua schrieb:sie wird als Medaille au der Zeit des 2. WK beschrieben, in dem Zusammenhang wird auch Schwabach und das Sudetenland genannt. Vielleicht von einem Händler, der früher im Sudetenland und später in Schwabach tätig war?
Sehr interessant! Es könnte sogar sein, dass der Täter die Medaille als Glücksbringer z.B. von seinem Opa bekam, weil sie diesen den WKII überleben ließ bzw. als Glücksbringer gedient hatte.
kaleko schrieb:Dazu hatte ich auch überlegt, wie ein Mädchen 1973 ältere Männer kennenlernen konnte, natürlich ältere Mitschüler aber auch Lehrer.
Er könnte wegen des Porsche und fescher, eher jugendlicher Kleidung jünger und dynamischer auf Marion gewirkt haben, als er war. Zudem könnte Marion dem Täter z.B. wegen seines gepflegten Auftrittes, seinem Geld und des ihr entgegen gebrachten Interesses vertraut haben und von seiner Seriosität überzeugt gewesen sein. Sie fühlte sich vielleicht geschmeichelt und so ging sie auf sein Angebot ein, in sein Auto zu steigen. Für mich durchaus vorstellbar.
kaleko schrieb:Interessant auch, dass Chris einen roten Helm gehabt haben soll, weil die Helmpflicht gab es erst ab 1976
Ja durchaus. Aber heute tragen auch viele Erwachsene einen Fahrradhelm, obwohl keine Pflicht für erwachsene Bürger besteht. Einfach weil es absolut vernünftig ist, nicht auf diesen elementaren Schutz zu verzichten. Die Frage ist, wie viele dachten damals so und trugen ihn freiwillig?
Pesca schrieb:
Dancingfool schrieb:Vielleicht wollte sie nach der Operation, viel hübscher, einfach schauen wie sie ankommt in der Männerwelt.
Ich würde mal stark annehmen, dass wenn eine 12-jährige Heranwachsende in den 70er Jahren eine Nasen-OP hatte, das im Medizinischen begründet liegt. Also, dass es z.B. Atemprobleme o.ä. gab.
Davon gehe ich auch aus. Ich denke nicht, dass sie mit 12 Jahren allein in das Festzelt zurückkehrte um hemmungslos zu flirten. Das sie jemanden zufällig kennenlernte der sie ansprach, ist für mich absolut vorstellbar. Aber das sie bewusst auf der Suche nach einem "Freund" war und von sich aus dort irgendwelche Typen ansprach vermute ich nicht.